kath.net beschäftigt sich teilweise mehrmals pro Woche mit dem Thema Christenverfolgung. Das ist eigentlich löblich, weil es tatsächlich Staaten gibt, in denen Christen ihre Religion nicht ausüben dürfen und mit Repressionen rechnen müssen. Allerdings steht die Berichterstattung in einem größeren Kontext: Um den Islam pauschal als schlecht abzustempeln, wird tendenziös berichtet, alle anderen diskriminierten Minderheiten werden ausgeblendet – und die verfolgten Christen mit einer Begriffsspielerei verhöhnt: Fundamentalistische Christen fantasieren nämlich auch auf kath.net gern davon, dass es in Deutschland Christenverfolgung bereits gebe (was sich meist in abgehängten Kreuzen in der Schule äußert) oder bald geben werde.
Eine besonders perfide Strategie, sich als Opfer von Verfolgung auszugeben, ist die folgende: Obwohl rechte Katholiken mit ihrer Homophobie andere Menschen ausgrenzen, sind nicht sie die Bösen: Vielmehr gehöre der Hass auf Homosexuelle zur Religionsfreiheit – wer sich also für Toleranz einsetze, betreibe Christenverfolgung.

Das meinen die User:

Christenverfolgung pur…
Heute darf man beinahe ALLES sein, nur nicht katholisch!

(„Indiana“, Let England Shake)

Wann werden wir endlich begreifen, dass solche Politiker [Sigmar Gabriel] indirekt der Christenverfolgung, sowohl im eigenen Land, aber auch weltweit, Hilfestellung leisten.

(„Waldi“, Empörung gone wrong)