Im Juli 2010 veröffentlichte kath.net den Brief einer 15jährigen Schülerin, die sich über einen zu liberalen Religionsunterricht an ihrer Schule beschwert. Die Authenzität ist stark zu bezweifeln, weil wohl niemand in diesem Alter derartig reaktionäre Gedanken hegt und in der vorliegenden Form äußert. In der von ->Weihbischof Andreas Laun verfassten Einleitung wird u. a. gemutmaßt, ->“Missbrauch mit dem Religionsunterricht“ sei „vielleicht“ noch schlimmer als sexueller Missbrauch durch Geistliche.

Es werden mehrere Fälle angeblicher Liberalität im Religionsunterricht aufgezählt – der Kritik an der kirchlichen Rolle der Frau etwa wird formschön widersprochen, ein anderes Mal ist die vermeintliche Autorin geschockt, als sie die katholische Kirche nicht in einem Projekt behandeln darf.
Um den Text der angeblichen Schülerin authentischer erscheinen zu lassen, wird auch auf das Stilmittel der vermehrten Ausrufzeichen zurück gegriffen – z.B.:

ICH bin ein wahres Mitglied dieser so „Frauen-feindlichen Institution“ und komme mir überhaupt nicht benachteiligt vor! Im Gegenteil! Ich fühle mich unendlich geliebt!!!!!

Weiteres Zitat:

Er [der Lehrer] hat gesagt: „Selbstbefriedigung könnte eine Lösung sein“ und „Es sollte jeder entscheiden können, ob er heiraten will oder nicht!“ Dazu kann ich nur sagen: So etwas Unchristliches überhaupt habe ich schon lange und von niemandem gehört! Der Mensch ist als MANN und FRAU geschaffen worden, und sind für die Liebe zueinander bestimmt! Während Selbstbefriedigung eine Befriedigung des Egobedürfnisses ist!
Und der Zölibat ist eine der schönsten Sachen, rein und heilig! Ich kann nur beten und hoffen, dass es nicht abgeschafft wird.

Oder:

Er [der Lehrer] erwiderte, dass die Kirche schon noch altmodisch in einigen Punkten sei wie zum Beispiel bezüglich der Homosexualität.
Ich dachte, ich hör nicht recht. Meine Antwort darauf war: In der Bibel steht: „Du sollt mit einem Mann keinen geschlechtlichen Verkehr haben wie mit einer Frau, es wäre ein Gräuel.“ Darauf der Lehrer: „Ja schon, aber dann müsste man auch wörtlich nehmen, dass man die Frau bei Ehebruch steinigen muss!“
Ich hatte keine Antwort darauf. Ich konnte nicht mehr.