Salzburger Weihbischof, der auf kath.net eine Kolumne namens „KLARTEXT“ unterhält, die in letzter Zeit aber nur noch selten gefüttert wird. Laun befürchtet in seinen Texten etwa, dass Europa „die eigene Bevölkerung ausrottet“ und dann zu einem „großen Altersheim“ würde, was ein Vakuum hinterließe, „in das andere Völker einströmen“ könnten. Schwer sind die rassistischen Untertöne zu überhören, und natürlich sind mit diesen ominösen „anderen Völkern“ Muslime oder zumindest Un-/Andersgläubige gemeint. Homosexualität hält er als Unterzeichner der Marburger Erklärung für eine Krankheit, die zudem „keinen Nutzen für die Allgemeinheit“ darstelle. Homosexuelle vergleicht er diesbezugs auch mit einem anderen Feindbild – sie würden wie Muslime denken, denn auch denen sei es verboten zu konvertieren.

Des Weiteren fiel Laun mit einem Geleitwort zum ->Brief einer Schülerin auf, er schrieb dort sinngemäß, dass ->Missbrauch mit dem Religionsunterricht schlimmer sein könne als sexueller Missbrauch (durch Geistliche). Nach der Tragödie auf der 2010er Loveparade verurteilte Laun die Feiernden als Sünder. Das nahm er später in einer Talkshow mit Markus Lanz insofern zurück, als dass er die Loveparade offenbar mit dem Christopher Street Day verwechselt hatte.

Laun veränderte einmal einen Propagandatext der Nazis so, dass er Abtreibungsbefürworter in Misskredit bringen sollte – er glaubte, Ähnlichkeiten zwischen NS-Regime und der heutigen Gesellschaft zu erkennen. Und: „Die wahren „Antifas“ sind die Lebensschützer!“.

In einem Artikel machte Laun gegen die Einwanderung von Ausländern mobil – sie schadeten ihrer Heimat durch ihre Abwesenheit beim (nicht näher definierten) Aufbau, außerdem wären sie eh überflüssig, wenn es keine Abtreibung gäbe. Diese klugen Gedanken führte er auch in einem Gleichnis aus.

Seinen großen Auftritt hatte Andreas Laun nach der Tragödie auf der Loveparade 2010. In hasserfüllten Sätzen verurteilte Laun die Loveparade, „abgesehen von ihrem abstoßenden Erscheinungsbild“, als „objektiv eine Art Aufstand gegen die Schöpfung und gegen die Ordnung Gottes“, die Veranstaltung sei „Sünde und Einladung zur Sünde!“. Laun räumt zu Beginn seines ersten Textes zu diesem Thema ein, niemandem stünde es zu, „über die Toten zu urteilen und darüber hinaus zu behaupten, ihr Tod sei eine – natürlich gerechte – „Strafe Gottes“ für die Sündigkeit der Love-Parade, in deren Verlauf das Unglück geschah! Übrigens, wer Sünde und Gottesstrafe meint so direkt zuordnen zu können, sollte sich wundern über seine eigene Gesundheit und vielleicht sogar darüber, dass er selbst noch am Leben ist – und zufrieden sein, dass Gott allein der Richter ist, kein Mensch! Nein, das alles steht außer Zweifel und darf auch nicht abgeschwächt werden.“
Dennoch kommt er zum Schluss: „Was aber die Loveparade betrifft und den Gedanken, das Unglück mit „Strafe Gottes“ in Verbindung zu bringen, empfindet man als empörend, weil und wenn man denkt: „Sünde? Wer? Wir doch nicht, wir amüsieren uns, wie wir wollen! Gott soll sich unterstehen, einen solchen Gott gibt es nicht!“
Mit anderen Worten: Man weigert sich anzuerkennen, dass die Loveparade, abgesehen von ihrem krankhaften Erscheinungsbild, auch mit Sünde zu tun haben könnte und darum, folgerichtig, auch mit dem richtenden und strafenden Gott!“

Nach diesem kalkulierten Aufreger wunderte sich Laun dann auf kath.net über ein „riesiges (Medien)Echo“, das er ausgelöst habe. Er gibt sich „enttäuscht, dass der öffentliche Dialog nicht gelingen will: Warum, meine Damen und Herrn, könnt und wollt Ihr mir nicht glauben, was ich deutlich schreibe?
Also nochmals: Auch ich bin überzeugt, dass wir Menschen nicht das Recht haben, über andere Menschen jenes richterliche Urteil zu fällen, das nur Gott zusteht!“

Einige Wochen später bekam Andreas Laun das, wonach es ihm dürstete: Einen Auftritt im ZDF. Bei Markus Lanz plauderte er beispielsweise darüber, dass auch er im zarten Alter von 17 einst verliebt gewesen sei, die Liebe zu Gott war aber größer. Wie nebenbei klärte Laun aber noch auf: Die Verurteilung der Loveparade habe zu einem Gutteil darauf gefußt, dass er die Veranstaltung mit dem Christopher Street Day verwechselt habe.

Ein besonderes Verhältnis hat Andreas Laun auch zu Atheisten – in einem KLARTEXT unterstellte er Atheisten, dumm zu sein – u. a. weil sie sich daran störten, „Trottel“ genannt zu werden, und weil sie Gründe für ihre Ablehnung (des christlichen) Gottes suchen.
Im selben Artikel unterstellte er auch ->Richard Dawkins ohne nähere Erläuterung, seine Gegner töten zu wollen.

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Das meinen die Leser:

Danke , Bischof Laun, für Ihren Klartext, der wie immer klar und deutlich, für jeden verständlich, die Wahrheit in Liebe sagt !

(„Cantate“, Best of Kommentare zu Launs KLARTEXTEN)