Ist nicht gut, vgl. ->Babycaust, auch: „Völkermord an Ungeborenen“ („Tilly“, hier). ->Barack Obama, der als demokratischer Präsident für die Möglichkeit von Abtreibungen eintritt, wurde von kath.net-Chef Roland Noé einmal „Pro Death“-Aktionen bezichtigt (lustig!).

Abtreibung wird bei kath.net nicht als Recht der Frau begriffen, sondern als nötiges Übel selbstsüchtiger Frauen, denen im selben Atemzug jegliche Gewissensnöte abgesprochen werden. Um vor Abtreibungen zu warnen, schreckt man auch vor schlampiger Recherche nicht zurück: So fiel man bereits einmal auf einen Hoax rechter Christen herein, die Internet-User entscheiden lassen wollten, ob sie ihr Kind abtreiben lassen sollten. Als kath.net den Schwindel bemerkte, löschte man den Artikel immerhin wortlos.

Große Freude hatte kath.net auch an einer Embryoverschickungsaktion, als Saarländische Briefkästen mit unrealistisch großen Föten beschwert wurden, die ein falsches Bild von abgetriebenen Kindern zeichnen sollten.

Denkwürdig ist auch die auf kath.net breitgetretene Berichterstattung über einen amüsanten Vergleich: Ein idea-Text verglich pünktlich zu Weihnachten 2010 die (ohnehin unhistorische) Kindstötung durch Herodes mit Abtreibung – wenige Tage danach schloss sich der Kölner Kardinal Meisner an und sah Ähnlichkeiten zwischen PID und Herodes.

Weil sich kath.net gerne an der amerikanischen Rechten orientiert, macht man oft auf dortige Vorfälle aufmerksam. Da die Tea Party und andere rechte Gruppierungen es mit der Wahrheit aber nicht so eng sehen, passiert es schon einmal, dass nicht ganz korrekte Artikel herauskommen. Abby Johnson etwa bekam im Februar 2011 Platz eingeräumt für ein Buch, das ihre wundersame Wandlung von einer „Mitarbeit in der Abtreibungsindustrie“ zu einer christlichen Fundamentalistin beschreibt. Dumm bloß, dass elementare Teile ihrer Schilderungen offenbar gelogen waren.

Auf Kriegsfuß steht man auch mit Organisationen, die Frauen in Sachen Familienplanung beraten. Während man in Europa verzweifelt auf einen Skandal hofft, gab es in den USA tatsächlich einen. Fand zumindest Lautsprecher Andreas Unterberger, der ein stark geschnittenes Video zum Anlass nahm, die „Ideologie“ Abtreibung „zum Einsturz“ zu bringen. Zwei christliche Fundamentalisten waren in eine Planned Parenthood-Filiale gegangen, um diese zu diskreditieren. Sie gaben sich als Zuhälter minderjähriger Mädchen aus, die Hilfe bei Abtreibungen bräuchten. Die Beraterin spielte aus Angst vor den beiden offensichtlich Kriminellen mit und rief dann sofort die Polizei an. Das manipulierte Video vermittelte einen anderen Eindruck, und so übersah kath.net wie die US-Evangelikalen die wahren Geschehnisse.

Weiterlesen.

Das meinen die Leser:

Abtreibung ist ein noch größeres Übel als dieses in sich schon schreckliche Blutbad von Oslo, denn die Embryos sind total ausgeliefert: sie können sich vor ihren Angreifern weder (hinter Felsen) verstecken noch (übers Wasser) fliehen. Doch da schreit keiner auf. Nur weil die Kleinen eben noch schutzloser sind und keine Stimme haben. Wirklich schizophren, unsere Gesellschaft.

(„Smaragdos“, Breivik und die Folgen ii)

Völkermord an Ungeborenen

(„Tilly“, Kommentar des Tages 19.08.)