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+++EIL+++

Dass kath.net den atheistischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins nicht mag, dürfte mittlerweile sattsam bekannt sein. Wie man den Briten jetzt aber zu diskreditieren versucht, ist schon arg peinlich:

BBC-Debatte: Dem Darwinisten Dawkins entschlüpft ein „O Gott“

Der Atheist Richard Dawkins (Foto) hat versehentlich Gott um Hilfe angerufen. „O Gott“, brach es aus dem Oxforder Evolutionsbiologen heraus, als er aufgefordert wurde, den vollständigen Titel des Hauptwerks von Charles Darwin (1809-1882) „Die Entstehung der Arten“ zu zitieren. Er lautet: „On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life“ (Über die Entstehung der Arten mittels natürlicher Auslese oder die Erhaltung der bevorzugten Rassen im Daseinskampf).

Mit dieser Meldung konfrontiert äußerten namhafte englische Atheisten Berichten zufolge entgeistert: „Jesus! What did he think for heaven’s sake?“
Und der Jugendverband der Giordano Bruno-Stiftung meldete nur: „OMG!“

Hysteria

Wenn es um Nachrichten aus den USA geht, kennt kath.net keine bessere Quelle als Fox News. Zuschauer des rechten Senders sind zwar nachweislich schlechter über das Weltgeschehen informiert als Menschen, die überhaupt keine TV-Nachrichten sehen; weil neben Verschwörungstheorien über Barack Obama aber auch immer wieder fundamentalistisch-christliche Meldungen kolportiert werden, bezieht sich das Linzer Portal gerne auf den von Rupert Murdoch geführten Sender.

Aktuell ins Visier von Fox News und damit auch von kath.net geraten ist die Band Aiden. Die macht ziemlich durchschnittlichen Alternative-Rock und erinnert optisch an die längst vergangen gehofften Tage des Horror-Punks:

Ein Musikvideo, das brennende Kirchen und blutige Kreuze zeigt, wird zur Werbung für ein atheistisches Festival auf der Militärbasis Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina verwendet. Im dazu gehörenden Lied „Hysteria“ kündigt die Gruppe Aiden das „Abbrennen eurer Synagogen“ und „Abfackeln eurer heiligen Bücher“ an.

Das Video ist auf der Internetseite „Rock Beyond Belief“ (dt. „Rock jenseits des Glaubens“) zu sehen, welches das gleichnamige Festival bewirbt, das Ende März diese Jahres stattfinden wird. Neben Aiden werden andere Musikgruppen und atheistische Redner auftreten. Unter letzteren befindet sich auch der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins. Für Kinder ist ein „säkulares Sommercamp“ vorgesehen.

Dank der GEMA lässt sich das Youtube-Video auf der RBB-Seite in Deutschland nicht ansehen, wer sich eine Meinung bilden möchte, kann auf vimeo.com zählen. Plakativ werden Bilder brennender Gotteshäuser, eines Friedhofs und einer Nonne mit Gasmaske gezeigt, dazwischen blickt der in einem Priestergewand gekleidete Sänger an der Kamera vorbei und macht Grimassen. Die Musik ist ziemlicher Durchschnitts-Rock und die von kath.net kritisierten Zeilen sind: nicht enthalten. Zumindest wird nicht „angekündigt“, „eure Synagogen“ und „eure heiligen Bücher“ abzufackeln. Stattdessen wird gesungen:

Love how they burn your synagogues
Love how they torch your holy books

Das ist dämlich und gefährlich, aber nicht aus den von kath.net genannten Gründen. Keinesfalls wird angekündigt, Synagogen anzuzünden und Bibel/Tora/Koran zu verbrennen; und natürlich dürften die fraglichen Zeilen sarkastisch gemeint sein. Wer aber Bilder brennender Synagogen oder Kirchen mit der Zeile „Love how they burn your synagogues“ unterlegt, der muss sich Dummheit vorwerfen lassen; schließlich wird durch die im Song arg verkürzte Religionskritik auch die Judenverfolgung der Nazis relativiert und auf den Faktor Religion reduziert.

Wozu kath.net und vor allem natürlich Fox News diesen dämlichen Song nutzen werden, liegt auf der Hand: Den Atheisten wird pauschal und nicht so ganz wahrheitgemäß vorgeworfen werden, Religionen (und das heißt hier: das Christentum, denn wen interessieren schon die Juden?) vernichten zu wollen. Richard Dawkins, dem Andreas Laun schon einmal unterstellte, sich den Tod eines christlichen Kritikers zu wünschen, kann davon ein (hoffentlich besseres) Lied singen.
Mit der bewussten Provokation, „Hysteria“ als repräsentatives Video für das Festival auf die Homepage zu stellen, ist also immerhin die gewünschte Aufmerksamkeit erzielt worden. John Lennons „Imagine“ hätte wohl kaum diesen Widerspruch provozieren können; hätte die Veranstaltung aber auch in einem wesentlich besseren und intellektuell redlicheren Licht erscheinen lassen.

Leserin „Noemi“ und die erwartbare Reaktion:

jaja
die „Toleranz“ unserer Pseudoaufgeklärten gegenüber Andersdenkenden ist schon legendär. Die Atheismusreligion erweist sich immer wieder als eine der Doktrinärsten ever. Sie träumen von brennenden Gotteshäusern, Hl. Büchern und insgeheim Menschen ( nur das zu sagen, ist derzeit noch nicht opportun)- womit sie natürlich ungewollt einen Hinweis auf die schwache Überzeugungskraft ihrer Ideologie geben.
Was toben die Heiden…. kann man da nur mit dem Psalmisten sagen.

Und „chronotech“ fühlt sich aus einem anderen Grund schlecht behandelt – solange es brennende Moscheen gewesen wären, hätte er/sie kein Problem mit dem Song gehabt:

FEIGHEIT PUR!!!
Warum nicht mit berennenden Synagogen und Moscheen? Warum nicht blutigen David-Sternen und Halbmonden?
Kalte Füßchen bekommen, gell – ihr sog. Atheisten?

Sind kath.net-Artikel dümmer als andere?

Mit Atheisten kommen rechte Christen gewohnheitsmäßig nicht so gut zurecht. Weihbischof und kath.net-Ikone Andreas Laun betitelte Ungläubige in einem Artikel als „dumm“, Richard Dawkins‘ atheistisches Lob der Bibel fand man bestenfalls seltsam. Außerdem stehen Menschen, die an keinen Gott glauben, immer wieder im Verdacht, kriminell zu denken und zu handeln – ohne Bibel gäbe es schließlich keine Moral.

Nun schrieb der Spiegel im Artikel „Gottlose Trendsetter“, dass Atheisten „gebildeter [und] toleranter“ als Gläubige seien – der Text ist hier nachlesbar.
Das konnte kath.net natürlich nicht auf sich sitzen lassen, sodass man gestern einen idea-Text veröffentlichte, der die Behauptung der Hamburger Zeitschrift zu widerlegen sucht: Der Überschrift „Sind Ungläubige klüger als Gläubige?“ folgt die Einleitung

„Der Spiegel“: „Ja“ – Britisches Bildungsministerium: „Nein“

Wie man darauf kommt?

Sind Ungläubige wirklich klüger als Gläubige? Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Hamburg) berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, dass Atheisten gebildeter und toleranter seien. Grundlage sind Untersuchungen US-amerikanischer Institute.

Im Unterschied dazu legt eine Studie im Auftrag des britischen Bildungsministeriums andere Schlüsse nahe. Danach sind atheistische Jugendliche am wenigsten an höherer Bildung interessiert; junge Leute mit christlichem Hintergrund schneiden allerdings auch nicht viel besser ab. Am bildungshungrigsten sind Hindus, Sikhs und Muslime.

„Atheistische Jugendliche [sind] am wenigsten an höherer Bildung interessiert“ – das ist wohl alles, aber kein (nützliches) Gegenargument. Bildung hat nicht direkt mit Intelligenz zu tun, noch weniger ist das Interesse „an höherer Bildung“ mit Intelligenz verknüpft. Was immer man also mit der Erwähnung der Studie beweisen wollte – es hat nicht geklappt.

Wie die Londoner Zeitung The Telegraph schreibt, ergab eine Befragung von mehr als 13.000 Jugendlichen, dass 77 Prozent der 15-jährigen Hindus später weiterführende Schulen besuchen. Bei den Sikhs sind es 63 Prozent und bei den Muslimen 53 Prozent. Nur 45 Prozent der gleichaltrigen Christen und 32 Prozent der Atheisten streben einen höheren Schulabschluss an.

Kritiker der Studie geben zu bedenken, dass der Bildungsgrad weniger mit Religion als mit dem sozialen Status zu tun habe: Schüler aus der weißen Arbeiterklasse hätten von jeher die schlechtesten Bildungschancen.

Was für Kritiker das sein mögen, die ausgerechnet „Schüler[n] aus der weißen Arbeiterklasse“ die schlechtesten Bildungschancen zurechnen, kann man sich bildlich vorstellen.

Der katholische Bildungsdienst weist zudem darauf hin, dass katholische Schulen regelmäßig überdurchschnittliche Ergebnisse bei der Mittleren Reife und dem Abitur vorweisen könnten.

Aber der Muslimische Rat sieht sehr wohl einen Zusammenhang zwischen Religion und Bildung: Die Studie stehe im Einklang mit einem „anhaltenden Trend“ im Bildungsstreben der muslimischen Gemeinschaft.

Das „Aber“ verstört mich – da wird erst erwähnt, dass die katholischen Schulen „regelmäßig überdurchschnittliche Ergebnisse“ vorzuweisen hätten (was die kath.net-Leser besänftigen dürfte), dann jedoch wird impliziert, (ausgerechnet!) die Muslime sähen das alles ganz anders, was offensichtlich aber nicht der Fall ist.

Dass der Artikel seinem Anspruch nicht gerecht wird, die dem Spiegel zugrunde liegenden Untersuchungen zu widerlegen, ist bei den kath.net-Lesern nicht angekommen. Vielleicht erklärt diese offensichtliche Diskrepanz von Wollen und Können auch durch die Studie, wobei sich Atheisten freilich nichts auf die paar IQ-Pünktchen Unterschied einbilden sollten. Zumal man Gläubige natürlich keinesfalls pauschal als „dümmer“ und Atheisten als „klüger“ abstempeln sollte.
In der Kommentarspalte jedenfalls regiert wieder einmal das Durcheinander, „Cosinus“ findet (vermutlich in Anlehnung an die Diskussion um Breivik):

Da ist schon die nächste Diffamierung – von links….

„Hl.Hilarius“ macht seinem Namen alle Ehre:

Klugheit liegt im Auge des Betrachters
Sogar unser konfessionsloser Philosophie-Lehrer meint, dass Atheisten dümmer als gläubige Menschen seien, da diese alles Transzendente ablehnen und sich selbst an die Spitze der Schöpfung zu stellen, ohne ja zu wissen, ob es hinter dem uns Vorstellbaren noch etwas anderes gibt.
Und jeder, der die Chance auf das ewige Leben vertut, auch wenn die Wahrscheinlichkeit darauf noch so gering sein mag, ist in meinen Augen wirklich dumm, denn mit dem Leben nach dem Tode spielt man nicht. Klug also diejenigen, welche die Chance auf ewiges Leben wahrnehmen.

„Apfelkuchen“ schreibt betont leserfreundlich ziemlich gute Argumente auf:

Es gibt keine Ungläubigen.

Jeder Mensch glaubt an was.

Selbst Atheisten beschäftigt Gott.

Er steckt schon in ihrem Namen.

Sie kommen nicht los von ihm, arbeiten sich an ihm ab, ringen mit ihm.

Aber Gott wird immer stärker sein.

„kaiserin“ findet:

SPIEGEL-ein an der Wand…
Der Spiegel zeigt damit wieder ein mal NUR seine eigene breite Dummheit ,die viel breiter ist, als seine eigene,erbärmliche, hohe-atheistische -Klugheit… Also,bitte nur noch drei mal „nach LINKS“ kopfschütteln und schnell umblättern!..

„Cindarella01″ schreibt, wie man es von ihr gewohnt ist, ziemlich sachlich:

Da haben die Frösche
wohl mal wieder Intelligenzforschung betrieben. LOL
Wir wissen doch, dass unser Papst Benedikt einer der intelligentesten Menschen der Welt ist. Und er lebt uns seinen tiefen festen Glauben vor.
Was der Spiegel unter „Intelligenz“ versteht, kann man erfahren, wenn man die dortigen Berichte verfolgt (besonders online). Die sind nämlich weitgehend intelligenzfrei und ein gutes Beispiel, dass in den Redaktionsstuben schon längst die „Generation Doof“ eingezogen ist. Selbstredend halten sich gerade diese Leute für besonders intelligent… Aber mit denen muss man sich auch nicht messen.

Wobei die Kritik am Spiegel gar nicht so falsch ist, Spot-on.
„ElCid“ indes macht allen Ungläubigen Lust auf ein Leben nach dem Tod:

Wen juckt´s…
…wenn sich die Ungläubigen, die Atheisten und die anderen lichtscheuen, christianophoben Gestalten auf der „erleuchteten“ und „cleveren“ Seite wähnen?
Sollen sie doch im Anschein ihres -ach so aufgeklärten- Pseudointellekts suhlen und ihrem selbst gezimmerten Weltbild fröhnen! Hochmut kommt vor dem Fall!

Sie werden trotzdem -mit Dante´s Worten- mit allen anderen Glaubensspaltern und Zwietrachtstiftern im 9.Graben des 8. Höllenkreises enden.

Der schönste Kommentar aber gelingt „sttn“ – der/die das natürlich eigentlich gar nicht so böse meint:

Atheismus ist eine Form von Behinderung
Atheisten sind Menschen die nicht Glauben können, ihnen fehlt etwas. Das kann man ohne Weiteres als eine Form der Behinderung sehen, weil es ein Defizit ist das ein gutes und erfülltes Leben erschwert.

Das meine ich übrigens nicht beleidigend, als Brillenträger habe ich auch eine „Behinderung“ und es ist auch nicht beleidigend wenn mir jemand eine Behinderung in Form meiner Sehschwäche attestiert. Das Entspricht nun mal der Realtität … so wie es bei Atheisten der Realität entspricht wenn man ihnen nachsagt das ihnen etwas wesentliches fehlt …

Halbgares

Ich schrieb einmal, kath.net-Leser hätten zwei Feindbilder: Homosexuelle und Obama. Ich muss mich verbessern, natürlich gibt es viel mehr Menschen, die von den rechten Katholiken nicht ganz so gern gesehen werden. Muslime natürlich, Juden sowieso. Und Atheisten. Die versteht man nicht so recht, und deshalb ließ man den Polterbischof Andreas Laun schon einmal verkünden, Ungläubige seien dumm.

Heute dann durfte man sich endlich einmal wieder am Atheisten-Bashing üben, Anlass bot ein kath.net-Artikel zu Richard Dawkins:

Der atheistische Evolutionsbiologe und Bestsellerautor Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) hat seine eigene Ansicht über Wesen und Herkunft der Bibel: Er schätze die kulturelle, geschichtliche und literarische Bedeutung der Bibel, man dürfe sie nur nicht von der Religion „kapern“ lassen, sagte er dem Vorsitzenden der King-James-Bibelvereinigung, dem Labour-Abgeordneten Frank Field. […]
Wie Dawkins sagte, könne man ohne die Bibel zu kennen englische Literatur ebenso wenig verstehen wie etwa die Musik von Richard Wagner (1813-1883) ohne Kenntnis der nordischen Gottheiten.

Man muss, um die gleich zitierte Empörung der aufrechten Christen zu verstehen, vielleicht erst einmal kurz erörtern, weshalb Dawkins‘ Äußerung nicht ganz so gut ankam. Hätte der Brite die Bibel für schlecht und grundsätzlich verdammenswert befunden, wäre wohl alles in Ordnung. Indem er aber der Bibel durchaus positive Seiten abringen konnte, zerstörte er das mühsam aufgebaute Bild seiner selbst; er zerstörte gewissermaßen das Weltbild des kath.net-Lesers.
Das vermag möglicherweise die folgenden Kommentare zu erklären – entschuldigen, wie so oft, kann es sie nicht.

„Moni82″ etwa bleibt betont sachlich:

Ohje
Ein Buch der Religion der Religion entreißen, der hat doch nen Vollschaden, dieser Dawkins!

„Siebtel“ beschwört relativ unmotiviert ganz andere Mächte:

Dass Josef Goebbels in seinem Kampf gegen die Hl. Kirche diesen Einfall nicht hatte (Bibel ohne Religion) hätte ihn vermutlich geärgert.

Herr Richard Dawkins meint „man dürfe sie nur nicht von der Religion „kapern“ lassen“. Was will ein Individuum wie Dawkins mit der Hl. Schrift – unabhängig von ihrem Verfasser – anfangen? Gar nichts. Herr Dawkins ist mit Bibel ohne Gott heillos überfordert; ein desperat Molekülenhaufen.

„EinChrist“ findet Dawkins dagegen bloß

Lächerlich!

„WerIstWieJesus“ hat neben dem formschönen Namen auch noch eine prima Argumentation parat:

Nachdem er auf wissenschaftlicher Ebene gescheitert ist versucht er es nun auf literarischer.

Mal lästerte er: „Es gibt sicher keinen Gott“.
Dann musste er zurückrudern: „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott.“
Dann wurde er beleidigend: „Die Gotteslüge“

Dieser Mann ist ein schlechter Witz.

Dass „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott“ nicht von Dawkins stammt, und dass es auch kein „Zurückrudern“ darstellt – geschenkt, denn „Tina 13″ schließt ihren darauf folgenden reichlich wirren Kommentar immerhin stilecht mit

O Maria Muttergottes steh uns bei.

„quovadis“ stellt fest:

Da sieht man wieder:
Atheismus macht dumm.

Und „Hingerl“ fügt hinzu:

Dawkins ist einfach nur dämlich.

„Quirinusdecem“ spannt den Bogen hingegen endlich einmal wieder etwas weiter:

eins und eins ergibt drei
Wie gehabt, falsche Aussagen werden pseudowissenschaftlich untermauert und als Tatsache propagiert und durch die zum großen Teil gleichgeschalteten Medien verbreitet Darauf läss sich dann trefflich argumentieren: Der nächste Schritt wird sein, daß die Bibel eigentlich ein säkulares Werk ist, daß die Religion für sich antizipiert hat mit dem Ziel die Menschen zu unterdrücken. Die Tradition des jüdisch- christlich geprägten Abendlandes wird inzwischen ja auch wiederholt abgestritten und von Wahlgewinnern als „Phantom“ bezeichnet. Das Bundespräsidialamt leistet diesen Aussagen Vorschub mit ihren Statements zur Stellung des Isalm in Deutschland. Entwicklungsziel ist eine vollständig gottlose Gesellschaft oder umgekehrt ausgedrückt die Diktatur des antichristlichen. Nur christlich deswegen, weil der Islam sich durch seine ihm innewohnende Ordnung durch und mit Gewalt selbt diskreditiert.

Ob nun gerade christliche Fundamentalisten von „pseudowissenschaftlich untermauert[en] Aussagen“ sprechen müssen, lasse ich einmal dahingestellt – auch, weil die Kommentarspalte nur so überkocht vor neuen Erkenntnissen zum Atheismus. „Mario“ nämlich schließt messerscharf: >Was ich nicht verstehe, muss wohl Mist sein, weil ich ja sonst Dinge verstehe< :

Wo ist die Logik?
Also ich habe wirklich noch nie was dümmeres in meinem Leben gehört, wie das Zeug was der Typ da von sich gibt. Hört er sich eigentlich selber? Aber ein Trost ist jedenfalls da – Dumm und dennoch Bestsellerautor. Dann kanns wirklich jeder! =)

Dazu passt der folgende Kommentar „Mario“s, der wild zwischen Irr- und Unsinn hin- und hermäandert:

Naja, ich sehe ja was die ganzen Atheisten von sich geben. Meiner Meinung nach hat das herzlich wenig mit Intelligenz und Logik zu tun. Atheismus ist einfach nur eins: Man denkt das man frei ist, aber in Wirklichkeit steckt man fest.

Das beste ist ja, das der Glaube, das Jesus Christus meist als eine fiktive Person „abgestempelt „wird. Aber gehen wir die Sache doch mal so an: Der Holocaust ist passiert. Es gehört zur Geschichte. Es ist historisch. Jesus ist auch eine „Person“ in der Geschichte der Menschheit, eine historische Person die wirklich existierte. Und doch leugnet man ihn. Aber wenn jemand den Holocaust leugnet, springen alle auf. Logik?

Tja, das mit der Logik ist so eine Sache, der man auf kath.net nicht auf die Schliche zu kommen hoffen sollte.

Ist Andreas Laun dumm?

Über den Salzburger Weihbischof Andreas Laun kann man einiges berichten und wahrlich nicht jedes Wort muss dabei positiv ausfallen. Aber ihm kann man ganz sicher nicht vorwerfen, dass es mit ihm jemals langweilig würde, zu schön gießt er seine Vorurteile in Worte.

Insofern kann man seinen neuesten Erguss immerhin unterhaltsam finden – was durch die betont naive Überschrift „Sind Atheisten dumm?“ begünstigt wird.
Laun beginnt und bezieht sich dabei auf ein Interview mit dem österreichischen Schlagersänger Rainhard Fendrich. Fendrich meinte, dass Atheisten „Trottel“ seien, da jeder, der mit „wachen Augen“ durch die Welt gehe, bemerken müsse: „Das hat irgendwer gemacht, der schlauer ist als wir.“

Nun also Laun:

Rainhard Fendrich rutschte in einem Interview der Satz heraus: „Ich akzeptiere jeden Atheisten, aber ein Atheist ist für mich ein Trottel.“ Dafür wurde er von vielen Atheisten wild beschimpft. Er reagierte als Gentleman und entschuldigte sich für das Wort, nicht aber für das, was er gemeint hatte und was auch jeder versteht, der den Text gelesen hat. […]
Soweit, so gut. Dennoch macht die kleine Geschichte nachdenklich. Was Fendrich sagte, steht, genau gelesen, auch in den Psalmen 53,2 , wenn es dort heißt: „Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott!» „Tor“ oder „Trottel“, das eine Wort ist Hochsprache, das andere vulgär, aber gemeint ist dasselbe: ein Mensch, der viel zu wenig, der falsch denkt, der sich in einer einfachen Sache irrt!

Nun kann man diskutieren, ob das Erkennen eines Gottes eine „einfache Sache“ ist – der ganz überwiegende Teil der Menschheit kriegt das schließlich nicht im Sinn Launs hin. Und „Gentleman“, nunja.

Fendrich sagte das im Gedanken an die Wunder der Schöpfung und so gesehen hat er natürlich recht! Die überzogene Reaktion der Atheisten im Internet erinnert ein wenig an die der Muslime wegen der Karikaturen von Mohammed!

Das darf dezent bezweifelt werden: Zum Mord oder Flagenverbrennen hat mutmaßlich kein Atheist aufgerufen. Laun versucht hier, Emotionen auf diskrimierende Aussagen durch diesen Vergleich lächerlich zu machen – und scheitert ziemlich fatal, wenn man sich nur einmal in Erinnerung ruft, wozu Katholiken fähig sind, wenn sie sich (wohlgemerkt nicht einmal persönlich beschimpft) beleidigt fühlen.
Danach gelingt Laun ein weiteres Zuckerle:

Die Empfindlichkeit der Herrn Atheisten entspricht ihrem doppelten Maß: Man lese nach, wie gehässig sich ein Herr Dawkins, der derzeitige „Atheisten-Papst“, über seinen christlichen Kritiker J. Lennox äußerte, dem er sogar wünschte, erschossen zu werden.

Das ist mindestens üble Nachrede und/oder Verleumdung. Denn natürlich hat Richard Dawkins sich nie (öffentlich) gewünscht, dass sein Kontrahent Lennox erschossen werden möge – eine Feinheit, die Laun offenbar hinzugedichtet hat, um Atheisten noch mehr zu diskreditieren.
Userin „Hinterfragerin“ indes fand in der Kommentarspalte des Blasphemieblogs eine Erklärung für diese seltsame Passage:

Ich vermute es handelt sich mal wieder um eine Fehlinterpretation irgendeines aus dem Zusammenhang gerissenen Satzes aus einer Diskussion… Das konnte Lennox ja selbst auch ganz gut :-) ..

Vielleicht denkt er folgender Kommentar aus den Diskussionsforen auf richarddawkins.net sei von Dawkins selber (was offensichtlich nicht der Fall ist!!!): „Long live Dawkins….I can’t listen to this drivel….Lennox should be shot. “

Es handelt sich um den Kommentar irgendeines Users, aus einem von fast 500 Posts zur betreffenden Debatte. Ein dämlicher Kommentar. Aber ihn Dawkins in die Schuhe zu schieben ist ein bisserl…äh…..gelogen?

Laun aber kommt gerade erst in Fahrt:

Auch denke man an all den gemeinen Spott über Kirche, Glaube, über Maria und über Jesus selbst von Seiten bestimmter Atheisten – wo bleibt die Entrüstung? Nein, wir haben in unserer Öffentlichkeit das Maß verloren: Wegen Kleinigkeiten entrüstet man sich grenzenlos, wenn man meint, selbst betroffen zu sein, über Ungeheuerlichkeiten, die den Anderen betreffen, schweigt oder lacht man hämisch mit! Maßlosigkeit auf der einen, Empfindlichkeit auf der anderen Seite, zusammen ein Krankheitssymptom der heutigen Welt!

Der wichtige Unterschied zwischen „Spott“ über „Kirche, Glaube, über Maria und über Jesus“ und der Beschimpfung von Atheisten dürfte z.B. darin bestehen, dass Atheisten keine abstrakten Wesen oder Institutionen sind, sondern lebende Menschen. Das zu einem „Krankheitssymptom“ der bösen, furchterregenden „heutigen Welt“ machen zu wollen, scheint doch arg gewollt (und nicht gekonnt).

Eigentlich hat Fendrich mit seinem „Sager“ eine noch wichtigere Frage aufgeworfen: Hat die Bibel recht, wenn sie den Atheisten einen Toren, wenn sie ihn „dumm“ nennt? Sicher kann man nicht behaupten, alle Atheisten wären intellektuell unbegabte Menschen. Elie Wiesel verlor seinen Glauben im KZ angesichts der grausam-feierlichen Hinrichtung eines jüdischen Kindes! Wer würde es wagen, ihn deswegen „dumm“ zu nennen oder sonst wie über ihn zu urteilen?

Wie großzügig von Laun, dass nicht alle Atheisten dumm sind. Im Gegenteil übrigens, Studien zufolge sind Atheisten tendenziell intelligenter als religiöse (und konservative) Menschen – auch wenn es fragwürdig ist, sich darauf etwas einzubilden. Und dass Laun Atheismus (scheinbar) nur im Angesicht des Holocaust ok findet, muss man auch nicht unbedingt bejubeln.

Aber in anderer Hinsicht sind Atheisten tatsächlich sehr häufig eigenartig „dumm“: Sie scheinen ständig Gründe zu suchen für ihren Atheismus, nämlich um ihn zu bestätigen, als ob sie sich wünschten, dass Gott nicht existieren möge! Folgerichtig machen sie es auch mit der Kirche so: Sie suchen nach Fehlern in der Kirche und freuen sich hämisch, wenn sie sie finden!

Auch dieser Absatz wirkt, wie sämtliche zuvor, nicht so recht durchdacht: Was bitte ist verwerflich daran, Gründe für seine Weltanschauung finden zu wollen? Das Gegenteil wäre doch vielfach verwerflicher: Ignorant alle anderslautenden Hinweise auszublenden und das zu glauben, was man eben glauben möchte oder soll.

Auch hier: Als ob es ein Grund der Freude wäre, wenn sie nur Menschenwerk, Menschenversagen, Menschensünde wäre und nur ja nicht Ort der Gegenwart Gottes! Sie benehmen sich wie ein Krebskranker, der seinen Mitmenschen freudestrahlend verkündet: „Es gibt keine Therapie für mich!! Dazu kommt noch bei bestimmten modernen Atheisten ein „missionarischer Eifer“ für ihre Hoffnungslosigkeit! Wie Kranke, die dem anderen Kranken sagen: „Geh ja nicht zum Arzt, probiere es nicht, er kann dir sicher nicht helfen!“

Erstaunlicherweise: weitere krumme und krude Sätze. Zudem fehlt beim Ausruf des Krebskranken ein “. Atheisten mit Kranken gleichzusetzen ist außerdem natürlich Unsinn und nicht besonders freundlich; bei Ärzten weiß man zudem, dass sie helfen können – bei Göttern kann man es bestenfalls erahnen oder hoffen.

Aber so, das ist wahr, benehmen sich nur „Toren“, nur „Dumme“ und, wenn man will, nur „Trotteln“: Sie wünschen sich ihren Untergang, sie wollen nicht geliebt werden, sie wollen andere in die Hoffnungslosigkeit mit hineinziehen!

Oder: „Missionierende“ Atheisten möchten Menschen aus autoritären Institutionen wie der Kirche Launs heraus- und in ein selbstbestimmtes Leben hineinführen.

So bleibt wahr, was der Psalm sagt: „Nur Toren sagen, Gott existiert nicht!“ Nicht töricht sind sie nur dann, wenn sie sagten: „Hoffentlich irre ich mich, hoffentlich existiert Gott, hoffentlich hat die Kirche recht – wie schön wäre das!“ Dann, wenn sie so redeten, würden sie auch anfangen, nach Gott zu suchen, natürlich kritisch und nicht leichtgläubig, aber mit aller Kraft und Leidenschaft – und dann würden sie Gott auch finden!

„Hoffentlich hat die Kirche recht“ – exakt, hoffentlich stimmen sämtliche intolerante und lebensfeindliche Dogmen. Ob man Gott findet, wenn man ihn sucht, ist eigentlich egal: bei der lächerlichen Argumentation Launs aber mindestens zweifelhaft.

Wie nicht anders zu erwarten, überbieten sich auch die User zu diesem „KLARTEXT“. „sonni“ etwa glaubt:

Es gibt keinen Gott …
heißt doch auch: ICH bin der Mittelpunkt der Welt. Oder: WIR Menschen. Da gibt es nichts darüber, was uns klein macht. Wir dürfen unser ganzes Potential ausschöpfen, denn einen übergeordneten Maßstab gibt es nicht. Unsere Herkunft ist die biologische mechanische Natur, und alles, was die uns mitgegeben hat, dürfen wir wertfrei ausleben.

Nein, „sonni“, genau das heißt „Es gibt keinen Gott“ nicht.
„Marcus“ ist sich gewiss:

Ich finde schon, daß Atheisten ziemlich dumm sind. Das sollte man gar nicht irgendwie beschönigen.
Die ganze Welt, die Schönheit der Natur, der Mensch – ein Zufall von irgendwelchen Atomen? Wer das glaubt, der hat sicher eine Schraube locker.

„Tadeusz“ meint:

[…]
Sie sind allerdings nicht wirklich begnadet, sondern bestraft.
Mit Blindheit, Sturheit, Arroganz, Halbwissen und Unfähigkeit Dinge wahrzunehmen. Mit der unerträglichen und eigentümlicher Selbstsicherheit, die ihnen erlaubt über Unfassbares blödsinnig zu reden

„Clairvaux“ hat die Sache durchschaut (mehrfach):

Atheisten sind
bedauernswerte Opfer einer Verdummungskampagne von Materialisten, Behaviouristen,Reduktionisten,die in verschärfter Form seit 200 Jahre andauert. Z.B wird die Entstehung des Lebens auf zwei primitive Mechanismen-Mutation undSelektion-reduziert.Durch diese simplen Vereinfachungen(Zufall und Notwendigkeit) in der darwin.Evolutionshypothese kann (oder soll) jeder Depp „verstehen“ wie die Natur und das Leben funktionieren soll. In ähnlicher Weise verfährt Sigmund Freud ,der Anfang d.20.Jahrh. den Menschen auf seine Triebe reduziert!! Wirklich große Wissenschaftler wie Max Planck ,Heisenberg oder Einstein haben ihre Ehrfurcht vor unserem Schöpfer bewahrt und wurden durch ihre Forschung im Glauben bestärkt.(Planck:“am Grunde des Bechers der Erkenntnis wartet Gott“).Ein berühmter franz.Insektenforscher ,Fabre bekannte:“ich glaube nicht an Gott,ich sehe ihn täglich!“ Für Diejenigen, die partout nicht sehen wollen hilft nur das Gebet .

„reconcilliatus“ reiht sich ein im munteren Spekulieren darüber, was in Atheisten vor sich gehen mag:

Als Atheist kenne ich nur Werte und Maßstäbe, die ausschließlich ich mir selbst gebe, ob von Dritten oder mir entwickelte. Auch Werte und Ansichten anderer Atheisten, auch die Ihrigen, sind grundsätzlich gleichgültig. Es gibt keine höhere Autorität neben mir selbst. Alles funktioniert nach den Gesetzen der Materie, ausschließlich, gleichgültig ob oder inwieweit wir sie erkennen oder sie uns nur einbilden. Auch was wir Gedanken, Theorien und Empfindungen, Liebe, Erbarmen, Verbrechen nennen, ist Funktion dieser Gesetze, selbst die Vorstellung von solchen Gesetzen. Es gibt keinen Sinn des Lebens, der Materie und ihrer Gesetze, sofern wir solche als existent ansehen, außer dem, den ich ihnen gebe. Wenn Sie als Atheist eine ganz andere Meinung dazu haben sollten, nun denn, sie ist für andere und für mich so unverbindlich wie die Meine für Sie, denn Ihr Maßstab ist nicht meiner (als Atheist) und umgekehrt.

„MAN“ hingegen wagt sich an jenes Thema, von dem fundamentalistische Christen mangels Ahnung lieber fernbleiben sollten:

Evolution
Ich denke es ist für Christen und andere Leute, die der Evolutions“theorie“ nicht glauben gar nicht notwendig sie zu widerlegen.
Sie ist gar nicht bewiesen.

Es ist nur eine jener in Mode gekommen Lehren wie es sie zu allen Zeiten gab. Die Kirche überdauerte bis jetzt alle Irrlehren, wie die Geschichte zeigt.
Das allein ist schon ein Wunder zu nennen.
Der „mystische Leib Christi“ eben!!!

Die Wissenschaftler widersprechen sich gegenseitig.

Und die Pastoren sind sich bekanntermaßen stets einig.