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Die Ausnahme Marcus B. ii

Nachdem wir uns in den vergangenen Tagen vor allem mit Marcus B. und dem Verhältnis zwischen kath.net und PI beschäftigten, soll heute ein Blick auf kreuz.net geworfen werden.
Vergegenwärtigen wir uns aber zunächst noch einmal, was kath.net zum Fall Marcus B. schrieb, es wird uns im weiteren Verlauf dieses Artikels noch einige Freude bereiten:

KATH.NET publiziert keine Kommentare aus dem rechtsradikalen Bereich

kreuz.net ist eine Internetseite, deren Server in den USA stehen, so dass die Betreiber nicht von deutschen Behörden wegen Volksverhetzung belangt werden können. Neben den ähnlich klingenden Namen teilen sich kath.net und kreuz.net auch die Unterzeile – „Katholische Nachrichten“.
Die Artikel auf kreuz.net zeichnen sich durch einen militanten Rassismus und Antisemitismus aus, ferner durch ein unglaublich hasserfülltes Vokabular und eine Rückwärtsgewandheit, die unter deutschsprachigen Internetseiten einzigartig ist. Der Holocaustleugner und Piusbruder Richard Williamson wurde auf kreuz.net für seine Aussagen gar als „Heldenbischof“ bezeichnet.
Dementsprechend distanziert sich auch die Katholische Kirche sehr viel entschiedener von der Seite, als es etwa bei kath.net der Fall ist.

Weil sich die beiden Portale aber die extrem konservative Klientel teilen, treten kath.net und kreuz.net in der Öffentlichkeit als Gegner auf. Besonders kreuz.net fällt durch Artikel auf, in denen der von Noé verwalteten Seite Kathtube „Klickzahlbetrug“ unterstellt wird, oder in denen gemutmaßt wird, dass kath.net eine falsche Statistik der Seitenbesucher betreibe. Als sich kath.net von Marcus B. distanzierte, reagierte kreuz.net enttäuscht und wütend.
kath.net umgekehrt verhält sich relativ zurückhaltend und hält sich mit öffentlichen Fehden eher zurück. Stattdessen veröffentlicht man gerne die Meinungen / Meinungen offizieller Kirchenvertreter, in denen kreuz.net verurteilt wird.

Andererseits ist auffällig, wie häufig sich kath.net und kreuz.net die Feindbilder teilen, und wie häufig sie im Gleichschritt für ihre Lieblinge werben – zuletzt erst im Falle Andreas Skoblickis zu beobachten. Der Theologe David Berger sagte im Interview mit mir das Folgende:

Es ist doch auffällig, dass meine Bitte an kath.net (zu der Zeit als man von deren Seite mich immer wieder um Mitarbeit angefragt hat!), sich deutlich und unüberhörbar von kreuz.net zu distanzieren, dort auf taube Ohren gestoßen ist. In Wirklichkeit sagt doch kreuz.net nur undiplomatisch und mit dem Barbarismus des Vulgärtraditionalismus, was kath.net eher verschleiert ausdrückt, um die Gelder, die man von kirchlichen Spendensammlern und aus Kirchensteuermitteln erhält, nicht aufs Spiel zu setzen. Aber jeder, der zwischen den Zeilen lesen kann, versteht sehr wohl, dass man bei der kleinen Linzer Schwester kaum anders denkt als beim pianischen Kreuz.net. Durch dieses diplomatische Verschleiern wird kath.net nicht nur langweiliger, sondern natürlich auf für die Neo-Konservativen attraktiv – daher ja auch dir größeren Geldsummen, die kirchlich anerkannte Vereinigungen an diese Seite fließen lassen und die Bewunderung Benedikts XVI und Meisners für diese Seite.

Halten wir also, bevor es lustig wird, diese beiden Punkte fest:
- kreuz.net ist rechtsradikal
- kath.net möchte nicht in Verbindung mit rechtsradikalen Autoren gebracht werden

So. Eine gemeinsame Leidenschaft nämlich verbindet kath.net und kreuz.net: Gastkommentare. Über diese Rubrik stolperte kath.net letzte Woche, bei kreuz.net ist die Wahl der Gastautoren hingegen sowieso egal – wo Geschichtsrevisionismus erlaubt ist, existieren schließlich keine Tabus mehr.

Entweder gibt es in der rechten katholischen Szene Personalmangel, oder es ist kein Zufall, dass kreuz.net-Gastkommentatoren auch auf kath.net veröffentlichen:

Michael K. Hageböck etwa verfasste vor exakt 7 Tagen auf kath.net einen Gastkommentar namens „Machtmissbrauch und Manipulation“, eine Abrechnung mit progressiven Katholiken. Der Artikel unterscheidet sich nicht nennenswert von anderen zu diesem Thema, und doch ist dieser Urheber eine Erwähnung wert. Michael K. Hageböck war nämlich schon einmal im rechtskatholischen Onlinejournalismus als Gastkommentator tätig: auf kreuz.net.
Im August 2006 stellte er etwa fest, „Das Konzept der Sexualpädagogik ist in sich schlecht“, erklärte, „Warum Eltern ihre Kinder vor dem Staat schützen sollten“ und fragte, als Leiter einer christlichen Schule: „Was kann die Schule in der Sexualerziehung wirklich leisten?“. In einem anderen Artikel erklärte er die biblisch fundierte Homophobie: „Drei Dinge gefallen Gott“, in wieder einem anderen seiner acht Gastkommentare berichtete Hageböck in einem herzerweichenden Text contra Sex: „Das Mädchen war sehr schön – und sie war ledig“.

Die Artikel Hageböcks beschränken sich auf fundamentalistische Ansichten, die zwar dämlich sind, nicht aber rassistisch oder antisemitisch. Außerdem ist der jüngste Text auf kreuz.net bereits viereinhalb Jahre alt. Dennoch erscheint es fragwürdig, einen Gastkommentator aufzunehmen, der zuvor auf einer ausgewiesen rechtsradikalen Internetseite wie kreuz.net veröffentlichte.
Michael K. Hageböck ist aber nicht der einzige Autor, der beiden Seiten diente:

Auch Kurt J. Heinz breitete seine Gedanken auf beiden Portalen aus. Wie Hageböck wechselte auch er die Fronten: Im Jahr 2008 veröffentlichte er eine überschaubare Anzahl von Kommentaren auf kreuz.net und schrieb danach vier Artikel für kath.net.
Der harmloseste auf kreuz.net, wenngleich mutmaßlich auch von rechter Ideologie durchzogen, ist anlässlich des Muttertages ein Loblied auf, nunja, die Mutter. In einem mit dem Tag „Muselmanen“ versehenen Artikel beschwert sich Heinz darüber, dass der Widerstand gegen den Islamhass von Christen wachse, dasselbe Tag thront über einem Text, der den Moscheebau in Deutschland verdammt.
Auf kath.net dann war vom Feindbild Islam nichts mehr zu lesen. Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Portalen indes war kürzer als bei Hageböck: Nur ein Jahr nach seinem letzten Kommentar auf der offen rechtsradikalen Seite erschien sein erster Gastkommentar auf kath.net. Dort setzte er sich mit Vorliebe im Kampf gegen Homosexuelle in Szene: Katholische Diskriminierung von Schwulen und Lesben kehrt er in einen Fall von Christenverfolgung um. Zu Protesten gegen den fundamentalistischen „Marsch für das Leben“ fällt ihm ein, dass damit „die Wertordnung des Grundgesetzes“ auf den Kopf gestellt würde, die Behauptung Benedikts, Kondome würden das AIDS-Problem in Afrika verschlimmern, verteidigt er. Dazu weist Heinz darauf hin, dass in Deutschland zu wenige Kinder geboren würden.

Neben Hageböck und Heinz gibt es aber noch weitere Autoren, die eine ähnliche Karriere vorzuzeigen haben. Gernot Steier etwa. Der ist in der Partei „Die Christen“ aktiv und schrieb im Februar 2008 auf kath.net, dass Homosexuellen weder Ehe noch Adoptionsrecht zustünden. Steier folgert also:

Gleichgeschlechtliche Paare können die für die Gesellschaft wichtigen Leistungen der Familie nicht erbringen, daher können ihnen vom Staat – wenn er gerecht sein will – auch nicht die der Ehe vorbehaltenen Rechte gewährt werden.

Parallel schrieb Steier auch auf kreuz.net seine Gastkommentare. Ebenfalls im Monat Februar machte er dort in etwas offeneren Worten klar, was er von Homosexuellen hält: „Wer die Falschen wählt, wählt das Homo-Konkubinat“, dröhnte die Überschrift, und Steier konstatierte:

Es ist dringend notwendig, daß wir uns dem verworfenen Denken der Homosexuellen und ihrer Lobby entgegenstellen.

Anderthalb Jahre später schrieb Steier auf kreuz.net gegen die Abtreibung (dort: „Kinderschlachtung“) an.

Ein anderes Beispiel ist der „Lebensschützer“ Dietmar Fischer, der seine stark emotionalisierenden Kommentare sowohl bei kath.net, als auch auf kreuz.net veröffentlichte.

Der vorerst Letzte in dieser Liste ist Andreas Hönisch. Dessen „Richtigstellungen“ (kath.net) „zur Entlassung dreier Jungpriester seines Ordens aus dem Bistum Fulda“ (kreuz.net) erschienen auf beiden Seiten im Abstand von knapp 10 Minuten.

Auch wenn festzuhalten gilt, dass diese Gastkommentatoren auf kath.net einen vergleichsweise sanfteren Ton anschlugen: Dasselbe gilt auch für Marcus B., bei dessen Texten Roland Noé eigenen Angaben zufolge schließlich auch keine rechte Gesinnung feststellen konnte.

Ich bin nun ein wenig verwirrt: Meint kath.net es tatsächlich ernst und toleriert keine Gastkommentatoren von Menschen mit rechtsradikalem Hintergrund? Dann müssten nun eigentlich die nächsten hektischen Löschaktionen und Distanzierungen folgen. Sie wären zumindest angebracht.
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Edit vom 20.1.2012: Möglicherweise hat kreuz.net Michael K. Hageböcks Texte ohne Genehmigung des Autors veröffentlicht. Quelle.

Die Ausnahme Marcus B.

Als am 6. Oktober bekannt wurde, dass der kath.net-Gastkommentator Marcus B. eine braune Vergangenheit aufzuweisen hat, beeilte sich kath.net mit einer Gegendarstellung. In dem mit „kath.net und ein lokales Medientheater“ überschriebenen Artikel teilte man mit, „grundsätzlich keine Kommentare aus dem rechtsradikalen Bereich“ zu veröffentlichen und dass B.s Texte deaktiviert worden wären. Später ergänzte man, die Sperrung sei möglicherweise nur „vorläufig bis zur weiteren Prüfung der Sachlage“. Dass dabei der Name des Autors auf die Initialen verkürzt und die Zeit der Veröffentlichung des Artikels von 22:00 auf 16:00 Uhr geändert wurde, lassen Zweifel aufkommen, wie ernst es kath.net mit der Distanz zur radikalen Rechten meint.

Die Kommentare Marcus B.s dürften kein Zufall gewesen sein, sondern, wie so vieles auf kath.net, kalkulierter Tabubruch – schließlich ist B. nicht der erste Autor des österreichischen Portals, der sich einen Namen in der rechten Szene machte.

Bevor ich darauf eingehe, sei aber noch auf einen lustigen Fund aufmerksam gemacht: Vor nicht einmal einem Monat berichtete ich über ein aus dem Jahr 2007 stammendes Interview, das kath.net mit dem PI-Gründer Stefan Herre führte. PI, wir erinnern uns, ist die islamophobe Internetseite, die vor wenigen Tagen auf mein Blog verlinkte und mir einige nette Kommentare einbrachte.
Das Interview ist mittlerweile gelöscht worden. Kommentarlos, natürlich.

Wahrscheinlich hat kath.net im Zuge der aktuellen Berichterstattung Angst bekommen, Journalisten würden über dieses Interview stolpern und es entsprechend auswerten. Diese Sorge kann ich Noé nur bedingt nehmen – schließlich lässt sich das Gespräch hier im Cache nachlesen.

Auch sonst scheinen die Kontakte von kath.net zur rechtspopulistischen bis rechtsradikalen Szene um PI eng geknüpft: Stefan Ullrich, der im August auf kath.net gegen eine vermeintlich zu islamfreundliche ZDF-Dokumentation polemisierte, wird auf PI folgendermaßen vorgestellt:

Referent Stefan Ullrich ist ein an einer päpstlichen Hochschule ausgebildeter katholischer Katechist eines angesehenen Missionswerks und in der Münchner islamkritischen Szene ein Mitstreiter der ersten Stunde. Der Initiator der Internetseite deusvult.info ist auch Buchautor („Touring 9/11 – was ist nun die Wahrheit?“, „Der Kurs der Spirit“), war früher kooptiertes Vorstandsmitglied des CSU-Ortsverbandes München-Harlaching und Mitglied des „Islam-Arbeitskreises“ des Bayerischen Landtags sowie des CSU-Ausschusses Europapolitik. Aus Verärgerung über die islamwohlwollende Politik der CSU ist er im Dezember 2008 aus dieser Partei ausgetreten. Seit Anfang Juli ist Ullrich übrigens Mitglied der FREIHEIT.

Ullrich war auf der rassistischen Webseite auch als Autor tätig und berichtete über die „Islamverharmlosung am Gymnasium Geretsried“, verächtlich wird über „toleranzverliebte Schüler“ geschrieben, die Moscheen malen und basteln.

Als kath.net im Januar 2011 den evangelischen Bischof Johannes Friedrich zitierte, der PI als islamfeindlich bezeichnete, erhob sich in der Kommentarspalte erbitterter Widerspruch. „Herbert Klupp“ etwa, der auf PI einen offenen Brief an Christoph Schlingensief verfasste und den Klimawandel leugnete, unterstellte Friedrich den „Standpunkt eines geistig Blinden“.

Wenngleich man es kath.net kaum vorwerfen kann, Klupp als Leser anzuziehen, so ist diese weitere Verbindung zu PI doch auffällig.
Wer übrigens nähere Informationen zu dem Blog ‚Politically Incorrect‘ sucht, dem seien diese Artikel der Berliner Zeitung empfohlen: Der, der, der und der.

Auch fernab der Verbindungen zu den selbsternannten Islamkritikern gibt es eigenartige Menschen, mit denen sich kath.net umgibt. Als Martin Humer, selber ernannter „Pornojäger“, starb, widmete kath.net ihm einen Artikel, die Leser weinten ihm nach. Humer stand nicht nur für eine fragwürdige Sexualmoral, er solidarisierte sich 2010 gar mit einem Neonazi und leugnete die Existenz von Gaskammern in den KZs Dachau und Mauthausen.

Michael Hesemann, Journalist und Historiker, der dann und wann auf kath.net publiziert und auch dieses Blog um einige Kommentare reicher machte, gab im alien.de-Forum einige kluge Sätze zum Thema Abtreibung von sich:

Wenn Du Kinderschlachthöfe meinst … sorry, aber Menschen, die schutzloses ungebornes Leben vernichten trauere ich ebenso wenig nach wie ich Adolf Hitler nachtrauern würde!

Der Salzburger Theologe Michael Gurtner, im kath.net-Forum als „alumne“ angemeldet, machte ebendort mehreren Usern zufolge die Bemerkung, das Thema Holocaust würde ihm „zum Hals heraushängen“, so dass die Juden doch bitte schweigen mögen.

Als kath.net im Sommer 2010 über den 60. Geburtstag des Zentralrats der Juden berichtete, fielen die Reaktionen der Leser kühl aus – Kommentator_in „Chrysanthus“, stellvertretend:

Der Völkermord an den Juden ist keineswegs „das größte Verbrechen der Geschichte“. Dieses war die Kreuzigung Jesu Christi auf Golgotha. Aber auch quantitativ gesehen (so irgendwie beschämend solche Aufrechnungen und Vergleiche auch sind) gab es größere Verbrechen, wie die Ausrottung der Kulaken in Russland oder der Holodomor, ebenfalls von Stalin veranlasst.
Ganz zu schweigen vom Babycaust. Die millionenfache Ermordung von unschuldigen Ungeborenen ist das zahlenmäßig größte Verbrechen der Menschheit, und dieses geht täglich weiter.

Nein: Auf kath.net werden tatsächlich keine rechtsradikalen Texte und Kommentaren veröffentlicht.

fyi

Falls sich jemand wundern sollte, wieso sich hier auf einmal so viele tendenziell rechte Kommentare finden lassen: PI hat den Fall Marcus B. kommentiert und dabei auf diesen Blog verlinkt.

Und, weil ich eben doch ein wenig Wert auf die Wahrheit lege: Dieser Satz ist nicht ganz korrekt:

Die Denunziation bezog der ORF vermutlich vom Marburger Antifanten Philip Saß, der im “Kampf gegen Rechts” herumzappelt und dieses Blog hier betreibt!

Blenden wir aus, dass „Antifant“ ein in der gesamten rechten bis rechtsradikalen Szene üblicher, wenig höflicher Ausdruck für linke Menschen ist: Ich war nie bei der Antifa, ich bin nicht bei der Antifa, und ich werde mutmaßlich auch nie bei der Antifa sein.
Die einzige Organisation, die mich in ihren Reihen weiß, ist die Partei Die PARTEI. Sie ist sehr gut.

Was M. B. hinterlässt

Weil kath.net hektisch alle Hinterlassenschaften Marcus B.s löscht, seinen Namen auf M. B. verkürzt und die Titulierung „Medientheater“ nicht wirklich vermuten lässt, dass Noé von einem schlechten Gewissen geplagt wird, sind hier 4 der 5 Artikel B.s auf kath.net verlinkt. Es sind die Cache-Versionen von Google:
- Offen und angstfrei: Zweifel am angepassten Jesus-Bild
- Der schiefe Dialog
- Die rosa Islamlegende
- Karneval der Kulturen

Wer ganz genau liest, wird vielleicht eben doch jene rassistischen Tendenzen erkennen, die kath.net hartnäckig leugnet.

Lass den Nazi doch nicht reden!

Nachdem ich vor einem Monat recherchierte, dass kath.net-Autor Marcus B. eine Vergangenheit in der Neonazi-Szene hat und sich von dieser nie so wirklich lossagen konnte, hat bekanntermaßen heute der ORF reagiert und davon berichtet. Es folgten weitere österreichische Medien.

Wie man die eigenen Fehler am besten behandelt, demonstriert kath.net deshalb selber – in einem mit kath.net und ein lokales Medientheater überschriebenen Artikel geht man sehr offen damit um, dass ein Neonazi für das Portal um Roland Noé schrieb und verspricht: „Die Fakten dazu jetzt auf KATH.NET“.
Kath.net geht sogar so offen damit um, dass man den Namen des Beteiligten konsequent abkürzt:

„Mein Name ist M.B. (Name Kath.Net bekannt), Jahrgang 1966, im Chiemgau/Bayern wohnend, von Beruf selbständiger EDVler (Hauptkunde Allianz). Studiert hatte ich nach dem Abi Geschichte mit dem Nebenfächern Politik und Mediävistik. Während des Studiums begann auch das Interesse am Katholizismus. So suchte ich mir für die Magisterarbeit (Uni Bochum) wie für meine Promotion (Katholische Uni Eichstätt 1999) kirchengeschichtliche Themen (politischer Katholizismus, katholische Publizistik, Josef Görres).“

So stellte sich vor einigen Monaten bei KATH.NET ein Autor vor, der einen Gastkommentar anbot, der in der Folge auch publiziert wurde. Themen waren u. a. der Dialog in der deutschen Kirche. KATH.NET bekommt täglich Angebote für Gastkommentare; diese werden nicht finanziell abgegolten.

Am 6. Oktober wurde in mehreren Medien behauptet, M. B. sei Autor in rechtsradikalen Organen und sei früher in der rechtsradikalen Szene gewesen. KATH.NET recherchierte umgehend und fragte bei M. B. nach. Dieser schickte eine Stellungnahme, in der er die aktuellen medialen Berichte teilweise bestätigte. KATH.NET publiziert keine Kommentare aus dem rechtsradikalen Bereich; die Redaktion deaktivierte die Gastkommentare von M. B.