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Mit Nächstenliebe hat das alles nichts zu tun

Es ist vorbei. 70 Minuten Trash-Talk von und mit Markus Lanz, Katharina Saalfrank, Desiree Nick, Andreas Laun und Ulli Schauen. 70 Minuten, in denen Andreas Laun seine Thesen zur Loveparade hätte verteidigen und berichtigen können, in denen Schauen als Atheist in der Runde seriös und unaufgeregt hätte argumentieren können. Aber es kam anders.

Die erste halbe Stunde füllte nämlich, bis auf die Anfangsplädoyers, „Super-Nanny“ Saalfrank. Wüsste man nicht besser, dass Markus Lanz sich auf Qualitätsjournalismus versteht, könnte man das muntere Plaudern über Saalfranks Job und die Bilder aus der neuen Staffel der Super-Nanny durchaus als Werbung und reine PR-Maßnahme bezeichnen. „Mit Nächstenliebe hat das alles nichts zu tun!“, empört sich Lanz pflichtgemäß nach einschlägigen Bildern einer vermeintlich kaputten Familie mit vermeintlich schrecklichen Kindern.
Katharina Saalfrank spricht allen Ernstes von einem „Verschwinden des Mitleids“, das sie zu erkennen glaubt – obwohl gerade ihre Reality-Dokus das Leid von Menschen plakativst und in Großaufnahme für alle Zeiten festhalten.Darauf angesprochen meint sie bloß: „Kritik habe ich lange nicht mehr gehört.“
Desiree Nick schaltet sich nun in die Diskussion ein. Wieso denn gerade Saalfrank über Mitleid schwadronieren würde, während ihre Kameras ebenjenes vermissen ließen? Kurz wirkt die Super-Nanny angeknockt, windet sich und weiß sichtlich nicht mehr weiter.
Markus Lanz tut nun genau das, was man von einem Journalisten erwartet: Er lenkt Nick ab, möchte gern zum nächsten Thema.

Weihbischof Andreas Laun ist zu diesem Zeitpunkt seit etwa 15 Minuten nicht mehr zu Wort gekommen – er sagte zu Beginn bloß, er wisse nicht, ob er wie Steinmeier sich trauen würde, eine Niere zu spenden und erhielt dafür Applaus. Nun rutscht er unruhig auf seinem Platz herum. Nick macht einen für katholische Verhältnisse anzüglichen Witz („Ich weiß immer, wo mein Feigenblatt zu sitzen hat“). Laun lächelt. Ob er sich wohl von Nicks kurzem Rock ablenken lässt?

Weiter geht es, nach Dialogen aus dem Bilderbuch (Lanz: „Du bist sehr früh schwanger geworden.“ – Saalfrank: „Wie bitte? Davon wusste ich nichts!“) kommt nun Desiree Nick ausführlicher zu Wort. Sie tanzte früher arg unbekleidet, glaubt (dennoch) an Gott. Wieso? Weil er ihr schließlich ihre „Möpse“ geschenkt habe, und sie damit anstellen könne, was sie wolle. Noch ist nicht ersichtlich, dass Desiree Nick den Abend retten wird.
Markus Lanz findet das Thema aber so spannend, dass er es als Überleitung zu Launs Sicht auf Sexualität nutzt: Der lässt sich dann auch nicht lange beirren und meint, dass Sexualität durch den Sündenfall auch „böse“ Formen angenommen habe. Er will offenbar einige Formen aufzählen, kommt aber nur bis zur Vergewaltigung. Lanz unterbricht ihn.
Nick springt dazwischen: Sexualität sei nun wahrlich kein Thema, bei dem man sich in der katholischen Kirche Rat holen würde, wegen Zölibat und so. Beifall aus dem Publikum.
Laun entgegnet, das sei so einfach nicht zu sagen, zaghaft berichtet er, dass er sich mit 17 verliebt habe.

Lanz kommt danach zu Launs Ansichten zur Loveparade. Laun sagt, die Medien hätten alles verzerrt dargestellt, ihm stünde kein Urteil zu. So richtig erläutern allerdings, wie er das alles wirklich meinte, kann er nicht: Lanz unterbricht weiterhin. Was auch den Weihbischof aufregt: „Ich bleibe sie [die Antwort] nicht schuldig, sie unterbrechen mich ja dauernd!“
Darauf angesprochen, was an der Loveparade Sünde sei, bleibt Laun vage. Es deutet sich aber an, dass er sich nicht gründlich informierte und die Loveparade mit dem Christopher Street Day (CSD) verwechselte, das habe „man mir so gesagt“, da „habe ich mich geirrt“. Recherche at its best also.
Im Folgenden spricht er noch von einem „Richter-Gott, keinem Alzheimer-Gott“. Der tiefere Sinn dieser Wendungen bleibt aber verborgen, weil Lanz: unterbricht.
Und ihn noch einmal fragt, wieso der CSD Sünde sei. Laun entgegnet zusehends gereizter, dass gelebte Homosexualität nun mal nach katholischer Lehre Sünde sei. Allerdings „wollen [wir] nicht über dieses Thema reden, dafür haben wir uns nicht verabredet.“

Endlich kommt nun Ulli Schauen zu Wort. Dieser hält offenbar nicht viel von Religion und Kirche, hat das Buch „Das Kirchenhasser-Brevier“ verfasst (das Laun charmanterweise in „Menschenhasser-Brevier“ umbenennt), und plappert dann auch so los, wie zu befürchten war. So findet er es „traurig“, wenn Menschen „im Jenseits ihre Erlösung suchen“, weil es ja auch im Diesseits so viel zu finden gäbe. Er findet Benedikts Bitte um Vergebung für Missbrauchsfälle in der Kirche zwar gut, fantasiert dann aber in dessen Rede gebroche Hirtenstäbe hinein, die am Hintern der Schäfchen rumspielten.
Schade, denn Schauen hätte als Atheist die Chance gehabt, vernünftige Kritik an der Kirche zu äußern. So ist man beinahe erleichtert, dass der Weihbischof ihn unterbricht und die Dinge klarzustellen sucht.
Desiree Nick rettet erneut die Situation und übernimmt Schauens Aufgabe: Kritik an der Kirche werde deshalb laut, weil sich die Kirche als hochmoralische Institution ohne Fehler darstelle, dieses Versprechen aber nicht immer einlösen könne. Da nickt sogar Laun kurz.

Dann die abschließenden Statements: Katharina Saalfrank, die gläubig ist, die Kirche aber kritisch sieht und bei Launs Worten „irgendwann ausgestiegen [ist], weil phhhhhhhhhhhhh“, erkennt Gott in den strahlenden Kinderaugen, die ihr in ihrem Beruf begegnen. Nick findet Glauben toll, trennt ihn aber strikt von der Kirche oder anderen Einrichtungen. Andreas Laun hebt zu seinen Schlussworten an, da verkündet Markus Lanz das Ende der Sendung. Laun ist traurig und wütend, wollte er doch „so eine schöne Abschlussanekdote erzählen“. Die dürfe er nächstes Mal verbreiten, meint Lanz.
Für heute sei die Sendung vorbei.

Die Sendung ist übrigens in der ZDF-Mediathek einsehbar, wenn oben in der Suchleiste „Lanz“ eingetippt wird:
>>>>ZDF-Mediathek

Best of Kommentare zu Launs KLARTEXTen

Hier das versprochene Potpurri aus geifernden, ergriffenen, nachdenklichen und grotesken Kommentaren der kath.net-Leser zu den beiden KLARTEXTen von Bischof Andreas Laun, die am 06.08. und am 07.08. erschienen. Die reine Fülle zwingt mich, die Kommentare weitestgehend unkommentiert zu belassen und lediglich den Usernamen dazu zu erwähnen.

Zu dem KLARTEXT vom 06.08.
„Cantate“:

Danke , Bischof Laun, für Ihren Klartext, der wie immer klar und deutlich, für jeden verständlich, die Wahrheit in Liebe sagt !

„Calimero“:

Zitat Text:
„Die Menschen, die an der Loveparade teilgenommen haben, stehen wie alle Menschen vor Gott, Gott wird sie richten nach ihren Taten wie uns alle …“. Dann hätte er doch besser gleich das halbe Ruhrgebiet vernichten sollen.

„Freiburgbärin“:

Danke für die klärenden Worte.
Mögen sie auch den eipopeia Katholiken in Ohren ein Sturmgeläut entfachen, die Versuchung und Sünde für Worte einer längst vergangenen Zeit halten.

„M.Schn-Fl“:

Bei dem grossen Tsunami in Ostasien vor ein paar Jahren am 2. Weihnachtstag hatten in einer der
besonders schlimm betroffenen Städte Indonesiens
die Moslems einer kleinen christlichen Gemeinde verboten, dass Weihnachtsfest zu feiern.
Die Gemeinde begab sich geschlossen am 2. Weihnachtstag auf einen Berg ausserhalb der Stadt, um dort ihr Weihnachten zu feiern. Und so überlebte die ganze Gemeinde, während es in der Stadt Tausende von Toten gab
Die Zeitungen berichteten, dass dieses die Moslems ganz tief beeindruckt hätte.
War der Tsunami auch Strafe oder Warnung Gottes? Kann sein. Ich wage es nicht zu beurteilen.

„Karolina“:

Die Loveparade ist sündig,
denn da werden ein narzißtischer Körperkult betrieben, Alkohol und Drogen eingenommen, sexuelle Anbandelungen eingeleitet zwischen zwei oder mehreren(!) Unverheirateten, der Genußsucht gefrönt… das ist kein unschuldiges Feiern, wie so manches Schützenfest ebenso nicht.

„Dottrina“:

Das Mittelalter war übrigens teilweise humaner als unsere heutige, schnellebige Zeit und mit ihr der ganze Relativismus! Lies einfach mal die Werke unseres wunderbaren Papstes! Es müßten eigentlich Dämme an Erkenntnis brechen.

„kasermandl52″:

Ein herzliches Dankeschön, S. E.! In einer so verworrenen Zeit wie der unseren tut es unendlich gut, klare und deutliche Worte zu hören, bzw. zu lesen! Unsere gleichgeschalteten Medien fördern – unter dem Deckmäntelchen einer nicht näher bezeichneten „Freiheit“– das Böse und Sündige im Menschen! „Sexuell anders orientiert“ ist nur ein Terminus – stellvertretend für viele andere.

„Sylvester“ [Anmerkung: Ca. 80% der Bevölkerung Haitis sind Katholiken]:

Die Katastrophe in Duisburg als Strafe Gottes zu bezeichnen steht uns nicht zu !
Wir sollten uns aber die Frage erlauben: „Warum haben wir in überwiegend unchristlichen Ländern sehr sehr viele Katastrophen ? Haiti, Iran, Irak, Indonesien…….. . Ich frage mich welche Rolle spielt hier unser christlicher Gott ? Ebenso frage ich mich, „welche Rolle spielt unser christlicher Gott bei einer sogenannten „Loveparade“ ?
Ich erlaube mir hier zu behaupten, daß Gottes Gebote eher hinderlich sind und hier sozusagen im Wege stehen !
Vielleicht stehen Entartung und Katastrophe doch in einem engen Zusammenhang !?
Gott lässt sich nichts vorschreiben und tut bzw. greift ein wie er will , wie es zu unserem Nutzen ist.
Ein Volk in dem unser Gott und folglich moralische Grundsätze keine Rolle mehr spielen wird definitiv auseinanderfallen.
Hochkulturen wie Römer, Ägypter ……… sollten uns ein warnendes Beispiel sein.
Kehren wir um ! Es ist noch nicht zu spät !

„christawaltraud“:

Hier geht es um weitaus tiefgreifendere Dinge, und an diesen tragen wir alle Verantwortung: nämlich der Sünde freien Lauf zu lassen, indem wir (mehr oder weniger stillschweigend) derart entwürdigende Verhaltensweisen, wie sie gang und gebe sind auf einer „Love-Parade“, im allerbesten Falle dann auch noch als ein „Vergnügunsfest junger Menschen“ bezeichnen, dem gegenüber wir unsere „volle Toleranz“ aufbringen (auch wenn wir uns persönlich davon distanzieren ;-( …).

„Regina1964″ [Anmerkung: Schaller ist auch Chef der Fitnessstudikette Mc Fit]:

Loveparade-Chef Schaller fährt seinen Lamborghini zu Schrott
Also. Das „der“ sich so ein Auto leisten kann, besagt doch alles. Was der Eintritt bei einer Loveparade kostet, weiß ich zurzeit noch nicht. Aber dies zeigt doch das ganze gesellschaftl. Ausmaß dieser Veranstaltung und was jeder Besucher da zählt, nämlich nichts. Hauptsache, es bringt Geld. Bei Veranstaltungen mit dem Papst ist meines Wissens dagegen noch nie eine ähnliche Massenpanik ausgebrochen. Das zeigt doch auch den krassen Unterschied zwischen den Gesellschaftsschichten, die sich zur Kirche und zu einem Leben mit ihr bekennen und zu „der“ Gesellschaftsschicht, die „ohne diesem“ lebt, also der „Spaßgesellschaft“. Da hört nämlich langsam der Spaß auf.

„a.t.m.“:

Eine vom Glauben an Gott dem Herrn, abgefallene Gesellschaft
In der gibt es keine Sünde die von Gott den Herrn gestraft werden sollte: Siehe der Schrei nach der Abschaffung des Sonntags damit alle Menschen sieben Tage lange einkaufen können, die Gotteslästerliche Kunst wird staatlich gefördert, die ermordung der Ungeborenen Kinder wird straffrei erlaubt, der Ehebruch ist ebenso straffrei gestellt, usw. usw. Dies alles sind für mich Beweise das ein Großteil des Volkes nicht mehr wahrlich an Gott den Herrn glaubt, denn ansonsten würde sich das Volk energischer gegen eine Gesetzgebung wehren die gegen die Liebe Gottes unseres Herrn verstößt.

„Fandorin“:

Gottes Strafe.
Ach, Gott hat die Loveparade teilnehmer bestraft? Wofür? Für die Skandale der katholischen Kirche in der letzten Zeit?

-> Darauf kath.net-Mod „Gandalf“ ein klein wenig überheblich:

@Fandorin
1.) zuerst lesen und nicht unsinnige Dinge behaupten, die keiner hier gesagt hat.

2.) dann hier mitposten

Falls diese 2 Punkte erfüllt werden, sind hier durchaus auch weitere Postings möglich.

„diaconus“:

Dass WB Laun die Loveparade abstoßend findet, ist daher nicht seine persönliche Meinung sondern auch all jener Gläubigen, die in der gesunden, wahren und reinen Lehre der Offenbarung (1 Tim, 2 Tim Tit) und der Lehre der Kirche stehen. Und das ist auch keine Anmaßung eines Klerikers sondern die Erfüllung seines Sendungsauftrages, der diesem von Gott durch die Weihe übertragen worden ist, damit er die Menschen auf die Irrwege aufmerksam macht.
[…]
Aber das wird einer, der der Spaßgesellschaft angehören und dem Zeitgeist frönen will, nie begreifen,

Zu dem KLARTEXT vom 07.08.

„a.t.m.“:

Hier meine Sicht der Dinge, und warum es zu diesen Glaubensabfall in der Gesellschaft kommen konnte!!
Wir leben in einer Gottlosen Gesellschaft:Den eine Gesellschaft die nicht mehr an Gott dem Herrn, seinen Heiligen Willen der geschrieben steht in der Heiligen Bibel glaubt, die die Glaubenwahrheiten der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche die ja einst vom fleischgewordenen Gott dem Herrn gegründet worden ist, immer öfter verleugnet, kann natürlich auch nicht mehr daran Glauben das unser aller Herr und Gott, Strafend sein könnte, weil es ihm unseren Herrn und Gott ja gar nicht gibt. Und viele Menschen gehen in diese hinterlistige Falle die ständig von den Atheisten gestellt werden. Und wir leben in einer von Dämonen und deren atheistischen Dienern regierten Gesellschaft, denn diesen haben wir es zu verdanken das ungeborene Kinder noch in den Leibern ihrer Mütter Straffrei ermordet werden dürfen, immer mehr Ehen entgegen den Heiligen Willen Gottes unseres Herrn geschieden werden und das mit einer Gesetzgebung die eher Scheidungen fördert als hemmt (siehe das Gesetz das außereheliche Unzucht kein Verbrechen mehr ist), die Hauptsünde der Wollust staatlich gefördert wird (siehe einführung der HOMO Ehe auch wenn diese in Ö anders genannt wird), der Schrei dannach auch am Sonntag alle Geschäfte offen zu halten, usw. usw. usw. Und diese Atheistischen Gottesleugnerischen Forderungen werden teilweise auch noch von Vereinen und Organisationen unterstützt die angeblich der Kirche dienen wollen, siehe WSK, KfB, POA, Pfarrer und Laieninitiative, Aktion Leben usw. usw, leider sind diesen modernen Atheisten auch Kleriker gefolgt.

„Eva 1941″:

Erst lesen, dann denken!
Sehr geehrter Herr Bischof Laun!
Genau diese Reaktion hatte ich erwartet.
Ihre Kritiker lesen nicht mal genau die Überschrift…, geschweige den Text, dann fällt man schon, ohne nachzudenken, über Sie her. Auf diese Gelegenheit hatten sie wohl schon lange gewartet.
Ich habe nicht studiert, habe aber sofort den Inhalt Ihres „KLARTEXTES“ verstanden. Und sie haben so Recht!! Danke dafür.
Die Sie jetzt angreifen sind entweder böswillig oder des Lesens nicht mächtig. Pech für sie!

„borromeo“:

Lieber Herr Bischof Laun,
Die negativen Reaktionen von vielen Seiten auf Ihre sehr klaren und eigentlich unmißverständlichen Aussagen zum Theme „Strafe Gottes“ lassen vor allem mutwilliges und absichtliches Mißverstehen erkennen. Die böswillige Verdrehung von Inhalten hat offensichtlich zum Ziel, ein weiteres Mal die Katholische Kirche und einen für viele unliebsamen, weil nicht weichgespülten, Vertreter dieser Kirche zu diskreditieren.

„M.Schn-Fl“:

Gut, wichtig und nützlich
Es ist gut, wichtig und nützlich, dass ein deutschsprachiger Bischof der Meute standhält und ihnen den Groschen wechselt.
Die meisten von dieser Meute werden auch das nicht kapieren, weil sie sich selbst ein Brett vor den Kopf geschlagen haben oder weil sie nun mal , wie wir täglich lesen und hören können ausserordentlich beschränkt sind.
Einige von den Leitmedien werden es doch kapieren aber zugeben werden sie es nicht. Ich vertraue fest darauf, dass sich das Gewissen nicht lebenslang unterdrücken lässt. Die Stunde der Wahrheit kommt für jeden.
Bosheit macht krank und kommt , auch wenns lange dauert, zu Fall.

„rosenberg“:

Besonders erfrischend an diesem Nachtrag zum Klartext von Bischof Andreas Laun, war dessen Andeutung über die Heuchelei der „Meinungsmacher“ in den Medien. Der Vorwurf der Heuchelei ist durchaus aufrichtig und ohne Sarkasmus vorgebracht. Lange schon sind schlechte Nachrichten über die Kirche, ein lukrativeres Geschäft als etwa die guten Nachrichten. Da ist die Versuchung natürlich gross, eine vermeintlich skandalöse Haltung eines Bischofs zu vermelden, auch wenn man sich eigentlich der lauteren Gesinnung des gescholtenen Bischofs bewusst ist.

„1nicole“:

Dieser Bischof ist einer der wenigen mutigen,
leider sind die Bischöfe untereinander so zerstritten , daß der Feind leichtes Spiel hat, die Herde, die ihnen
anvertraut wurde, zu zerstören.

Laun ohne Limits II

Es muss ein Triumph für Andreas Laun sein. Nachdem er Monat für Monat lediglich kath.net mit seinem erhellenden KLARTEXT fütterte, stieß er endlich mit seinen Betrachtungen zur Loveparade auf jenes Medienecho, das er sich schon seit Jahren erhoffte.
Nach dem Hamburger Abendblatt und der Hamburger Morgenpost erbarmte sich heute nun auch Spiegel Online und berichtete über die ein wenig verqueren Ansichten des österreichischen Bischofs.
Sichtlich erfreut veröffentlichte Laun am gestrigen 07.08. eine „Klarstellung der Klarstellung“ auf kath.net, in der er sein Glück kaum fassen kann:

Liebe Kritiker, es ist mir unmöglich, alle Reaktionen zu lesen und zu beantworten. Aber ein Wort an alle, an vor allem an die Kritiker, die Macher dieses „Aufregungs-Journalismus“, aber auch an diejenigen, die mir zustimmen: Wenn ich einen Fehler mache und auch nur ein Missverständnis nicht „abdichte“ – wie die Techniker die Ölquelle im Golf von Mexiko – tut es mir leid und ich muss mich entschuldigen.

Nur um dann das Unschuldslamm zu geben:

Nur –der vorliegende Text lässt für einen fairen und genauen Leser kein Missverständnis zu! Ich bin enttäuscht, dass der öffentliche Dialog nicht gelingen will: Warum, meine Damen und Herrn, könnt und wollt Ihr mir nicht glauben, was ich deutlich schreibe?
Also nochmals: Auch ich bin überzeugt, dass wir Menschen nicht das Recht haben, über andere Menschen jenes richterliche Urteil zu fällen, das nur Gott zusteht!

Genau! Die Strafphantasien des vorangegangenen KLARTEXTes waren also gar nicht so gemeint. Als hätte man es geahnt!
Und so wird zunächst weiter der Dialog mit den Medien gepflegt, bis sich Laun direkt an die Atheisten wendet:

Den Atheisten unter den Kritikern möchte ich sagen: Warum regt Ihr euch eigentlich auf? Der Gott der Bibel und der Kirche existiert in euren Augen ohnehin nicht, einer wie ich ist in Euren Augen nur ein „Märchen“-Erzähler: Warum die Aufregung über Nicht-Seiendes, fürchtet Ihr Euch vor Gespenstern? Oder könnte es sein, dass Ihr auf die Rede von einem Gott, der straft, deswegen so aggressiv reagiert, weil Ihr euch selbst nicht so sicher seid wie ihr vorgebt es zu sein? […]
Aber seid vorsichtig, Euer Spott könnte auch die Muslime treffen, die zwar anders als die Christen, aber doch auch überzeugt sind, dass Gott straft – und auf Euren Angriff vielleicht anders reagieren als ich es tue!?

Wieso sich also Atheisten aufregen könnten? Nun, vielleicht, weil sie sich durch derart selbstherrliche Aussagen Launs möglicherweise diskriminiert fühlen könnten? Weil es ein wenig seltsam anmutet, im 21. Jahrhundert einen einigermaßen einflussreichen Menschen derart realitätsfremde Aussagen tätigen zu hören? Weil Laun möglicherweise zunächst seine eigene Intoleranz hinterfragen sollte?
Und gerade Atheisten nachzusagen, sich nicht über andere Religionen aufzuregen, mutet auch ein bisschen seltsam an. Der Seitenhieb auf die Muslime zudem ist nicht sehr originell.

So richtig die öffentliche Aufregung über Launs dahingeheuchelte Zeilen auch sein mag, so fatal ist sie hinsichtlich des rechtskatholischen Feindbildes „Zeitgeist-Medien“. Man darf sich also auf die nächsten Wochen freuen, in denen „antikatholische“ und „linke“ Zeitungen wie die Süddeutsche wieder einmal – nunja – „kritisiert“ werden dürften.

Die Kommentare zu den beiden Launschen KLARTEXTEN werde ich übrigens gesondert in einem großen Kommentar-Artikel zusammentragen, was mir die letzten beiden Tage aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich war.

Laun ohne Limits I

Wir schreiben den 6.8., mithin also ziemlich genau den 13. Tag seit der Katastrophe auf der Loveparade. Die Bildzeitung wirbt, statt mit den Fotos der 21 Toten, mittlerweile mit „Heisse Tipps: Andere Länder, andere Sex-Sitten“, selbst Spiegel Online hat die Berichterstattung dazu mehr oder weniger eingestellt.
Grund genug für das einzig wahre Presseorgan dieser Tage, kath.net, schon wieder zu diesem Thema nachzulegen und Bischof Andreas Laun erneut das Wort zu erteilen, um seinen erhellenden KLARTEXT mit der ganzen Welt zu teilen.

Auch steht es keinem Menschen zu, über die Toten zu urteilen und darüber hinaus zu behaupten, ihr Tod sei eine – natürlich gerechte – „Strafe Gottes“ für die Sündigkeit der Love-Parade, in deren Verlauf das Unglück geschah!
Übrigens, wer Sünde und Gottesstrafe meint so direkt zuordnen zu können, sollte sich wundern über seine eigene Gesundheit und vielleicht sogar darüber, dass er selbst noch am Leben ist – und zufrieden sein, dass Gott allein der Richter ist, kein Mensch! Nein, das alles steht außer Zweifel und darf auch nicht abgeschwächt werden.
Und doch, das Ereignis und die Diskussion über es geben Anlass weiterzudenken! Das Mitleid mit den Opfern ist eine Sache, eine andere die Feststellung: „Love – Parade“ und Teilnahme an ihnen sind, abgesehen von ihrem abstoßenden Erscheinungsbild, objektiv eine Art Aufstand gegen die Schöpfung und gegen die Ordnung Gottes, sind Sünde und Einladung zur Sünde!

Ok, die „Love – Parade“ ist also, „abgesehen von ihrem abstoßenden Erscheinungsbild, objektiv eine Art Aufstand gegen die Schöpfung und gegen die Ordnung Gottes, sind Sünde und Einladung zur Sünde!“
Schön, wenn das objektiv betrachtet so ist, wird Herr Laun es doch sicherlich nicht bei dieser doch eher subjektiven Meinung belassen und Fakten schaffen. Oder?

Sie dürfen nicht schöngeredet werden als „harmloses Feiern“ netter junger Menschen! Dazu kommt: So falsch die konkrete, moralische Verurteilung der Toten ist und bleibt, wäre es doch auch höchste Zeit zu fragen, warum viele Menschen heute auf den Begriff „Strafe“ wie von der Tarantel gebissen reagieren!
Natürlich, sie finden Strafe gut und fordern sie, wenn derjenige bestraft wird, der sie selbst geschädigt hat oder etwas tut, was sie verurteilen! Aber sie sind empört bei dem Gedanken, sie selbst verdienten Strafe, und erst recht: Gott könnte sie strafen!
Was aber die Loveparade betrifft und den Gedanken, das Unglück mit „Strafe Gottes“ in Verbindung zu bringen, empfindet man als empörend, weil und wenn man denkt: „Sünde? Wer? Wir doch nicht, wir amüsieren uns, wie wir wollen! Gott soll sich unterstehen, einen solchen Gott gibt es nicht!“
Mit anderen Worten: Man weigert sich anzuerkennen, dass die Loveparade, abgesehen von ihrem krankhaften Erscheinungsbild, auch mit Sünde zu tun haben könnte und darum, folgerichtig, auch mit dem richtenden und strafenden Gott!

Schade, doch kein objektiver Beleg. Stattdessen wird ein strafender Bibelgott mit vermeintlicher Sünde durcheinander geworfen. Und das funktioniert nicht, was u.a. daran liegt, dass Laun nicht näher darauf eingeht, wieso die Loveparade eine sündhafte Veranstaltung gewesen sein soll.
Nehmen wir also nur einmal an, dass Drogenkonsum, Technomusik und etwas nackte Haut für den Begriff der ominösen „Sünde“ hinreichende Indizien sind, so verrät dieses Gottesbild vermutlich doch mehr über Launs eigene Weltfremdheit und Intoleranz, als über einen biblischen Gott.

Der Richter verhängt Strafen nicht, um „Rache“ zu üben, sondern damit der Täter nach Verbüßung der Strafe in die Gesellschaft zurückkehren kann. Und die Hölle? Sie ist nicht „Strafe“ im genannten Sinn, sondern ein endgültiges Sich – selbst – Ausschließen des Geschöpfes!

Der Richter, in diesem Fall also wohl Gott, verhängt demnach keine Strafen aus Rache, sondern zur Buße. Das dürfe momentan allerdings weder die 21 Toten, noch die unzähligen Verletzten, noch die Angehörigen der Opfer beeindrucken oder gar interessieren. Allein der Umstand, dass sich Laun von dem anfänglichen „Niemandem steht ein Urteil zu, ob Gott gestraft hat“-Gerede zu einer Diskussion über himmlische Strafen hinreissen lässt – mit dem wie selbstverständlichen Schluss, dass Gott straft – deutet darauf hin, dass er eindeutig auf Eva Hermans braunen Bahnen mitschwimmt und alles bloß ein wenig scheinheilig tarnen möchte.
Wieso dann aber Menschen, die objektiv (und hier nicht das Launsche „objektiv“) schlimmere Taten vollbringen als Raver, nicht totgetrampelt werden? Gottes Plan. Das weiß nur der liebe Laun.

Weils so schön war

Ich habe schon gestern bemängelt, dass kath.net immer noch auf die Berichterstattung zur Loveparade besteht und hoffte inständig, dass es nun ein paar Tage Ruhe geben würde. Doch so weit kam es natürlich nicht, heute wird ein Bericht namens „Loveparade: Sie hatte zum ersten Mal gebetet…“ beworben. Man erzählt also von einer evangelikalen (!) Gruppe junger Menschen, die auf der Loveparade missionieren wollten und im Zuge der Ereignisse Gottesdienste abhielten.

Diesen Einsatz werden die Teilnehmer der Sommerevangelisation „Summer2Go“ wohl nie vergessen: Gemeinsam mit einem Team von rund 50 jungen Erwachsenen war Werner Nachtigal (Berlin) bei der Loveparade in Duisburg, als bei einer Massenpanik 16 Menschen sterben – fünf weitere erliegen später ihren Verletzungen. Der 48-jährige Leiter des charismatisch geprägten Missionswerks „No Limit“ reiste seit Mitte Juli mit jungen Christen quer durch Deutschland, um die christliche Botschaft zu verbreiten.

Nachtigal: „Wir standen vor dem Tunnel, als wir von dem Unglück erfuhren.“ Schon bald seien ihnen geschockte Menschen entgegen gekommen. „Eine Frau erzählte uns, dass sie in ihrer Verzweiflung mitten im Gedränge zum ersten Mal in ihrem Leben zu Gott gebetet hätte. Plötzlich sei ein kräftiger Mann gekommen und habe ihr rausgeholfen.“

Natürlich fehlen also die typischen evangelikalen alltäglichen Wunder nicht. Oder etwa doch?

Ihre Freundin sei dagegen ums Leben gekommen.

Nunja.

Das Missionswerk „No Limit“ missioniert übrigens nicht nur auf der Loveparade oder einem Gothictreffen in Deutschland, sondern auch in Pakistan. Man hat offenbar ein gutes Gespür für Krisengebiete. Übrigens: Vielleicht war der Grund für die Massenpanik ja, dass die Menschen vor den Fundamentalisten flüchteten? Again: Nur so ein Gedanke.