Archiv der Kategorie 'David Berger'

kreuz.net-Leser anderswo iii

Nachtrag: kath.net hat die Kommentare von „al-Muschrik“ mittlerweile gelöscht. Als Zeugnisse bleiben Screenshots und mit „@al-Muschrik“ überschriebene Beiträge anderer kath.net-User.
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Es ist eine Sache, Kommentare eines ehemaligen kreuz.net-Lesers zu veröffentlichen. kath.net stellte den Fehler im Fall von „Brandenburgis“ vor einigen Monaten mit einiger Verzögerung fest und den User flink unter Zensur.

Mit „al-Muschrik“, der sich dann gestern als weiterer kreuz.net-Leser in die lange Liste der auf kath.net kommentierenden Wirrköpfe eintrug, ist es allerdings eine andere Geschichte. Er hatte zuvor auf kreuz.net etwa davon fantasiert, „Antidiskriminierer, Antifaschisten, Homoaktivisten“ in „Lager“ zu stecken, wo sie dann „öffentlich verprügelt und in schwereren Fällen auch hingerichtet werden“ könnten. In einem anderen Leserkommentar bezeichnete er Homosexuelle als „schwulen Abschaum“ respektive „schwulen Dreck“.

Weil derartige Äußerungen für kath.net aber offenbar kein Problem darstellen, wurden nicht nur seine beiden gestrigen Kommentare freigeschaltet, heute darf „al-Muschrik“ munter weiter gegen David Berger schießen. Dabei ist weniger die Tatsache verwunderlich, dass kath.net seinen dritten Beitrag veröffentlichte, vielmehr verblüfft der Inhalt: „al-Muschrik“ gibt, für jedermann einsehbar, David Bergers angebliche IP-Adressen bekannt, outet ihn als kreuts.net-User und beruft sich dabei explizit auf „den Hack, den kreuz.net im April 2010 als Archiv „kreuts-net.tar“ veröffentlicht hat“.

Wollte kath.net-Chef Roland Noé nicht, wie er der FAZ im September erzählte, die Kommentare besser im Auge behalten? Das hat bisher nicht so gut geklappt.

kreuz.net-Leser anderswo ii

Nachtrag: kath.net hat die Kommentare von „al-Muschrik“ mittlerweile gelöscht. Als Zeugnisse bleiben Screenshots und mit „@al-Muschrik“ überschriebene Beiträge anderer kath.net-User.
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Nach Antisemit „Brandenburgis“ und mehreren anderen ehemaligen kreuz.net-Kommentatoren hat nun auch „al-Muschrik“ den Weg zu kath.net gefunden. „al-Muschrik“ macht es sich unter einem Artikel über Guido Rodheudt gemütlich – Rodheudt wundert sich, wieso er als auf kreuz.net gelobter Vertrauter von Hendrick Jolie und Mitverantwortlicher eines überdimensionalen kreuz.net-Livetickers auf der Priesternetzwerks-Homepage in einem Atemzug mit kreuz.net genannt wird.

„al-Muschrik“ findet etwaige Anschuldigungen dann auch etwas zu weit hergeholt, weshalb er sich auch auf das von kath.net (und kreuz.net) vorgelebte David Berger-Bashing einlässt:

Dr. Bergers Wahrheitsliebe
Dr. Berger will 2009 „noch Teil des konservativen Spektrums“ gewesen sein, wobei er spätestens seit Februar 2007 unter dem Nick „Lindenmann“ auf kreuts.net eine Unzahl von Indiskretionen, Beleidigungen, Unterstellungen und Lügen verbreitete
[…]
Dies alles sollte man berücksichtigen, wenn man den Charakter und die Vertrauenswürdigkeit Dr. Bergers einschätzen will, der sich angeblich wegen der Heuchelei und der „Homophobie“ der Kirche von ihr losgesagt hat.

Tatsächlich lohnt sich ein Blick auf kreuts.net, wo „al-Muschrik“ ein eigener Thread gewidmet ist, in dem einige seiner Kommentare archiviert wurden. Dort wird er etwa folgendermaßen zitiert:

Professionelle ganz ähnlicher Art wie die modernen „Umverteilungsgerechten“, sind die (Berufs-)Empörten (Antidiskriminierer, Antifaschisten, Homoaktivisten). Ich hoffe noch die Zeit zu erleben, wo dergleichen Menschenfreunde in Lager gesteckt, öffentlich verprügelt und in schwereren Fällen auch hingerichtet werden (alles natürlich nach einem ordentlichen rechtsstaatlichen Prozeß).

Oder so:

die Homopolitik der Nazis war eine gute Sache. Wie damals in jedem zivilisierten Land, kamen Homosexuelle normalerweise ins Gefängnis, nur notorische Rückfalltäter steckte man ins KZ. Nicht etwa in Vernichtungslager! Man ist versucht zu sagen: leider! Denn homosexuelle Kapos haben in den KZs grauenvolle sexuelle Übergriffe begangen.

Oder eben so:

Die Mißbrauchsrate beim schwulen Abschaum ist massiv erhöht. […] Wenn wir realistische 2 % der Männer = 1% der Gesamtbevölkerung ansetzen, stellen wir fest, daß der schwule Dreck mit seiner Kinderliebe mit Austausch von Körperflüssigkeiten bei vorpubertären Knaben 50-fach, bei unter 14-jährigen 25-fach und bei 14-16-jährigen 40-fach überrepräsentiert ist.

So bewahrheitet sich: kath.net wird langsam aber sicher zum Hort der einstigen kreuz.net-Avantgarde. Die Berichterstattung der letzten Wochen und Monate dürfte ihren Teil dazu beigetragen haben.

Für nichts zu schade ii

Alexander Kissler findet David Berger doof. Das ist nichts Neues, schon vor einigen Tagen verlinkte kath.net einen entsprechenden Artikel und stellte Berger in kreuz.net-Duktus als Strichmännchen dar. Kissler bezeichnet Berger nun in seinem neuen Rundumschlag als „Renegat“, also Abtrünnigen, der einen „öffentliche[n] Exorzismus am Selbst“ praktiziere. Berger führe „einen Ein-Mann-Feldzug gegen das Milieu, dem er entstammt“, gegen „alles Kirchliche […] im Namen des Zeitgeists und wider das Lehramt, unter Schmähung des Papstes“.

Berger führe den besagten Feldzug „wütend, blind und mit einer großen Dosis Vernichtungsenergie gegen sein Herkommen“ und seine frühere Identität. Er richte sich gegen „das Wissen von einst, den Ehrgeiz von einst, gegen die Menschen von einst, die sich in ihm täuschten und in denen vielleicht auch er sich täuschte“. Berger, der „Traditionalist mit Kalkül“, sei ein „trauriger, ein bezeichnender Fall“, so ganz ohne Liebe und angefüllt mit Hass.

Es spricht wohl für sich, dass kath.net noch immer lieber die kreuz.net-Privatfehde mit David Berger fortführt, statt sich öffentlich bei ihm und dem Bruno Gmünder Verlag für den Kampf gegen das anonyme Portal zu bedanken. In diesem Artikel wird Berger auf martialische Art und Weise zum Aggressor umgedeutet, der einen „Feldzug“ führe, voll „Wut“ und „Vernichtungsenergie“ und überdies noch gegen die vermeintlichen alten Freunde, die sich im „ehemalige[n] Thomist[en], ehemalige[n] Traditionalist[en] und ehemalige[n] Religionslehrer“ getäuscht hätten. Kissler verliert kein Wort über kreuz.net, reißt Bergers Engagement so absichtlich völlig aus dem Kontext und versucht sich an einer Schuldumkehr: So wird Berger zum Hassprediger stilisiert, gegen den selbst kreuz.net blass aussieht.

kath.net beweist mit diesem Artikel erneut, dass man an keiner sachlichen Auseinandersetzung über die zahlreichen Überschneidungen zu kreuz.net interessiert ist, sondern auch weiterhin nur die Gegner der rechtsradikalen Katholiken anzugreifen gedenkt. So hält sich kath.net alle Optionen offen und signalisiert den zahlreichen kreuz.net-Fans: ‚Kommt doch zu uns, wir bedienen euren Hass im Rahmen unserer Möglichkeiten.‘

Für nichts zu schade

kreuz.net ist (vorerst) offline, doch die Verantwortlichen dürfen sich beruhigt zurücklehnen: Die unsachliche Berichterstattung über Lieblingsfeind David Berger übernimmt jetzt kath.net. Dort findet sich heute ein Artikel namens „David Berger und der Papst“, in dem eine Analyse von Alexander Kissler verlinkt wird. Kissler habe herausgefunden, dass Berger Papst Benedikt XVI. falsch zitiert habe. Ferner lasse Kissler die Frage offen, „weshalb Berger es nicht bei seinem „weithin respektierten Kampf wider kreuz.net“ belasse und zum Generalangriff auf den Papst übergehe“, biete aber Erklärungsansätze: „Handelt es sich (…) um Heterophobie, Eklesiophobie, Egophobie? Will der David Berger, der ist, den David Berger, der war, niederringen?“

Abgesehen davon, dass die sehr ausführliche Kritik dem Anlass kaum angemessen erscheint, haben sowohl Kissler als auch kath.net selbstverständlich das Recht darauf, Bergers Ausführungen richtig zu stellen – wie seltsam das, wenige Tage nach Abschaltung von kreuz.net, auch wirken mag.

Was den kath.net-Artikel aber geradezu kreuz.netesk macht, ist eine eher subtile Komposition aus Begleitbild und Text. Auf dem Bild ist ein Strichmännchen mit einer Lupe zu sehen, im ersten Absatz steht:

Der Theologe und ehemalige Religionslehrer David Berger (Foto)

Unter dem Artikel wird auch die Quelle genannt:

Foto David Berger: (c) privat

Das mag man zunächst als Copy & Paste-Missgeschick werten; im The European-Artikel Kisslers findet sich aber weder ein Bild von Berger noch der „(Foto)“-Hinweis, und auch im kath.net-Artikel ist im weiteren Verlauf keine reale Abbildung Bergers zu finden.
Offenbar findet kath.net es also lustig, David Berger als Strichmännchen darzustellen. Den Humor mag man teilen oder eben nicht, besonders kompromittierend wird der Scherz aber, wenn man sich den kreuz.net-Jargon vor Augen hält: Homosexuelle im Allgemeinen und David Berger im Besonderen wurde(n) auf dem rechtsradikalen Portal regelmäßig als „Stricher“ verunglimpft.

Diese Lesart hat kath.net in diesem Fall mindestens billigend in Kauf genommen.

Und noch mehr Expertenmeinungen zu kreuz.net

Während kath.net heute einerseits jedes Mitwirken an kreuz.net dementiert und andererseits einen Artikel über eine angebliche Bombendrohung publiziert, die einem Gottesdienst Hendrick Jolies gelten sollte (Quelle: Facebook), tobt der katholische Mob weiter. Unter dem gestrigen Artikel hat sich der Tonfall über Nacht weiter radikalisiert. Die LeserInnen geben sich keine Mühe mehr, ihren Hass hinter neutralen Formulierungen zu verdecken und gehen stattdessen gleich zu wüsten Beschimpfungen über.

„Prophylaxe“ schreibt:

Der Kölner
Stadtanzeiger nimmt sich nun kath.net vor:
s. welt.de
Der hasserfüllte Berger wird dahinter stecken

„M.Schn-Fl“ findet:

Das zu recht inkriminierte Portal war und ist ein Schandfleck. Wer in einem solchen Ton Menschen beleidigt, verunglimpft und ehrabschneidend beschädigt, ist auf keinen Fall ein Jünger Christi. Es ist wirklich gut, dass es nun offensichtlich verschwunden ist.
Das Verdienst dazu kommt aber in keinem Fall dem Erzheuchler D. Berger und seiner Clique zu, sondern seit Jahren ist man von vielen Seiten – auch offiziellen Kirchenseiten – den üblen Machern dieses den Namen Christi missbrauchenden Portals auf den Fersen

Und fügt hinzu:

Jetzt wird natürlich von den Feinden der Kirche und von so erbärmlich Abgefallenen wie D. Berger und anderen Heuchlern gleich wieder mit dem Finger auf Priester und sogar auf Rom gezeigt.

Dass kath.net diese Kommentare freischaltete, spricht für sich.