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Spurensuche

Von „der schlimmsten Menschenjagd seit 1945″ wurde gestern gesprochen. Nicht etwa von libyschen Flüchtlingen, denen in Anbetracht ihrer schlimmen Lage dieser Vergleich einfiel: Es war Enoch zu Guttenberg, der Vater von Karl-Theodor […] zu Guttenberg, dem diese nur zur Hälfte durchdachten Worte bei einer Demo für seinen Sohn aus dem Mund tropften.
Woher kommt diese Ignoranz, die gerade im katholischen CSU-Millieu blüht und besonders auch auf kath.net die schönsten Knospen treibt?

Um darauf befriedigende Antworten zu finden, muss man sich zunächst einmal mit der Person des ehemaligen Verteidigungsministers auseinandersetzen. Er selbst ist, eigenen Aussagen zufolge, praktizierender Katholik; seine Frau Stephanie (wegen ihrer fragwürdigen Jagd auf Pädophile auch „Pornosteffi“ genannt) schreibt Bücher gegen eine vermeintlich „übersexualisierte“ Gesellschaft. Die heißen dann etwa „Schaut nicht weg! – Was wir gegen Missbrauch tun müssen“ und werden von der Adligen öffentlichkeitswirksam mit großzügigem Dekolleté auf Seite 1 der BILDzeitung („Europas führendes Organ für Untenrum“, Gerhard Henschel) präsentiert.
Dass kath.net derartige Spitzfindigkeiten übersieht, ist nicht weiter verwunderlich, ist doch selbst der Papst mit BILDchef Kai Diekmann aufs Engste verbunden – der Vatikan-Korrespondent der BILD, Andreas Englisch, ist gar mit dem „offiziellen Profil“ kath.nets bei Facebook befreundet.

Das ist zugegebenermaßen eine recht oberflächliche Verflechtung – sie erklärt zwar, wieso kath.net in den ersten Tagen reflexartig ihren Gutti in Schutz nahm. Wieso dann aber wochenlang immer weitere Kommentare folgten und man neben der BILD zum beinahe einzigen Medium wurde, das alle Kritik ohne schlechtes Gewissen abbügelte, ist zunächst nicht ersichtlich. Und dass sich kath.net wie die Horden der Boulevardfans einfach von Guttenbergs Weglächeln aller Probleme blenden ließ, scheint auch eher unwahrscheinlich.
Wieso also hält man die bedingungslose Treue für einen Betrüger, Lügner, Hochstapler?
Auf diese Frage gibt es, wie ich glaube, mindestens zwei okaye Antworten. Die erste ist etwas weniger überzeugend:

1.) Man glaubt wirklich, Guttenberg hätte einen Fehler gemacht, sich dafür aber aufrichtig entschuldigt und damit sollte die Sache erledigt sein.
Diesen Eindruck erwecken zumindest einzelne Stimmen auf kath.net, in einem Kommentar der Tagespost vom 4.3. heißt es etwa:

Guttenberg hat sich entschuldigt. Das hat jenen nicht gereicht, die seinen Kopf rollen sehen wollten. Allen voran die Opposition. Dabei trifft zu, was Angela Merkel zur Auseinandersetzung um zu Guttenberg gesagt hat: „So viel Scheinheiligkeit und Verlogenheit war selten in Deutschland“. Die „Causa Guttenberg“ zeigt: Da ist etwas aus den Fugen geraten.
[…]
Was geht und was nicht, entscheidet der politische Nutzen. Ihre Tugendphrasen sind hohl, ihr ideologischer Eifer blind. Die Häme und Maßlosigkeit, mit der im linken Lager auch nach seinem Rücktritt über Guttenberg hergezogen wird, macht klar: Es ging längst nicht mehr nur um Plagiate, Promotion, Anstand und Moral, sondern um politische Vernichtung ohne Wiederkehr.

Diese Antwort 1.) ist deshalb unbefriedigend, weil sie den rechtskatholischen Unterstützern Dummheit unterstellt, was, wie ich doch denke, zu kurz greift. Auch die Autoren von kath.net und der Tagespost werden mitbekommen haben, dass Guttenbergs „Entschuldigung[en]“ alles waren, außer aufrichtig. Er gab immer nur so viel zu, wie gerade bekannt war. Ehe das volle Ausmaß der Plagiatfälle bekannt war, log er in die Kameras, sprach von einigen Fehlern und wollte den Doktortitel vorübergehend, er betonte: vorübergehend, auf Eis legen. Drei Tage später stand fest, wie schlecht zusammengeschustert seine Doktorarbeit war – was Guttenberg dazu veranlasste seinen Titel abzugeben und von einer „lächerlichen“ Arbeit zu sprechen. „Lächerlich“ war die Arbeit natürlich nicht, sie stammte zu großen Teilen ja von renommierten Journalisten und Wissenschaftlern. Und selbst als Guttenberg vor die Presse trat, um seinen Rückzug bekannt zu geben, war von Reue keine Spur: Er verurteilte die Medien und wies darauf hin, dass der Tod der Soldaten doch viel wichtiger gewesen wäre. Auch im Abgang zeigte der Baron keine Würde.
Dass kath.net diese offensichtliche Diskrepanz von Wort (Predigt von Verantwortung und Moral) und Tat nicht auffiel, darf man Roland Noé zuliebe wohl ausschließen. Was uns zur zweiten Möglichkeit bringt, wieso kath.net dennoch Stimmung für den Freiherrn machte:

2.) Der Antiintellektualismus und der Skeptizismus der Wissenschaft gegenüber
Diese Begründung halte ich für schlüssiger; frei nach Franz Josef Wagner, dem verheerenden Kolumnisten der BILD, wird „Scheiß auf den Doktor“ gebrüllt und damit die Debatte für alle Bildungsfernen vereinfacht dargestellt: >Ja, Guttenberg hat Fehler gemacht, aber bitteschön, so schlimm wars ja nun auch nicht, die Wissenschaft hat doch auch nichts mit der Politik zu tun.>
Das mag sich auch Angela Merkel gedacht haben, als sie davon sprach, Guttenberg als Verteidigungsminister und nicht als wissenschaftliche Hilfskraft eingestellt zu haben. Diese Haltung mag beim „einfachen Volk“, das nicht zuletzt Klientel der Kirche ist, aus diversen Gründen (die ich als Nicht-Psychologe weder erörtern kann noch sollte) gut ankommen, redlich ist sie aber nicht, weil man trotz besseren Wissens populistischen Quatsch von sich gibt.

Diese Verachtung der Wissenschaft wurzelt tief im fundamentalistischen Katholizismus, den kath.net propagiert: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird etwa die Evolution – mal mehr, mal weniger offen – angezweifelt oder komplett geleugnet. Im Oktober 2010 fand ein lustiger Artikel namens „Stammen Sie ruhig vom Affen ab!“ den Weg auf kath.net. Darin wird nicht nur die wissenschaftliche Sichtweise falsch dargestellt ((die heutigen) Affen werden als direkte Vorfahren der Menschen beschrieben), man versucht auch, den völlig unseriösen Kreationismus auf das gleiche Niveau der Wissenschaft zu zerren:

Die naturwissenschaftlichen Diskussionen über die Entstehung des Menschen werden nicht nur auf der Basis der Evolutionstheorie geführt. Es gibt auch die Forschungsrichtung des Kreationismus, die in den USA ihren Ursprung und auch Anhänger in Deutschland und in der Schweiz hat. Sie zeigt mit den üblichen naturwissenschaftlichen Methoden Lücken und Defizite in der Evolutionstheorie auf. Bibel und Biologie werden näher aneinandergerückt. Es ist wichtig, die Evolutionslehre kritisch zu überprüfen und nicht alles als selbstverständlich stimmig anzusehen.

Das ist nicht nur Unsinn, der Autor versucht im Gegenteil auf perfide Weise, die im wahrsten Sinne leichtgläubigen Leser per Lüge auf seine Seite zu ziehen. Genüsslich wird hervorgehoben, dass die Evolution nur eine Theorie sei – ohne darauf hinzuweisen, dass dieser Begriff der Wissenschaft nichts mit der umgangssprachlichen Definition zu tun hat. Das wäre vermutlich einerseits zu viel Arbeit, andererseits diente es der Absicht der Desinformation nicht.

Einen ganz ähnlichen Fall gab es zu Beginn dieses Jahres, als der Klimawandel als Lüge enttarnt werden sollte. Die Argumentation war so schlicht, dass jeder Schüler sie widerlegen könnte: Der Autor versuchte, aktuelle Erlebnisse zu instrumentalisieren und ohne jede wissenschaftliche Grundlage an seine Leser zu appellieren: >Schneechaos! Im Winter! Das kann also gar keinen Klimwandel geben, sonst hätten wir keinen Schnee, sondern nur Hitze!< Auch bei diesem Thema wurde jede wissenschaftliche Erkenntnis großzügig ignoriert und behauptet, "die da oben" hätten alle unrecht. Wieso?
Weil sich Wissenschaft und Fundamentalismus nicht vertragen. Die Wissenschaft bringt immer neue Erkenntnisse, die es unmöglich machen, die Bibel wörtlich zu nehmen und mit offenen Augen durch die Welt zu laufen. Das zeigen nicht nur die Beispiele Evolution und Erderwärmung, sondern bspw. auch die wissenschaftlich natürlich völlig unhaltbare (biblische) Homophobie, die kath.net verbreitet. Es kommt nicht auf die Wahrheit an, solange sich die (bewusste oder unbewusste) Lüge für die eigene Markte verkaufen lässt. Thilo Sarrazins Thesen sind widerlegt - was kümmert es die Rechten, solange man mit den teilweise erfundenen Zahlen Angst und Fremdenhass schüren kann?

Auch innerkirchlich lässt sich diese Tendenz bei kath.net beobachten, Theologen sind für Noé und Co. mitunter das Übel schlechthin: Das sog. Memorandum "Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch", das von diversen liberalen Theologen unterzeichnet wurde, traf bei kath.net auf ein desaströses Feedback. Gabriele Kuby schrieb* im Februar, "Die Kräfte von unten haben nie geschwiegen, sondern brüllen in den Medien und treiben seit Jahrzehnten Generationen von Theologiestudenten und Priesteranwärtern und Religionspädagogen den Glauben aus."

Und vor einigen Tagen fasste eine Überschrift die Sympathie mit der Wissenschaft zusammen: "Theologieprofessoren sind völlig irrelevant".

Vielleicht hat sich Roland Noé ja die von ihm bewunderte amerikanische Tea Party zum Vorbild gemacht: Dort firmiert ein Gemisch aus Halbwahrheiten, glatten Lügen, Rassismus und purer Dummheit als große Hoffnung für Amerika. Ähnlichkeiten zwischen den beiden gnadenlosen Populisten Sarah Palin und Karl-Theodor [...] zu Guttenberg jedenfalls existieren - wobei dem bayrischen Baron vermutlich immerhin nicht einfallen würde zu berichten, er könnte Russland von seiner Burg aus sehen.

*: Der Link funktioniert im Artikel nicht, also manuell: Gabriele Kuby bei kath.net

Kath.net schafft Guttenberg nicht ab

Die Lüge ist ein schreckliches Drama“ überschrieb kath.net noch 2010 einen Artikel. Mittlerweile dürfte es eher heißen: „Die Lüge eines konservativen katholischen Katholiken ist eigentlich gar kein so schreckliches Drama“.
Klar, es wurde in den letzten Tagen eigentlich alles gesagt und geschrieben; Verteidigungsminsiter Karl-Theodor zu Guttenberg erdete sich auf die denkbar erbärmlichste Art und Weise: Waren die Vorwürfe, seine Doktorarbeit sei teilweises Plagiat, am letzten Mittwoch erst „abstrus“, fielen Guttenberg am Freitag Fehler auf. Am Wochenende las er sein Werk mutmaßlich zum ersten mal selbst und musste feststellen, dass nicht so ganz sauber gearbeitet worden war. Dabei muss er mindestens einmal gelogen haben: Entweder war ihm natürlich klar, dass die Arbeit inakzeptabel war – dann log er das gemeine Wahlvolk an und legte keine sonderlich gute Basis für weiteres Vertrauen.
Oder er schrieb die Arbeit nicht selbst, was die vielen Plagiate und Guttis Unsicherheit über diese erklären würde – dann hätte er aber auch das Volk und die anderen Parlamentarier nicht mit der Wahrheit gefüttert.
Dass seine Dissertation zudem kein Plagiat sein soll, wie er in der Fragestunde vom Mittwoch Jürgen Trittin erklärte und ihm indirekt gar mit einer Verleumdungsklage drohte, das ist ganz großes Kino und zeugt von unfassbarer Überheblichkeit.

Was ich zu sagen versuche: Es ist alles gesagt worden und im Folgenden werde ich mich nicht mehr damit beschäftigen, ob Gutti log oder nicht – es soll sich vielmehr um das ziemlich einzige Medium drehen, das Guttenberg weiterhin ziemlich blind folgt: kath.net.
Dort schrieb man bereits am Samstag von idea eine kleine Verteidigungskampfschrift ab.
Gestern dann folgte ein noch seltsamerer, ebenfalls von idea verfasster Artikel:

Jetzt wird in Medien über den – wie es heißt – „größten deutschen Wertekongress“ vom 24. bis 26. Februar in Nürnberg berichtet. Es geht um den Kongress christlicher Führungskräfte unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“. Hier geht es um eindeutig christliche, von Jesus im Neuen Testament geforderte Werte. Sie sind teilweise aus den alttestamentlichen Zehn Geboten bekannt: Wir sollen nicht lügen, betrügen, ehebrechen, sondern den Feiertag halten und allem voran Gott allein die Ehre geben. Jesus hat diesem noch hinzugesetzt: die Feindesliebe und die Vergebungsbereitschaft.

Können angesichts solch klarer Wertevorstellungen nur fehlerlose Referenten bei dem Kongress mit 3.500 Teilnehmern auftreten? Die Frage wird an uns Verantwortliche gestellt, ist doch seit langem als bekanntester Redner Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vorgesehen. Auch bei anderen Mitwirkenden wurden wir aufgefordert, sie wieder auszuladen, weil man bei ihnen Fehler oder theologische Irrtümer sieht.
[…]
Es kann unter uns Christen nicht darum gehen, dass vermeintlich Sündlose über Sünder richten. Nach Jesu eigenen Worten ist es immer so, dass Sünder Sünder ermahnen, die Sünde zu meiden – egal ob es sich nun um ethisches oder theologisches Fehlverhalten handelt. Und vergessen wir nicht: Es gibt Sünden, die bekannt werden, so dass der Sünder am Pranger steht. Aber um die ganz große Mehrheit von Sünden weiß eben nur Gott allein – und ihm sollten wir das endgültige Urteil im Jüngsten Gericht überlassen.

Das ist schon daher putzig, weil Guttenbergs Lügen auf „Fehler“ reduziert werden, das bewusste Betrügen der Universität Bayreuth um einen Doktortitel für das eigene Ego als Kleinigkeit abgetan wird. Das funktioniert bei der BILDzeitung (siehe unten) hervorragend, das kann man also auch mal in christlichen Kreisen versuchen.
Ein anderer Grund, wieso der kath.net-Artikel schön ist, ist folgender:

Jetzt wird in Medien über den – wie es heißt – „größten deutschen Wertekongress“ vom 24. bis 26. Februar in Nürnberg berichtet. Es geht um den Kongress christlicher Führungskräfte unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“.

Das ist, wenn man streng sein möchte, schon wieder eine Lüge: Medienecho auf den besagten „Wertekongress“ blieb bislang völlig aus. Bevor der idea-Artikel verfasst wurde, existierte bei Google News gerade ein einziger Eintrag über die Veranstaltung – von eann.de, der „Unabhängigen Zeitung für Religion, Kirche und Gesellschaft“. Vom 2. Februar.
Es scheint fast so, als wollte man die aktuelle Debatte für ein wenig Werbung nutzen.

Heute dann bereicherte kath.net das Internet um eine weitere Knallermeldung: Guttenberg sagte trotz der Rechtfertigungsversuche vom Vortag seine Teilnahme am Kongress ab. Das wird mit der Trauerfeier für drei dt. Soldaten begründet – und am Ende des Artikels kann man sich einen kleinen Seitenhieb auf Gegner Guttenbergs nicht verkneifen:

Ein klares Meinungsbild hat eine Umfrage der „Bild“-Zeitung ausgelöst. Bei der Umfrage „Soll Guttenberg im Amt bleiben? Oder soll der Minister zurücktreten?“ haben sich 87 Prozent der „Bild“-Leser für den Verbleib ausgesprochen. Nur 13 Prozent wollen seinen Rücktritt.

Zu diesen drei Sätzen ist unendlich viel anzumerken. Stichwortartig:
- Wie der Bildblog großartig verglich, war diese Umfrage ungefähr so sinnvoll und ergebnisoffen, als würde ein Justin Bieber-Fanmagazin über ein Karrieende des jungen Sängers abstimmen lassen
- Die Teilnahme an der Umfrage kostete, da nur per Anruf, Fax oder Brief möglich: Geld. Und das dürfte Guttenberg-Gegnern zu blöd gewesen sein
- Die Junge Union schickte panikartig Emails an die eigenen Mitglieder, um sie an ihre gute Pflicht als KT-Fan hinzuweisen
- Zuvor gab es bei bild.de eine Onlineumfrage, an der über 600.000 Menschen teilnahmen, und bei der eine Mehrheit (56% gegenüber 35%) Guttenbergs Rücktritt forderte. Diese Umfrage verschwand allerdings schnell in den Archiven, da sie augenscheinlich nicht das gewünschte Ergebnis lieferte
- Das Argument, besagte Onlineumfrage sei manipulierbar, ist lustig angesichts über 200.000 Menschen in der Pro-Guttenberg-Facebookgruppe. Offenbar schienen diese Personen eher abstimmungsfaul zu sein
- Tobias Huch, „Porno-Unternehmer“ und Initiator der Pro-Guttenberg-Facebookgruppe, verbindet mit der BILD zarte Bande. Er wirb auf seiner Seite für die BILD, das BILD-Profil rief die Leser auf, seine Gruppe zu „liken“

Dass die Meinung der Mehrheit (zumal in diesem Fall der BILDLeser, nicht der Bevölkerung) im Übrigen nichts mit dem Wahrheitsgehalt zu tun hat, dürfte kath.net als tapferem Gegner des „Zeitgeistes“ doch eigentlich klar sein.

Als Beispiel für die Vernebelungsversuche der Fans Guttenbergs sei stellvertretend der Kommentar von „Anna Katherina“ vom heutigen Artikel gegeben:

Verzeihen wir zu Guttenberg
Hätte der mutige Minister zu Guttenberg das Lager „OP North“ in der Provinz Baghlan nur einen Tag früher besucht, hätte vielleicht auch er sein junges Leben verloren.
Der mutwillige linke Bremer Professor Dr. Andreas Fischer-Lescano, der derzeit, ausgerechnet vor den vielen Wahlen 2011, seine Vorwürfe gegen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg hinausposaunt, ist wie die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti Gründungsmitglied des “Instituts Solidarische Moderne“. Dort halten SPDler, Grüne und DIE LINKE zusammen. Vorstandssprecherin ist Frau Kipping von der Kommunisten-SED…PDS…Linkspartei…DIE LINKE.
Ypsilanti hat v o r der hessischen Landtagswahl 2008 versprochen, nach der Wahl nicht mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten. Doch nach der Wahl wollte sie die Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Ypsilanti wurde deshalb der Lüge bezichtigt.

Fischer-Lescano behauptet ausgerechnet zu Beginn des Superwahljahres 2011, dass er bei einer Routineuntersuchung auf die Doktorarbeit zu Guttenbergs aus dem Jahr 2006 gestoßen sei. Diese Behauptung ist nicht glaubwürdig.
Glaubwürdig ist, dass es keine Routineuntersuchung war, sondern dass der linke Professor aus Bremen eine gezielte Untersuchung vornahm, in der Hoffnung, Schlechtes über zu Guttenberg zu finden.

Die sozialistische Tagesschau vom 23.02.2011 brachte an erster Stelle mit Polemik durchsetzte 4 Minuten weit überwiegend gegen zu Guttenberg.
An zweiter Stelle, also zweitrangig, kamen die vielen unschuldig ermordeten Demonstranten in Libyen.
Offensichtlich war für die ARD die Hetze gegen den beliebten christlichen Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg wichtiger und das Wichtigste.

Anders als die christenunfreundliche Tagesschau, anders als den ersten Stein werfende Genossen wie der im Bundestag vor Hass glühende frühere Kommunist Trittin (Nach dem „Kruzifix-Urteil“ forderte er: „Zum Teufel mit dem Schulkruzifix…!“) sollten wir dem jungen Politiker Karl-Theodor verzeihen, denn er hat seine Doktor-Fehler nicht in böser Absicht gemacht, sie vorbildlich zugegeben und bereut – vor vielen Millionen.

Beten wir für die Soldaten, die ihr Leben gaben.

Boykott und kein Ende

Schock-Verdacht

Gehört Roland Noé, Chef von kath.net und den Usern als „Gandalf“ bekannt, der sog. „Homo-Lobby“ an?
Fakt ist: Noé benutzt als Profilbild den Zauberer ‚Gandalf‘ aus „Der Herr der Ringe“ – verkörpert wird die Figur durch den britischen Schauspieler Sir Ian McKellen. McKellen ist selber offen homoexuell und gründete einst die „Stonewall„-Organisation, die sich für mehr Rechte Homosexueller einsetzte.
Roland Noé vertritt allerdings auf seiner Webseite eine radikal andere Auffassung: Homosexualität ist seiner Meinung nach Sünde, Homosexuelle sind ihm zufolge (offiziell?) böse Menschen – und wer sich für Schwule und Lesben einsetzt, hat beim Österreicher gleich schlechte Karten!
Ist die Anti-Haltung also nur Tarnung? Möchte Noé auf subversive (unterschwellige) Art und Weise den Schwulen den Rücken stärken? Macht sich Roland Noé gar über die Leser seiner Seite lustig?*

Zugegeben: Vermutlich wusste Roland Noé nicht, dass der Schauspieler seines Namenpaten homosexuell ist, und man darf Noé zuliebe annehmen, dass seine Abscheu auf Homosexuelle aus tiefstem Herzen kommt.
Das zeigte sich u.a. heute bei kath.net auf ziemlich kuriose Weise, denn man wusste zu berichten:

Asylbewerber in Norwegen und die Homo-Ideologie

Asylbewerber in Norwegen sollen in Zukunft verpflichtet werden, einen Film über Homosexualität anzusehen. Das Video soll dazu hinführen, Homosexualität als „normal und akzeptierbar“ zu verstehen. Der Film ist bereits in Auftrag gegeben und soll in 13 Sprachen zur Verfügung stehen. Das berichtet der „Standard“ unter Verweis auf die Nachrichtenagentur NTB. In den Kirchen stößt dieser Film auf starke Kritik.

Das ist mindestens deshalb unterhaltsam, als dass rechte Katholiken und Fans der jungen freiheit eigentlich sowieso keine Anhänger von Asylanten sind, zumindest dann, wenn es sich nicht um verfolgte Christen handelt.
Wie man aber einen eigentlich zumindest nicht ganz sinnlosen Schritt korrekt verdammt, zelebriert Noé als „Gandalf“ in der Kommentarspalte dann höchstselbst:

Norwegen sollte man als Urlaubsland boykottieren…
…solange sie so eine Unsinn planen

Das erinnert an was? Exakt: An muslimische Reaktionen auf z.B. die Mohammed-Karikaturen; wahlweise auch an wirre amerikanische French Fries-Boykottaktionen.

Die Amerikaner indes besannen sich eines Besseren und hoben das Namensverbot wieder auf. Bei kath.net-Lesern kann man mit einiger Zuversicht davon ausgehen, dass diese ihre ausnahmslos gut reflektierten Positionen wohl nie aufgeben werden.
„Stephan Karl“ etwa merkt an:

Zwang Homofilme anzuschauen? Da sollte man doch gleich mal, wegen Diskriminierung von Andersdenkenden klagen!!!
Genau wie bei der Pension, wo war die-in England? Wo sie die Besizter zwingen wollten an homosexuelle Paare zu vermieten. Mit der Genderideologie muß Schluß sein, wenn wir das Abendland retten wollen.

+++ Dignare me laudare me Virgo Sacrata. Da mihi virtutem contra hostes Tuos!!! +++

Und „Karolina“ erkennt die Gelegenheit, mal wieder auf europäische „Christenverfolgung“ aufmerksam zu machen:

Wie abartig ist dieser Film denn?
Es genügt doch, daß man Homosexuelle nicht verfolgt, gut finden muß deren sexuelle Vorliebe doch keiner oder wird man nun gezwungen Beifall zu klatschen? Es gibt doch wohl noch soviel Redefreiheit, sagen zu dürfen, daß man dies widernatürlich und als gegen Gott gerichtet erachtet. Komischerweise darf jeder gegen das Christentum hetzten, das fällt dann wieder unter Meinungsfreiheit.

*: Dank an „Sheldon Lee Cooper“ (Big Bang Theory, yeah!) vom Blasphemieblog, ohne den auch ich nicht auf McKellens Homosexualität aufmerksam geworden wäre. Was nicht besonders schlimm gewesen wäre, da ich kein Gandalf-Bildchen habe und dieses nach Bekanntwerden der Vorlieben des Schauspielers auch nicht geändert hätte.