Archiv der Kategorie 'Bischof Andreas Laun'

Endlich Sommerferien!

Andreas Laun hatte Geburtstag – vor circa drei Monaten, am 13. Oktober 2012. Dennoch veröffentlichte kath.net gestern einen Geburtstagsgruß, den man aus einer Zeitschrift entnahm und nicht veränderte, was zu gewissen Irritationen führen kann („am 13. Oktober dieses Jahres“).
Der Artikel strotzt vor Lob auf den Salzburger Weihbischof, dessen „klare Glaubenshaltung“ ihm neben „Schmähungen“ vor allem „Bewunderung und Zuspruch bei denen, die an der Glaubenslosigkeit und Verwirrung dieser Welt leiden“, einbringe. „Bekannt und beliebt ist er freilich weit über die Grenzen Salzburgs hinaus“, wird Laun zugeprostet, dessen „glaubensweckenden und –stärkenden Schulbücher“ ebenso beliebt seien wie seine Tätigkeiten „als gefragter Prediger, Seelsorger und Publizist“. Bewundert werde Laun, der sich durch „große persönliche Bescheidenheit und Demut“ auszeichne, von „Christen aller Konfessionen“ für seinen „Mut“, „mit dem er sich stets für die Wahrheit des Wortes Gottes einsetzt – auch gegen alle Hindernisse.“. Dennoch sei Andreas Laun einer von uns geblieben, down to earth, „in stetem Ringen um die Wahrheit des Evangeliums und großer Liebe zu seinen Mitmenschen, ganz persönlich, menschlich, freundschaftlich nahe“.

Weil als Belege für Launs Mut und große Liebe zu seinen Mitmenschen aber nur sein Mitwirken bei „Pro Life“-Demos genannt wird, seien hier noch einige weitere Beispiele notiert, die seine Bescheidenheit, Demut und Nächstenliebe anschaulich illustrieren:

Über Abtreibungskliniken:

Was die Slawen betrifft, hatte Martin Bormann dieselben Pläne und Argumente entwickelt, wie sie heute von Planned Parenthood und ihren „Filialen“ weltweit, auch in Deutschland und Österreich, vertreten werden. Neonazis? Ja, es gibt sie, aber nur als kleine Gruppen, die man mit Hilfe der Polizei in Schach halten kann. Der Ort, wo Hitler wirklich weiter lebt, gefördert, finanziert und mit Preisen ausgezeichnet wird. ist jene Industrie des Todes, die mit Abtreibung Geld macht und unerwünschte Menschen vernichtet.

Über liberalen Religionsunterricht vs. sexuellen Missbrauch von Kindern:

„Wegschauen“ und „Vertuschen“ in Fragen der Wahrheit ist heute noch häufiger als im Bereich des Missbrauchs – anders und doch ebenso gefährlich, vielleicht sogar schlimmer!

Über die Exkommunikation eines 11-jährigen Mädchens, das nach jahrelangen Vergewaltigungen abtrieben ließ:

Natürlich ahnt man, dass diejenigen, die sich an dieser Abtreibung schuldig gemacht haben, ziemlich überzeugt waren, dem Mädchen damit einen Dienst zu erweisen. Auch wird der Bischof diese Exkommunikation wahrscheinlich bereitwillig aufheben, wenn die Betroffenen Reue zeigen. Aber die Exkommunikation ist richtig, denn sie verteidigt das Leben des ungeborenen Kindes und – in diesem Fall – auch das 11-jährige, vermutlich unschuldige Mädchen. Denn es ist widersinnig zu glauben, man könne ein Trauma (den langen Missbrauch) durch ein zweites Trauma (Abtreibung) irgendwie aufheben oder heilen. Das Gegenteil ist der Fall, das Mädchen ist noch mehr und noch tiefer verwundet worden.

Über Migranten, die Laun in einem Märchen über Abtreibung mit verschmutztem Wasser verglich, während „einheimische“ Frauen als „Quellen“ herhalten mussten:

Als das Wasser im Land spürbar knapp zu werden begann und die Felder austrockneten, lachten der König und seine Minister. Sie ließen Wasser einführen, mehr und mehr. Dieses kostete viel Geld und zudem musste es, weil mit Meerwasser vermischt, aufbereitet werden! […] Während sie die Steuern erhöhten und der Bevölkerung neue, teuere Wasser-Importe ankündigten, erwähnten sie mit keinem einzigen Wort, wie viele Quellen es im Land eigentlich gab und wie viele, Jahr für Jahr zugeschüttet worden waren, dass dieses Wasser bester Qualität und die Freilegung der Quellen die billigste und einzig wirklich erfolgreiche Problem-Lösung wäre!

Über in Mitteleuropa lebende Muslime:

Den Machern dieser Politik war und ist die Religion ihrer Arbeitskräfte gleichgültig, solange sie die Arbeitsleistung nicht stört, und manchen ist es wohl ganz recht ist, wenn muslimische Einwanderer die christliche Religion, vor allem die ungeliebte oder sogar gehasste Kirche schwächen!

Über Atheisten:

Sind Atheisten dumm? […] Die überzogene Reaktion der Atheisten im Internet erinnert ein wenig an die der Muslime wegen der Karikaturen von Mohammed! Die Empfindlichkeit der Herrn Atheisten entspricht ihrem doppelten Maß: Man lese nach, wie gehässig sich ein Herr Dawkins, der derzeitige „Atheisten-Papst“, über seinen christlichen Kritiker J. Lennox äußerte, dem er sogar wünschte, erschossen zu werden. […] Die überzogene Reaktion der Atheisten im Internet erinnert ein wenig an die der Muslime wegen der Karikaturen von Mohammed! Die Empfindlichkeit der Herrn Atheisten entspricht ihrem doppelten Maß: Man lese nach, wie gehässig sich ein Herr Dawkins, der derzeitige „Atheisten-Papst“, über seinen christlichen Kritiker J. Lennox äußerte, dem er sogar wünschte, erschossen zu werden. […] Aber in anderer Hinsicht sind Atheisten tatsächlich sehr häufig eigenartig „dumm“: Sie scheinen ständig Gründe zu suchen für ihren Atheismus, nämlich um ihn zu bestätigen, als ob sie sich wünschten, dass Gott nicht existieren möge! […] Sie benehmen sich wie ein Krebskranker, der seinen Mitmenschen freudestrahlend verkündet: „Es gibt keine Therapie für mich!! Dazu kommt noch bei bestimmten modernen Atheisten ein „missionarischer Eifer“ für ihre Hoffnungslosigkeit! Wie Kranke, die dem anderen Kranken sagen: „Geh ja nicht zum Arzt, probiere es nicht, er kann dir sicher nicht helfen!“

Über die Wahrheit:

Auschwitz war böse, Kin­desmiss­brauch ist böse, Geld zu unterschlagen auch! Dann aber gibt es Sünden, die es früher nicht gab: eine Ohrfeige zu geben; so zu sprechen und zu schreiben wie früher alle Menschen, etwa Goethe, Joseph Roth, Karl Valentin, alle Deutschlehrer, ohne zu „gendern“; zu denken, dass es Homo­sexuellen erlaubt sein muss, eine Veränderung anzustreben, und dass dies möglich ist; zu glauben, Kinder seien glücklicher bei ihren Müttern als bei „diplomierten“ Personen. Alles Pfui und „Sünde“ heute! Und wehe, wem Zweifel kommen an der unfehlbaren Lehr- und Bestimmungs-Autorität des Staates in allen Lebensfragen, besonders was die sexuelle Frühaufklärung der Kinder betrifft! […] Natürlich, die reflexartige, höhnische Abwehr, wenn jemand von Wahrheit spricht, setzt heute nicht ein, wenn es um Umfrage-Ergebnisse oder Wetterprognosen geht. Eigenartigerweise wagt es auch kaum jemand, „Wissenschaft“ in Frage zu stellen, wenn sie nur die Maskerade einer gottfeindlichen Ideologie ist wie die radikale Evolutionslehre, die sich Wissenschaft nennt, obwohl sie die Hauptkriterien der Naturwissenschaft, Beobachtung und Wiederholbarkeit, nicht vorzuweisen hat.

Über die Häresie der Vernunft-Leugnung und Verherrlichung der Homosexualität:

Zur Häresie der Vernunft-Leugnung gehören natürlich auch die Gender-Ideologie, die Legitimierung der Abtreibung, die Verherrlichung der Homosexualität. Ein Angriff auf die Vernunft ist auch die Behauptung, alle Religionen seien gleich, was meist soviel heißen soll, wie dass alle „gleichgültig“ sind und keine gültig sein kann, weil es keine Wahrheit gibt, genauso wenig wie „gesunde Vernunft“!

Über die Opfer des Loveparade-Unglücks in Duisburg 2010:

Das Mitleid mit den Opfern ist eine Sache, eine andere die Feststellung: „Love – Parade“ und Teilnahme an ihnen sind, abgesehen von ihrem abstoßenden Erscheinungsbild, objektiv eine Art Aufstand gegen die Schöpfung und gegen die Ordnung Gottes, sind Sünde und Einladung zur Sünde! […] Sie dürfen nicht schöngeredet werden als „harmloses Feiern“ netter junger Menschen! Dazu kommt: So falsch die konkrete, moralische Verurteilung der Toten ist und bleibt, wäre es doch auch höchste Zeit zu fragen, warum viele Menschen heute auf den Begriff „Strafe“ wie von der Tarantel gebissen reagieren! […] Mit anderen Worten: Man weigert sich anzuerkennen, dass die Loveparade, abgesehen von ihrem krankhaften Erscheinungsbild, auch mit Sünde zu tun haben könnte und darum, folgerichtig, auch mit dem richtenden und strafenden Gott!

Über einen verfremdeten Text zu Verhütung:

Lieber Leser, darf ich Sie raten lassen? Also: Von welcher Organisation oder welcher Partei könnte dieser Text stammen? Finden Sie nicht auch, er beschreibt ziemlich genau, was heute vorgeht? Neulich ließ ich Leute raten, und viele tippten auf „Pro Familia“, also „Planned parenthood“!
Falsch geraten, ich habe den Text von verräterischen Spuren gereinigt, damit niemand meinen kann, er habe „nichts mit uns“ zu tun! Also, der Text stammt von Martin Bormann! (Bormann war Leiter der Partei-Kanzlei der NSDAP im Rang eines Reichsministers in Deutschland. Er wurde im Nürnberger Prozess zum Tod verurteilt. Anm. d. Red.)
Mein Kommentar ist: Da sind bestimme Leute, die die Antinazi-Keule schwingen, aber nicht merken, wie sie immer für all das stimmen, was Bormann für die slawischen Völker zur Selbstzerstörung fordert; sie sind die wahren Neonazis, in ihnen lebt der böse Geist Hitlers weiter und weiter!

Über die Zukunft:

Eine Verfolgung des Christentums gibt es zwar noch nicht, aber sie könnte sich entwickeln: aus Denkverboten und abstrusen Antidiskriminierungsgesetzen. […]
Wenn Europa die eigene Bevölkerung ausrottet, wird es zu einem grossen Altersheim. Es entsteht ein Vakuum, in das andere Völker einströmen. […]
Aber in dem Augenblick, in dem sie die Mehrheit stellen, werden sie folgerichtig und demokratisch sagen: Wir sind mehr als ihr, also bestimmen wir. […]
Auch „in der NS-Zeit gab es viele, die nicht gesehen haben, was da kommt“. Als Vergleich mit dem Nationalsozialismus sei diese Aussage nicht gemeint. „Ich vergleiche nur, dass eine Mehrheit bejaht, was sich später als grosses Unheil herausstellt“, sagte Laun.

Über Homosexualität i:

Homosexuelle würden wie Moslems denken, wenn sie behaupten, dass ihre sexuelle Orientierung nicht verändert werden könne. Denn im Islam sei es auch verboten zu konvertieren, so der 65-jährige Salzburger Bischof. […] „Homosexuelle Ideologen“ wollen dem katholischen Würdenträger zufolge „anderen Menschen mit homosexuellen Neigungen die ‚Abkehr’ und ‚Konversion’ zur Heterosexualität verbieten, vielleicht sogar unter Strafandrohung, zumindest für die ‚Fluchthelfer‘, Therapeuten, die behilflich zu sein versuchen!“.

Über Homosexualität ii:

Das Thema [Homo-Ehe] wird von der mächtigen, international agierenden „Homo-Lobby“ in den Medien so vorangetrieben, dass sich kaum eine Partei mehr getraut zu widersprechen und lieber das Risiko auf sich nimmt, Wählerstimmen, vor allem christliche, zu verlieren. […] Warum sollten also andere Menschen für sie mitzahlen und ihre fehlenden Einzahlungen in den gemeinsamen Topf ersetzen? Ihre Homosexualität stellt keinen Nutzen für die Allgemeinheit dar, sondern eher im Gegenteil: Homosexuelle Aktivitäten bergen ein Gesundheitsrisiko in sich, wie es für andere Menschen nicht besteht.

Vom Gastkommentar in „Zur Zeit“, wo (nicht aus Launs Feder stammende) Artikel schon mal mit „Deutschland erwache!“ beendet, Hitler als „großer Sozialrevolutionär“ gefeiert und Migranten als „Neger“ beschimpft werden, mal ganz abgesehen.

Happy Halloween!

Andreas Laun und das Wunderfoto

Etwas Besinnliches zum neuen Jahr: Was haben Jesus, die Apostel, Maria, Benedikt von Nursia, Franz von Assisi und der Salzburger Weihbischof Andreas Laun gemeinsam?

Im Jahr 2005 schien die Antwort auf diese Frage ganz nahe. Andreas Laun hatte am 20. Februar eine zweieinhalbstündige Messe gefeiert, bei der sich Wundersames ereignete, wie der ‚Fatima-Bote‘ (ab Seite 13) in seiner Juni/Juli/August-Ausgabe mitteilte:

Das Echo war einhellig: Eine wunderbare, erhebende und Mut verleihende Eucharistiefeier. Niemand beklagte sich über eine zu lange Dauer, im Gegenteil! Auch die mindestens 100 anwesenden Kinder verhielten sich erstaunlich ruhig, wurden aber dafür durch den speziellen Segen und einem Rosenkranz von Weihbischof Laun belohnt!

Das Highlight des Tages folgte allerdings erst später, als eine Besucherin ihre Foto-Aufnahmen der Messe durchging und über ein Bild stolperte, auf dem Launs Kopf durch einen hellen Fleck geschmückt wird. Der mutmaßlich ganz banale Lichteffekt, den niemand live gesehen hatte, wurde so zum Anlass für muntere Spekulationen: Handelte es sich, wie der ‚Fatima-Bote‘ in der Sommer-Ausgabe noch mit einem Fragezeichen schrieb, um ein „Wunderfoto?“? Waren die 100 Kinder Zeugen eines göttlichen Zeichens geworden? Hatten sich die Mühen und Entsagungen für Andreas Laun endlich in Form eines wohlverdienten Heiligenscheins ausgezahlt?

Der für seine fundierten wissenschaftlichen Berichte bekannte ‚Fatima-Bote‘ setzte nach Bekanntwerden des Fotos offenbar Himmel und Hölle in Bewegung und suchte den Rat eines Experten, den man beim „Prof. Dr.-Ing. W. Rienecker“ fand. Rienecker stellte „mit wissenschaftlicher Präzision“ fest, dass „eine Reihe von Aspekten für eine übernatürliche Ursache des Lichtkreises sprechen“, dass Lichteinfall durchs Fenster ebenso als Ursache ausgeschlossen werden könnte wie künstliches Licht, „Reflexionen des Blitzlichtes oder gezielte manipulative Lichteinstrahlungen“. Die „Licht-Kreisfläche“ sei also, nach gründlicher Analyse des Bildes, „nicht natürlichen Ursprungs“.

In der folgenden September/Oktober/November-Ausgabe (ab Seite 16) des ‚Fatima-Boten‘ wurde die Berichterstattung vertieft und um ein wenig Zahlenmystik aufgepeppt. Die Redaktion nahm das „Wunderfoto“, das nun ohne Fragezeichen auskam, zum Anlass, über biblische Erklärungen zum Thema Licht nachzudenken („Gott ist Licht und Schöpfer des Lichts“) und das Zeichen zu deuten: Das Bild sei um exakt 13 Uhr 13 und 13 Sekunden aufgenommen worden, freute man sich etwa, oder hob hervor, dass die beiden Hände eines neben Laun stehenden Priesters die Zahlen 6 und 3 auf der Anzeigetafel eingrenzten. Das wurde aus naheliegenden Gründen mit der „Göttlichen Liturgie des hl. Johannes Chrysostomus“ in Verbindung gebracht, wo „sowohl das Kyrie als auch das Trisagion (Heilig-Heilig) 9x wiederholt [wird], 3x die 3 als höchsten Lobpreis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, EIN GOTT“ – 13! Unterhalb der Hände des Priesters auf der Anzeigetafel: eine 13! Andreas Launs Geburtstag: ein 13.! Die Erscheinungen von Fatima: jeweils am 13. eines Monats!

Das alles konnte nun wirklich kein Zufall mehr sein, auch wenn der eng mit Laun vernetzte kath.net-Chef Roland Noé schon im April 2005 eher skeptisch schien, als er den Thread zum Thema eröffnete. Die UserInnen sahen das ähnlich und gaben sich bestürzt: „Arwen4″ fürchtete, die Diskussion gebe Laun der Lächerlichkeit preis, „Dirk“ würde mal die Linse putzen, und während „Alumne“ Laun ‚wirklich ein hohes Maß an Heiligmäßigkeit‘ zutraute, zweifelte er, ‚ob man dessen „Qualität“ wirklich photographieren kann???‘ Nur „Dolfi“, seines Zeichens Webmaster von fatima.ch, verstand die Aufregung nicht. Als er das Foto erhielt, sei Launs Reaktion ausgesprochen sachlich ausgefallen, außerdem habe er in die Veröffentlichung eingewilligt. Parallel sei dann eine CD mit der Aufnahme auch nach Rom geschickt worden, vielleicht, um Laun nun für höhere Aufgaben zu empfehlen und das „Wunderfoto“ nochmals überprüfen zu lassen.

Aus Rom scheint keine positive Nachricht gekommen zu sein, jedenfalls wurde das Thema seit 2006 nie wieder aufgegriffen und auf fatima.ch ist das Foto in der Zwischenzeit gelöscht worden. Ein Wunder!

Danke an Jörg für die Hinweise.

Laun in der ungeheuerlichsten Form

Dem Salzburger Weihbischof Andreas Laun muss man wohl zugute halten, dass er wirklich glaubt, was er in seinen Beiträgen auf kath.net so verzapft. Wenn er etwa ein Märchen über österreichische Brunnen verfasst, die durch minderwertiges importiertes Wasser abgelöst werden, dann kann man das nur als ernstgemeinte, in rassistische Worte gekleidete Furcht vor „Überfremdung“ interpretieren.

Andreas Laun beschäftigt sich heute auf kath.net mit dem Todesfall einer schwangeren Frau, der in Irland eine Abtreibung verweigert wurde. Eine Untersuchung ergab, dass sie eine Fehlgeburt erleiden würde, dennoch sahen die ÄrztInnen keinen Handlungsbedarf: „Dies ist ein katholisches Land.“ Vermutlich aufgrund dieser Untätigkeit starb nicht nur das Baby, sondern auch die Frau – an einer Blutvergiftung.

Laun wendet nun gegen Kritik von „Journalisten und Politiker[n]“ ein, dass sie (offenbar im Gegensatz zum Salzburger Weihbischof) „keine Gynäkologen“ seien und daher „weder ein eigenes medizinisches noch ein moralisches Urteil“ abgeben könnten. Er lobt sowohl den irischen „Rechtsstaat, der diesen Ehrentitel verdient“, als auch die zunehmend totalitärere kath.net-Lieblingsdiktatur in Ungarn und preist Mütter, die „zugunsten des Lebens ihre[r] Kinde[r] auf die für sie notwendige[n] Therapie[n] verzichtet und den Tod auf sich genommen“ hätten.

Vor allem aber ergeht Laun sich in wilden Nazi-Vergleichen. Er behauptet, dass „die größten internationalen Abtreibungsorganisationen historisch aus der Rassenlehre der Nationalsozialisten hervorgegangen“ seien und „dasselbe propagieren und auch dasselbe tun, was diese gedacht und getan haben“. Dieser völlig aus der Luft gegriffenen problematischen Darstellung widmet er einen eigenen Absatz:

Ist Abtreibungsverbot ein Nazi-Gesetz? Aber: Es galt nur für Deutsche. Was die Slawen betrifft, hatte Martin Bormann dieselben Pläne und Argumente entwickelt, wie sie heute von Planned Parenthood und ihren „Filialen“ weltweit, auch in Deutschland und Österreich, vertreten werden. Neonazis? Ja, es gibt sie, aber nur als kleine Gruppen, die man mit Hilfe der Polizei in Schach halten kann. Der Ort, wo Hitler wirklich weiter lebt, gefördert, finanziert und mit Preisen ausgezeichnet wird. ist jene Industrie des Todes, die mit Abtreibung Geld macht und unerwünschte Menschen vernichtet.

Diese Sätze spiegeln Launs Erregung wider, sind aber nicht nur interpunktionell bedenklich: Er konstruiert einen Zusammenhang zwischen Hitlers Privatsekretär Bormann und den heutigen Abtreibungskliniken und setzt Frauen, die Abtreibungen vornehmen lassen sowie die jeweiligen ÄrztInnen mit Nazis gleich. Eine Differenzierung findet nicht statt, und so versteigt er sich in der völlig wirren These, dass Abtreibungskliniken „der Ort“ seien, „wo Hitler wirklich weiter lebt“.

Launs Erguss kann man verkürzt mit ‚Abtreibung ist der neue Nationalsozialismus‘ beschreiben: Während Neonazis „mit Hilfe der Polizei in Schach“ gehalten werden könnten, dürfe Hitler in Abtreibungskliniken wirken. Das ist Geschichtsrevisionismus in seiner schlimmsten Form, und so verwundert es nicht, dass Andreas Laun zumindest bis Ende 2011 zu der Handvoll der auch auf kreuz.net geschätzten Geistlichen gehörte – wahlweise lobte ihn das rechtsradikale Portal als „Salzburger Bekenner-Bischof“, „mutigen Lebensschützer“ oder eben als einen „der wenigen katholischen Bischöfe Westeuropas, der sich konsequent gegen die Abtreibungsgewalt einsetzt“.

Rechtskatholische rape culture

Jörg Kachelmann sorgt derzeit wieder für Gesprächsstoff: Der Meterologe wurde im letzten Jahr vom Mannheimer Landgericht vom Vorwurf freigesprochen, seine ehemalige Freundin vergewaltigt zu haben. Es folgte die Veröffentlichung des – aktuell wieder vom Markt genommenen – Buchs „Recht und Gerechtigkeit“ und ein sonntäglicher Auftritt bei ARD-Plaudertasche Günther Jauch.

Auch kath.net hat von der Geschichte Wind bekommen und widmete ihm unlängst einen Artikel. „Im Bereich Missbrauch und Vergewaltigung sind Falschbeschuldigungen ein Massenphänomen geworden.“, wird er dort zitiert. „[F]ür Frauen“ seien „Verleumdungen“ Kachelmann zufolge „heute eine beliebte und effektive Waffe geworden“; ihnen werde von einer „gewohnheitsmäßig männerverurteilende[n] Justiz“ bei ihren dämonischen Plänen geholfen. Es existiere „eine Opferindustrie, die in dieser kranken Form endlich weg“ müsse.

Obwohl Jörg Kachelmanns Buch nichts mit katholischen Nachrichten zu tun hat, passt die Berichterstattung zu kath.net: Unabhängig vom Fall Kachelmann wurde dort schon mehrfach der Versuch unternommen, Vergewaltigungen zu marginalisieren – bis hin zur völligen Umkehr von Opfer und Täter.

Als in den letzten Jahren immer mehr Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche publik wurden, schwieg sich kath.net entweder völlig aus, verwies auf ähnliche Vorkommnisse in der evangelischen Kirche oder nutzte die Gelegenheit, um rechtspopulistische Bücher zum Thema zu bewerben. Zum Beispiel das Werk „Die missbrauchte Republik“, in dem bekannte Namen wie etwa Christa Meves, Gabriele Kuby oder Andreas Laun von einer „Pädophilenlobby“ fantasierten, die von „namhafte[n] Politiker[n] aus FDP, SPD, Bündnis90/Die Grünen“ gesteuert würde. Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche sei hingegen „durchschnittlich weit seltener als in der restlichen bundesdeutschen Gesellschaft“ verbreitet.

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun schrieb beispielsweise 2010 in einem Klartext pro fundamentalistischen Religionsunterricht, „‚Wegschauen‘ und ‚Vertuschen‘“ in Bezug auf den Religionsunterricht sei „heute noch häufiger als im Bereich des Missbrauchs“: „anders und doch ebenso gefährlich, vielleicht sogar schlimmer!“

Der ehemalige Salzburger Erzbischof Georg Eder, unter dem Laun 1995 Weihbischof wurde, wird von der Emma mit dem Satz zitiert: „Wird eine Frau nach einer Vergewaltigung schwanger, dann hat es ihr Spaß gemacht.“ Möglicherweise davon inspiriert sprach Laun 2006 über ein Mädchen, das mit 7 Jahren von ihrem Onkel sexuell missbraucht und schwanger geworden war. Sie ließ abtreiben, worauf die Exkommunikation folgte. Laun zeigte sich großzügig, gestand dem Mädchen zu, dass sie „vermutlich unschuldig“ sei, aber Reue zeigen müsse:

Auch wird der Bischof diese Exkommunikation wahrscheinlich bereitwillig aufheben, wenn die Betroffenen Reue zeigen. Aber die Exkommunikation ist richtig, denn sie verteidigt das Leben des ungeborenen Kindes und – in diesem Fall – auch das 11-jährige, vermutlich unschuldige Mädchen.

Eine ähnlich unfassbare Wortwahl und Gedankenakrobatik fiel Andreas Unterberger in einem Gastkommentar auf kath.net ein. Er verhöhnte 2011 eine 45-jährige Frau, die angab, als Jugendliche von einem prominenten Geistlichen und weiteren Männern vergewaltigt worden zu sein. Dafür, dass sie die Vorwürfe erst viele Jahre später erhob, hatte Unterberger nur zwei mögliche Erklärungen: „Entweder sie hat psychische Probleme oder kriminelle Energie.“
Und: „In jeder normalen Umgebung würde diese Frau für die nach 28 Jahren entdeckte Nötigung ausgelacht werden.“

Leseempfehlung vii

Volker beschäftigt sich auf seinem Blog mit Andreas Laun und dem Thema Religionsunterricht:

-> Balken und Splitter: Von lähmender Angst und befreiendem Mut

An dieser Stelle sei auch noch einmal an einen kath.net-Beitrag aus dem Jahr 2010 erinnert: Laun zitierte damals den (angeblichen) Brief einer (angeblich) 15-jährigen Schülerin und schrieb in der Einleitung sinngemäß, dass liberaler Religionsunterricht schlimmer sein könne als sexueller Missbrauch.