Archiv der Kategorie 'Best of 2012'

Die kath.net-Highlights 2012 – Die Plätze 10-6

Platz 10: Eitelkeit und Selbstmitleid

Was war passiert?
Am Schweizer Abt Martin Werlen statuierte kath.net im November 2012 ein Exempel: Weil der als eher liberal bekannte Werlen weder ein Interview geben noch einen Gastkommentar schreiben wollte, reagierte die kath.net-Redaktion wie ein kleines Kind, dem man einen Lutscher wegnimmt ein kleiner katholischer Fundamentalist, dem man die signierte Erstausgabe von Gabriele Kubys Buch „Die globale sexuelle Revolution“ stibitzt. kath.net-Chef Roland Noé machte die zuvor ausgetauschten Emails daraufhin öffentlich und prangerte Werlen in gewohnt sachlicher Art und Weise als „Brandstifter“ und „Dialogverweigerer“ an.

Exemplarische Lesermeinung:

Warum ist Abt Martin noch im Amt?
Ja, warum?

(„Vonderwiege“ hier)

Nach- und weiterlesen:
- Eitelkeit und Selbstmitleid
- Eitelkeit und Selbstmitleid ii
-> Das verweigerte Interview (Lectio Brevior)

Platz 9: Die Oblinger-Affäre

Was war passiert?
Der katholische Priester Georg Oblinger hatte sich die ‚Junge Freiheit‘, wo er eine eigene Kolumne unterhielt, als ersten Zwischenposten auf dem Weg zur ganz großen publizistischen Karriere ausgesucht. Weil die ‚Junge Freiheit‘ aber auch ehemaligen Mitgliedern faschistischer Terrororganisationen, kath.net-Gastkommentatoren, NPD-Chefs und Autoren, die Zweifel an der offiziellen Holocaust-Opferzahl anmelden, eine Plattform bietet, war das Augsburger Bistum im Januar nicht besonders erfreut über Oblingers journalistische Betätigung und verbot dem Pfarrer weitere Veröffentlichungen in der JF. kath.net fand das, was angesichts der JF-Bannerwerbung und den vielen personellen wie inhaltlichen Übereinstimmungen kaum überrascht, nicht so toll. Wütend wurde über „Zensur“ respektive „Schreibverbot“ geschimpft, die Kontaktadresse des Bistums verlinkt und, um den Streit noch imposanter zu gestalten, erlogen, die JF sei die „zweitgrößte Wochenzeitung Deutschlands“. Das wäre bei einer Auflage von circa 21.000 Exemplaren gegenüber 930.000 beim Spiegel und etwa 500.000 bei der Zeit eine kleine Überraschung.
Der Fall war der erste große Aufreger des Jahres und führte sogar dazu, dass kath.net die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN, die Charta der Grundrechte der Europäischen Union und das deutsche Grundgesetz bemühte: Schließlich verletze das „Schreibverbot“ Oblingers Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung.

Exemplarische Lesermeinung:

Ich sehe bei der JF auch keinen „Rechtsextemen Hintergrund“.
„Deutschnational“ entspricht nicht meiner Denkrichtung aber ich halte es für völligen Unfug, ja verleumderisch, diese Einstellung mit einem „Braunen Sumpf“ zu verbinden. Wenn man die heutige „Mainstream-Presselandschaft“ mit ihrer atheistischen oder gnostischen Linkslastigkeit betrachtet, könnte man fast der Meinung sein, die DDR hätte sich modernisiert und Westdeutschland übernommen!! Dem müssen wir als Katholiken verantwortungsbewusst entgegentreten!

(„Dismas“ hier)

Nach- und weiterlesen:
- Wer nicht passt, wird passend geschwiegen
- Wieso man die Junge Freiheit guten Gewissens doof finden darf
- Narrenfreiheit für einen Pfarrer?
- Beste Gesellschaft

Platz 8: Wirbel um ein Pfarrgemeinderatsmitglied

Was war passiert?
Irgendwo in der niederösterreichischen Provinz liegt Stützenhofen, das zur eher übersichtlichen Gemeinde Drasenhofen gehört. Dort gibt es nicht viel, außer einem Museum für alte Traktoren. Dennoch fand der Ort Erwähnung auf kath.net: Ein Stützenhofener Pfarrgemeinderatsmitglied lebt offen homosexuell, wofür ihn kath.net öffentlich bloßstellte und tadelte. Ihm sei es aufgrund seiner sexuellen Orientierung unmöglich, die Glaubenslehre der Kirche anzuerkennen. Die Proteste schienen erfolgreich, denn der mit kath.net eng vernetzte Wiener Kardinal Schönborn nahm sich der Sache persönlich an, die Messe schien gelesen. Dann die Überraschung: „Erlaubt Kardinal Schönborn homosexuellen Pfarrgemeinderat?“, titelte kath.net ungläubig und musste die Frage wenig später bejahen. Der kath.net-Kolumnist und im Netz als „Pfaffenheini“ bekannte Pfarrer Christian „I am not gay, although this may be politically incorrect / it’s a pleasure to live like this in fact“ Sieberer forderte das Pfarrgemeinderatsmitglied wenig subtil auf, der Homosexualität abzuschwören, andernfalls werde es Ärger aus Rom geben. Es half alles nichts, zähneknirschend gab kath.net klein bei und meidet Stützenhofen seitdem weiträumig.

Exemplarische Lesermeinung:

Verstehe ich das richtig: arbeitet tatsächlich ein Homosexueller, der in einer eingetragenen Partnerschaft lebt, bei der Caritas mit behinderten Kindern?
Mir scheint die hauptberufliche kirchliche Arbeit mit behinderten Kindern NOCH FRAGWÜRDIGER zu sein als der ehrenamtliche Einsatz.

(„Bene16″ hier)

Nach- und weiterlesen:
- The KKK took his schlimme Abirrung away
- The KKK took his schlimme Abirrung away ii

Platz 7: Dauerwerbesendung für die rechte Sache

Was war passiert?
Der Sommer war Ende September 2012, wie oft zuvor, dem Herbst gewichen, der wiederum eine Ahnung des bevorstehenden Winters ins Land warf. Vielleicht hatte kath.net die Bannerwerbung des Miriam-Verlags also nur wegen des unschlagbaren Sonderangebots für Weihnachten („Nussschalen-Krippe“, 1,80€) akzeptiert und dabei das Buchsortiment aus den Augen verloren. Der Miriam-Verlag führt in seinem Angebot nämlich unter anderem auch Werke von Manfred Adler. Adler war Autor antisemitischer und verschwörungstheoretischer Abhandlungen über „Die Söhne der Finsternis“, zu denen der frühere Lehrer vor allem Freimaurer und Juden zählte. Der Miriam-Verlag bietet, mutmaßlich aus rechtlichen Gründen, mittlerweile nur noch drei Bücher Adlers an. Dabei fehlen seine bekanntesten, in den Siebzigern ebenfalls bei Miriam erschienenen Bücher über die „internationale Hochfinanz“, die „sprichwörtliche Geschäftstüchtigkeit und politische Skrupellosigkeit“ der Juden und Fragen wie: Wer trägt die größere Schuld am Holocaust: „Nazis oder Zionisten?“
Weiterhin bietet der Miriam-Verlag indes ein Adlersches Werk an, das sich mit der „Verschwörung der Insider-Imperialisten“ ebenso eingehend beschäftigt wie mit der „Bilderberg-Gruppe“ und dem „Vatikan und die Weltherrscher der Finsternis“. Die Werbebanner sind bis heute nicht von kath.net verschwunden.

Exemplarische Lesermeinung:
-

Nach- und weiterlesen:
- Dauerwerbesendung ii
- Noch weniger wissen mit Kathpedia

Platz 6: Eine nicht ganz ideale Überschrift

Was war passiert?
„In Deutschland schrumpft die evangelische Kirche schneller als die katholische“, leitete kath.net im Juli einen von der evangelikalen Nachrichtenagentur idea verfassten Artikel ein. Wie so oft bestand die Eigenleistung der Redaktion im Bebildern und Überschreiben eines Pressetextes. Das misslang allerdings gründlich: Die Überschrift „ProtestUNTEN – Evangelische Kirche schrumpft schneller als katholische“ hielt sich, mutmaßlich aufgrund massiver Proteste, nicht lange. Das ist wohl nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass „Protestunten“ eine der liebsten Hassvokabeln im Diffarmierungsarsenal von kreuz.net war.

Exemplarische Lesermeinung:
-

Nach- und weiterlesen:
- Keine gute Überschrift
-> Screenshot