Archiv der Kategorie 'Atheismus'

Eine einfache Rechnung

Es gibt gute Ideen und eher schlechte. Zu den guten zählen Erdbeereis, Weltfrieden und Pakete mit Luftpolsterfolie. Zu den schlechten sind mathematische Erklärungsmodelle zu rechnen, die im kath.net-Forum gepostet werden und den Einfluss von „‚missionierende[m] Atheismus‘ auf Glauben und Weltanschauung hierzulande“ untersuchen sollen.

Dem kathnews-Foristen „el_presidente“ sind solche Beiträge gelungen. Er studiert nach eigenen Angaben Mathematik auf Diplom und will sein an der Universität erworbenes Wissen einem breiteren Publikum vorführen: Er möchte in drei Postings Näheres über die Lebensbilanz eines „atheistische[n] Avantgardist[en] vom Giordano-Bruno-Club“ herausfinden und teilt dazu die Menschen in zwei Gruppen:

Es seien uns zwei Populationen gegeben, eine Raubpopulation R der Größe x(t) und eine Beutepopulation B der Größe y(t) (t bedeute die Zeit). R und B könnten Tierpopulationen sein, etwa Löwen & Antilopen, Wölfe & Schafe, Insektenarten, Zellen. Wesentlich ist jedenfalls, daß R unter Abwesenheit von B schrumpft – es herrscht Futtermangel bei den Löwen! Wenn der große Egon Friedell den Materialismus als den größten Teufel im Menschen bezeichnete, dann identifiziere ich R kurzerhand mit den Materialisten und B mit den Gottesfürchtigen (…Menschen in Deutschland).

Doch das ist „el_presidente“ noch etwas zu undifferenziert und so wird er konkreter:

Zu B zähle ich gute Katholiken, Moslems. In B nichts verloren haben Kulturprotestanten, Wellness-Buddhisten (western buddhism), Kartenleger, Hexentheoretiker, kath. Pharisäer, Heuchler.

Schwer zu sagen, wer schlimmer ist: Fundamentalistische Christen, die alle Muslime hassen – oder fundamentalistische Christen, die mit ebenso fundamentalistischen Muslimen eine Querfront des Schreckens anstreben, um gegen alle „Kulturprotestanten, Wellness-Buddhisten (western buddhism), Kartenleger, Hexentheoretiker, kath. Pharisäer, Heuchler“ zu kämpfen. „el_presidente“ beschäftigt sich derweil naturgemäß mit anderen Sachen:

Insgesamt erhalten wir x‘(t)=-a1x(t)+b1x(t)y(t) . Durch ganz entsprechende Überlegungen gewinnen wir die Gleichung y‘(t)=a2y(t)-b2x(t)y(t) (a2,b2 positive Konstanten) und damit folgendes System von Differentialgleichungen:

x‘=-a1x+b1xy , y‘=a2y-b2xy (1)

Und das bedeutet in der Welt von „el_presidente“:

Am Beispiel von Populationen wilder Tiere, z.B. Löwen und Antilopen sehen wir, daß unser mathematisches Modell überraschend schlagkräftig ist (man zeiche eine Ellipse in ein xy-Koordinatensystem und überzeuge sich selbst): Wir beginnen im Uhrzeigersinn am äußersten linken Punkt der Ellipse (minimale Raubpopulation). Hier kann sich zunächst B vergrößern und damit auch R (dank wachsender Nahrungsvorräte). Mit Überschreitung des Schwellenwertes p wird R übermächtig und das führt zu einer Verminderung von B. Unterschreitet B nun den Schwellenwert q, so vermindert sich plötzlich auch R (wegen schwindender Nahrungsvorräte).

Materialisten fressen also, man ahnte es, nicht bloß kleine Kinder, sondern auch „gute Katholiken“. Allerdings besitzen sie immerhin den Anstand, eine Schonzeit zu beachten:

Sinkt R unter p herab, so beginnt die sogenannte „Schonzeit“ für B, sodaß sich B nun wieder bis zum Wert q vergrößern kann. Nun ist B groß genug, um wieder ein Wachstum von R anzuregen. Das ganze Spiel wiederholt sich nun immer wieder: Ein Kreislauf der Natur, der die einzelnen Tierpopulationen im Gleichgewicht hält!

Der Kreislauf des Lebens: Materialistische Räuber gegen rechtgläubige Monotheisten – so war es schon immer und so wird es gewiss bis zum Ende aller Zeiten bleiben. Wer sich aber nach dieser weltexklusiven Deutung der Realität am Ende des Erkenntnisprozesses wähnt, liegt fast so falsch wie „el_presidente“. Denn der läuft gerade erst zu Hochform auf und macht sich, „da nunmehr die Grundverhältnisse geklärt sind“, ans Eingemachte: Die Materialisten (R) sind, so ist zu erfahren, zwar böse und mit geschätzten „85%“ in der Überzahl, aber nichts im Vergleich zur „kleine[n] aber feine[n] Gruppe missionierender Atheisten“.

Um deren Einfluss zu messen, führt „el_presidente“ die Konstante d ein – den „Dawkins-Faktor“, wobei das d auch für „dezimierend“ stehen könnte:

wir lassen von Außen einen dezimierenden Einfluss auf unser System einwirken, welcher beide (Erklärung folgt!) Populationen mit einer gewissen Rate d*x(t)bzw. d*y(t) vermindert (ich bezeichne die Konstante d als Dawkins-Faktor). Wären R und B Insektenarten, so könnte dies etwa durch das Versprühen von Insektiziden geschehen.

Wie sich das atheistische Gift auf das gute deutsche Volk auswirkt? Da ist „el_presidente“ ganz Realist:

Wie wirkt eigentlich das Gift – Pardon! – ich meine die Überzeugungskraft der „missionierenden Atheisten“ auf unser Volk? Die kleine Gruppe der Gottesfürchtigen, das zeigt die Erfahrung, scheint jedenfalls recht resistent dagegen zu sein. Aber wir wollen nicht kleinlich sein und dem atheistischen Missionar seinen Bekehrungserfolg auch in B zugestehen. Aber was ist mit R? Interessanterweise werden hier Menschen ganz unverhofft mit Problemen konfrontiert, von denen sie gar nicht wussten, daß sie sie hatten – Gott! und natürlich auch: Die Hölle! Nun, da ich ziemlich desillusioniert bin, gehe ich davon aus, daß 90% von R dauerhaft auch die grenzwertigsten Thesen eines Giordano-Bruno-Fritzen ohne größeren Einspruch hinnehmen, und beruhigt jegliche Sorgen über Sünde und Hölle genauso schnell vergessen werden, wie sie aufgekommen sind. Es schmeichelt schließlich den Ohren eines Materialisten, wenn ihm gebetsmühlenartig versichert wird, daß er sich nichts vorzuwerfen hat und sich obendrein noch zu den denkenden, aufgeklärten Menschen zählen darf! Aber für andere ist diese Konfrontation gerade der Impetus für einen entgegengesetzten Denkprozess, zusätzlich herausgefordert durch eine vielleicht als sehr abstoßend empfundene Süffisanz und Dreistigkeit dieser im Grunde kleinformatigen Demagogen, die sich vorbeugend und vorzugsweise genau dann der Einschüchterungsmethode (Ja wer glaubt denn an Kobolde? Sie etwa?!?) und Plattitüden (sapere aude) bedienenden, wenn sie eine Entblößung ihres zutiefst esoterischen Denkfundaments zu befürchten haben. Bei einigen Materialisten wird dieser Denkprozess schließlich zu einer Abkehr vom Materialismus und zu einer Hinwendung zum Idealismus (einer dritten Gruppe) führen.

Und so geht es dann weiter mit einem Formelwirrwarr, das „el_presidente“ schließlich – immerhin das ist ein Zeichen von Barmherzigkeit – auflöst:

Verblüffenderweise hat sich R verkleinert und B vergrößert! Wenn ich in meiner Wut ein Feld mit Insektiziden besprühe, um auch die letzten Schädlinge auszurotten, so muß ich eben auch damit rechnen, daß ich am Ende sogar mehr Schädlinge habe als vorher, nämlich dann, wenn ich die natürlichen Fressfeinde der Schädlinge gleich mitbekämpfe.
Meine Überlegungen führen mich also zu der Behauptung: Der Missionierend Atheismus in Deutschland ist ein Phänomen, das durch die Verringerung der Anzahl der dort lebenden Materialisten und die Erhöhung der Anzahl der Gottesfürchtigen einen wervollen Beitrag zur Rechristianisierung leistet. Gott schreibt nicht nur auf krummen Linien grade, er schreibt auch auf den krummsten Linien noch gerade!

Dieses Manifest des Wahnsinns erinnert wohl nur zufällig an jene kalte Berechenbarkeit, die Atheisten immer wieder vorgeworfen wird.

Aber apropos:
Sei a die Ignoranz und b die Menschenverachtung und bezeichne ferner c den Quatsch, der beim Verquirlen von religiösem Fanatismus und Wissenschaft entsteht, dann ergibt
a²+b²=c².

Mit Dank für den Hinweis an „Diskordianerpapst“.

Expertenmeinung zur atheistischen Weltverschwörung

Der Schauprozess gegen die feministische Punk-Band Pussy Riot wird, wie kath.net heute berichtet, von der österreichischen Initiative „Religion ist Privatsache“ zur nicht besonders klugen Forderung genutzt, der russisch-orthodoxen Kirche in Wien „ihre Rechtspersönlichkeit“ abzuerkennen.
kath.net-Leser „M.Schn-Fl“ weiß: Pussy Riot ging es nicht um den Protest gegen die autoritäre Herrschaft Putins, sondern darum, eine österreichische Kirche vor Probleme zu stellen. Das macht, in seiner Welt, vermutlich Sinn:

Instrumentalisierung
Hier wird wieder einmal deutlich, wie blindwütig aggressiv große Teile des organisierten Atheismus und Laizismus daherkommen nach dem Motto, was Recht, Freiheit und Demokratie ist bestimmen wir. Auch bestimmen wir, was gedacht, gesagt und getan werden darf.
Blindwütig, weil man gar nicht zur Kenntnis nimmt, daß Putin am Wochenende Milde für die 3 Frauen verlangt hat und auch nicht die Tatsache, daß sich die othodoxe Kirche in Russhalt heraus hält.
Der Vorfall wird instrumentalisiert, um der russischen Kirche in Österreich den Hals abzudrehen.
Ein Schelm, der etwa auf die Idee kommen sollte, daß es sich in Moskau um eine gezielte und organisierte Aktion der atheiitischen Internationale gehandelt haben könnte. Oder sollte man nicht so weit gehen?

Das ist nicht die ganze Wahrheit

Volker Beck, wegen seiner Homosexualität und der Parteizugehörigkeit (Die Grünen) eine Lieblingsfeindfigur der deutschen (christlichen) Rechten, setzt sich für das religiöse Recht auf Beschneidung ein. Dafür wird er, wie er in einem Zeit.de-Interview erklärte, von Atheisten kritisiert: „Auch die Weltanschauung des Atheismus“ könne, so Beck, „fundamentalistische Züge annehmen“.

So ein schönes Zitat, das alle Vorurteile zu belegen scheint, findet auch ein evangelikaler Nachrichtendienst wie idea nicht alle Tage, weshalb man dort um den Satz herum einen Artikel zimmerte, der heute auch auf kath.net veröffentlicht wurde. Dort wird der Eindruck erweckt, als wären die Beschneidungsgegner eine homogene Gruppe von Atheisten; als stünden einzig und allein religionsferne Menschen hinter den „massiv ablehnende[n] bis hasserfüllte[n] Reaktionen“, die Beck im Internet begegneten. Ebenfalls wird suggeriert, dass es Atheisten wären, die ihn per Mail als „Judenknecht“, der dem Zentralrat der Juden „in den Arsch“ krieche, verunglimpft hätten.

Dabei verschweigt der Artikel den Interview-Zusammenhang: Zwar geht Beck kurz auf die atheistischen Reaktionen ein, dass das Wort „Judenknecht“ bzw. der Großteil der hasserfüllten Kommentare aber von Atheisten stammen soll, geht aus dem Interview nicht hervor. Ganz im Gegenteil:

ZEIT ONLINE: Aber der Shitstorm bezieht sich doch nicht nur auf die Religion schlechthin. Er bezieht sich hier ganz konkret auf Juden und Muslime.

Beck: Selbstverständlich. In einer E-Mail bin ich als „Judenknecht“ tituliert worden, der dem „Zentralrat der Juden in den Arsch kriecht“. Die Juden würden sowieso alles in dieser Gesellschaft dominieren. Ich habe Strafanzeige erstattet. Wenn ich bei manchen Tweets nachschaue, was die Person sonst noch so alles schreibt, dann stellt man fest, das sind oft auch Leute dabei, die sich auch gegen die Solidarität in Europa wenden, gegen den Rettungsschirm, für die Wiedereinführung der D-Mark, gegen das Existenzminimum von Flüchtlingen.

Es überrascht nicht wirklich, dass diese offensichtlich rechtspopulistischen Pöbler im Artikel keine Erwähnung finden: Schließlich machen sie, das zeigen die vielen Kommentare unter einschlägigen Artikeln, einen nicht unwesentlichen Teil der kath.net-Leserschaft aus.

Noch weniger wissen mit Kathpedia

Dass Kathpedia keine annähernd seriöse Quelle darstellt, ist keine neue Erkenntnis. Die laut Impressum von kath.net geführte „freie katholische Enzyklopädie“ verbreitet haarsträubend falsche Behauptungen über die bekannten Feindbilder reaktionärer Christen. Eine Eigenheit katholischer Fundamentalisten ist die Ablehnung von Freimaurerei, die sich wesentlich auf Vorurteile und Lügen wie den sog. Taxil-Schwindel stützt.

Der Kathpedia-Artikel zur Freimaurerei soll im Folgenden genauer beleuchtet werden, besonders inwiefern Tatsachen mit Verschwörungstheorien und Klischees vermengt werden. Dabei sind es aber nicht nur die Inhalte des Artikels, die Fragen aufwerfen. Auch einige der zitierten Autoren schreiben nicht bloß ideologisch gefärbten Unsinn, sondern sind in der Vergangenheit auch durch revisionistische Behauptungen aufgefallen.

Karl Heise etwa, der wie selbstverständlich als Kronzeuge für vermeintliche systematische Lügen der Freimaurer angeführt wird, war ein Anhänger des Nationalsozialismus und Autor verschwörungstheoretischer Bücher. Er behauptete unter anderem, dass der 1. Weltkrieg von den Freimaurern ausgelöst worden sei; begeisterte Leser seiner Werke fand er beispielsweise in NSDAP-Politiker Alfred Rosenberg und Reichsführer-SS Heinrich Himmler.

Ebenfalls wird sich auf Rudolf Graber berufen, laut Kathpedia immerhin „einer der begabtesten Theologen des 20. Jahrhunderts“, ein „eifriger Seelsorger, ein hervorragender Wissenschaftler, Autor und ein frommer Beter“. Mit „einem feinen Gespür für den Pulsschlag der Zeit“ habe er „fruchtbare Beziehungen zu Persönlichkeiten und Bewegungen“ aufgebaut, „die ebenso wie er, aus christlicher Schau die Zeitprobleme zu bewältigen suchten“. Freilich fehlt bei Kathpedia der Hinweis darauf, dass eine dieser Personen, die Zeitprobleme „aus christlicher Schau“ zu bewältigen suchte, Adolf Hitler hieß. Den nannte Graber, ganz Widerstandskämpfer, 1933 „Retter, Vater und irdischer Heiland“, der „die instinktive Abneigung des deutschen Volkes“ mit dem „Kampf gegen das Judentum“ bediene, schließlich solle „das verworfene Israel“ nicht die Welt beherrschen. Graber sah das dritte Reich „als Rettung des Abendlandes vor dem Chaos des Bolschewismus, asiatischer Barbarei“. Kardinal Ratzinger wird übrigens mit der Meinung zitiert, Gruber habe „wie nur ganz wenige“ gegen „den Ungeist des Dritten Reichs“ standgehalten.

Schließlich wird auch Manfred Adler ohne Einordnung zitiert. In seinem Kathpedia-Artikel heißt es, der ehemalige Religionslehrer sei „aufgrund einer Pressekampagne eines Boulevardmagazins“ aus dem Schuldienst suspendiert worden. Seine letzten Jahre habe er damit verbracht, „täglich das Heilige Messopfer im Seniorenheim St. Bonifatius in Limburgerhof“ zu feiern. Mit keinem Wort wird darauf eingegangen, dass Adler mit antisemitischen Verschwörungstheorien aufgefallen war. In seinem im katholischen Miriam-Verlag veröffentlichten Buch „Die Söhne der Finsternis“ sprach er dem Zionismus „brutale und rücksichtslose Machtpolitik“ und „erbarmungslosen Terror“ zu, schwadronierte davon, dass „die Medien“ vorwiegend „von Freimaurern und Zionisten beherrscht“ würden und reproduzierte damit die bekannten Weltverschwörungstheorien. Er zitierte wiederholt Rechtsextremisten und Holocaustleugner und berief sich auf eine angeblich 1933 erklärte jüdische Kriegserklärung.

Eine atheistische neue Weltordnung?

Der Kathpedia-Artikel hebt vielversprechend an: Der „Bund der Freimaurerei“ sei eine „Pseudo-Religion“, die alle „früheren“ Religionen „zu ersetzen und aufzusaugen“ suche. Außerdem sei sie auf eine „permanente atheistische und antichristliche Revolution in allen Gebieten der Kultur ausgerichtet“, ferner sei der (?) „bröckelnde Kommunismus […] ein Abkömmling der Freimaurerei“.
Belege für diese Behauptungen gibt es freilich keine, die hohe Frequenz an Unfug gibt aber die Stoßrichtung vor: Mit Fakten wird sich hier nicht aufgehalten, stattdessen wird den Verschwörungstheorien gefrönt: „Ziel der Freimaurer: Die Neue Weltordnung“ lautet eine Kapitelüberschrift, die nicht zufällig an Werke der neurechten Truther-Bewegung erinnert.

Es sei „das Ziel“ der Freimaurer, eine „einheitliche Regierung“ zu etablieren, einen „ein Welt-Super-Staat“, der auch die Katholische Kirche mit einer „Gegenkirche“ überflüssig machen wolle. Das solle geschehen, indem die bestehenden Institutionen von Freimaurern „unterminiert“ würden, durch „einen Marsch durch die Institutionen“. Dabei wird, eine Abgrenzung von den typischen „Wahrheitsbewegungen“, der Fokus weniger auf angebliche Bevölkerungsdezimierungssysteme gelegt, sondern auf einen „Synkretismus der Religionen“, der eine Voraussetzung für die vermeintliche neue Weltordnung sei. Als Beweise für das Wirken der Logen werden die üblichen lächerlichen „Beweise“ angeführt – die Freimaurer würden ihr Ziel mit einer „Herrschaft des Geldes“ anstreben:

Sie wird bildlich in der „1-Dollar-Note“ mit der Aufschrift: „Novus ordo saeculorum“ dargestellt. In der Mitte steht „In God we trust“ (in den pantheistischen Gott wird Hoffnung gesetzt), links daneben die Pyramide der Iluminaten mit dem freimaurerischen allsehenden Auge Gottes.

„Die Pyramide der Illuminaten“ auf dem US-Dollar hat mit dem Geheimorden freilich ebensowenig zu tun wie das Auge mit den Freimaurern. Vielmehr ist die nicht fertig gestellte Pyramide ein Zeichen für die zum Entstehungszeitpunkt noch unvollendeten USA, das allsehende Auge Gottes ist christlichen Ursprungs. „Novus ordo saeculorum“ bezieht sich auf die Abspaltung der ehemaligen britischen Siedler von ihrer Heimat; und auch „In God we trust“ hat keinerlei Bezug zur Freimaurerei.

Zitiert wird ferner eine Erklärung der Argentinischen Bischofskonferenz von 1959, in der die tendenziell antisemitische Vorstellung einer „Hochfinanz“ bedient wird, die die Welt beherrsche; in diesem Fall wird sie als von Freimaurern beherrscht angesehen.
Ebenfalls haltlos und bekannten Deutungsmustern antiamerikanischen Verschwörungstheorien nachempfunden ist die Behauptung, hinter den Kriegen in Afghanistan und im Irak steckten andere Gründe als die offiziellen:

Es soll ein weltweites finanzielles Kontrollsystem geben, das fähig ist, das politische System jedes Landes und die Wirtschaft der ganzen Welt zu beherrschen. Da das Vorpreschen der Freimaurerei in islamische Staaten verboten ist, kommen manche Staatssituationen wie gerufen, dort „notwendigerweise“ die Demokratie einführen zu müssen, welche ihre Daseinsberechtigung ermöglicht und garantiert.

Während die meisten anderen Behauptungen völlig ohne Quelle auskommen, wird als Kronzeuge für die angestrebte Weltherrschaft der Freimaurer ausgerechnet der oben erwähnte Manfred Adler angegeben.

In dem mit „Programm“ überschriebenen Abschnitt wird erneut ein herbeifantasierter Weg zur neuen Weltordnung genannt: „Das Programm zum Ziel der „Neuen Weltordnung“ ist die Säkularisierung.“ Der „allgemeine Humanitäts- und Toleranzgedanke“, wie es weiterhin heißt, stelle keine Überzeugung der Freimaurer dar, „sondern dient als Täuschungsmanöver ihrer Ziele“. Damit überträgt man die antisemitischen Vorstellungen von lügenden Juden auf die Freimaurer, denen zur Durchsetzung ihrer Absichten jedes Mittel recht sei.

Als Belege werden später aus dem Kontext gerissene Zitate aus hundert Jahre alten Werken vorgezaubert, wobei den Autoren bereits der Titel „Die Entstehung und der wahre Endzweck der Freimaurerei“ als Beweis für die üblen Absichten ausreicht. Der Verfasser dieses Buches, Ferdinand Katsch, sei von einem anderen Schriftsteller als „gewissenhafter, emsiger Forscher“ bezeichnet worden, was in Verbindung mit einem ganz offensichtlich inkorrekten weiteren Buchtitel wohl alle Zweifel beseitigen soll. Auch der oben genannte Karl Heise kommt zu Wort, es wird aus seinem Werk über die wahren Gründe des 1. Weltkrieges zitiert.

Stadtführungen und Radiosendungen statt wissenschaftlichen Quellen

Dass die neue Weltordnung nicht bloß ein Ziel für die ferne Zukunft sei, wird im Artikel ebenfalls nachdrücklich behauptet. So gingen „viel (sic!) politische Umstürze der Neuzeit […] auf das Ideengut der Freimaurerei zurück, und wurde (sic!) von Freimaurern geprägt“, wie es zu Beginn heißt. Als Belege werden „Z.B. Simon Bolivar in Kolumbien, Miranda in Venezuela, Magalhaes in Portugal, Mazzini und Garbaldi in Italien, Bela Kun und Kossuth in Ungarn, Kemal Pascha Atatürk in der Türkei, Jose Rizal auf den Philippinen, Mirabeu, Robespierre, Danton in Frankreich“ genannt. Dabei wird bewusst unklar gelassen, inwiefern die einzelnen „Umstürze“ mit der Freimaurerei zu tun gehabt haben sollen. Quellen fehlen natürlich ebenfalls. In der Kategorie „Ereignisse zur Freimaurerei“ wird dann auch zur Französischen Revolution festgestellt:

1789 Die Französische Revolution wurde im wesentlichen von Freimaurern geplant und durchgeführt. 1/3 der französischen Klerus wurde bestialisch dahingeschlachtet.

Gerne und ausführlich wird sich auf Burkhardt Gorissen gestützt, einen ehemaligen Freimaurer, der seine Mitgliedschaft nicht mit seinem christlichen Glauben vereinbaren konnte und schließlich aus dem Orden austrat. Seine Zitate machen fast ein Drittel der Belege aus, wobei nicht seine Bücher zitiert werden, sondern ein Radioauftritt aus dem Jahr 2001. Gorissen gibt an, dass die Freimaurerei einer der „zerstörendsten und zermürbendsten Einflüsse“ der Moderne sei:

Burkhardt Gorissen meint, dass die Unterwanderung des Christentums durch die Freimaurer einer der zerstörendsten und zermürbensten Einflüsse ist, mit denen wir heute zu kämpfen haben. Der Einfluss der Freimaurerei ist zum Großteil auch am Mangel geistlicher Leiterschaft und am mangelnden geistlichen Unterscheidungsvermögen schuld, unter dem wir heute so sehr leiden.

Weiterhin wird versucht, die Freimaurer mithilfe dreier Sätze einer Frankfurter Loge zur Atomenergie zu diskreditieren:

In den „Thesen bis zum Jahr 2000″ der Großloge A.F. u. A.M. v.D. Frankfurt heisst es in Nr. 12: „Die Kernkraft nutzen heißt die Energieproduktion der Sonne auf die Erde holen. Die Geburt dieser Idee dauert noch an. Die Zeit wird kommen, in der jeder neue Gedanke die Nutzung von Kernenergie auf der Erde bereits so voraussetzt wie jeder im Abendland entstandene Gedanke das Christentum.“

Obwohl (oder gerade weil) die Jahreszahl fehlt und somit die Möglichkeit einer Einordnung in den zeitgeschichtlichen Kontext verunmöglicht wird, werden diese Sätze in allerlei Verschwörerforen umhergereicht.

Die kurioseste Quelle zum angeblichen Einfluss der Freimaurer ist allerdings eine Brüsseler Stadtführung. Das Vorkommen von 30 Freimaurerlogen wird als Grund für die (zu) liberale Gesetzgebung der EU betrachtet:

Bei der Stadtführung in Brüssel wird informiert, dass es 30 Freimaurerlogen gebe. Dort werde die Europäische Politik gemacht. So ist Europa im Jahre 2010 schon fest im Diktatorengriff. Die Schweiz setzt Mitte 2010 die nicht öffentlich diskutierte Gender-Ideologie um, und wird in Zukunft in staatlichen Papieren nicht mehr Vater und Mutter schreiben, sondern Eltern 1 und Eltern 2. Da die staatlichen Organe durch Freimaurer fast weltweit unterwandert sind, wird die Ideologie relativ einfach umgesetzt. Dies ist nicht so zu verstehen, als ob ein Maurer stets der Vorsitzende einer Organisation wäre, sondern dass sie in Arbeitsplätze mit Lenkungsfunktion drängen. So sind sie in der fünffachen Gewaltenteilung des Staates vertreten: der gesetzgebenden, der richterlichen, der ausführenden, der medialen und der wirtschaftlichen Gewalt. Judikative Manipulation wäre z.B., dass ein Richter oder Anwalt (auch Staatsanwalt) ein mildes Urteil für seinen Mauererbruder erwirkt.

Klempner vs. Marienerscheinung

Die Begeisterung für vermeintlich magische und/oder satanistische Rituale wird im Kathpedia-Artikel zur Freimaurerei natürlich auch bedient. So ist etwa von einer Totenbeschwörung die Rede, die zur Erreichung eines Meistergrades innerhalb des Ordens notwendig sei. Webexklusiv berichtet man über jedes angebliche Detail:

Der Kandidat wird auf den Boden gelegt, in manchen Logen in einen Sarg. Dann wird der Kandidat mit einem Tuch bedeckt. Es wird ihm gesagt, dass er den Totenmeister Hiram darstelle. Drei Meister, der Meister vom Stuhl, der erste und zweite Aufseher gehen um den Sarg herum und stellen fest: Hier liegt ein Toter. Ein Zweiter antwortet dann: Das Fleisch lösst sich vom Bein. Daraufhin entgegnet der Stuhlmeister: So will ich ihn mit den fünf Punkten der Meisterschaft erheben. Daraufhin setzt der Meister vom Stuhl, Fuss gegen Fuss, Knie gegen Knie, legt Hand in Hand, Brust an Brust, den linken Arm um den Nacken des Bruders der aufgenommen bzw. erhoben werden soll und sagt ihm das Meisterwort: Mack Binack ins Ohr, was übersetzt heissen soll: „Er lebt im Sohne“. Die Freimaurer bezeichnen diese Ritual offiziell als „Todeserlebnis“. Dieses Ritual wurde früher in der Aufnahmeurkunde mit Blut unterzeichnet. Heute, als eingetragene Vereine, unterlassen die Freimaurer tunlichst, was gegen die gesellschaftlichen Regeln verstösst

Briefen, die ebenfalls nur Kathpedia-Autoren vorliegen, wird „luziferischer Geist“ zugeschrieben, wobei wahrscheinlich bewusst die bekannten, aber längst widerlegten Vorstellungen eines Satans- respektive Baphometkults aufgegriffen werden sollen. Bei den „Ereignissen zur Freimaurerei“ wird die mutmaßlich etwas dramatisierte Fassung eines dem Internet ebenfalls völlig unbekannten Vorkommnisses festgehalten:

Im Oktober 1917 entrollten Freimaurer auf dem Petersplatz in Rom, unter den Fenstern des Vatikans, ein Satansbanner, auf dem in grässlicher Verzerrung der Erzengel Michael dargestellt war, der sich in den Klauen Luzifers befand und von diesem zu Boden geworfen wurde. Auf einem Transparent standen die Worte: „Satan muss herrschen im Vatikan und der Papst muss sein Sklave sein!“ Dabei wurde die Satanshymne Carduccis (vgl. Tiara) gesungen.

Der Einfluss der Freimaurer habe 1917 im Übrigen auch vor der Verspätung einer Marienerscheinung nicht Halt gemacht, wie es direkt davor heißt:

24. Juni 1917: Die Freimaurerei feiert in aller Welt das 200-jährige Bestehen ihres Bundes. Als die Antwort des Himmels gilt Katholiken die Ankündigung des Triumphzuges des Unbefleckten HERZENS MARIENS in Fatima. Hier muss man wissen, dass Portugal 1917 nahezu ganz in den Händen der (30) Loge war und dass diese sich bemühte, als die Erscheinungen in Fatima bekannt wurden, mit allen Mitteln diesen angeblichen religiösen Aberglauben im Keime zu ersticken. Und besonders hatte es der freimaurerische Bezirksvorsitzende der Gegend von Fatima, der sogenannte Klempner, auf die drei Hirten-Seher-Kinder abgesehen. Kurz vor dem 13. August 1917 ließ er die Kinder entführen und einsperren und versuchte ihnen unter Todesandrohungen das Geheimnis zu entreißen, um sie dann als hysterisch oder psychopathisch, psychisch belastet, hinstellen zu können. Aber alles misslang, und wutentbrannt musste er die Kinder zurückbringen lassen. Das war der Grund, warum die Gottesmutter im August nicht am 13., sondern erst am 19. erschien.

Um ziemlich offensichtliche Lügen bei nachprüfbaren Themen ist man auch nicht verlegen: Der Eid zur Aufnahme in einen Orden wird mit „Dann wird damit gedroht, dass die Gurgel abgeschnitten würde, wenn man sich als Verräter erweisen sollte“ nur unzureichend wiedergegeben – diese Form ist seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr in Gebrauch.

Die heutige Bedeutung von Verschwörungstheorien wird am Beispiel dieses Freimaurer-Artikels auf Kathpedia gut sichtbar: In einer zusehends unübersichtlicheren Welt wird auf eine simple und angenehme Erklärung zurückgegriffen. Kritik von der Außenwelt kann damit noch nachdrücklicher als voreingenommen abgewiesen werden. Die völlig irrationale Ablehnung von Freimaurern nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Sie ist von der Katholischen Kirche legitimiert und gebietet geradezu, komplexe Prozesse mit einer von Freimaurern gesteuerten „Hochfinanz“ zu erklären und Revolutionen sowie Kriege auf das Wirken einiger angeblich verschworener Heimlichtuer zurückzuführen.

Der Kathpedia-Artikel bildet übrigens durchaus die Meinung von kath.net ab: Als 2011 Breiviks christliche Motivation bekannt wurde, reagierte man prompt und panisch mit mehreren Beiträgen, die seine Nähe zur Freimaurerei betonten und damit beweisen sollten, dass es sich beim norwegischen Massenmörder keinesfalls um einen Christen handeln könne.
Dass Autoren wie Karl Heise und Manfred Adler auf einer von kath.net geführten Seite derart unkritisch zitiert werden, spricht ebenfalls für sich.

Guten Morgen, Karsten Huhn!

Weltliche Medien gefallen der kath.net-Redaktion, wie man regelmäßig durchblicken lässt, eher so mittel. Der Hauptvorwurf: Sie würden nicht ausgewogen und neutral über katholische Belange berichten, den Papst stattdessen zu kritisch beäugen und im Umkehrschluss andere Gruppen bevorteilen. PI-Blogger nennen das in beneidenswert debiler Offenheit „linksversifft“, kath.net benutzt in der Regel den schönen Begriff „mediale Hetzjagd“.

Dabei geht es kath.net natürlich nicht ums Prinzip, nicht um ausgewogenen Journalismus für alle. Schließlich bedient man sich selbst nur allzu gerne manipulativer Berichterstattung, solange nicht die eigenen Leute und Institutionen betroffen sind. Anschaulich beobachten lässt sich das aktuell an einem Artikel vom idea-Journalisten Karsten Huhn.

Huhn berichtet von der Internationalen atheistischen Tagung 2012 in Köln, sein offenbar bestes Argument gegen die verachtenswerten Ungläubigen wird gleich zu Beginn des Artikels dreifach verschossen: „Guten Morgen, liebe Heiden!“ ist der Bericht überschrieben, „Guten Morgen, liebe Heiden“ ist der Beginn des zweiten Absatzes, „Good Morning“ ziert das begleitende Bild eines gähnenden Vogels (ein, haha, Huhn?). Die Fixierung auf die Begrüßung soll das Treffen wohl schon im Voraus lächerlich machen, was fraglos besser gelungen wäre, hätte Huhn auch die Zeit von mutmaßlich ca. 13:00 Uhr dazu genannt. Was den Artikel andererseits indes auch nicht gerettet hätte: Aus jeder Zeile perlt durch Ironie nur schlecht verdeckte Abscheu und der Wille, jede einzelne Minute der Veranstaltung in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen.
Da wird zunächst aufgezählt, ein Drittel der Deutschen sei mittlerweile konfessionslos und der Veranstalter habe verlautbaren lassen, dass der Atheismus soviel Zuspruch wie selten zuvor erfahre. Das kann Huhn natürlich nicht so stehen lassen, stattdessen versteigt er sich in einen hanebüchenen Vergleich:

So attraktiv scheint die Ablehnung Gottes dann aber doch nicht zu sein. Während zu Kirchen- und Katholikentagen Zehntausende pilgern, sind zum „Atheistentag“ nach Köln nur 200 bekennende Gottlose gekommen.

Nun sind Atheisten in der Regel nicht organisiert und haben im Vergleich zu christlichen Veranstaltungen knapp zwei Jahrtausende aufzuholen; zudem dürfte die Teilnehmerzahl bei einer durchschnittlichen katholischen Tagung nicht signifikant höher sein. Doch darum kümmert sich Huhn nicht, er berichtet lieber von den T-Shirts der Teilnehmer und davon, dass eine eher unbekannte SPD-Politikerin die prominenteste Rednerin sei (was ebenfalls zweilfhaft scheint).

Der Aufruf, mit Gläubigen ins Gespräch zu kommen, wird auf diese Weise schon mal zum „atheistischen Missionsbefehl“ verklärt, die Kritik am Christentum zur manischen Beschäftigung umgedichtet. Dass ein ehemaliger evangelikaler Prediger, der mittlerweile als Atheist lebt, seinen früheren Glauben noch immer öffentlich thematisiert, wertet Huhn als Zeichen, dass dieser nicht „los vom Christentum“ komme, schließlich habe er schon „98 öffentliche Diskussionen“ geführt. Überhaupt handle es sich bei all der Kritik am christlichen Glauben letztlich nur um den Wunsch, „Gott eine reinzuhauen“: Atheisten, die sich ihrer Sache sicher seien, könnten doch „bei einer Schorle am Rhein sitzen“ statt „mit Inbrunst“ auf einen Gott „einzuschlagen“, den es ihrer Meinung nach nicht gebe. Diese Menschen, die ihre Zeit für Diskussionen nutzen, sind für Huhn „strenggläubige Atheisten“. Und überhaupt handle es sich bei all den Reden auch nicht um Kritik, sondern um Versuche, „alle Schwächen, Versagen und Kuriositäten sämtlicher Religionen durch die Jauche“ zu ziehen.

Und weil Huhn gerade in der Laune ist, sich sachlich mit seinen Gegnern auseinander zu setzen, überschreibt er den nächsten Absatz mit „Die atheistischen Massenmörder“, verkürzt die Vorträge bis zur Lächerlichkeit und behauptet implizit, Hitler, Stalin und Mao hätten aufgrund ihrer (vermeintlich) atheistischen Weltsichten viele Millionen Menschen getötet/töten lassen.
Michael Schmidt-Salomon stellt er als Person vor, dessen Reden „von der Lust an Pointen, Polemik und Beleidigung“ geprägt seien, weshalb der Atheismus auch keine Zukunft habe:

Anstatt ständig die Nachteile des Glaubens zu benennen, müsse man künftig die Vorzüge des selbstbestimmten Lebens aufzeigen. Schmidt-Salomon hält diesen Vortrag schon seit Jahren. Warum benennt er nicht einfach selbst die Vorzüge des Atheismus? Ob das von ihm angekündigte Projekt „Evokids“ – das Evolutionstheorie an Grundschulen vermitteln soll – ausreicht, um Menschen für den Atheismus zu begeistern, darf jedenfalls bezweifelt werden.

Dass die im Rahmen der Tagung vorgenommene Preisverleihung des IBKA-Preises dann auch noch tatsächlich für die Nachwelt festgehalten wird, kommt Huhn ungeheuerlich vor:

Vier Kameras filmen das Ereignis, als handle es sich um den Eurovision Song Contest.

Er schließt:

Dass es sich um einen renommierten Preis handeln muss, ist daran zu erkennen, dass ihn zuletzt der Sexfilmer Oswalt Kolle erhalten hat.

Und dass es sich bei Karsten Huhn um einen renommierten Journalisten handeln muss, ist daran zu erkennen, dass er 2002 einen „Debattenbeitrag“ für die rechte Zeitschrift Junge Freiheit verfasste.