Archiv der Kategorie 'Antisemitismus'

Expertenmeinung zum Antikatholizismus

Manche sagen, kath.net-Leser „goegy“ sei ein Spinner, der Antisemitismus relativieren möchte. Andere Stimmen unterstellen kath.net eine gewisse Doppelmoral, weil die Redaktion „goegy“s Kommentare, der offiziellen philosemitischen Haltung zum Trotz, freischaltet:

Als Ausländer beobachtet man mit Staunen – und auch einer Dosis ernsten Bedenkens – wie sich dieses wiedervereinigte Deutschland zur europäischen Hochburg des Antikatholizismus entwickelt hat, Schritt für Schritt.
[…]
Manche sagen auch:“ Auf die Juden darf man nicht mehr eindreschen; das neue Feinbild heisst jetzt Katholiizismus „.

Expertenmeinungen zu Holocaustvergleichen

Im kath.net-Kommentarbereich wird wieder einmal der Holocaust relativiert: „Stephan Karl“ stimmt dort zwar dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof zu, dass Massentierhaltung nicht mit Konzentrationslagern verglichen werden sollte, schränkt aber ein:

Also in dem SPEZIELLEN Falle, bin ich auch für das Verbot. Überhaupt das Auf-Eine-Stufe-Stellen von Menschen und Tieren ist allgem. schon abartig (und definitiv unchristlich!). Außerdem noch den Massenmord an den Juden für die Newage- und Vegetarismusideologie zu Propagandazwecken zu instrumentalisieren, grenzt an Perversion. Da gebe ich Herrn Graumann völlig recht. Soetwas gehört unterbunden!
Allerdings um künftig nicht auf eine falsche Linie zu gelangen: BEI THEMEN WIE Z.B. ABTREIBUNG UND ANDEREN MASSENMORDEN MÜSSEN SOLCHE VERGLEICHE ERLAUBT SEIN, DA SIE VOLL ZUTREFFEN!!! DAS WORT „BABYCAUST“ IST GERECHTFERTIGT!

Auch „willibald reichert“ hat so seine Zweifel, ob Holocaust-Vergleiche per se gefährlicher Unfug sind:

Wie kann man eigentlich guten Gewis-
sens sagen, der Holocaust sei einmalig gewesen,
wenn die Menschentötung als angebliches Recht
der Frau nunmehr schon seit Jahrzehnten mit
anderen Begründungen legitimiert ist und inzwi-
schen die jüdischen Opfer längst überschritten hat? Der damaligen Generation hat man vorgewor-
fen, daß sie so etwas zugelassen hat. Warum
schweigen dieselben Verurteiler des Judengenozids, wenn es in unseren Tagen möglich
ist, daß der Mutterleib der gefährlichste Ort für
das menschliche Leben überhaupt ist?

Diese geschichtsvergessene Banalisierung hat auf kath.net eine lange Tradition. „Chrysanthus“ etwa fühlte sich anlässlich des 60. Gründungtags des Zentralrats der Juden in Deutschland verpflichtet festzustellen:

Der Völkermord an den Juden ist keineswegs „das größte Verbrechen der Geschichte“. Dieses war die Kreuzigung Jesu Christi auf Golgotha. Aber auch quantitativ gesehen (so irgendwie beschämend solche Aufrechnungen und Vergleiche auch sind) gab es größere Verbrechen, wie die Ausrottung der Kulaken in Russland oder der Holodomor, ebenfalls von Stalin veranlasst.
Ganz zu schweigen vom Babycaust. Die millionenfache Ermordung von unschuldigen Ungeborenen ist das zahlenmäßig größte Verbrechen der Menschheit, und dieses geht täglich weiter.

Und „noir58″ fiel zur Fundamentalisten-Demo „Marsch für das Leben“ ein:

Ich danke allen die hier mitgehen, für ihren wichtigen Einsatz für unser Land.

Eines Tages wird man sich ihrer erinnern, wenn unsere Nachwelt sich fragen wird, wie diese Kultur des Todes diese ungeheueren Verbrechen begehen konnte. Und man wird dankbar sein, dass man dann Ereignisse vorzeigen kann, die beweisen, dass es auch andere Menschen gab. So wie heute viele Politiker stolz am 20 Juli der wenigen Widerstandskämpfer des 3. Reichs gedenken.

Im Juli dieses Jahres wurde ein russisch-orthodoxer Geistlicher zum Mittelpunkt eines kath.net-Artikels, in dem er unwidersprochen darüber plaudern durfte, dass Abtreibung „der schlimmste Holocaust der Geschichte“ sei.

Die auf kath.net für ihre Verschwörungstheorien gefeierte Gabriele Kuby schrieb in einem Aufsatz namens „Vergiftung durch Bilder“, auf die Frage „Wie konnte das geschehen?“ könne es „so wenig eine Antwort geben wie angesichts der Leichenberge von Auschwitz“. Dabei ging Kuby noch einen Schritt weiter als die zitierten kath.net-Leser: Das „Wie konnte das geschehen?“ bezog sie nicht nur auf Abtreibung, sondern auch auf Verhütungsmittel und Rechte für Homosexuelle.

Expertenmeinung zu „Women on Waves“

Auf kath.net wird mal wieder der Holocaust relativiert, diesmal versucht sich Leser_in „carhein71″:

KZ on Sea
Die Abtreiber-Nazis bettreiben ein KZ auf Hoher See und keinen in der UN interessiert das. Da wir d laut über einen vom Westen angezettlelten Bürgerkrieg debattiert (Syrien) undwährenddessen werden auf Hoher See diesselbe Zahl von Menschen ermordet. Brave New World!

Expertenlink zur Freimaurerei

kath.net-Leserin „Christa“ empfiehlt anlässlich eines Artikels über einen Freimaurer-Gottesdienst:

Interessant,
dass die ausgewählten Zuschauer nur eine Viertelstunde bleiben durften. Wenn man das Internet studiert stellt man fest, wie plötzlich das Freimaurertum verhamlost wird, nicht zuletzt durch Personen die sich outen. In diesem Zusammenhang habe ich einen interessanten Vortrag von dem ehemaligen Prior aus Beuron Pater Odo gefunden, der 1957 einen Vortrag über die Freimaurer hielt. Hier der Link:http://die-rote-pille . blogspot.de /2012/07/satans-knechte-die-freimaurer.html [Leerzeichen sind von mir eingefügt, um den Blog nicht direkt zu verlinken]
In der Internetseite „katholisch.de“ konnte ich über Freimaurer nichts finden.

Wie dieser Kommentar durch die Zensur der kath.net-Redaktion kommen konnte, bleibt ein Rätsel; beweist er doch, dass Roland Noés kürzlich geäußertes Versprechen, man werde die Lesermeinungen verstärkt im Auge behalten, nicht der Wahrheit entsprach.

Der von „Christa“ verlinkte Blog bietet jedenfalls eine Zusammenstellung des gröbsten und gefährlichsten Unfugs, der im Internet verfügbar ist: In der Sidebar wird der Tod des „libyschen Helden“ Gaddafi beweint, vor einer „Impflüge“ gewarnt und ein Video namens „9/11-Terror Lüge!“ verlinkt.

Als sei das nicht genug, verraten die Verweise auf weiterführende Artikel die antisemitische und revisionistische Ausrichtung der Seite. Die angepriesenen Beiträge hören auf wenig vielversprechende Namen wie z. B. „Wer kontrolliert das Verbrechen?: Die jüdische Mafia“, „Albert Einstein – Ein Plagiat-Betrüger & Zionist“ und natürlich „Starben wirklich 6 Millionen Juden?“ oder „Die Mär vom Holocaust und die verbotene Wahrheit“.

Da fällt kaum noch ins Gewicht, dass im von „Christa“ gelobten Artikel selbst u. a. behauptet wird, dass die Freimaurer hinter dem 1. Weltkrieg stecken sollen und der 2. maßgeblich von einer „jüdischen Hochfinanz“ angeheizt worden sei.

(Zur Nähe von katholischer Freimaurerei-Kritik und Antisemitismus vgl. auch hier und hier)

Expertenmeinung zum religiösen Miteinander

kath.net-Leser „daniel9876″ pflegt gewisse Vorurteile gegen Anhänger fremder Religionen. Die Nachricht eines geschändeten christlichen Klosters in Israel nutzt er, um seinen Tunnelblick zu artikulieren:

Mich wundert es nicht,
Jesus hat doch selbst gesagt, das wer nicht mit Ihm ist, gegen Ihn ist und das die Welt Ihn nicht kennt und hasst.Und die die Jesus nachfolgen genau das auch passieren wird. Wer als Christ denkt das Juden oder Moslems freunde von Christen seinen, der wird noch in Zukunft eines besseren belehrt werden.