She predicted a riot

Gabriele Kuby schrieb im Januar diesen Jahres anlässlich einer Großdemonstration gegen die Homo-Ehe in Frankreich, würde Präsident Hollande weiterhin die Proteste ignorieren, „dann schürt er Wut – berechtigte Wut, die sich früher oder später Bahn brechen wird.“

Das klang schon damals als Androhung von Gewalt und fand spätestens gestern Bestätigung: Nachdem es schon in den vorangegangenen Tagen immer wieder zu Scharmützeln konservativer bis rechtsradikaler Gegner der Homo-Ehe gekommen war, lieferten sich die aufrechten Lebensschützer am Dienstag eine Straßenschlacht mit der Polizei. Zuvor hatten u. a. Abgeordnete der konservativen UMP im Parlament Sozialisten handgreiflich attackiert, schon im März taten die Homophoben das, wofür sie Linke gerne schelten: Sie bewarfen die Polizei mit Gegenständen.

Dass kath.net darüber im Zweifel nie berichten und sich stattdessen über die mindestens hauchdünne Mehrheit pro Homo-Ehe im französischen Parlament (331 zu 225 Stimmen) beklagen wird, versteht sich dabei von selbst.


13 Antworten auf „She predicted a riot“


  1. 1 Bratwurst 24. April 2013 um 13:11 Uhr

    Ist das nicht ein wenig zuviel der Ehre für Frau Kuby?
    Ich denke, auch ohne Kuby’s Statements wäre die Situation in Frankreich nicht anders.
    Oder befürchtet man hier, dass Fr. Kuby in Deutschland eine vergleichbare Mobilisierungskraft entfaltet wie Frigide Barjot in Frankreich?
    Tendenzen zu Großdemos – und dann auch noch gewalttätig – gegen die Homoehe bzw. Homoadoption von kleinen Kindern oder „Mietschwangerschaften“ durch Homopaare vermag ich in D zumindest bisher auch nicht ansatzweise zu erkennen.
    Ich habe eher den Eindruck, je abweichender von der sog. Norm, desto umjubelter (alles außer NSU).

  2. 2 Administrator 24. April 2013 um 18:10 Uhr

    Es geht mir hier weniger um Kubys Einfluss auf die Situation in Frankreich, sondern darum, wohin ihre Rhetorik letztlich führen kann. Dass es in Deutschland zu solchen Szenen im Zusammenhang mit der Homo-Ehe bisher nicht kam, ist einfach zu erklären: Mit der CDU in der Regierung kam es bisher zu keinen ernsthaften Vorhaben, die die Fundis zu Protesten hätten veranlassen können.

  3. 3 Bratwurst 24. April 2013 um 22:04 Uhr

    Siehe hier:

    http://www.focus.de/politik/ausland/tid-30787/massen-proteste-gegen-homo-ehe-verstoerender-hass-auf-schwule-in-frankreich_aid_969155.html
    Auszug:
    „Auch an diesem Dienstagabend marschieren sie wieder. Wertkonservative, Christen, Muslime, Rechtsradikale, Royalisten und extremistische Katholiken, vereint als Gegner der Homo-Ehe.“

    Glaubt der Admin ernsthaft, „Wertkonservative“, Christen und extremistische Katholiken könnten möglicherweise vorhandene „Stammtische“ auf die Straße bringen?
    Und das zu Hunderttausenden?
    Und Rechtsradikale bringen sowieso immer mehr Gegendemonstranten auf die Straße.
    Bei Muslimen mag das anders sein, in großen Teilen ihrer Kultur scheint mir Toleranz gegenüber Gleichgeschlechtlichkeit nicht sehr ausgeprägt.
    Und zu CDU: siehe Ole von Beust – http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ole-von-beust-homo-ehe-wuerde-cdu-basis-nicht-vergraulen-a-891760.html
    Mein subjektives Fazit: Homos in D müssen sich vor Rechten und Muslimen, aber nicht vor der eher medienunwirksamen Fr. Kuby fürchten – und mag sie noch so schreien.

  4. 4 Commander Vimes 24. April 2013 um 22:31 Uhr

    @ Bratwurst: Ehrlich gesagt hätte ich mir diese Hassdemonstrationen in diesem Ausmaß vor ein paar Monaten auch in Frankreich nicht vorstellen können. Wer kann garantieren, dass das in Deutschland nicht genauso ablaufen würde?

    Es geht darüber hinaus auch nicht nur um Angst. Es reicht einfach! Ich finde es unerträglich, dass regelmäßig im Fernsehen Kuby, Kelle, Lohmann & Co. ihren unqualifizierten Mist absondern dürfen, Homosexuelle als „pervers“ oder „widernatürlich“ oder schlimmer bezeichnet werden dürfen.

  5. 5 diskordianerpapst 25. April 2013 um 0:24 Uhr

    @Bratwurst (Uli H. der Wurstkönig? ;-) )
    Ich hab ja schon mehrfach meine Meinung hier kundgetan das die
    Massendemonstrationen viele Ursachen, vor allem auch
    politischer Natur, haben die mit der Homoehe selbst nicht so
    viel zu tun haben.
    Aus den Reihen der aus anderen Gründen empörten Hollande- und
    Sozialistengegner werden die Gewalttäter also kaum kommen, sie
    werden sich höchstens durch diese Massen bestätigt fühlen und
    noch mehr als ohnehin schon glauben sie hätten die „schweigende
    Mehrheit“ hinter sich oder die Resonanz eben als Zeichen von
    Gottes willen sehen.

    Ihren Hass auf Schwule werden diese Leute aber nicht erst in
    den letzten Wochen und Monaten entwickelt haben, viel
    wahrscheinlicher ist das sie sich schon lange in entsprechenden
    Kreisen bewegen. Eben solche Foren, Portale, und Publikationen
    konsumieren in denen z.B. so eine Kuby, ein Laun und wie sie
    alle heissen, ihren geistigen Dünnschiss ablassen.
    Die französichen Equivalente dazu wird es geben und ein
    Ratzinger hatte durchaus internationale Wirkung.

    Es gibt dafür einen Markt und den bedienen sie.
    Wie kommt es sonst das kein Tag vergeht ohne das auf kath.net
    irgendein Homothema durchgekaut wird und zwar immer negativ,
    worauf die „Nutzer“ ihren offenen Hass und Verschwörungstheorien
    ungebremst ablassen können.

    Hierzulande wird man bei einer ähnlichen Konstellation
    Ähnliches beobachten können, es braucht nur eine gewisse
    Dynamik.

    Ganz abgesehen davon: Gewalt gegen Schwule (oder was immer
    manche Leute für schwul halten) ist an der Tagesordnung.
    Wahrscheinlich wird darüber nichtmal eine Statistik geführt.
    Aber selbst wenn: Für den Polizisten wäre das wahrscheinlich
    nur zusätzlicher Papierkram, also war es lieber eine einfache
    Schlägerei ohne besonderen Hintergrund. Ist so ähnlich wie
    „fremdenfeindlicher Hintergrund“, wird oft erst festgestellt
    wenn die Presse schon dran ist.

    Hier noch ein Bericht, passt nicht ganz zum Thema, aber
    trotzdem interessant da Evangelikale ja ziemlich auf dem
    Vormarsch sind und es gerade bei kathnet diverse
    Berührungspunkte gibt (und damit meine ich nicht nur die
    Userkommentare die Gewalt in der Kindererziehung immer wieder
    gutheissen oder gar für nötig erachten):
    http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/freikirchen101.html

  6. 6 suennerklaas 25. April 2013 um 9:49 Uhr

    @diskordianerpapst
    Ich teile da Deine Einschätzung. Ich persönlich halte das Thema Homoehe für ein absolutes Randthema, das praktisch nur etwa 3 bis 4% der Bevölkerung tatsächlich direkt betrifft. Hier besteht allerdings Nachholbedarf, da seit den Schröder’schen Reformen – die von der CDU/CSU im Bundesrat mehr als nur abgenickt wurden, im Sozialsektor die sogenannte Partnersubsidiarität festgeschrieben wurde, nach der zusammenlebende Menschen verpflichtet sind, füreinander aufzukommen. Selbst in Wohngemeinschaften wird durch Kontrollen genau überprüft, ob diese Menschen nun nur als Zweckgemeinschaft zusammenleben oder möglicherweise füreinander aufkommen müssen. M.W. wurde diese Regelung von Seiten vieler Katholibans lautstark beklatscht. Wer aber „A“ sagt, muss leider auch „B“ sagen und die sich daraus ergebenen Konsequenzen schlucken. Aber wie gesagt – es geht hier um ein Randthema; panem et circensis eben.

    Bei den z.T. gewalttätigen Protesten geht es aber um etwas ganz anderes: es geht ums liebe Geld. Es gibt genügend Leute – nicht nur in D – die Steuerhinterziehung als Notwehr ansehen: man ist zwar gerne bereit, die Vorzüge eines Landes mit gut ausgebauter Infrastruktur und dem garantierten Prinzip der Rechtsstaatlichkeit zu nutzen. Nur: zahlen will man dafür nichts. Schaut man sich in der Blökozese um, so trifft man relativ schnell in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen auf sehr unchristliche Grundsätze – etwa den Thesen von Anarcho-Libertären, wie Hans-Hermann Hoppe. Diese Thesen führen in ihrem Konstrukt auf Ideen zurück, die etwa von Klerikalfaschisten, wie Dollfuß und Schuschnigg vertreten wurden: ein mittelalterlicher, statisch verfasster Ständestaat mit dauerhaft Entrechteten an der Basis und einer nach außen hin hermetisch abgeschlossenen „Elite“, der alle Freiheiten der Welt zugestanden werden. Dass das nichts mit den Grundsätzen des Katholizismus zu tun hat, sondern vulgärcalvinistisch, also protestantisch ist, ist herzlich egal. Es geht hier ganz einfach nur um eines: um Macht, Einfluss und Geld. Und dafür würde man am Ende seine eigene Mutter für eine Handvoll billiger Dollars, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind, verkaufen.

    Und es sind ja schon Absetzbewegungen zu beobachten: wenn man das, was man haben will, nicht von Franziskus bekommt, dann zieht man eben weiter zu einer anderen „Religiösen Gemeinschaft“, etwa einer, die dringend „Schäfchen“ braucht. Und wenn man seinen Willen nicht bekommt, dann greift man am Ende eben zur Gewalt – und endet dann erbärmlich in irgendeinem Loch, in das man sich verkrochen hat.

  7. 7 diskordianerpapst 25. April 2013 um 15:41 Uhr

    Kleiner Nachtrag, OT, aber weil es gerade su gut den
    angesprochenen Problemen der Polizei mit der Einschätzung von
    Tathintergründen passt:

    http://blog.fefe.de/?ts=af87c2f7

  8. 8 Jesus Christus 26. April 2013 um 17:59 Uhr

    Schöne Beiträge.
    Hier noch ein interessanter Artikel zum Thema:

    http://www.zeit.de/2013/15/homoehe-gleichstellung-kulturkampf

    Herzlichen Gruß,
    Jesus Christus

  9. 9 suennerklaas 29. April 2013 um 10:41 Uhr

    @Jesus Christus

    Danke für den Link. Und es ist wahr, was in dem Artikel steht: die Frage der „Ehe für Alle“ und des Adoptionsrechts ist eine Fragestellung, die lediglich einen sehr, sehr kleinen Teil der Gesamtbevölkerung betrifft. Es ist ein Scheingefecht. Denn eigentlich geht es um etwas ganz anderes: die Zerstörung der sozialen Bindungen, die Zerstörung der Familien durch eine durch und durch erfolgende Ökonomisierung des Sozialen , das Umsichgreifen der Unkultur des Haste-Was-Biste-Was. In dem Artikel heisst es auf der letzten Seite:

    Was dennoch bleibt, nicht nur unter Konservativen und nicht nur in den USA, ist das verbreitete Unbehagen an dem „Prozess der sozialen Auflösung“, den Frum erwähnt hat. Das Wesen der Ehe hat sich tatsächlich verändert, durch wachsenden ökonomischen Druck, durch veränderte Selbstbilder junger Erwachsener, durch den immensen Stress, den es bedeutet, berufliches Engagement und Erziehung in Einklang zu bringen.

    Viele Konservative tun sich mit diesem Rückschluss, dass das Primat des Ökonomischen die Art und Weise und Form der sozialen Bindungen der Individuen innerhalb einer Gesellschaft in einer immer weiter um sich greifenden Form dominieren sehr schwer. Dabei stecken die Konservativen in einem fatalen Dilemma: in konservativen Organisationen herrscht nämlich eine eminent hohe Abhängigkeit – zwischen den Mitgliedern untereinander, aber auch zwischen den Organisationen und deren Gönnern und Spendern. Man verfügt zwar über hohe finanzielle Mittel – diese Mittel werden jedoch nur deshalb zur Verfügung gestellt, weil sich die Geber eine Gegenleistung dafür erwarten: sie stellen Ressourcen zur Verfügung, und möchten dafür so weitermachen können, wie bisher. Nicht ohne Grund haben z.B. CDU und CSU keine einzige Steuerreform hinbekommen – obwohl sie sie vor jeder Bundestagswahl versprechen: Wirtschaftsprüfer, Steuerfachanwälte und Steuerberater sind eben auch eine sehr wichtige Klientel für die Partei: die Protagonisten Friedrich Merz und Paul Kirchhof wurden nach den Wahlen umgehend politisch entsorgt. Das Signal an die Klientel: alles nur Spaß, war alles nicht ernst gemein. Oder, um es mit dem luxemburgischen Ministerpräsidenten Juncker zu sagen – wenn es ernst wird, muss man lügen. In der Bibel steht ja schließlich „Du sollst nicht lügen“, das heisst noch lange nicht, dass man nicht lügen darf.

    Die internen und externen Abhängigkeiten machen konservative Organisationen in ihrem Handeln äußerst schwerfällig. Da man zahlreichen Denkverboten und anderen Tabus unterliegt und jedes Mal vor einer Entscheidung nachfragen muss, ob man etwas auch tatsächlich machen darf, ohne dass irgendwer verärgert oder beleidigt ist, versagt man in Krisensituationen in der Regel erbärmlich. Jeder erinnert sich noch an Edmund Stoiber, der als Kanzlerkandidat der UNION im August 2002 binnen weniger Tage einen sicheren Wahlsieg versemmelte. Jeder erinnert sich auch noch an den US-Präsidenten George W. Bush, der beim Hurrikan Katrina versagte. Aber man erinnert sich auch an Leute, wie Gerhard Schröder, Matthias Platzek oder Helmut Schmidt – alle drei pakten in existenziellen Krisensituationen richtig zu und scherten sich einen Dreck darum, was andere wohl meinen würden. Schmidt rettete bei der Hamburger Flutkatastrophe 1962 tausenden von Menschen das Leben, 1977 lies er eine entführte Lufthansa-Maschine in Mogadischu stürmen – in beiden Fällen gab es keine gesetzliche Grundlage – nur die Tatsache, dass ein absoluter Notstand vorlag. Franz-Josef Strauß dagegen hat man seine Untätigkeit als zuständiger Bundesminister bei der Flut 1962 in Norddeutschland tödlich übel genommen. Mit einem Politiker als Bundeskanzler, der als Minister seine Unfähigkeit unter Beweis gestellt hatte, so war der Tenor 1980, wäre man im Zweifelsfall verraten und verkauft. Ein ähnlicher Tenor setzte sich zügig im August 2002 durch: Stoiber verzettelte sich auf Nebenkriegsschauplätzen und redete als Ostdeutschland versank nur noch wirres Zeug. Dass Schröder nach seiner Wiederwahl dann sich selbst versenkte, steht auf einem anderen Blatt Papier.

  10. 10 Nike 29. April 2013 um 12:08 Uhr

    „Es ist ein Scheingefecht“.

    Die Mengelage Rechtskatholischer, Rechtsnationaler und Rechtsradikaler bei dieser Demo zeigt ja schon die stark verminderten Hemmschwellen an, eine wirklich nicht ins Gewicht fallende Minderheit zum Platzhalter des vermeintlich Zerstörerischen am bislang vermeintlich traditioniell Guten zu machen.

    Ob das jetzt Frau Kuby ist oder Frau oder Herr No-Name: Ausgeblendet und unter den Tisch gewischt wird, dass gerade diese Minderheit in der NS-Zeit als Volksschädling, Volksfeind, Wehrmachtszersetzer und Kriminelle gebrandmarkt, eingesperrt und, aussortiert in den KZs, ermordet wurden. Da ist Verpflichtung zur Erinnerung sehr kleingeschrieben und bleibt außen vor.

    Wem das wirklich verfügbar ist, der muss für einen besonnenen und sachlichen Diskurs eintreten, stellt sich nicht blind, und kann nicht noch prahlend opportunistisch mit politisch Rechten jeglicher Couleur hier den Schulterschluss betreiben.

  11. 11 suennerklaas 29. April 2013 um 18:56 Uhr

    @Nike
    Die Frage der NS-Zeit und der von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen habe ich bewusst ausgeklammert: nicht jede Form des Rechtsradikalismus ist nationalsozialistisch. Es gibt da viele unterschiedliche Strömungen. Und religiöser Fundamentalismus ist eben NICHT zwingender Maßen Nationalsozialistisch, auch wenn es dort in manchen Punkten Schnittmengen gibt und die Gemengelage als politisch gefährlich einzustufen gilt. Religiöser Fundamentalismus ist eine andere totalitäre politische Ideologie, die sich vom Nationalsozialismus unterscheidet.
    Wir sollten nicht vergessen, dass die politische Wurzeln des Dunkelkatholizismus im Dollfuß/Schuschnigg-Regime in Österreich zu suchen sind. Erst jüngst gab es dazu einen Beitrag in der FAZ, den ich hier verlinken möchte:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/wahlen-in-oesterreich-wehe-du-sagst-gruess-gott-12156127.html

    Nicht umsonst führen die Spuren des Rechtskatholizismus fast immer wieder nach Österreich: sowohl die Verbrechen des Dollfuß/Schuschnigg-Regimes, als auch der Kollaboration mit den Nazis wurden dort – wie in vielen anderen europäischen Ländern – niemals aufgearbeitet. Ausnahmen hier sind neben Deutschland Frankreich und – inzwischen in Ansätzen auch Polen. In Österreich hält man allerdings immer noch an der Opferrolle fest: Dollfuß wurde ja schließlich von den Nazis umgebracht und Schuschnigg ins KZ gesteckt. Dass beide ausgewiesene politische Verbrecher waren, wird unterschlagen. Schuschnigg hätte nach 1945 dringend der Prozess gemacht werden müsssen. Dass so einer nach 1945 in Freiheit lebte und nicht lebenslanges Zuchthaus bekam, ist mir immer noch völlig unverständlich.

  12. 12 Nike 29. April 2013 um 21:08 Uhr

    @ suennerklaas

    „Religiöser Fundamentalismus ist eine andere Ideologie, (…).“

    Das ist Ihrerseits ein wichtiger Hinweis, eine nötige Abgrenzung, dem ich nur zustimmen kann. Andererseits stellt sich die Frage: was macht 2013 religiösen Fundamentalismus aus, thematisch bezogen konkret auf dieses Forum, diesen blog?

    Vor wenigen Tagen, am 27.4. habe ich bei kath.net den Gastkommentar von Martin Lohmann „Wer glaubt und bekennt, schafft Freiheit für alle“ lesen können.

    U.a. kommt da Lohmann in Selbstermächtigung mit dem „Diabolos, dem Durcheinanderwerfer“ daher, und assoziativ dazu positioniert er einen norddeutschen Würdenträger (es kann sich nur um Bischof Jaschke handeln!)zu den „Totalirritationen“, der um eines „opportunistischen Ankommen willens“ die Lehre der Kirche zum Lebensschutz verleugnet.

    http://kath.net/news/41084

    Ich war betroffen über seine Handlung, einen anderen Menschen dergestalt als diabolisch zu brandmarken und zu verleumden. (Habe die Talks, auf die er anspielt, auch gesehen!)

    Das kann ich schlichtweg nicht mehr nachvollziehen! BRRR.

    Zu Ihren auch berechtigt kritisch-distanzierten Bemerkungen zu Österreich: nach dem Krieg wurde Österreich von den Alliierten der sog. Opferstatus eingeräumt,(m.E. wurde das in der geschichtlichen Aufarbeitung recht bedeckt gehalten) und das ist natürlich auch ein sehr bequemes Ruhekissen.

    Aber so ist es m. E. 2013 nicht mehr, dieses Selbstverständnis trägt nicht mehr.
    Dazu auch die Ansprache von Bundespräsident Fischer zum 75. Jahrestag des sog. Anschlusses „Österreich war nicht nur Opfer sondern auch Täter“ – über Google mehrmals nachzulesen .Also, da kommt einiges in Bewegung, ist Offenheit da….

  13. 13 suennerklaas 29. April 2013 um 22:10 Uhr

    Lohmann gilt in Fundikreisen als „Freimauerer“ – wegen seiner Mitgliedschaft bei den Rotariern.
    Bischof Jaschke allerdings weiß, wovon er spricht: er ist nicht nur Bischof in der Diaspora – muss also mit Lutheranern, Calvinisten und Altkatholiken klar kommen – er weiß auch, dass er als Bischof in der Diozese Hamburg, dem Nachfolger des Erzbistums Bremen-Hamburg einer Diozese mit ganz großer Tradition mit vorsteht: das Erzbistum Bremen-Hamburg war um 1000 herum die größte Diozese, die es jemals in der RKK gab – sie umfasste nicht nur Norddeutschland und Skandinavien, sondern auch Island, Grönland und Teile Nordamerikas. Da steckt man in gewaltig großen Schuhen – Schuhe, die der hl. Ansgar an hatte. Jaschke ist sich dessen voll bewusst – und deshalb backt er auch bewusst sehr kleine Brötchen. Soetwas nennt man Demut – und von Jaschke könnten sich viele der sogenannten „Romtreuen“ eine gewaltige Scheibe abschneiden.

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