Laun goes on

Man hat es als katholischer Fundamentalist dieser Tage wahrlich nicht leicht, schrieb ich gestern und meinte damit den Salzburger Weihbischof Andreas Laun, der einmal mehr an der Realität verzweifelte. Nach seinem neuen Erguss, in dem er sich vom Austrofaschismus (nicht so schlimm wie Hitler) über den Marxismus (so schlimm wie Hitler) bis zu Fernsehkommissarinnen (schlimmer als Hitler) alle möglichen Themen unserer Zeit und vorangegangener Epochen vorknüpft, muss eine Lanze für die wahren Opfer der linksgrünroten Meinungsdiktatur gebrochen werden: Für arme kath.net-Watchblogger wie z. B. mich, die dem geballten Irrsinn, den Laun produziert, hilflos gegenüberstehen.

Was soll man einem Trollbischof wie Laun, der sich von gegenderten Büchern verfolgt fühlt, denn noch entgegnen? Der das alte Märchen reproduziert, Frauen seien durch aufreizende Kleidung selbst an Übergriffen schuld und hätten in Krimis bestenfalls die Opfer zu spielen? Der, wie alle rechtspopulistischen Wirrköpfe, von Freiheit spricht und Unterdrückung meint?

Statt einer ausufernden Erklärung, wie falsch MC Ändi liegt: So etwas ähnliches wie Kunst. Das mit der Metrik muss Laun zwar noch üben, aber er scheint ja über ausreichend Freizeit zu verfügen:

//
Die (..) Freiheit der Menschen ist das Problem von heute. (..)
Wir brauchen möglichst viele kleine (..) „Kinder“, die rufen: „Diese Leute
sind ja nackt.“ (..) Wir (..) sind (..) sexy (..) und siegreich wie „James Bond“.
Man (..) tut (..) und „quetscht“ (..) und (..) will nicht Hüte (..), sond-

ern (..) Druck und (..) Gewalt (..) und die Müllabfuhr. (..)
Politiker: (..) Freiheit, gebt Freiheit (!..) Gesetze auch, aber nur (..)
zur (..) Drachenbrut (..), Kaiser, mit unsichtbaren „Kleidern“ (..), tut uns leid,
wie wir leben (..) wollen: (..) Mit (..) Sanktionen (..) und (..) Freizügigkeit. (..)

Das Gesundheitssystem (:..) Nazis (..) und (..) Allmachtswahn. (..)
Schamlose Sexual-Erziehung (..) und (..) Goethe (..). Man (..), man (..), man.

//


45 Antworten auf „Laun goes on“


  1. 1 Bratwurst 04. April 2013 um 20:20 Uhr

    Schon wieder Laun – keine Laune, immer das Gleiche zu lesen.

  2. 2 Bratwurst 04. April 2013 um 20:25 Uhr

    Nachtrag: Wie schön, dass kath.net ankündigt
    „Die Leserkommentare sind in Kürze wieder online! Wir danken für die Geduld!“
    Aber ob dann mehr Vielfalt als nur mit „Laun-Watch“ sein wird, wag ich zu bezweifeln…

  3. 3 Jesus Christus 04. April 2013 um 22:45 Uhr

    Wieso der Unmut? Laun wird immer mehr zur Karikatur einer beknackt dämlichen Denke, die sich damit um so sichtbarer macht.

    Man könnte auch sagen: Da zieht einer seine Unterhose besonders bühnenreif runter, damit der Theater-Abonnent in der letzten Reihe es auch noch kapiert. Ich find das super, weil ich mittlerweile denke, dass sich langfristig Blödheit nur noch einen Mehrwert erarbeiten kasnn, indem sie sich selbst überdeutlich präsentiert und damit für andere einen pädagogischen Wert generiert – wenn auch unfreiwillig (aber das kann dem Rezipienten ja am Poppea vorbeiwandern).

    Gruss vom Heiland aus einem verranzten Osterei von vorvorgestern.

  4. 4 Nike 05. April 2013 um 0:39 Uhr

    Laun-ische rabenschwarze Zeiten: Die Welt ist längst nicht mehr so wie sie noch nie war.

  5. 5 suennerklaas 05. April 2013 um 9:35 Uhr

    Ein unglaubliches Geschwurbel: der Umstand, dass Dollfuß von den Nazis ermordet, sein Nachfolger Schuschnigg und andere Parteigänger des Austrofaschismus im KZ und im Gefängnis landeten, relativiert nicht die von ihnen begangenen Verbrechen. Eine abschließende juristische Aufarbeitung des Austrofaschismus ist in Österreich nach dem II. Weltkrieg ausgeblieben. Teilweise werden die Protagonisten des Austrofaschismus immer noch wie Helden gefeiert. Schuschnigg steht für mich in einer Reihe mit einem anderen Diktator aus dem deutschsprachigen Raum – mit Erich Honecker. Beide hat man am Ende einfach laufen gelassen.

  6. 6 el_vizz 05. April 2013 um 11:04 Uhr

    die lesermeinungen sind wieder da :D

  7. 7 Nike 06. April 2013 um 11:09 Uhr

    @suennerklaas

    Mit diesem Pamphlet möchte er wohl auch eine gewisse Wählerklientel zu den Landtagswahlen in Salzburg am 5. Mai -dazu www.salzburg.com/buergerprogramm – in seinem Sinne befeuern. Gefragt ist von ihm der stramm-katholische Wutbürger, der sich gegen die zeitgeistigen goldenen Kälber wie sie Laun dann auflistet empört und für eine nicht marxistisch unterwanderte Privatsphäre einsetzt: „Gebt Freiheit, achtet die Rechte Bürger, ihre Würde und ihre Freiheit“ (O-Ton)

    Der religiös-politische Antisemitismus in Österreich (für Wien hier u. a. Lueger) ist von Historikern wissenschaftlich sehr gut aufgearbeitet, zwei Namen, die ich dazu gerade im Kopf hab:
    Der Katholik und Christ Heer Friedrich „Der Glaube des Adolf Hitler“ und Hamann Brigitte „Hitlers Wien“!
    Kläglich, renommierten Historikern das wissenschaftliche Niveau abzuerkennen indem das als ein „Erzählen“ deklariert wird, auch wenn Laun hier keine Namen nennt…!

    Was ich auch nicht wusste: Es gibt im Wien auch ein Dokumentationsarchiv zum österreichischen Widerstand. Extra Link dabei auch zum (aktuellen) Rechtsextremismus bzw. rechten Szene.

    www.doew.at

  8. 8 Klaus 06. April 2013 um 11:34 Uhr

    „Nach seinem neuen Erguss, in dem er sich vom Austrofaschismus (nicht so schlimm wie Hitler) über den Marxismus (so schlimm wie Hitler) bis zu Fernsehkommissarinnen (schlimmer als Hitler)“

    Ich bin kein Freund von Laun, aber obiges hat er nun wirklich nicht zum Ausdruck gebracht. Kann man NICHT EINMAL IM ANSATZ HINEININTERPRETIEREN.

    Laun hat nachfolgendes geschrieben und damit hat er absolut Recht:

    „Zur Bevormundung gehören auch die Umschreibungen der Geschichte, indem man z.B. so tut, als ob Österreich vor dem Einmarsch Hitlers eine zwar kleinere, aber ebenso schlimme Variante Nazi-Deutschlands gewesen wäre und nicht der einzige Staat Europas, der Hitler Widerstand leistete. Man tut, als ob die „Illegalen Nazis“ in Österreich vor dem Anschluss die Mehrheit und das eigentliche Österreich gewesen wären und nicht eine „Illegale Minderheit“. Ebenso erzählt man fast nur von denen, die beim Einmarsch Hitlers jubelten, aber kaum von den vielen Tausenden, die heimlich weinten oder sofort ins Gefängnis und dann in ein KZ gebracht wurden. Nicht, dass die Österreichische Regierung damals vor dem Krieg nicht auch Fehler gemacht hätte, aber sie in die Nähe Hitlers zu rücken, ist eine historische Lüge und Ungerechtigkeit.“

  9. 9 Bratwurst 06. April 2013 um 12:17 Uhr

    @Klaus:
    Danke dafür, Laun hier im Kontext zu präsentieren und nicht mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten Verschwurbelungslyrik zu betreiben!

  10. 10 diskordianerpapst 06. April 2013 um 13:25 Uhr

    @Klaus
    Schön das Sie diesen Witz auch noch wiederholen.
    Erzählen sie mal den überfallenen Völkern Europas die
    Österreicher wären sie einzigen gewesen die Widerstand
    gegen die Nauis geleistet hätten. Lol.

    Im übrigen macht es keinen Sinn von den vielen zu erzählen die
    -hinterher- heimlich geweint haben wollen. Davon gibts genug,
    nur eben auch meist keine Belege.
    Das die damaligen Machthaber geweint haben glaub ich hingegen
    gerne, war mit dem Anschluss doch mindestens der eigene
    Machtverlust verbunden. Gravierende ideologische Unterschiede
    sind da gar nicht auszumachen, die Masse derer die das nicht so
    toll fanden hielten sich einfach nur für die besseren
    Faschisten.
    Und diese Faschisten werden heute noch -ganz offiziell- von
    weiten Kreisen der österreichischen Konservativen geehrt.

    Insofern ist Laun da gar nicht so allein, das ändert aber
    nichts daran das diese Version der Geschichte nicht viel mit
    der Realität zu tun hat.

    Die Illegalität der NSDAP hatte nunmal nicht viel mit ihrer
    Ideologie zu tun sondern damit das sie Machthaber bedrohten und
    dabei Gewalttätig vorgingen.
    Als Alibi taugen die Kämpfe zwischen zwei leicht
    unterschiedlichen Strömungen des Faschismus nicht wirklich.

  11. 11 Administrator 06. April 2013 um 14:28 Uhr

    Klaus, natürlich ist das von mir etwas missverständlich ausgedrückt, aber – s.o. – was soll man dem ganzen Quatsch entgegensetzen als eine erkennbar ironische Aufzählung? Laun schreibt explizit, dass der Austrofaschismus nicht so schlimm wie der Nationalsozialismus gewesen sei – und da hat er recht. Aber im selben Atemzug tut er so, als sei Österreich zu dem Zeitpunkt ein ganz normaler, kein faschistischer, antidemokratischer Staat gewesen, der „auch Fehler gemacht“ hat, was übrigens an sein kürzlich geäußertes Diktum erinnert, Ungarn sei zwar nicht perfekt, aber. Während er wiederum mit tatsächlichen Demokratien wie Österreich und Deutschland heute unverhältnismäßig hart ins Gericht geht und immer wieder behauptet, es gäbe keine Freiheit.

  12. 12 Nike 06. April 2013 um 14:42 Uhr

    Es dürfte u.a. bekannt sein, dass beispielsweise der junge Hitler in Wien gelebt hat, Österreich zu diesem Zeitpunkt eine Vielvölkermonarchie war, es eine deutschnationale antisemitische Bewegung (Schönerer) gegeben hat, die H. sehr beeinflusst hat.

    Aber Laun geht mit einer sehr komplexen Zeitgeschichte formelhaft um ohne im Mindesten Ross und Reiter für seine Vorwürfe zu benennen. So was wird in der Regel als Stimmungsmache bezeichnet und auch als Schwarz-Weiß-Malerei. Er redet nicht Klartext sondern fischt im Trüben!

  13. 13 Klaus 06. April 2013 um 15:38 Uhr

    @diskordianerpapst
    Laun hat geschrieben, Österreich war VOR DEM EINMARSCH HITLERS, der einzige Staat Europas, der Hitler Widerstand leistete.
    Ich würde empfehlen das Buch „Österreich gegen Hitler – Europas erste Abwehrfront 1933 – 1938″ zu lesen, von Gottfried-Karl Kindermann, ein Politikwissenschaftler und Münchner Uni-Professor.
    Auf dem Klappentext steht nicht zu Unrecht vermerkt:
    „Erstaunlich unbekannt oder bewußt verdrängt ist die Tatsache, dass Österreich nicht nur das erste Angriffsziel, sondern unter der Führung patriotischer Kräfte auch Hitlers erster entschiedener Gegner in Europa war“

    Hitler wusste schon warum er die vom Bundeskanzler Schuschnigg angesetzte Volksabstimmung für den 13. März 1938 über die Unabhängigkeit Österreichs unter allen Umständen verhindern musste. Hitler befürchtete zurecht, die Abstimmung könnte eine Mehrheit gegen den „Anschluss“ bringen. Das konnte er nur mit Gewalt, einem militärischen Einmarsch in Österreich verhindern.

  14. 14 Heinrich 06. April 2013 um 18:45 Uhr

    Egal, welche rhetorischen Kniffe man anwendet oder wie man die Begrifflichkeiten auch einengt: die Formulierung, Österreich sei der ‚einzige‘ (Laun) Staat Europas gewesen, der Hitler Widerstand leistete, ist ein historischer Quark und dermaßen irreführend, dass einem die Haare zu Berge stehen.

  15. 15 Klaus 06. April 2013 um 19:04 Uhr

    Und doch war es so, dass Österreich von 1933 – 1938 das einzige Land war das Hitler Widerstand leistete. Während alle andere Staaten den Kopf einzogen und Hitler sogar hofierten.

  16. 16 Heinrich 06. April 2013 um 19:44 Uhr

    Diese Aussage unterschlägt so viele historische Fakten und Details, dass sie in ihrer pauschalen Form als falsch oder irreführend zu bezeichnen ist. Dass die österreichischen Austro- resp. Klerikalfaschisten darauf bedacht waren, ihre Unabhängigkeit zu wahren, ist sicher richtig. Zu Widerständlern gegen den Nationalsozialismus macht sie das noch nicht, vielmehr waren sie in vielem dessen Nachahmer und Trittbrettfahrer – und Österreich wird damit auch nicht Hitlers ‚erstes Opfer‘. Das waren und bleiben die Polen, die in dem oben gezeichneten Bild leider völlig unterschlagen werden.

  17. 17 Klaus 06. April 2013 um 20:27 Uhr

    Rund um Österreich waren faschistische Staaten. Die Zeit war leider so. Natürlich war Österreich ein faschistisches Land, keine Frage. Es wollte seine Unabhängigkeit wahren, stimmt. Man versuchte Hitler-Deutschland die Stirn zu bieten. Immerhin wurde die NSDAP seit 1933 verboten.

    Österreich wurde alleine gelassen. Niemand kam Österreich zu Hilfe als es mit militärischer Gewalt am 12 März 1938 okkupiert und dann annektiert wurde. Insofern wurde es das erste Opfer des NS-Expansionismus.

  18. 18 Heinrich 06. April 2013 um 20:35 Uhr

    „Österreich wurde alleine gelassen. Niemand kam Österreich zu Hilfe als es mit militärischer Gewalt am 12 März 1938 okkupiert und dann annektiert wurde.“

    Besonders ist hier wohl der unbeugsame Widerstand der Österreicher selbst hervorzuheben, die sich der feindlichen ‚Okkupation‘ und ‚Annektion‘ durch Hitlers Schergen mutig entgegenstellten und so ihre Brüder aus anderen europäischen Staaten an ihre Seite riefen…

    Vielleicht waren die jubelnden Massen am Straßenrand beim ‚Einmarsch‘ der Hitlertruppen auch einfach das falsche Signal, dass die anderen europäischen Länder ein wenig verwirrt hat?

  19. 19 Klaus 06. April 2013 um 21:57 Uhr

    Österreich ist der Gewalt gewichen. Jeder militärische Widerstand wäre sinnlos gewesen und hätte nur Blut vergossen. Nur Mexico hat gegen den Einmarsch protestiert.
    Ich kann nur wiederholen, Hitler fürchtete, dass die angesetzte Volksabstimmung zugunsten der Unabhängigkeit Österreichs ausfallen würde.

  20. 20 Jesus Christus 06. April 2013 um 22:33 Uhr

    Alles ist er, der Laun. Biologe, Physiker, Historiker et cetera pp..

    Das letzte Universalgenie nach Leonardo da Vinci, Goethe und meiner Omma.

    Leckfett!

    Jesus Chri-Schtuss

  21. 21 Heinrich 07. April 2013 um 0:10 Uhr

    @Klaus

    Fakt ist doch, dass es einen militärischen Widerstand nicht gegeben hätte, weil er mangels Beteiligung in sich zusammengebrochen wäre. Die Ösis haben Hitler gewollt, so wie zuvor die Deutschen ihn gewollt haben. In diesem Kontext auf fehlende internationale Unterstützung zu verweisen, ist obszön.

    Aber scheinbar brauchen einige heute noch ihre Geschichtslügen, weil sie mit der Wahrheit nicht leben können oder wollen.

    Schön hat Kästner diese österreichische Haltung beschrieben:

    „Ich habe mich zwar hingegeben, doch nur weil ich gemußt.
    Geschrien habe ich nur aus Angst und nicht aus Liebe und Lust.
    Und daß der Hitler ein Nazi war – das habe ich nicht gewußt!“

  22. 22 Bratwurst 07. April 2013 um 10:51 Uhr

    @Heinrich
    Ihr Zitat: „Die Ösis haben Hitler gewollt, so wie zuvor die Deutschen ihn gewollt haben.“
    scheint mir doch ein wenig zu pauschal.
    http://unsere.de/nsdap_wahl_1933.htm

  23. 23 Heinrich 07. April 2013 um 12:37 Uhr

    Die Zustimmung der Österreicher zum ‚Anschluss‘ im April 1938 war natürlich wesentlich höher als die Wahlergebnisse der NSDAP bis 1933.

    Gleichwohl ist es sicher historisch korrekt zu sagen, dass im Jahr 1938 eine Mehrheit der Deutschen Hitler positiv gegenüberstand.

  24. 24 Klaus 07. April 2013 um 13:04 Uhr

    @Heinrich
    Ähnlich wie Bratwurst mit dem Link aufzeigte, dass bei den Wahlen in Deutschland vor der totalen Machtübernahme die NSDAP nie die Mehrheit an Stimmen hatte, verhielt es sich 1938 in Österreich.

    Österreich hatte damals 6,5 Millionen Einwohner. Der Anteil an Nationalsozialisten an der Bevölkerung wurde damals auf maximal 30 % geschätzt. Das hätte für die Wahl die Schuschnigg 1938 ansetzte etwa nur 1,5 Millionen NS-Wähler bedeutet. Dessen war sich Hitler bewusst und hat diese Wahlen mit der militärischen Okkupation Österreichs verhindert.

    Dass Hunderttausende in den Straßen und am Heldenplatz in Wien dann Hitler zujubelten ist Fakt. Der Jubel lässt sich nicht wegleugnen. Es entstand der Eindruck ein „ganzes Volk“ steht hinter Hitler. Und dass gegen den Einmarsch keiner der Staaten auch nur einen Finger rührte, ließ sicher auch Unschlüssige der Realität folgeleisten.

    Der Lärm und der Jubel eines Teiles der Bevölkerung, der keineswegs die Mehrheit ausmachte, trug zum falschen Bild bei. Es liegt in der Natur des Lärms, dass er die Stille übertönt! Die Hunderttausenden und mehr die Hitler nicht zujubelten.

  25. 25 Heinrich 07. April 2013 um 14:43 Uhr

    Die Mär vom schweigenden Widerstand der Mehrheit lasse ich mir nicht verkaufen.

    Um dem ‚Anschluss‘ Österreichs an das Dt. Reich zuzustimmen, musste man weder Nationalsozialist noch NSDAP-Wähler sein. Andere Parteien (nicht zuletzt das katholische Zentrum in Deutschland) betätigten sich als Steigbügelhalter, ohne selbst nationalsozialistisch im engeren Sinne zu sein.

    Die Zustimmung zum ‚Anschluss‘ lag in Österreich im April bei 1938 bei 99%. Selbst wenn man einen Teil dieser Stimmen auf Angst und Repressionen zurückführt, bleibt doch noch eine satte Mehrheit übrig, die aus Überzeugung für den ‚Anschluss‘ votierte.

  26. 26 Klaus 07. April 2013 um 20:12 Uhr

    Die Mehrheit waren ob der Geschehnisse machtlos und ohnmächtig. Die schweigende Mehrheit ware passiv und konnten den Ablauf der Dinge nicht beeinflussen. Es war nicht so, dass das Volk hinter Hitler stand.

    Die 99% bei den Aprilwahlen kam zustande weil offen abgestimmt wurde und sich kaum jemand traute in die Wahlzelle zu gehen, die auch vielfach nicht vorhanden waren. Kaum jemand traute sich offen sein Kreuz in das kleine Kreisel mit Nein zu setzen. Und den überdimensionierten Kreis für das Ja nicht anzukreuzen.

  27. 27 Heinrich 07. April 2013 um 20:53 Uhr

    Es ist ja auch einfacher, das so zu glauben…

  28. 28 Klaus 07. April 2013 um 21:14 Uhr

    Das ist keine Glaubensfrage, das war die Realität

  29. 29 Heinrich 07. April 2013 um 21:17 Uhr

    Die Realität, lieber Klaus, ist, dass über 99% der Österreicher mit ‚Ja‘ gestimmt haben.

    Wenn schon ein simples Kreuzchen bei ‚Nein‘ ein Akt des Widerstandes war, der den Österreichern nicht zuzumuten war, dann löst sich die ganze schöne These vom österreichischen ‚Widerstand‘ doch in Luft auf. Merken Sie das nicht?

    Aber von den anderen europäischen Mächten ein militärisches Eingreifen erwarten… Das nenne ich dann mal Chuzpe.

    Aber träumen Sie weiter!

  30. 30 Klaus 07. April 2013 um 21:46 Uhr

    Der Widerstand gegen Hitler bezog sich auf die Jahre 1933 bis 1938. Bis zum gewaltsamen Einmarsch. Ab dann war Widerstand tödlich. Was sich ja auch gleich zeigte, als tausende Oppositionelle ins KZ Dachau verbracht und Hunderte ermordet wurden.

    Einfacher ist es, dem äußeren Schein zu glauben und die Gegebenheiten dahinter zu negieren. Es haben Hundertausende gejubelt, den „Wahlen“ zum Anschluss haben 99 % zugestimmt. Folglich war das Volk für Hitler. So einfach ist es, wenn man das Dahinter negiert.
    Sie glauben eben der gängigen These, das ist das einfachere Geschichtsbild. Da brauch man nicht viel zu erklären.

  31. 31 Heinrich 07. April 2013 um 22:25 Uhr

    Ich negiere nicht das ‚Dahinter‘, sondern interpretiere die Fakten. Und die lassen sich einfach benennen:

    1. Es hat keinen nennenswerten Widerstand – weder militärisch noch anders – gegen den Einmarsch der dt. Truppen gegeben – ganz anders als etwa in Polen 1939.
    2. Stattdessen haben die Massen der Wehrmacht zugejubelt.
    3. Die Abstimmungsergebnisse nach dem Anschluss waren fast zu 100% Zustimmung.

    Da liegt der Schluss nahe, die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung habe 1938 den Anschluss begrüßt oder ihn nicht abgelehnt. Ausnahmen hat es natürlich gegeben, die Opposition wurde mundtot gemacht.

    Ihre Behauptung, die Mehrheit der Bevölkerung hätte den Anschluss abgelehnt, stützt sich lediglich auf eine andere Interpretation der Motive der ’schweigenden Mehrheit‘. Es ist ein Argument ex negativo. Belegen können Sie das nämlich nicht.

    Ich sage: Wenn es einen inneren Widerstand der Bevölkerungsmehrheit gegen den Anschluss gegeben hätte, dann muss es dafür auch irgendwelche greifbaren Indikatoren oder Belege geben.

    Und die können Sie nicht beibringen, denn es gibt sie nicht.

    Was sie als ‚gängige These‘ bezeichnen, musste sich übrigens in Österreich sehr schwer und langsam durchsetzen. Es widerspricht nämlich dem Bild, das die Österreicher post festum gerne von sich selbst aufrechterhalten wollten.

  32. 32 Klaus 08. April 2013 um 0:08 Uhr

    Ad 1) Warum es keinen Widerstand gab, habe ich schon erläutert. Das österreichische Bundesheer zählte damals knapp 30.000 Mann. Ein Kampf gegen die weit überlegene dt. Wehrmacht wäre sinnloses Blutvergießen gewesen.

    Ad 2) Dass Massen Hitler zugejubelt haben ist unbestritten.
    Doch war es nicht die Mehrheit der Bevölkerung. Die schweigende Mehrheit, die ohnmächtig die Geschehnisse hinnehmen musste, diese Mehrheit sieht man eben nicht.

    Ad 3) Sie negieren einfach Tatsachen – den infamen Ablauf der „Wahl“. Mit nein bei einer de facto nicht geheimen Wahl zu stimmen wäre mit einem großen persönlichen Risiko verbunden gewesen. Und wie die Nazis mit nicht konformen Menschen umgeht, wusste man schon aus Deutschland.

  33. 33 Heinrich 08. April 2013 um 8:58 Uhr

    Die Tatsachen liegen auf der Hand und werden von Ihnen negiert.

    1. Auch die polnische Armee hatte 1939 realistisch gesehen keine Chance auf einen Sieg gegen die Wehrmacht. Trotzdem haben die Polen gekämpft. Wenn Widerstand wirklich gewollt ist, greift ein Volk zu den Waffen. Ihr Arguement, das Blutvergießen wäre ’sinnlos‘ gewesen, negiert die logische Folgerung aus der Tatsache, dass die Österreicher nicht gekämpft haben: Sie wollten nicht. Und mit einer Armee, die nicht kämpfen will, ist kein Krieg zu gewinnen.

    2. Doch, man sieht die Mehrheit. Und muss sich fragen: Warum haben sie nichts gesagt oder getan? Dass die schweigende Mehrheit gegen die Geschehnisse war, ist eine wohlwollende Interpretation, die sich nicht auf Fakten stützen kann. Ein Argument ex silentio. Waren Sie dabei? Welche tragfähigen Belege für eine Opposition der Bevölkerung können sie liefern? Auch hier ist die logische und folgerichtige Antwort: Die Mehrheit der Bevölkerung tat nichts, weil sie nicht wollte.

    3. Die Wahlen fanden unter Beobachtung statt. Das ist bekannt. Ein Teil der Bevölkerung, der lieber mit ‚nein‘ gestimmt hätte, wird so mit ‚ja‘ gestimmt haben. Das leugnet niemand. Aber das ist noch kein Beleg dafür, dass das für die Mehrheit der Bevölkerung gilt. Auch hier liegt nahe, in Verbindung mit den anderen bekannten Fakten zu schließen, dass die Mehrheit keine Einwände hatte, mit ‚ja‘ zu stimmen.

    Sie bieten eine Interpretation der Geschehnisse an, die den bekannten Tatsachen zuwiderläuft. Meine Interpretation hingegen ergibt sich folgerichtig aus den bekannten Fakten (s.o.).

    Wenn Sie mit Ernst behaupten wollen, die Bevölkerung sei gegen den Anschluss gewesen, obwohl es keinen Widerstand gegen den Einmarsch der dt. Truppen gegeben hat, obwohl die Massen ganz offensichtlich den Deutschen zujubelten und obwohl die offizielle Abstimmung eindeutig zugunsten des Einmarsches ausfiel, dann liegt die Beweislast bei Ihnen. Einfach zu behaupten, es sei so gewesen, genügt da nicht.

    Da von Ihnen aber keine anderen Argumente mehr kommen, kann man diese Diskussion auch beenden.

    Im übrigen wird die These, der offizielle österreichische Staat habe bis 1938 ‚Widerstand‘ gegen Hitler geleistet, dadurch massiv relativiert, dass dieser ‚Widerstand‘ in der Bevölkerung offensichtlich so wenig Rückhalt hatte.

  34. 34 Cagliostro 08. April 2013 um 14:01 Uhr

    In Paris sind gerade homofeindliche „Pro-Familien“-Aktivisten verhaftet worden. Danke an die französische Regierung fürs harte Durchgreifen. Perversion unter dem Deckmäntelchen einer vermeintlichen „Rechtgläubigkeit“ darf nicht mehr hingenommen werden. Ein grober Klotz für eine grobe Seele.

  35. 35 Klaus 08. April 2013 um 15:43 Uhr

    @Heinrich

    Geschichte ist oft viel differenzierter als ein oberflächlicher Blick ergibt.

    1. Das kleine Österreich von 1938 mit 6,5 Mio Einwohner und einem 30.000-Mann Heer mit Polen zu vergleichen mit fast 40 Mio Einwohner und einer Armee von 1.000.000 Mann ist absurd. Polen konnte sich durchaus auch Hoffnungen auf einen Sieg gegen die Deutschen machen. Was für ein Heer von 30.000 wohl abwegig ist.

    2. 1975 nach der Nelkenrevolution in Portugal veranstaltete die Kommunistische Partei (PCP) eine Massendemonstration in Lissabon um in Portugal einen sozialistischen Staat (=Kommunismus) zu errichten. Hundertausende Menschen und ein Meer an wogenden roten Fahnen waren über das Fernsehen zu sehen. Sodass man meinen konnte das portugiesische Volk will den Kommunismus. Bei den ersten freien Parlamentswahlen wenige Wochen danach brachte es die PCP auf 14,5 % der Stimmen. Soviel zur Mehrheit und “ logischen und folgerichtigen Antwort“.

    3. „Die Wahlen fanden unter Beobachtung statt“ – das ist verharmlosend. Die Bürger wurden bei der Stimmabgabe total überwacht. Sodass sich kaum jemand getraute das Nein anzukreuzen.
    99 % Wahlergebnisse in einer Diktatur sagen vielmehr aus, dass bei den „Wahlen“ mit gezinkten Karten gespielt wurde.

  36. 36 Heinrich 08. April 2013 um 16:16 Uhr

    Klaus,

    stellen Sie es doch nicht so dar, als hätte es eine militärische Option für Österreich überhaupt gegeben. Sie tun so, als hätte man sich gegen den Einsatz der Armee entschieden, um Blutvergießen zu vermeiden, weil dieser Einsatz militärisch aussichtslos gewesen wäre.

    Das ist Wunschdenken. Wie soll man eine Armee mobilisieren gegen einen ‚Feind‘, der von der eigenen Bevölkerung mit frenetischem Beifall, Blumenteppichen und Glockengeläut begrüßt wird? Da hätten auch keine 2 Mio. Soldaten geholfen, denn sie hätten die Waffen auch auf Befehl nicht erhoben. Hitler wurde auf seiner Fahrt immer wieder von Menschenmassen aufgehalten, die ihn feierten. Die Historiker sprechen von einer Vereinigungseuphorie, sogar von einem ‚Taumel‘.

    Hitler wurde von dieser Begeisterung der Österreicher so sehr überrascht, dass er seinen ursprünglichen Plan einer Zweistaatenlösung fallen ließ und sofort an die totale Eingliederung Österreichs in das Großdeutsche Reich ging.

    Es ist richtig: Hitler fürchtete, die österreichische Volksabstimmung könnte gegen ihn ausfallen. Aber wie sich sofort nach dem ‚Anschluss‘ zeigte, war diese Furcht völlig unbegründet, denn die Österreicher waren für den Anschluss.

    Ohne die Überwachung wäre die Zustimmung zum Anschluss niedriger ausgefallen, aber zweifelohne ebenso eindeutig dafür.

    Das sind die Realitäten. Sie haben nichts in der Hand, um zu belegen, dass die Mehrheit der Österreicher Hitler und den Anschluss nicht wollten. Die Fakten sprechen gegen sie.

  37. 37 Klaus 08. April 2013 um 16:49 Uhr

    @Heinrich

    Wenn sie ihre Argumente nur gebetsmühlenartig wiederholen und nicht auf begründete Feststellungen konkret eingehen, dann ist es wirklich sinnlos noch weiter zu diskutieren.

  38. 38 Heinrich 08. April 2013 um 17:19 Uhr

    Was Sie für ‚begründete Feststellungen‘ halten, sind samt und sonders sekundäre Argumente, die Sie sich dann so zurechtbiegen, dass Sie Ihre Behauptung stützen. Sie belegen jedoch nichts und sind keineswegs zweifelsfrei schlüssig.

    Natürlich KÖNNTE eine Wahl, die unter Beobachtung und Drohungen durchgeführt wird, ein verfälschtes Ergebnis bringen. Jedoch: Für wie wahrscheinlich halten seriöse Historiker dies im Falle der Aprilabstimmung in Österreich? Für nicht wahrscheinlich, da die breite Zustimmung in der Bevölkerung manifest war. Mithin ist der Hinweis auf die Umstände der Wahl eine Nebelkerze. Sie hatten keinen signifikanten Einfluss auf das Ergebnis der Abstimmung.

    Gleiches gilt für die militärische Widerstandsoption.

    Ferner wäre überhaupt zu prüfen, ob der Vergleich mit Wahlen unter totalitären Regimen bzw. in Diktaturen im Hinblick auf die Aprilabstimmung in Österreich historisch statthaft ist. D.h. welche Repressalien wurden Wählern angedroht, die mit ‚Nein‘ abstimmten, welche Maßnahmen wurden tatsächlich ergriffen, mit welchen Nachteilen hatte man zu rechnen? Knapp einen Monat nach dem Einmarsch der dt. Truppen ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass es bereits ein bis in jedes Dorf funktionierendes System der Repressionen gegeben hat, das hier greifen konnte. (Das vermute ich aber nur, und ich spreche hier wohlgemerkt nicht von Repressionen gegen politische Gegner, Sozialisten und Kommunisten oder Juden, die natürlich sofort von Repressionsmaßnahmen betroffen waren – ich rede hier von der breiten Bevölkerung).

    Will sagen: Auch das Argument der ‚überwachten Wahlen‘, die den Wählern keine andere Wahl gelassen haben, als mit ‚Ja‘ zu stimmen, könnte sich bei genauerer Überprüfung als Luftnummer erweisen.

  39. 39 Bratwurst 08. April 2013 um 21:22 Uhr

    …anscheinend wären für @Heinrich auch 17 Millionen ehemalige DDR-Bürger begeistert von den Beschlüssen der Volkskammer gewesen – zumindest nach den „Wahl“-ergebnissen (theoretisch hätten Widerständler ja Kandidaten streichen können).

  40. 40 Heinrich 08. April 2013 um 21:56 Uhr

    Keineswegs.

    Aber vielleicht können Sie, was Klaus offenbar nicht kann oder will, nämlich mir eine nachvollziehbare Begründung oder Belege dafür zu liefern, warum

    1. die schweigende Mehrheit der Österreicher 1938 gegen Hitler eingestellt gewesen sein soll
    2. das Ergebnis der Abstimmung vom April 1938 ein signifikant geschöntes Ergebnis war, dass die Stimmung in der Bevölkerung komplett verfälschte.

    Im Falle der DDR ist bekannt und historisch nachweisbar, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung sich nicht mit den geschönten Wahlergebnissen der Volkskammerwahlen deckte. Andere Quellen legen das nahe.

    Im Falle der Abstimmung in Österreich im April 1938 gehe ich davon aus, dass mindestens 80% der Bevölkerung für den Anschluss gestimmt hätten, wenn die Wahlen nicht entsprechenden Manipulationen unterworfen gewesen wären. In Wien lagen die Zahlen sicher darunter, im restlichen Land eher noch darüber.

  41. 41 Bratwurst 09. April 2013 um 14:51 Uhr

    @Heinrich:
    Ihre Einschätzung mag zutreffend sein – oder auch nicht.
    Das überlass ich gern den Historikern.
    Auch Ihre weiter oben vertretene Auffassung, „…dass im Jahr 1938 eine Mehrheit der Deutschen Hitler positiv gegenüberstand.“… mag zutreffend sein. Aus meiner Familiensaga heraus waren meine Eltern und Großmutter (-alle katholisch, Opa soll aus Angst, die Nazis würden ihn abholen, Selbstmord begangen haben) gewiss nicht der von Ihnen prognostizierten Mehrheit zuzurechnen. Das prägt sicher meine zweifelnde Einstellung zu Ihren Erkenntnissen.

  42. 42 Klaus 09. April 2013 um 15:31 Uhr

    @Bratwurst

    Meine Eltern und Großeltern hatten Hitler auch zutiefst abgelehnt, ja sogar gehasst. Und sie wussten von etlichen aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zu berichten die Hitler ebenso nachdrücklich ablehnten.

    Was die DDR angeht erinnere man sich der 40-Jahr Feier als die Massen Honecker zujubelten. Da hätte man genauso den Schluss ziehen können, das Volk will den Kommunismus.

  43. 43 Heinrich 09. April 2013 um 16:19 Uhr

    @Bratwurst

    Richtig: Eine jubelnde Menschenmenge beweist für sich genommen noch nichts. Man kann hier endlos Beipiele posten von jubelnden Massen, die nicht die Stimmung der Gesamtheit der Bevölkerung widerspiegelten oder deren Jubel einfach ein Fake ist. Und man kann für das Gegenteil ebenso endlos Beispiele posten. Man muss eine solche Information mit anderen erreichbaren Informationen und Daten abgleichen und dann versuchen, ein möglichst präzises Bild der Situation zu gewinnen.

    Dass die jubelnden Massen im Oktober 1989 ein falsches Bild abgaben, wissen wir, wenn wir die Bilder mit anderen verfügbaren Informationen abgleichen. Die DDR hatte 40 Jahre lang Zeit ein duales System aufzubauen: Das eine denken, das andere tun. Die DDR hassen und gleichzeitig dastehen und jubeln. Der Jubel war organisiert, Betriebe hatten geschlossen zu den Paraden zu erscheinen, wer das nicht tat, hatte mit enormen Schwierigkeiten zu rechnen. Das ist alles bekannt.

    Nur gibt es m. W. keinerlei belastbaren Quellen darüber, dass der österreichische Vereinigungstaumel, der das Land im März 1938 befiel, in ähnlicher Weise organisiert oder gesteuert war, wie sich das nach 40 Jahren DDR-System eingespielt hatte. Wie oben angeführt, war sogar Hitler selbst von diesem Ausmaß überrascht.

  44. 44 Klaus 09. April 2013 um 18:05 Uhr

    Von wegen nicht organisiert und gesteuert. Da sind Sie aber im Irrtum.

    Es wurde schulfrei gegeben und ganze Klassen mussten zum Jubeln am Heldenplatz sich versammeln. Ebenso wurde die Betriebe geschlossen und die Belegschaft wurde geschlossen zum Jubeln abkommandiert. Da konnte sich niemand ausschließen.

  45. 45 Heinrich 09. April 2013 um 18:56 Uhr

    Übrigens gab es ja schon im Jahr 1921 Volksabstimmungen in einzelnen österreichischen Ländern. Die Ergebnisse für einen Anschluss an das deutsche Reich lagen auch damals schon bei 98 bzw. 99% – auch ganz ohne repressive Wahlbeobachtung…

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