Archiv für März 2013

#Glashaus ii

kath.net veröffentlicht heute einen Gastkommentar, in dem sich Autor Michael Schäfer Sorgen um die Karriere eines Journalisten macht: Der FAZ-Redakteur Daniel Deckers „dreht durch!“, verspricht die Überschrift. Deckers habe sich in unflätiger Weise über Homosexuelle im Vatikan geäußert, was Schäfer zu einem Rundumschlag nutzt: Schwule seien an allem Schuld, besonders am Missbrauchsskandal. Explizit erwähnt er dabei David Berger, der kreuz.net zu Fall brachte und der „seine Haut (und nicht nur diese) in einschlägigen Gay-Foren im Internet zu Markte getragen“ hätte. Es überrascht in diesem Zusammenhang nicht, dass Schäfer im letzten Dezember einen fast wehmütigen kreuz.net-Nachruf publizierte, in dem er zusammenfasste:

Unverkennbar hat der Feldzug von Berger, Beck und Genossen ein übergreifendes Ziel: die katholische Kirche in Deutschland auf Linie zu bringen und das heißt im konkreten Fall: ihre abweichende Meinung zum Thema „Homosexualität“ endgültig auf den Index der Political Correctness zu setzen.

Das wirklich Komische an Schäfers aktuellem Text ist aber die Scheinheiligkeit, mit der suggeriert wird, FAZ-Autor Deckers setze „seinen journalistischen Ruf aufs Spiel“. Ein solcher Satz auf kath.net, wo der journalistische Ruf mit Gastkommentaren eines deutschen Neonazis, Mordaufrufen in der Kommentarspalte oder von kreuz.net gemopsten Überschriften schon mehr als nur einmal aufs Spiel gesetzt wurde…
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Ich habe dann mal, der Schäferschen Logik folgend, die kath.net-Überschriften der nächsten Wochen gebastelt:
- FDP-Politiker Brüderle prangert Sexismus an – Lob von Kuby
- Gloria.TV-Chef Reto Nay lenkt ein: „Es tut mir alles so entsetzlich leid!“
- Laun konvertiert zu Scientology: „Einfach die besseren Argumente“
- ‚Die Priester‘: Doch nicht die beste Band aller Zeiten?
- ‚JungeChristin‘: „Einige meiner besten Freunde sind homosexuell“
- „Die Kommentarfunktion bleibt dauerhaft deaktiviert, weil ihr, geschätzte Leser und willige Spender, unserem guten journalistischen Ruf schadet.“

Am Rande

Die letzten Tage verliefen ja ein wenig turbulenter: Ein neuer Papst wurde gewählt, Gloria.tv liegt in den letzten Zügen, Reto Nay und Markus Doppelbauer verloren ihre Arbeit und kath.net läuft auf Sparflamme. Ausgerechnet in den Stunden der Entscheidung war kath.net längere Zeit offline und sorgte für einige Spekulationen, weil auf einmal der Kommentarbereich fehlte und die Archivsuche von der Startseite ebenso verbannt wurde wie der Link auf das hauseigene Forum.

Während die Kommentare nach eigener Aussage wohl nur vorläufig abgestellt wurden, gibt es nun tatsächlich einen grundlegenden Unterschied: Die URL zu den Artikeln lautet nicht mehr kath.net/detail.php?id=123, sondern kath.net/news/123. Ärgerlich an der Umstellung ist, dass nun sämtliche alte Links auf kath.net-Artikel nicht mehr funktionieren. Ein Beispiel: Das rassistische Märchen von Andreas Laun findet man nun nicht mehr unter kath.net/detail.php?id=27580, sondern unter kath.net/news/27580.

Expertenmeinung zur Mafia

„johannes.freiburg“ wäre gern Kardinal. Weil er aber – wie die meisten anderen hasserfüllten kath.net-Leser – beim Konklave nicht wahlberechtigt ist, schreit er seine gutgemeinten Ratschläge und Vergleiche in der Kommentarspalte heraus:

Hauptsache wir bekommen keinen liberalen Papst
Ich denke Kardinal Ouellet wäre eine gute Wahl. Ich wünsche mir nur, wir bekommen keinen liberalen Papst, wie z.B. Kardinal Schönborn, der in den letzten Jahren häufig durch Positionen und Entscheidungen aufgefallen ist, die an den Zeitgeit angepasst sind. Z.B. seine Aussage, dass man bei homosexuellen Partnerschaften auch die Stabilität der Beziehung sehen solle. Das ist ungefähr so, wie wenn ich sagen würde, bei der Mafia sollte man doch das Augenmerk auf den familiären Zusammenhalt richten.

Episodenfisch bittet um Ihre Fastenspende! Vergelt’s Gott!

Diskordianerpapst: „Ich verfolge die Arbeit von Episodenfisch und weiß, dass Sie für mich kämpfen.“ – Bitte helfen Sie dem „furchtbar wichtigen, grundstürzenden Blog“ (Barbara Wenz) mit einer Fastenspende

(Marburg/Washington/Rom/Red.) ´kath.net, verkorkste Glaubenshüterin, fixiert auf Sexualmoral, mit erhobenem Zeigefinger und ewiggestrig? Wer die Tagespost liest, bekommt ein vollkommen falsches kath.net-Bild vermittelt. Die frohe Botschaft wäre in der öffentlichen Meinung längst untergegangen. Wären da nicht auch Medien, die zeigen wollen, was kath.net wirklich macht. Eines davon ist EPISODENFISCH.

EPISODENFISCH, der größte deutschsprachige kath.net-Watchblog im deutschen Sprachraum, läuft seit 2010 und wird von Gläubigen, Priestern und der Homo-Lobby unterstützt. Episodenfisch bietet „den legitimen Erben Alfred Rosenbergs“ (Robert Ketelhohn) ein Sprachrohr und leidet mitunter unter einer Atmosphäre „wie bei den Nazis oder in der DDR, wer eine andere Meinung hat wie ihr Linksgrünen wird verarscht, gemobbt und unter Beobachtung gehalten“ (aus einer Lobesmail). Im Dezember 2011 sagte Papst Benedikt eines Abends: „Ah, Abendbrot!“

Aber nun ziehen dunkle Wolken auf, die Seite lädt in jüngster Zeit nur sehr langsam: Ungeplante Zugriffe auf Episodenfisch von außen, bösartige Angriffe oder von Mäusen angenagte Kabel im Rechenzentrum des Blogsport-Imperiums verursachen derzeit viele Techniküberstunden. Damit verbunden sind deutlich gestiegene Kosten, mehr als wir im Budget 2013 einplanen konnten.

Wie viele andere aus einer Bierlaune gegründete Blogs ist auch Episodenfisch finanziell unabhängig und erhält nur wenig kirchliche Finanzunterstützung.

Wir sind deswegen vor allem auf Spenden angewiesen. Ihre Spende hilft mit, dieses große Projekt weiterzuführen. Für unser Jahresbudget 2013 fehlen derzeit noch deutlich über 1 Euro vom 3 Euro Jahresbudget (Infrastruktur, Rom-Korrespondenten, Anwaltskosten).

Wir bitten Sie daher jetzt um großzügige finanzielle Hilfe für Episodenfisch. Bitte schicken Sie all Ihr Geld an Episodenfisch, legen Sie Ihr Geld in Episodenfisch an – Danke und Vergelt’s Gott im Voraus! Im Zweifel auch die Bitte um IHR GEBET, vielleicht das Gebet zum Hl. Erzengel Michael.

(Lose basierend auf zwei / zwei aktuellen kath.net-Spendenaufrufen und einem Facebook-Beitrag)

Expertenmeinung zum gesunden Volksgeist

kath.net-Chef Roland Noé alias „Gandalf“ im kath.net-Forum, wir schreiben (immer noch) das Jahr 2008:

Und in Europa gibt es keine Homophobie sondern eine widerliche Überwertung und Überhomosexualisierung, die weit schlimmer für den gesunden Volksgeist ist. Diese schwule Gleichmacherei-Ideologie bis zur Homo-Ehe, die hier auch von paar Zeitgeistler anscheinend unterstützt wird, das ist das wirkliche Problem.