Expertenmeinungen zum Rücktritt von Papst Benedikt

kath.net-Leser „krak des chevaliers“ hat die erste Trauer überwunden und analysiert gewohnt sachlich:

höhepunkt der Kirchenkrise
Mit dem Rücktritt des Heiligen Vaters hat die Kirchenkrise ihren irreversieblen Höhepunkt erreicht. Ein ungeheurer Vorgang! Jetzt triumphieren die Kräfte der Hölle, die besonders im deutschsprachigen Raum ihre Helfershelfer haben. Man braucht hier keine Namen zu nennen – sie sind bekannt. Schon immer war der Fels der Kirche umbrandet, jetzt aber haben es die Feinde geschafft, ihn zu Fall zu bringen. Man kann schon fast vom Ende der Katholischen Kirche sprechen. Die Bischöfe tragen eine ungeheure Schuld, für die sie einmal Rede und Antwort stehen müssen.

„Waldi“ findet:

Endlich haben es seine Feinde geschafft,
diesen guten Papst in die Knie zu zwingen. Sicher wird das Alter ihm zusetzen, aber nicht weniger haben ihm seine Feinde in der DBK, im ZdK, die Zusammenrottung in der Pfarrerinitiative um Schüller, Wir sind Kirche und noch viele andere. Die Kriegsfront der Ungehorsamen war für diesen guten Heiligen Vater zu brutal, um sie schadlos schultern zu können. Der nächste Papst, wer es auch immer sei, wird sich diesen Ungehorsamen Ketzern unterordnen müssen, um zu überleben. Von daher gesehen steht der katholischen Kirche eine schlimme und schwere Zeit bevor, wie wir sie uns kaum vorstellen können!

„st.michael“ seufzt:

Unfassbar – Sieg der Modernisten-
Lehmann und Zollitsch jubeln, sie haben den hl.Vater bekämpft wo sie konnten.
Die Modernisten jubeln, ich trete aus dem deutschen „Kirchensteuerverein“ aus und gebe mein Geld an eine der vielen romtreuen Gemeinschaften.
Mich hat der feste Glaube daran in der deutschen Kirche gehalten, der hl.Vater könnte den Modernismus aufhalten.
Er ist gescheitert.

„Tisserant“ verzweifelt:

Die linken Gesinnungsfaschisten jubel ja jetzt schon!
Das sollte uns aber am Barsche vorbeigehen! Das ZDK wird jetzt ne Trulla fordern und hoffen es wird sich alles am ZDK Kommunismus ändern!

Sogar der routinierte Rechtsausleger „Dismas“ verliert kurzzeitig die Contenance:

OH, ich bin total best6ürzt!! DAS darf doch nicht WAHSEIN11

„templariusz777″ war gerade mal für 2 Stunden weg, kommt wieder, schaltet das Internet an und muss feststellen, dass für ihn eine Welt zusammengebrochen ist:

unfassbar…
Da bin ich gerade mal für 2 Stunden weg, komme wieder, schalte das Internet an und muss feststellen, dass für mich eine Welt zusammengebrochen ist :( .
Die anti-katholischen Linksfaschisten meinen für den Moment einen Sieg errungen zu haben, aber die werden sich noch wunder, wenn ein noch „schlimmerer“ Papst gewählt wird.

„serafina“ fragt:

Könnte es nicht evtl. sein, dass irgendwelche dunklen Seilschaften im Vatikan den Hl. Vater zu diesem jetzigen Schritt gedrängt haben?

„Fides Mariae“ probt derweil gleich den Aufstand, möchte es den armen Sündern gleichtun und nackt durch die Welt stolpern:

Kleider zerreißen und Glocken sturmläuten!!!!!
Ja, seid ihr denn (fast) alle blauäugig oder was?????
Ein Papst tritt nicht einfach so zurück! Was soll das alles mit „Respekt“ und „Hochachtung“???
UNSER HIRTE hat uns verlassen! Weil er sein Amt nicht mehr ausüben konnte /wollte/durfte – was weiß ich? Es ist Zeit, die Kleider zu zerreißen, und die Glocken zu läuten !!!! Gott schütze die Kirche!!!!


63 Antworten auf „Expertenmeinungen zum Rücktritt von Papst Benedikt“


  1. 1 Apokatastasis 11. Februar 2013 um 23:45 Uhr

    An den zitierten Lesermeinungen kann man erkennen, daß rationale Analyse offenbar keine Stärke vieler kath.-net Kommentatoren ist.
    Es ist ja auch viel einfacher, immer dunkle Mächte am Werk sehen, als sich über Ereignisse nüchtern Gedanken zu machen.
    Besonders auffällig ist, daß immer bestimmte Gruppen als Feindbilder herhalten müssen, wenn etwas passiert, was dem eigenen Weltbild widerspricht:
    Ein Papst tritt nicht zurück! Kann nicht sein. Also wenn es nicht sein kann, ist er gar nicht freiwillig zurückgetreten, sondern die Bösen (Linken, Reformkatholiken, unbotmäßigen Bischöfe) waren daran schuld. Vielleicht noch eine Intrige im Vatikan.

    Daß sich der Mann einfach für dieses stressige Amt zu alt und müde fühlt, kommt ihnen nicht in den Sinn. Wer so etwas macht, kann kein Papst sein- weil er ein „Supermann“ sein muß.

    Und wo gibt es schon einen Supermann, der zurücktritt?

    Tja, so ist das, wenn man es mit dem Personenkult übertreibt.

  2. 2 Nike 12. Februar 2013 um 7:24 Uhr

    Die zitierten Kommentare machen doch sehr deutlich, dass die kirchenpolitische Ausrichtung von Kath Net als Internetmagazin oftmals Leser und Mitglieder – es sind nicht alle so – bedingt und anzieht, die ein starres Kirchenbild und innerlich festgezurrtes Traditionsverständnis haben. Es kommt ohne den Sündenbock, die Verteufelung möglicher divergierender religiöser Positionen im innerkirchen Raum gar nicht aus.Diese Irrationalität ist beunruhigend und letztendlich auch antidemokratisch. Und es zeigt mir auch auf, dass hier die Flucht angetreten wird vor der Menschlichkeit Benedikts, die er mit seinem Rücktritt zum Ausdruck bringt.

  3. 3 Cartello 12. Februar 2013 um 8:24 Uhr

    Da kann man echt nur eines sagen “ willkommen im Holo-Deck “ !
    Seit einer stunde versuch ich eine liste zu erstellen wer aller am rücktritt schuld ist, ich hab es aufgegeben.

  4. 4 Jean-Louis 12. Februar 2013 um 9:42 Uhr

    @Apokastasis
    Gute Analyse, der ich gerne zustimme. Wer für die Gegebenheiten des Lebens nicht blind ist, muss doch einsehen, dass kein Mensch der Welt mit 86 Jahren die Kraft haben kann den Erwartungen, die an an solches Führungsamt gebunden sind voll und ganz gerecht zu werden. Wie Benedikt zu Recht gesagt hat, ändert die Welt in Atem beraubenden Tempo, und verlangt immer wieder neue Erkenntnisse in die Überlegungen einfliessen zu lassen. Dazu Tag für Tag, ein volles Programm mit Unterredungen, Audienzen, häufigen Pontifikalämtern. Die Weltjugendtage stehen vor der Tür, usw und so fort. Ich habe höchsten Respekt vor dem, was Benedikt, zumal angesichts seines fortgeschrittenen Alters, geleistet hat. Er ist ein grosser Papst und ein grosser Kirchenlehrer. Ein Myterium seines Pontifikats ist allerdings, dass er hauptächlich progressistische Bischöfe zu Kardinälen ernannt und in Schlüsselpostionen gehievt hat. Demzufolge wird sein Nachfolger wohl einen anderen Kurs fahren, einen Kurs der den Linken und Progessiven deutlich mehr zusagen wird. Ausser, es gibt eine Sensation.

  5. 5 Dr. Arnd 12. Februar 2013 um 11:15 Uhr

    @Apokastasis
    ich stimme Ihnen teilweise zu, allerdings würde ich den Personenkult gar nicht so in den Vordergrund stellen wollen. Im deutschsprachigen Raum (der einzige über den ich urteilen kann) haben Kritiker wie Tradis ein Klischeebild des Papstes im Kopf. Eigentlich sehen beide noch den „Panzerkardinal“ in ihm, nur finden die einen das gut, die anderen schlecht. Im Falle der Tradis ignorieren sie einfach die modernen und aufgeschlossenen Seiten dieses Papstes (tun ulkigerweise die Kritiker auch). Und nach ihrem Bild würde dieser (Panzer-)Papst niemals zurücktreten, sondern von Gott abberufen werden. Da konnte er noch so oft von der Möglichkeit eines Rücktritts sprechen (sogar im letzten Interview-Buch), es wurde ignoriert, weil es nicht ins Bild passt.

  6. 6 Dr. Arnd 12. Februar 2013 um 11:16 Uhr

    @Jean-Louis
    das dürfte für Sie doch kein Geheimnis sein, sondern das Wehen des heiligen Geistes, gelle ?
    so es stimmt, das kann ich nicht beurteilen

  7. 7 suennerklaas 12. Februar 2013 um 11:18 Uhr

    Ich werden sowohl die extreme Häme, als auch die extreme Trauer um den Papstrücktritt wohl nie verstehen. Ratzinger ist 85 Jahre alt und hat selbst nach den Gepflogenheiten der katholischen Kirche schon längst das Pensionsalter überschritten. Jeder Bischof, jeder Kurienkardinal wäre bereits längst im Ruhestand. Selbst für einen Normalsterblichen wäre das Amt des Papstes mit seinen vielen Verpflichtungen, seinen vielen Terminen und den vielen stets bereitstehenden Fettnäpfchen, die es zu umegehen heißt äußerst anstrengend. Und man sollte auch nicht vergessen: Ratzingers Arbeit ging weit über die Arbeit des Papstes hinaus – während seines Pontifikats hat er außerdem noch zwei (!) Bücher geschrieben und veröffentlicht.
    Joseph Ratzinger hat in seinem Leben mehr gearbeitet, als so manch anderer Akademiker oder gar Politiker oder Wirtschaftsführer. Er ist ohne Zweifel einer der führenden Intellektuellen unseres Landes und einer seiner streitbarsten Köpfe. Wenn er jetzt merkt, dass seine gesundheitliche Konstitution es nicht mehr zulässt, das Amt des Papstes auszuüben, dann ist das eben sein gutes Recht und zeugt von einem hohen Maß an Pflichtbewusstsein und Bescheidenheit. Einen schönen, harmonischen Ruhestand in Zufriedenheit hat er sich ganz einfach verdient.
    Mit dem seinem Rücktritt wird der Mensch Joseph Ratzinger für alle sichtbar. Ein Mensch, der ganz einfach Zeit für sich, sein familiäres Umfeld und für seine Freunde haben möchte. Und das ist doch nicht verkehrt. Und solch eine Einstellung ist doch wohl nicht verkehrt, sondern zutiefst menschlich – oder?

  8. 8 el_vizz 12. Februar 2013 um 11:23 Uhr

    der berühmte blitz beim scheissen?

    http://www.kath.net/detail.php?id=40056

    :D

  9. 9 Memphis Misraim 12. Februar 2013 um 11:26 Uhr

    Ja, sunnerklaas, so ist es. Die Häme empfinde ich nicht wegen seines Rücktritts selbst, sondern wegen des Entsetzens der Fundis. Daher hätt es mich gefreut, gestern oder heut das Spiel auf dem ehemaligen kotz.net Original lesen zu können, inlklusive der damit verbundenen Paranoia und Verschwörungswahnvorstellungen. Papparatze selbst sei ein ruhiger Lebensabend gegönnt.

  10. 10 suennerklaas 12. Februar 2013 um 11:45 Uhr

    @Memphis Misraim
    Zumindest bei der Lektüre der „Leser“-Kommentare auf kath-netz, die ja vor der Freischaltung streng zensiert werden, kommt mir so der Gedanke, dort herrsche ein Furcht vor etwas ganz anderem: die Furcht, keinen Zugang mehr zu haben. Selbst wenn der Nachfolger Ratzingers ein konservativer Vertreter sein sollte, so bringt er doch einen völlig anderen Mitarbeiterstab mit und setzt ganz andere Schwerpunkte in seiner Arbeit. Im Grunde fangen jetzt alle wieder bei Null an. Und sowas macht Angst.

  11. 11 Memphis Misraim 12. Februar 2013 um 11:53 Uhr

    Und genau das wünsch ich mir. Einen Afrikaner oder diesen Kandidaten aus Sydney, zu dem null Beziehungen und null Chancen der Einflußnahme bestehen. Je größer der Skandal durch die Wahl des Neuen, umso besser. Im Idealfall einen Modernisten, der den Kraks de Chevaliers dieser Welt den Rest gibt. :-)

  12. 12 Cartello 12. Februar 2013 um 12:03 Uhr

    @suennerklaas
    Die furcht ist breit gefächert und nicht nur auf die Biermeierseite konzentrier, die bewegt sich quer Feld ein durch alle Medien . Mal mehr mal weniger. Das man bei Biermeier am meisten zittert ist klar, da werden einige Informationen seitens des Vatikan in der nächsten zeit Abreißen.

  13. 13 Cartello 12. Februar 2013 um 12:18 Uhr

    Memphis Misraim

    Ich hab heut früh mit meiner Tochter über das Thema gesprochen, sollte es Schönborn werden gibt es mit 100% Sicherheit die große flucht, ein farbiger aus den tiefen Afrikas einen Herzinfarktausnahmezustand in den Herzkliniken. Bei einen Modernisten eher eine Stärkung der PiuSSekte, was wir ja auch nicht wollen. Schluss mit der Kaffeesud leserei, lassen wir uns überraschen. Schlimmer wie jetzt kann es nicht mehr werden.

  14. 14 diskordianerpapst 12. Februar 2013 um 14:09 Uhr

    Meine ganz persönliche Häme richtet sich, ähnlich wie bei
    Memphis, hauptsächlich gegen die Ultra-“Gehorsamen“ und die
    unreflektierten Fan-Boys und -Girls Ratzingers.
    Aber zusätzlich auch zu einem gewissen Teil gegen Ratze selbst
    und das Kardinalskollegium das in wählte.
    Man darf bei seinem Pontifikat nicht vergessen das er sich
    selbst in Stellung brachte, um dann zu behaupten er hätte
    niemals Papst werden wollen.

    Der Mann ist ein introvertierter Intellektueller (von welcher
    Qualität mag ich nicht beurteilen, ich hab da so meine Probleme
    im gesisteswissenschaftlichen Bereich, ganz zu schweigen von
    Theologie).
    Solche Leute haben selten gute Führungsqualitäten, erst recht
    nicht in einem Intrigantenstadel wie dem Vatikan. Einiges
    spricht dafür das sie 2005 einfach nur einen gefunden haben der
    so naiv war den Job auch machen zu wollen.
    Erstaunlich, denn Ratzinger musste eigentlich wissen was da auf
    ihn zu kommt. Vielleicht hat er aber vorher in seinem Job viele
    Dinge einfach nicht sehen wollen.
    Man hätte eher einen Pragmatiker gebraucht.
    Z.B. Die Sache mit den Piussen. Wie um alles in der Welt konnte
    er annehmen das die überhaupt an einer Rückkehr interessiert
    sind. Es ist so offensichtlich das sie in der bestehenden
    Situation wesentlich mehr Einfluss, Bedeutung und Publicity,
    die „Bischöfe“ vermutlich sogar mehr persönliche Vorteile
    geniessen als unter dem Dach der Kirche.
    Vielleicht konnte er sich als vergeistigter, intrinsisch
    motivierter Mensch nicht vorstellen das bei denen noch was ganz
    anderes als die „Reinheit der Lehre“ dahintersteckt.
    Jedenfalls hat er damit gewollt oder ungewollt erreicht das
    der rechte Rand sich bestätigt und unterstützt fühlte und die
    Schnittmenge zu den eher politisch Rechten grösser wurde.
    Bei anderen Aktivitäten die dies auch förderten kann man noch
    nicht genau sagen ob er persönlich dahintersteckte, vielleicht
    erfährt man im Laufe der Zeit noch Näheres.
    Ansonsten, was hat er schon gross gemacht: Er koordinierte die Arbeit seiner Mitarbeiter und gab klare Anweisungen. ;-)

    Den Rücktritt rechne ich ihm wirklich positiv an, hat er damit
    doch der seltsamen SM-Fraktion in der RKK (leiden sollst Du,
    bis zum bitteren Ende) und wohl auch einigen Strippenziehern
    die auf eine Zeit der eingeschränkten Handlungsfähigkeit
    warteten einen Tritt in den Hintern verpasst.

    Interessant finde ich die Sitution die sich demnächst ergibt:
    Erstmals seit langer Zeit wäre es einem Papst möglich sich
    direkt bei seinem Vorgänger Rat zu holen. Der kennt womöglich
    Vorgänge oder Details die nicht unbedingt irgendwo in den Akten
    stehen und die bisherige Päpste mit ins Grab genommen hatten,
    das könnte spannend werden.

    Zum Blitz beim Scheissen: Ich hab gestern, als Schneefall
    einsetzte auch gedacht: Oh sehet, der Himmel f(roh)lockt ;-)

    Ach ja, falls jemand sich berufen fühlt (ich bin ja nur Kollege):
    http://www.zeugnisdeutsch.de/arbeitszeugnis/geheimcodes.php

  15. 15 suennerklaas 12. Februar 2013 um 16:36 Uhr

    Die wahre Größe eines Menschen zeigt sich eben im Abgang aus seinem Amt.
    Vielleicht hat Ratzinger den fatalen Fehler gesehen, den sein Vorgänger beging, als er sich trotz seiner schweren Krankheit stuhr am Stuhl Petri festkrallte. In so einer Situation schlägt die Stunde der Heuchler und Intriganten, die die Schwäche des Pontifex für sich zu nutzen versuchen. Unter ihm, so wird Ratzinger wohl für sich selbst festgelegt haben, wird es soetwas nicht geben. Andeutungen in dieser Richtung hatte er ja bereits gemacht.
    Der Rücktritt ist für die Patchwork-Papsttreuen, die nur dann papsttreu sind, wenn es ihnen in den Kram passt, eine schlimme Nachricht, denn man kann jetzt erahnen, dass es ab jetzt eine Grenze geben wird. Noch einmal wird sich kaum ein Papst die Blöße geben und schwerst krank am Stuhle Petri kleben, sondern seinen Hirtenstab rechtzeitig weiter geben.

  16. 16 Max 12. Februar 2013 um 17:54 Uhr

    @ Dr Arnd:

    Ein Myterium seines Pontifikats ist allerdings, dass er hauptächlich progressistische Bischöfe zu Kardinälen ernannt und in Schlüsselpostionen gehievt hat.

    Was sind „progressistische“ Bischöfe? Meiner Lektüre zufolge sind die allerwenigsten von ihm ernannten Bischöfe progressiv, aber ich will nicht leugnen, dass das an meiner liberal-protestantischen Perspektive liegt. Und bin ich auch völlig falsch informiert, dass Ratzinger/später Benedikt dafür gesorgt hat, dass das Gewicht und der Einfluss stramm-konservativer Gemeinschaften wie Opus Dei, Legionäre Christi, Neokatechumenat etc. in der RKK und im Vatikan enorm gewachsen sind? Ich bin gespannt, wie das Konklave damit umgeht, einen Kandidaten finden zu müssen, der einerseits die Kurie reformieren muss, andererseits den Spagat bewältigen muss zwischen dynamischem Wachstum in Afrika und Lateinamerika (bei gleichzeitiger Konkurrenz durch evangelikale Gruppierungen) und dem säkular-kritischen Klima in Westeuropa.

  17. 17 Dr. Arnd 13. Februar 2013 um 10:43 Uhr

    @Max: das Zitat ist nicht von mir.
    Ich habe lediglich einmal gelesen, dass der Hl. Vater die Bischofsernennungen „ausgewogen“ vorgenommen habe. Ich kann das nicht beurteilen.

    Ja, ich bin auch mal gespannt, es hängt einiges für die Kirche vom nächsten Konklave ab.

    Übrigens: Frau Lorleberg hat, wenn sie ihren Artikel und das darin enthaltene „wir“ Ernst meint, endlich einmal kritisch reflektiert, dass die sog. „Romtreue“ von kath.net selbstkritisch zu überprüfen ist, s. Artikel „Tief im Herzen der Kirche ist Bußzeit. Beten wir!“ von heute. Oder sollte sie wieder nur die anderen meinen ?

  18. 18 Memphis Misraim 13. Februar 2013 um 11:25 Uhr
  19. 19 suennerklaas 13. Februar 2013 um 14:55 Uhr

    Frau Lorleberg erweckt ja den Eindruck, als stünde mit der Verkündung des Papst-Rücktritts der Weltuntergang unmittelbar bevor.

    Und was bitteschön ist ein „gutes Konklave“? Und was ist ein Konklave unter der „direkten Führung“ des hl. Geistes? Hat es etwa aus Sicht von Frau Lorleberg auch schon einmal „schlechte Konklave“ gegeben, die NICHT durch den hl. Geist geführt wurden?

    Wer entscheidet, ob ein Konklave „gut“ oder „schlecht“ ist oder ob es nun vom Hl. Geist „geführt“ oder „nicht geführt“ ist? Etwa Frau Lorleberg oder Herr Noé?

    Schon entlarvend, was Frau Lorleberg da so schreibt. Der Verdacht, dass es im Zweifelsfall mit der sonst so demonstrativ vor sich hergetragenen Papst- und Romtreue nicht all zu weit her ist, ist meiner Meinung nach nicht so ganz unbegründet.

  20. 20 suennerklaas 13. Februar 2013 um 14:55 Uhr

    Hier noch der Link zu dem Artikel:

    http://kath.net/detail.php?id=40071

  21. 21 diskordianerpapst 13. Februar 2013 um 17:12 Uhr

    Den hier fand ich noch abgedrehter:
    http://www.kath.net/detail.php?id=40057

    „WIR“ sind schuld am Rücktritt, wobei wir=die Deutschen.
    Ist ja klar, auf einem österreichischen Portal. Oder hab ich was
    verpasst und es gab schon wieder ein paar Eingemeindungen ;-)
    Und der Bezug auf die lächerliche Bild-Schlagzeile darf auch
    nicht fehlen: „Wir“ waren nie Papst!
    Hm, stimmt! Das war den Meisten aber wohl schon damals klar ;-)

    Da kann der Ratzi noch so viele Signale schon lange im Vorfeld
    abgegeben haben und sonst glaubt man ihm vorgeblich alles
    und ist ja so megagehorsam.
    Aber nein, wenns nicht passt unterstellt man ihm sogar die
    ganze Welt zu belügen, damit man nochmal einen ordentlichen
    Rundumschlag gegen alle(s) Verhasste(n) ablassen kann.
    Das „WIR“ ist natürlich ein rhetorisches Wir, kommt auch so
    schön christlich rüber, die selbstgerechten Fundis werden sich
    da schon auszunehmen wissen.

  22. 22 suennerklaas 13. Februar 2013 um 18:06 Uhr

    Das hier ist bemerkenswert:


    Denn wir, WIR, haben mit enormem Ungehorsam, Starrsinn und Streitsucht einen Pontifikat ausgebremst, der kaum seinesgleichen hat.

    (…)

    Wir sind mitverantwortlich. Mitverantwortlich für diesen Rücktritt und seine Konsequenzen.

    WIR haben mit enormem Ungehorsam, Starrsinn und Streitsucht, die in nichts den Piusbrüdern nachstehen, denen obendrein sogar noch die Gottessuche und die Frömmigkeit fehlen, einen Pontifikat ausbremst, der kaum seinesgleichen hat.

    Wir selbst, des Papstes Geschwister der Nationalität und Sprache wie auch dem Glauben nach, haben dafür gesorgt, dass er seine Kraft nicht frei entfalten konnte.

    Wir haben solange dialogisiert und monologisiert, bis wir ihm die Kraft geraubt hatten. Angefangen von so manchen Kardinälen und Bischöfen bis hin zu vielen kleinen Laien in vergessenen Dorfkirchen haben wir unser eigenes Süppchen kochen wollen.
    Quelle: http://www.kath.net/detail.php?id=40057

    Klingt fast nach Endzeitstimmung in der Redaktion Noé. Und ich glaube, zu erahnen, dass Frau Lorleberg sich nicht selbst meint, wenn sie von „Wir“ spricht. Es ist die Stimme der Wut und der Verzweiflung, vielleicht auch weil die „schönen“ Netzwerkverbindungen auf einem Mal weg sind, weil es vermutlich längere Zeit dauern wird, bis neue Kontakte überhaupt aufgebaut sind. Es ist ja nicht davon auszugehen, dass Bischof Müller und Bischof Gänswein zum Gefolge des neuen Papstes gehören. Und es hat schon etwas Tragisches, dass sie ohne einen Kardinalshut versehen beim Konklave nur zuschauen dürfen.
    Und dann dürfte da noch die Furcht sein, ein neuer Papst könnte ganz andere Schwerpunkte setzen – vielleicht beruft ja der neue Papst gleich wieder ein Konzil ein? Angesichts der aktuellen Probleme ist dies nicht unmöglich. Vielleicht hat Ratzinger die Notwendigkeit eines neuen Konzils erkannt und vielleicht ist dies der Grund seines Rücktritts.

  23. 23 diskordianerpapst 13. Februar 2013 um 18:49 Uhr

    Wahrscheinlich nimmt sie eine ähnliche WIR-Position ein wie einst
    Freddy mit seinem unvergesslichen Schlager, hier neu aufgelegt:
    http://www.youtube.com/watch?v=giCeyzxum1k ;-)
    (Ähnliches war wohl auch der Grund für Heinos späte Rache)

  24. 24 suennerklaas 13. Februar 2013 um 19:11 Uhr

    Wie Frau Lorleberg auf das dünne Brett kommt, es wären Andere daran schuld, warum sich ein fast 86 Jahre alter Mann gesundheitlich nicht mehr den Anforderungen eines mehr als Vollzeitarbeit erfordernden Amtes gewachsen fühlt, wird wohl ein Rätsel bleiben.

  25. 25 el_vizz 13. Februar 2013 um 20:05 Uhr

    das hat doch auf kath.net methode, immer anderen die schuld in die schuhe zu schieben. ist viel einfacher, als sich selbst mal zu hinterfragen.

  26. 26 Nike 13. Februar 2013 um 20:17 Uhr

    Es scheint so, dass Frau Lorleberg, tief bewegt über den Rücktritt, sich wirklich sehr schwer tut mit diesem Schritt Benedikts. Aber das sollte ihr Persönliches bleiben!!! Sie projeziert hier doch wohl sehr persönlich von sich auf andere.

  27. 27 suennerklaas 13. Februar 2013 um 21:11 Uhr

    @Nike
    Aus meiner Sicht zeigt sich in dem sehr entlarvenden Artikel eher Kleinmut und Angst vor dem Neuen, ja eigentlich die Angst vor dem nächsten Tag. Man hofft inständig, dass alles so bleibt, wie es ist, dass sich nichts ändert.
    Nun ist es aber einmal so, dass die Welt sich weiterdreht. Göttliche Wege sind für uns nicht nachvollziehbar – sie kennen auch kein „Gut“ und kein „Böse“, erst recht kennen sie keinen Stillstand – alles ist stets im Fluß, einem steten Wandel unterworfen, und trotzdem geht nichts verloren.
    Eigentlich müsste Frau Lorleberg doch jetzt das an den Tag legen, was eigentlich jeder Christ in weitaus schwierigeren Situationen machen sollte: Gottvertrauen an den Tag legen. Ein Christenmensch bedarf des Papstes nicht, um ein gutes Verhältnis zu seinem Gott zu haben. Dieser christliche Gott wird seine Menschen auch dann lieben, wenn in Rom gerade einmal niemand zu Hause oder das Amt des Papstes für einige Zeit vakant ist.

  28. 28 Cartello 14. Februar 2013 um 9:26 Uhr

    Liebe Leute seht nicht alles so eng. Die armen Katholiken sind jetzt in einer Situation die es bis jetzt noch nicht gab. Ein Papst der zurücktritt ist eben ungewöhnlich. Bis jetzt war es in der Regel so das der Papst sich liegend vertschüsste und die gläubigen tagelang in Selbstgeißelung sich frönen durfte. Jetzt hat eben einmal einer die alte Regel gebrochen und macht sie so aus den staub. Das ist ein schock liebe Leute .

  29. 29 Nike 14. Februar 2013 um 11:45 Uhr

    @suennerklaas
    Von der Sache her ist es einfach nicht zutreffend oder abzuleiten, die Entscheidung des Papstes zum Rücktritt mit einer derartigen Schuldfrage zu verknüpfen wie es dieser kath.net-Artikel suggieren will. Kath.net kann auf einen Leser- und Sponsorenstamm zurückgreifen und müsste sich nicht unhaltbarer Spekulationen, mit denen in der Medienlandschaft Umsatz zu machen ist, bedienen. Zumal dieser Rücktritt kirchenrechtlich wasserdicht ist und auch menschlich von großem Verantwortungsbewusstsein Bendikts zeugt. Er kann loslassen.

  30. 30 Nike 14. Februar 2013 um 12:29 Uhr

    @ suennerklaas Sorry, die Tastatur hängt wirklich! Heissen muss es „suggerieren“ und der Papst nennt sich auch Benedikt. (Nerv nerv)

  31. 31 Jesus Christus 14. Februar 2013 um 12:33 Uhr

    Der Papstrücktritt ist ein bewegendes Jahrtausendereignis, da ist sich plötzlich bahnbrechende Erotik bei kath.net durchaus schön, wenn literarisch auch eher ein wenig ölig:

    „Seine Augen erinnern mich an die Augen meiner Mutter. „Corpus Christi“, sagt er, als ich in die Knie gehe. „Amen“, antworte ich, bevor er mir mit unverwandtem Blick die Hostie aus dem Kelch auf die Zunge legt. Ich kann meinen Blick nicht von ihm lösen. Er schaut mich an, bis ich mich abwende.
    (…)
    „Wer konnte, ist aber an diesem Tag schon gekommen.“

    Quelle: http://www.kath.net/detail.php?id=40090

    Hach! *schwer atme*

    Göttlich erregt: Jesus Christus

  32. 32 Dr. Arnd 14. Februar 2013 um 13:06 Uhr

    Der Präfekt des päpstl. Hauses bleibt übrigens bei einem Papstwechsel im Amt entgegen den Kurienkardinälen (so Vatikansprecher Lombardi). Also wird Mons. Gänswein, über den die Kontakte ja bislang liefen, vielleicht, wenn der zukünftige Papst ihn lässt, weiter zur Verfügung stehen…

  33. 33 diskordianerpapst 14. Februar 2013 um 13:31 Uhr

    Scheint ja auch sonst eine ziemlich feuchte Veranstaltung
    gewesen zu sein:
    „Tränen, wohin das Auge fällt.“

    Die Energieprobleme der Welt und die Finanzprobleme des Vatikan
    wären mit einem Schlag gelöst wenn sie sich durchringen könnten
    in die Gullies einfach Fettabscheider reinzubauen um Öl und
    Schmalz von sonstigen Körperflüssigkeiten zu trennen.
    Dann eine Schmalz-Pipeline zur nächsten Raffinerie legen.

    Fracking unterm Petersplatz, zur Rückgewinning der seit
    Jahrhunderten dort versickerten Substanzen könnte sich auch
    lohnen. ;-)

    (inspiriert von Kentucky fried Movie)

  34. 34 suennerklaas 14. Februar 2013 um 14:57 Uhr

    @Nike
    „Von der Sache her ist es einfach nicht zutreffend oder abzuleiten, die Entscheidung des Papstes zum Rücktritt mit einer derartigen Schuldfrage zu verknüpfen wie es dieser kath.net-Artikel suggieren will.“

    …deshalb verstehe ich den Artikel auch eigentlich überhaupt nicht. Eigentlich bleibt doch für’s erste alles so, wie es ist. Und die Welt geht wegen eines kirchenrechtlich absolut wasserdichten Rücktritts auch nicht unter. Es ist mir völlig unbegreiflich, wie erwachsene Leute ein Geheul wie kleine Kinder anstimmen können. Es ist doch nichts passiert, Ratzinger ist auch nicht tot und er hat ja auch angekündigt, dass er sich auch nach seinem Rücktritt eventuell mit der einen oder anderen Veröffentlichung zu Wort melden möchte.

  35. 35 Dr. Arnd 14. Februar 2013 um 15:51 Uhr

    laut Vatikansprechen Lombardi wird Mons. Gänswein nicht wie die Kurienkardinäle den Posten als Präfekt des päpstlichen Hauses verlieren. Es gibt also noch Hoffnung auf privilegierten Zugang für kath.net, wenn es der künftige Papst es zulässt.

  36. 36 Anonymous 14. Februar 2013 um 15:59 Uhr

    Also ich muss schon sagen: Die letzten Tage haben sich als äußerst amüsant erwiesen. Besonders heute, denn der gute Papa Benedikt tritt nach und verlagt „tiefgreifende Reformen“ im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils.

    Gerade auf NTV:
    „Der scheidende Papst Benedikt XVI. hat zu einer „wirklichen Erneuerung“ der katholischen Kirche aufgerufen. Vor hunderten Gemeindepriestern der Diözese Rom sagte der 85-Jährige, diese Erneuerung solle im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils erfolgen.“

    Das muss doch ein brutaler Schlag mitten ins Gesicht der Hardliner-Liga sein. Hahahahahhahahahahaha :-D

    Ob nun die Stimmung umschwenken wird? Ob Krak de Chavaliers die Vorgänge um den Papstabtritt nun immer noch als „ungeheuerlich“ bezeichnen wird? Oder sind nun eher doch die Aussagen von Papparatze selbst „ungeheuerlich“? Es bleibt spannend!

  37. 37 Memphis Misraim 14. Februar 2013 um 16:01 Uhr

    Ich war Anonymous.

  38. 38 Memphis Misraim 14. Februar 2013 um 16:08 Uhr

    Mein Fazit: Es scheint alles ganz anders zu sein, als von der kath.net und kreuzgang.org Propagandamaschinerie dargestellt. So wie sich das anhört, klingt es, als seien nicht die bösen Linksfaschisten der Gesellschaft oder die bösen Modernisten der katholischen Kirche schuld, sondern die Fundamentalistenfraktion. Vielleicht hat diese an den Nerven und an der Gesundheit von Bene genagt, so dass er sich zum Abtritt entschieden hat. Vielleicht sollte man mal die Schuld bei sich selbst suchen. Vielleicht ist es letztendlich sogar ein besserer Papst als wir alle ursprünglich dachten. Vielleicht hat er die Annäherung an die Klerikalfascho-Sekten längst bereut. Vielleicht hat er es nur getan, um den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, bzw. um nicht weiter unter Druck zu geraten. Ich gehe mal davon aus, die haben ihn in ihrer manipulativen Art bitterböse zugesetzt.

  39. 39 suennerklaas 14. Februar 2013 um 16:45 Uhr

    @Memphis Misraim

    Der Hinweis auf das Konzil dürfte für so manche ein Schlag ins Gesicht sein – v.a. bei den Pius-Brüdern und deren Sympathisanten. Im Grunde hat Ratzinger diesen Leuten mit seinem Rücktritt den Stuhl vor die Tür gesetzt. Pater Lingen&Co. werden sich freudig die Hände reiben, denn jetzt werden mit Sicherheit Leute auftauchen, die die kommende Papstwahl als ungültig ansehen werden.

    Und warum werde ich das Gefühl nicht los, dass da nicht wieder ein Konzil in der Luft liegt? Die Probleme in Struktur und Verwaltung der Kirche sind ja bekannter Weise riesengroß und ein Konzil würde die Möglichkeit geben, grundlegende Reformen zu beschließen und einzuleiten und sie gleichzeitig auf eine breite Basis zu stellen.

    Joseph Ratzinger ist mit bald 86 Jahren in einem Alter, in dem er als Papst vielleicht die Einberufung eines Konzils hätte veranlassen können. Vielleicht hätte er auch die Vorbereitung und den Beginn erlebt – aber die Wahrscheinlichkeit, dass während des Konzils ein neuer Papst gewählt werden müsste, wäre groß gewesen.

  40. 40 suennerklaas 14. Februar 2013 um 16:47 Uhr

    @Dr. Arndt

    Es ist aber eben nur eine „Hoffnung“ – und eine Hoffnung ist keine Gewissheit. Schon verständlich, dass man da nervös wird und schon einmal prophylaktisch Rotz und Wasser heult.

  41. 41 Dr. Arnd 14. Februar 2013 um 17:12 Uhr

    Ein Konzil wäre viel zu früh, das II. Vat. ist noch nicht einmal umgesetzt. Flügelkämpfe und Spaltungen gab es nach jedem Konzil.

    Benedikt XVI hat sich immer für V II ausgesprochen, es wird nur unterschiedlich ausgelegt.

  42. 42 suennerklaas 14. Februar 2013 um 17:52 Uhr

    Ich vermute einmal, eine grundlegende Strukturreform – hier geht es um grundsätzliche verwaltungsorganisatorische, also juristische Fragen – wird man ohne ein Konzil nicht hinbekommen.

    Ich sehe die grundlegenden Probleme weniger in theologischen oder liturgischen Fragen, auch weniger in Fragen der Ökumene, sondern ganz einfach im Bereich der Kirchenverwaltung. Die Ansätze, die es da unter Paul VI. gab, der ja die römischen Erbhöfe im Vatikan abgeschafft hat, reichen auf die Dauer nicht aus.

    Bemerkenswert ist ja auch die unbefugte Einflussnahme von außen im Rahmen des Kölner Klinik-Skandals, die dann Kardinal Meisner in schwere Turbulenzen gebracht hat…

  43. 43 Jean-Louis 14. Februar 2013 um 18:44 Uhr

    Die Kurienkardinäle und Leiter der Dikasterien wechseln nicht automatisch mit dem Beginn eines neuen Pontifikats. Benedikt hat die Prälaten Müller und Gänswein auf ihre neue Posten ernannt, zu einer Zeit, als er seinen Rücktritt zumindest schon erwog. Es ging ihm sicher auch darum, eine gewisse Kontinuität zu wahren. Es ist höchst unwahrscheinlich, das Erzbischof Müller, zu dem kath.net beste Beziehungen unterhält, sein neues Amt nicht weiter ausüben wird, zumal er eine Linie vertritt, die mit allen aussichtsreichen papabile kompatibel ist. Und die Mitarbeiterstäbe werden sowiso nur scheibchenweise ergänzt oder erneuert.

  44. 44 Bratwurst 14. Februar 2013 um 20:17 Uhr

    Schon geil, wie groß HIER das Echo auf den Papstrücktritt ist,
    obwohl die meisten hier „Katholisch für ’nen Gendefekt“ halten.
    Das ist so, als wenn ich als Fußballfan mich an der Lichtensteiner Volkstanzliga abarbeiten würde.
    Ist vielleicht doch was am christl. Glauben dran?

  45. 45 Jesus Christus 14. Februar 2013 um 20:54 Uhr

    „Ist vielleicht doch was am christl. Glauben dran? “

    Liebe Bratwurst,

    obrig zitirtes ist jener handelsübliche Kurzschluss, welcher mehr von Wunschdenken denn durch angestrengter Überlegung geprägt ist – von mir kann ich sagen: Ich interessierte mich schon lange für obskure Paralleluniversae, sind die doch ein knackiger Helfeshelfer zur Verschiebung des blinden Flecks, welcher sich ja viel so oft frech zwischen mir und meiner Wahrnehmung von Vertrautem schiebt. So haben mir die Auswüchse christlichen Glaubens zeigen können, dass ergebnisoffenes Denken mit Lust an sich selbst und an der Welt keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Ergebnis erworbener Angstfreiheit. Darüberhinaus ist dieser riesensektenhafte Seelenpuff namens Kirche durch ihre viel zu lange Geschichte mentalitätsprägend ohne gleichen und daher z.B. eine Fundgrube merkwürdigen Verhaltens, psychosomatischer Erscheinungen wie sexueller Verstopfung oder ein Steigbügel für Erklärungsansätze gegenüber notorisch unterwürfiger Petzen, Arschkriechern, bornierter Weltflüchtlingen mit Allmachtsansprüchen und larmorianten Aggro-Onkeln mit Unterbiss. usw!

    Aber immerhin ihr Benutzername ist superknorke :)

    Ihr Heiland

  46. 46 Jesus Christus 14. Februar 2013 um 20:59 Uhr

    Entschuldigt bitte die Grammatikfehler. Ich schrieb unter Tränen.

    Heily

  47. 47 Memphis Misraim 14. Februar 2013 um 21:15 Uhr

    Hallo Bratwurst, ich habe als Kind auch gern die Muppetshow geguckt, obwohl ich wusste, dass nicht wirklich was dran ist bzw. dass es sich nur um Puppen und nicht um die Realität handelt. Fiction ist halt nun mal unterhaltsam.

  48. 48 Jesus Christus 14. Februar 2013 um 21:23 Uhr

    „Muppetshow“

    Lieber Memphis, du hast so recht! Ich hätte mich kürzer fassen können. :) )

    LG, C

  49. 49 Memphis Misraim 14. Februar 2013 um 21:26 Uhr

    Lieber Heiland, die Zusammenfassung ist echt mal töfte! Knuddeln Sie Flupsi von mir. ;-)

  50. 50 Jesus Christus 14. Februar 2013 um 21:39 Uhr

    Lieber Memphis – mach ich gern!
    Und heut nacht träume ich bestimmt möglichst ergebnisoffen von den Welten zwischen Muppetshow, Papst, Flupsi und Weltkirche ;)

    LG + thanx!

    C

  51. 51 Dr.Arnd 14. Februar 2013 um 23:30 Uhr

    vielleicht ist es ja auch banaler. der mensch neigt ja dazu faktischen gegebenheiten mit kürzeren oder längeren rationalisierungen zu begegnen,die einen möglichst positiv aussehen lassen.
    der scheidende papst hat einmal von religiöser musikalität gesprochen. dann muss man in seine mitmenschen auch keine ängste hineinprojezieren.

  52. 52 suennerklaas 15. Februar 2013 um 8:21 Uhr

    Moin Bratwurst,
    die sogenannte „katholische“ Welt ist vielschichtig, wie auch die gesamte Welt außerordentlich vielschichtig ist. Es gibt z.B. katholische Glaubensgemeinschaften und Kirchen, die aus unterschiedlichen Gründen nichts mit den Herrschaften in Rom zu tun haben wollen, aber trotzdem z.B. in apostolischer Sukzession stehen. Dazu gehören nicht nur Sedisvakantisten, die sich nach dem II. Vaticanum abgespaltet haben. Dann gibt es zum Beispiel die Altkatholiken, die die Beschlüsse des I. Vaticanums nicht anerkannt haben, weil man sie als anmaßend empfindet. Letztere sind eben auch ein Beispiel dafür, dass man katholisch sein kann, ohne die aktuelle Lehre der sogenannten „Amtskirche“ anzuerkennen, ja dass man sogar demokratisch verfasst sein kann. Es wird ja immer wieder ins Feld geführt, die Altkatholiken seien eine winzig kleine Gruppierung – dazu muss man aber wissen, dass sie bewusst KEINE Missionierung in anderen Glaubensgemeinschaften – und dazu gehören im weitesten Sinne eben auch Atheisten – durchführen. Jeder muss von selbst seinen Weg zu ihnen und zu Gott finden – oder eben nicht. Und das, was für den einen Menschen richtig ist, muss eben nicht zwangsläufig auch für andere Menschen richtig sein. Das ist eben ein Gebot der Toleranz.
    Ansonsten: auch die römisch-katholische Kirche ist sehr vielschichtig. Auch dort gibt es sehr viele Strömungen, die es unter einen Hut zu bekommen heisst. Dazu muss man nicht nur die neueren Strömungen heranziehen – es gibt eben noch eine Vielzahl von mit Rom unierten Ostkirchen, die auf eine große Tradition zurückblicken können und z.T. genau so alt sind, wie die vom Apostel Petrus begründete römische Kirche – und zwar nicht nur im Bereich des östlichen Mittelmeeres, sondern bis in den Iran, nach Pakistan und nach Indien. So eine vielschichtige Organisation mit ihren unterschiedlichsten Strömungen in einer zentralistischen, hierarchisch aufgebauten Form zu führen, ist ein wahrer Balance-Akt.

  53. 53 Cartello 15. Februar 2013 um 8:56 Uhr

    Jetzt hab ich bei der Bratwurst echt Gähneffekt statt Gendefekt gelesen.

  54. 54 Bratwurst 15. Februar 2013 um 11:32 Uhr

    Herzlichen Dank für die meinen Horizont weitenden ernsthaften Antworten (das ist nicht ironisch gemeint).

  55. 55 suennerklaas 15. Februar 2013 um 13:10 Uhr

    @Dr.Arndt
    „Ein Konzil wäre viel zu früh, das II. Vat. ist noch nicht einmal umgesetzt.“

    Vielleicht wäre es auch eher so, dass man das Konzil wieder aufnimmt, es also wieder einberuft und fortsetzt, um festzustellen, welche damals gefassten Beschlüsse entweder nur teilweise oder gar nicht umgesetzt wurden – und was dafür die Gründe waren. Über manche Dinge, die man vor 45 bis 50 Jahren beschlossen hat, ist heute die Zeit hinweg gegangen. Manche Dinge, die man im Theoretischen beschlossen hat, lassen sich ganz einfach nicht so ohne weiteres in die Praxis umsetzen – sei es, weil es massive Widerstände gibt oder es ganz einfach überhaupt nicht funktioniert.

  56. 56 Klaus 15. Februar 2013 um 13:22 Uhr

    Als Papst Johannes Paul II trotz schwerer Krankheit bis zum Tod im Amt blieb zollte man ihm Respekt und Hochachtung auf Kat.net. Jetzt da Benedikt aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt ist man genauso voll der Hochachtung und Respekt.

  57. 57 Jean-Louis 15. Februar 2013 um 14:29 Uhr

    Es kommt eben auch auf die Zeit und die Umstände an. Was 2005 richtig war (wobei damals ein Rücktritt genau so positiv gewessn wäre), muss es nicht auch heute sein. Das Bild des aufopferungsvollen Leidens ist christlich, genau wie die Idee des selbstlosen Loslassens. Es ist heute noch schwieriger geworden eine in sich zerrissene Kirche, die mehr denn je von aussen angefeindet wird, zu führen. JP2 katte mit Kardinal Ratzinger einen starken Mann an seiner Seite, den hatte Benedikt, sollte er einmal nicht mehr regierungsfähig sein, nicht. Alles keine Kontradiktion. Alles richtig gemacht.

  58. 58 Klaus 15. Februar 2013 um 18:37 Uhr

    Kardinal Meißner hat zum Rücktritt des Papstes gesagt „Ich bin regelrecht schockiert‘

    Und Kardinal Schönborn im O-Ton: „Das hat mich sehr betroffen gemacht. Es fällt mir nicht leicht zu denken, dass ein Papst nicht bis zum Tod bleibt. Das war einfach eine Selbstverständlichkeit.“

  59. 59 el_vizz 17. Februar 2013 um 20:25 Uhr

    schmankerl von philipp neri im forum: „Der „Chef von kath.net(Gandalf)“ hatte deswegen selbst per Mail diesbzüglich im Vatikan vorgesprochen und vor der zu erwartenden öffentlichen Stimmungsmache gegenüber dem Papst gewarnt. Trotzdem wurde das Dekret im Vatikan veröffentlicht und nachher musste man sich dafür entschuldigen, dass man versäumt hatte, das Internet dazu nicht beachtet zu haben, in dem ja vorher die Vorwürfe gegen einen Bischof Williamson veröffentlicht wurden.“

    ist ja ungeheuerlich, dass der vatikan nicht auf jeden dahergelaufenen webseitenbetreiber hört. :D

    http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&threadID=6871&pageNo=11

  60. 60 diskordianerpapst 19. Februar 2013 um 10:00 Uhr

    Interessant: Da gab es gestern noch einen Artikel vom Seewald
    zum Papstrücktritt auf kath.net:
    http://kath.net/detail.php?id=40174
    Der ist jetzt weg.
    Aber im Google Cache ist er noch, einfach nach
    ‚kath.net Zum Rücktritt Papst Benedikts XVI.‘ suchen
    (bei meinem Browser muss man dazu Java-scipt abschalten,
    um auch die Cache-Links zu sehen)

  61. 61 suennerklaas 19. Februar 2013 um 20:41 Uhr

    @diskordianerpapst

    Der Bericht Seewalds über den kaum zu übersehenden körperlichen Verfall passt vermutlich nicht ins Konzept.

    Und da gibt es ja viele „Verdächtige“, die ihn aus dem Amt gejagt haben – die LinksLinken, die Jakobiner, die Homolobby, die Abtreibungslobby, die deutschen Bischöfe, die von Rom abgefallen sind, weil sie die „Pille danach“ zugelassen haben etc..

  62. 62 diskordianerpapst 20. Februar 2013 um 14:41 Uhr

    @suennerklaas
    Ich denke auch die Propagandalinie ist: Die liberalen und linksrotgrün-karierten Atheisten und -Medien sind schuld am
    Rücktritt des genialen, heiligen Halbgottes Ratzinger.
    Da passt halt nicht was der Papst selber sagt und andere
    bestätigen.

  1. 1 Nachtwächter-Blah » Die anti-katholischen Linksfaschisten meinen fü… Pingback am 11. Februar 2013 um 23:11 Uhr

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