800.000 Luftschlösser

Gabriele Kuby ist immer für eine missverständliche Aussage zu haben. Da werden schon mal die Opfer des Loveparade-Unglücks posthum als unfähig zu lieben verunglimpft, Homo-Ehe und Abtreibung wenig dezent mit Auschwitz verglichen und über eine neue Weltordnung fabuliert, die von UN und EU im Dienste einer fiktiven Homo-Lobby und zum Zwecke einer „hypersexualisierten, promiskuitiven, kinder-und familienfeindlichen Gesellschaft“ errichtet würde.

In ihrem neuen Artikel – einem Erlebnisbericht über ihren Ausflug nach Paris – macht Kuby nun das, was fundamentalistische JournalistInnen besonders gerne tun: Sie wirft anderen Medien schlampigen Journalismus vor, was freilich an der Glashausproblematik scheitert. In der deutschen Presse seien falsche Teilnehmerzahlen kolportiert worden, beschwert sie sich, und bietet daraufhin mit 800.000 die falscheste Zahl überhaupt an, die zwar zur besseren Propagandawirkung von den Organisatoren des Anti-Homo-Ehe-Laufs angegeben wurde, aber um einiges von den tatsächlichen 340.000 (Polizei) entfernt ist.
Kuby wundert sich, dass – „das ist die Sensation“ – sogar Homosexuelle aufgetreten seien und sich gegen die Homo-Ehe ausgesprochen hätten, was ihnen, die irgendwie dann doch links zu verorten seien, natürlich „Morddrohungen von ihren Genossen“ einbringen werde. Dass es auch Migranten in der CDU, den „Arbeitskreis der Christen in der NPD“, antifeministische Frauen oder antisemitische Juden gibt und dass es auch unter Homosexuellen eher konservative Menschen gibt – wie soll Kuby das auch wissen, wo ihr Weltbild doch eine klare Trennung zwischen Schwarz und Pink verlangt.

Offenbar noch ausreichend euphorisiert vom Massenerlebnis, wird Kuby schließlich größenwahnsinnig: Dass es in Frankreich eine solide Mehrheit pro Homo-Ehe und Adoption durch Homosexuelle gibt, verschweigt sie und schwärmt stattdessen vom „Druck der Straße“, dem sich Präsident Hollande beugen müsse – andernfalls schüre er „Wut – berechtigte Wut, die sich früher oder später Bahn brechen wird.“

Vermutlich hat Kuby auch an dieser Stelle nur sehr, sehr schlecht formuliert, denn dieser Satz liest sich beinahe wie die Legitimation von Gewalt, um die Gleichberechtigung von Homosexuellen notfalls militant zu verhindern.


31 Antworten auf „800.000 Luftschlösser“


  1. 1 Memphis Misraim 19. Januar 2013 um 14:45 Uhr

    [gelöscht]

  2. 2 Administrator 19. Januar 2013 um 15:58 Uhr

    Bitte, bitte, bitte: Wenn Kuby, kath.net und Co. inhaltliche und persönliche Kritik vermengen, ist das eine Sache. Aber da müssen „wir“ nicht mithalten und „uns“ auf deren Niveau herunterziehen lassen, zumal gerade Gabriele Kuby genug inhaltliche Angriffsfläche bietet, dass wir nicht über die Qualität ihres Daseins, ihres Sexlebens oder ihres IQs nachdenken und darüber spekulieren müssen.

  3. 3 Memphis Misraim 19. Januar 2013 um 18:19 Uhr

    Ich entschuldige mich für die vielleicht nicht ganz so adäquate Wortwahl. Den Rückschluss auf das Sexleben nehme ich zurück, da thematisch abseits. Aber bei einem Vergleich Homoehe/Auschwitz sollte es nicht wundern, wenn zumindest mal Fragen hinsichtlich des IQs laut werden.

  4. 4 Max 19. Januar 2013 um 18:54 Uhr

    Bei aller Zustimmung zur Kritik-Kritik: Ich bin nicht überzeugt, dass Polizeischätzungen automatisch die korrekte Teilnehmerzahl darstellen. Aber es ist auch albern zu behaupten, die 800,000 seien „einzeln von den Organisatoren an Schleusen gezählt“ worden. Und ob es nun 200.000, 300.000 oder 500.000 Menschen waren, so erstaunt und erschreckt mich die in jedem Fall große Teilnehmerzahl doch wohl größtenteils homophober Menschen durchaus. Anonyme Hetze im Internet ist einfach, aber da sind ja tatsächlich Menschen auf die Straße gegangen für dieses eher rückschrittliche Anliegen. Was ist so schlimm daran, wenn zwei Menschen gleichen Geschlechts sich dazu bekennen, auf Dauer zusammenleben zu wollen, und dafür dann auch gleiche Rechte wie gemischte Ehen zugestanden zu bekommen?

  5. 5 diskordianerpapst 19. Januar 2013 um 19:25 Uhr

    Das waren nicht alles Homophobe. Es ging wohl auch darum möglichst viele Anhänger der pol. Opposition zu mobilisiern um
    Hollande zu schaden. Die hatten ja nach der verlorenen Wahl ein
    ziemliches internes Herumgeeiere zu erleiden und nun erstmals
    wieder die Gelegenheit der Regierung eins auszuwischen.
    Für die wäre jedes andere grössere Thema auch willkommen
    gewesen. Ist natürlich schwer zu schätzen wie viel das
    ausgemacht hat.

    Zum Thema wer bietet mehr hat eine der drei Damen vom
    Schlauchboot noch was zu vermelden, da sind es dann gleich mal
    1,3 Millionen:
    http://beiboot-petri.blogspot.de/2013/01/la-manif-pour-tous-ein.html

    Wer könnte das besser gezählt haben als eine Augenzeugin,
    mittendrin ;-)
    Ich frage mich allerdings so langsam warum die nicht gleich
    behaupten es wären 51% der französischen Bevölkerung gewesen ;-)

  6. 6 Jesus Christus 20. Januar 2013 um 19:25 Uhr

    Hossianna!

    „zumal gerade Gabriele Kuby genug inhaltliche Angriffsfläche bietet, dass wir nicht über die Qualität ihres Daseins, ihres Sexlebens …“

    Zum Sexualleben von Frau Kuby habe auch ich nichts zu sagen.
    Allerdings zum Sexualleben der Frau an sich – wie Frau Kuby ja auch:

    www.kreuz-net.org

    Flotten Segen aus der Hüfte,
    Jesus Christus

  7. 7 Dr. Arnd 22. Januar 2013 um 13:49 Uhr

    Von mehreren 100.000 Homophoben zu sprechen, ist angesichts der Höhe der Zahl, die Inhomogenität der Meinungen vermuten lässt, sicher nicht adäquat.

    Die Frage ist, wann beginnt Homophobie ? Sicherlich bei respektlosem Umgang mit / Diskriminierung homosexueller Menschen.

    Aber liegt das vor, wenn man nicht der Auffassung ist, dass eine historische soziologische Institution, die bis noch vor kurzem einen weniger großen Personenkreis (Heterosexuelle) umfasste, auf einen weiteren Personenkreis vergrössert werden sollte ? Ist das nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt ?

    Ich bin zum Beispiel sehr wohl dafür, dass es Lebenspartnerschaften wie in Deutschland gibt, aber warum muss das unbedingt Ehe genannt werden ? Man nennt doch auch nicht ein Auto einen Vierspänner, nur damit hier Kontinuität bei der Benennung von Fortbewegungsmitteln gewahrt wird.

    Und warum haben wir ein sehr strenges Adoptionsrecht, das zum Beispiel Verheiratete Unverheirateten, Gesunde nicht Gesunden, Jüngere Älteren, in gesicherten Verhältnissen Lebende Armen gegenüber vorzieht und in dem es wissenschaftliche Studien und Gutachten für jedes Fitzelchen gibt und wenn es um die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare geht, dann gibt es im deutschsprchigen Raum -obwohl Erfahrungen in der Praxis fehlen- genau eine Studie des zuständigen Ministeriums und die basiert auf selbsteinschätzenden Aussagen der Eltern und Kinder. Da kann man sich doch sicher auch einmal wundern, oder ist die Debatte schon so ideologisiert, dass solche Fragen per se homophob sind ?

    Ich habe wirklich einmal intensiv versucht herauszufinden was Homosexualität eigentlich ist und worauf sie beruht, aus Interesse, wegen der emotionalen Debatten auf jeder Seite. Es ist wegen der Ideologisierung schlicht unmöglich. Man kann doch eigentlich nur sagen, jeder soll nach seiner Facon selig werden und wenn eine Mehrheit in einem Land die Homoehe beschließt, dann ist das so. Warum aber darf man, wenn es offenbar keine objektiven Erkenntnisse gibt, nicht in den oben beschriebenen Grenzen des Respekts und der Diskriminierung anderer Auffassung sein und sein Demonstrationsrecht in Anspruch nehmen ?

    Ich wäre übrigens nicht zur Demonstration hingegangen.

  8. 8 diskordianerpapst 22. Januar 2013 um 19:46 Uhr

    Aber es hat doch hier keiner irgendeiner Einschränkung das Wort
    geredet.
    Sollen sie doch demonstrieren und sich so als Bürger in ihrem
    Staat politisch einbringen, meinetwegen auch die
    Teilnehmerzahlen und ihren Einfluss übertreiben oder
    überschätzen und gegen die Umfragen behaupten sie wären in der
    Mehrheit, oder auch der Illusion verfallen sie hätten schon
    gewonnen. Alles ganz normal, findet man immer wieder, geade bei
    ideologisch Motivierten.

    Kritikwürdig an der Aktion finde ich Folgendes.
    1. Vielen geht es darum Anderen etwas zu verweigern was man
    selbst als Recht selbstverständlich in Anspruch nimmt.
    Wer keine Homoehe will braucht ja keine zu schliessen und das
    Andere dies tun wird doch einen selber in keinster Weise
    benachteiligen. Man will also aus nur einer Ideologie
    heraus eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe benachteiligen.

    2. Die Kirchenvertreter die zu diesem Aktivismus aufrufen sind
    nicht demokratisch legitimiert, haben aber über Ihre dem
    Glaubenssystem folgende Führungsfunktion einen gewissen Einfluss
    auf einen Teil der Wählerschaft. Ich finde das etwas
    problematisch für die freie Willensbildung in einer Demokratie.
    Aber damit muss man wohl leben.

    3. Wie man im Artikel liest hatte Frau Kuby kein Problem damit
    als nicht-Französin an einer Demo teilzunehmen die nur
    innerfranzösische Angelegenheiten betrifft. Das zeigt ja auch
    sehr schön das es nicht nur darum geht selbst nach seinen
    Glaubensregeln zu leben, sondern das der zutiefst
    undemokratische Anspruch dahinter steht das gefälligst ALLE
    nach den ihr genehmen Regeln leben sollen. Diese Leute sind
    keine Demokraten und werden es auch niemals sein.

    Ich wäre da auch nicht hingegangen, schon allein weil ich kein
    Franzose bin.

    Sie beschreiben die strikten Adoptionsregeln so ein wenig
    suggerierend als sollten diese Regeln, bei Einführung eines
    Adoptionsrechts für gleichgeschlechtliche Paare nicht auch
    für diese gelten. Gibt es dafür Anhaltspunkte?

  9. 9 Nike 23. Januar 2013 um 8:57 Uhr

    Eine rationale Herangehensweise und Auseinandersetzung mit dem Gesetzeswerk für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften vertritt Frau Kuby nicht. Dies würde bedeuten, sich mit den Schnittpunkten zur Ehe unterschiedlicher Geschlechter und den hier gegebenen Unterschieden sowie mit den grundsätzlichen Rechten eines (sich entwickelnden) Kindes – auch in diesen Korrelaten – vielseitig befassen.
    Dazu hätte sie wie Sie und ich die Wahl! Aber sie entscheidet sich – für mich läuft dieser sog. Erlebnisbericht auf kath net darauf hinaus – letztendlich zur Mobilmachung des „Wutbürgers“ wobei sie die Verantwortung Hollande zuschreibt. Was motiviert sie dazu?
    Eine Spur finde ich in mir selber – Emotionen lassen sich unschwer mobilisieren und über Emotionen lassen sich Menschen vereinnahmen, Ressentiments aufbauen und verfestigen,Scheinargumente herstellen und eigene Agressionen mit scheinbar edlen Motiven abreagieren.Demokratie muss es uns wert sein und bleiben, selber authentisch denken, be- und nachdenken zu wollen und zwar ergebnisoffen.

  10. 10 Dr. Arnd 23. Januar 2013 um 10:41 Uhr

    @diskordianerpapst
    1. ich vermutete, da Max überwiegend homophobe Demonstranten befürchtete, dass er meint, diese sollten nicht demonstrieren.
    Dass niemand gezwungen wird, eine Homoehe einzugehen, ist klar und geht in die Richtung „jeder soll nach seiner Facon glücklich werden“.
    Allerdings gehen mit der Ehe Privilegien einher, die sich auf die zur Zeit der Verabschiedung des Grundgesetzes noch den Normalfall darstellenden Familiengründung mit Kindern gründen. Heute ist das freilich nicht mehr so. Es darf dennoch finde ich gefragt werden, ob zB das Ehegattensplitting auch Paaren zugute kommen sollte, die von vorneherein keine (eigenen) Kinder bekommen können. Es handelt sich also um Gesellschaftspolitik und nicht darum, jemandem etwas vorenthalten zu wollen.
    2. Das Demonstrationsrecht ist natürlich gerade für diejenigen Bürger wichtig, die keine demokratische Legitimation einer Organisation im Rücken hat und schon so meinungsbildend in die Gesellschaft wirken kann.
    3. Ich kann nichts schlimmes daran finden, wenn ein nichtchilenischer Gewrkschafter zu Zeiten Pinochets einen chilenischen Gewerkschafter auf eine Demo der Opposition zu begleiten. Hier sind nationale Engführungen wohl tatsächlich Engführungen.
    4. Was Adoptionen angeht, so wollte ich „suggerieren“, dass man aus gesellschaftpolitischen Erwägungen (vollkommene Gleichstellung) geneigt sein könnte, für die Einschätzung, ob das Kindeswohl, das ansonsten das Entscheidungskriterium für die Bewilligung einer Adoption ist, gewahrt ist, die Frage, ob die Eltern gleichgeschlechtlich zusammenleben oder heterosexuell, von vorneherein nicht als Kriterium zugelassen wird, wo wir doch ansonsten für alles mögliche und unmögliche Studien und Gegenstudien einholen. Es kann halt von vornherein nicht sein, was nicht sein darf.

  11. 11 Max 24. Januar 2013 um 0:34 Uhr

    @Dr. Arnd:
    Ich würde es in der Tat begrüßen, wenn meine Mitmenschen egal ob hier oder in Frankreich es nicht für nötig hielten, gegen die Schwulenehe zu demonstrieren. Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass die meisten der Demonstranten eine Diskriminierung homosexuell veranlagter Menschen gutheißen (siehe dazu Wikipedia: „Diskriminierung bezeichnet eine gruppenspezifische Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen.“). Allerdings gilt das Demonstrationsrecht in einer freien Gesellschaft auch für jene, die sich eine Diskriminierung im Sinne einer Ungleichbehandlung von Gruppen wünschen, und es gilt unabhängig davon, ob man in dem betroffenen Land lebt oder nicht, und das ist im Großen und Ganzen auch gut so, meine ich.

    Aber liegt das [gemeint ist Diskriminierung] vor, wenn man nicht der Auffassung ist, dass eine historische soziologische Institution, die bis noch vor kurzem einen weniger großen Personenkreis (Heterosexuelle) umfasste, auf einen weiteren Personenkreis vergrössert werden sollte ? Ist das nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt ?

    Zur ersten Frage würde ich sagen: ja, wenn man dieser Auffassung ist, wirkt das diskriminierend im Sinne dessen, dass eine gruppenspezifische Benachteiligung vorliegt. Die Antwort auf die zweite Frage ist einfach: Ja, diese Meinung ist in den allermeisten Ländern von der Meinungsfreiheit gedeckt. Hat jemand etwas anderes behauptet? Was nicht davon gedeckt ist, ist die Hetze, die leider in manchen das katholische in ihrem Namen führenden Portalen betrieben wird, wo der Meinungsaustausch zumeist auf einem weniger intellektuell anmutenden Niveau geführt wird.

  12. 12 Dr. Arnd 24. Januar 2013 um 10:34 Uhr

    @Max:
    das ist ein sehr weiter Diskriminierungsbegriff. Ohne da wissenschaftlich beschlagen zu sein, würde ich spontan vorschlagen, dass man eine gruppenspezifische Benachteiligung annehmen muss, die sachlich nicht zu rechtfertigen ist (so auch hinsichtlich des Gleichbehandlungsgebots des Art. 3 GG), sonst kommt man in die unangenehme Situation, die Mormonen wegen des gesetzlichen Verbots der Vielehe als diskriminiert anzusehen. Denn wer sagt denn, dass eine Ehe nur auf zwei Personen bezogen sein kann ?

  13. 13 Dr. Arnd 24. Januar 2013 um 10:42 Uhr

    @Max:
    noch kurz das Selbstverständliche:

    auch ich finde die Artikel hinsichtlich Homosexualität auf kath.net und früher kreuz.net unsäglich.

    Ich finde übrigens auch die Stellungnahme der Glaubens-kongregation unter Ratzinger aus 2003 in der Sache und im Ton als missglückt. Da ist noch viel Zeitbedingtes und offenbar auch Persönliches des Verfassers drin.

  14. 14 Dr. Arnd 24. Januar 2013 um 13:49 Uhr

    OFF TOPIC
    als habe der Hl. Vater kath.net ermahnen wollen:

    aus der Botschaft Benedikts XVI. zum 47. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel:
    „Die social media brauchen also das Engagement all jener, die um den Wert des Dialogs, der Diskussion und der logischen Argumentation wissen; man braucht Menschen, die Diskurs- und Ausdrucksformen zu pflegen suchen, die die nobelsten Beweggründen der am Kommunikationsprozeß Beteiligten ansprechen.

    Dialog und Diskussion können auch dann blühen und wachsen, wenn man sich unterhält und jene ernst nimmt, die andere Ideen haben als wir selbst. „Angesichts der kulturellen Verschiedenheit muß dafür gesorgt werden, daß die Menschen nicht nur die Existenz der Kultur der anderen akzeptieren, sondern auch danach trachten, sich von ihr bereichern zu lassen sowie umgekehrt ihr das anzubieten, was sie selbst an Gutem, Wahrem und Schönem besitzen“…“Das Vertrauen in die Kraft des Handelns Gottes muß stets größer sein als alle Sicherheit, die man aus dem Gebrauch menschlicher Mittel ableitet. Auch in der digitalen Welt, wo leicht zu hitzige und polemische Stimmen zu hören sind und wo gelegentlich die Gefahr besteht, daß die Sensationslust die Oberhand behält, sind wir zu einem sorgfältigen Urteil aufgerufen. Und denken wir hier daran, daß Elias die Stimme Gottes nicht in einem starken, heftigen Sturm erkannte, nicht in einem Erdbeben oder im Feuer, sondern in einem sanften, leisen Säuseln (vgl. 1 Kön 19,11-12). Wir müssen auf die Tatsache vertrauen, daß die Grundsehnsucht des Menschen, zu lieben und geliebt zu werden, Sinn und Wahrheit zu finden – die Gott selbst ins Herz des Menschen gelegt hat –, auch die Frauen und Männer unserer Zeit stets und in jeden Fall auf das hin offen hält, was der selige Kardinal Newman das „milde Licht“ des Glaubens nannte.“

  15. 15 diskordianerpapst 24. Januar 2013 um 15:36 Uhr

    @ Dr. Arnd
    zu 1. Wenn der Staat Kinder will, soll er Kinder direkt fördern
    und nicht indirekt über die Steuervorteile die eine Ehe mit
    sich bringt.
    Die sind ja auch gar nicht so gross, verglichen mit den
    tatsächlich an Kinder gekoppelten Vorteile die der Staat so
    gewährt. Ich halte diese Argumente für nachgeschoben.
    Allerdings müsste man sich die Situation in Frankreich ansehen,
    kann ja sein das es dort anders aussieht.
    Ich kenne die Situation in de und da gehts oft gar nicht um
    Geld, da haben Eltern meist ganz andere Probleme.
    Was die Väter des Grundgesetzes wirklich wollten müsste man sie fragen (so sie noch leben), wäre aber nur von historischenm
    Interesse. Wenn sich gesellschaftliche Verhältnisse wandeln
    muss auch der Staat darauf reagieren.
    Wie kann denn Gesellschaftspolitik bewirken das Homosexuelle
    Heteroehen eingehen und in diesen Kinder bekommen? Da müsste
    man schon den Kalender um einige Jahrzehnte zurückdrehen.
    Klar einige hätten das gerne, wird aber kaum funktionieren.

    zu 2. Das Problem ist in diesem Fall doch genau andersrum:
    Eine zutiefst undemokratische Organisation gibt ihren Anhängern
    vor was sie zu Denken haben und schickt sie los um die
    demokratische Willensbildung zu beeinflussen. Als Katholik muss
    man halt so einiges glauben, anderenfalls sind ewige Verdammnis/
    Fegefeuer zu erwarten. Wem sowas von Kind auf eingetrichtert
    wurde der unterliegt offensichtlich keiner freien
    Willensbildung.

    zu 3. Ich persönlich würde die Legitimität davon abhängig
    machen ob in dem betreffenden Land demokratische Verhältnisse
    herrschen oder nicht.
    Ist dies der Fall gibt es keinen Grund sich einzumischen, es
    sei denn es geht um den Fortbestand demokratischer Verhältnisse.
    In ein anderes Land zu reisen, dort zu demonstrieren und dann zu
    jubilieren wieviele der Bürger dieses Landes doch an der Demo
    teilgenommen hätten finde ich etwas billig.
    „Wer weiss denn wieviele dieser langhaarigen Berufsdemonstranten aus dem Ausland herangekarrt wurden, die
    sind doch alle von Moskau gesteuert.“
    Klingt mir noch in den Ohren, ich denke einige der Leute die
    vor einigen Jahrzehnten diese Sprüche brachten werden da
    mitgelaufen sein ;-)
    Immerhin scheinen sie gelernt zu haben das Demonstrieren nichts
    grundsätzlich Unanständiges ist.

    zu 4.
    Man kann aber auch umgekehrt nicht automatisch unterstellen das
    es Kindern die bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen
    schlechter geht als z.B. diejenigen die in Patchworkfamilien,
    bei Alleinerziehenden, Pflegeeltern, Internaten, whatever
    aufwachsen. Alle diese „Normabweichungen“ gibt es zuhauf und
    kaum jemand stört es, geschweige denn das jemand sowas
    verbieten wolle.
    Abgesehen davon gibt es die entsprechenden zuständigen Behörden
    die hinschauen wenn irgendwo Probleme auftauchen. Klar, auch
    die Versagen mal, noch ein Grund mehr von einer bestimmten
    Gruppe keine Perfektion zu verlangen die man von Anderen auch
    nicht erwartet.

  16. 16 diskordianerpapst 24. Januar 2013 um 15:51 Uhr

    @ Dr. Arnd
    Eine schöne Rede vom Papst, er hat das schon öfters angemahnt.
    Allein, das beeindruckt die nach selbstbeschreibung
    „Papsttreuen“ und „gehorsamen“ „Kettenhunde seiner Heiligkeit“*
    überhaupt nicht.

    Nur als Beispiel, es gibt genug andere:
    http://www.blogger.com/profile/15085537184066593965
    Diese Dame, wohl eine Ärtztin, schreibt hier http://beiboot-petri.blogspot.de/ mehrere Artikel am Tag.

    *) Man beachte das Banner oben links auf dem Profil, das haben auch einige andere Blogger auf ihren Seiten.

  17. 17 el_vizz 24. Januar 2013 um 19:35 Uhr

    @diskordianerpapst: „Man kann aber auch umgekehrt nicht automatisch unterstellen das
    es Kindern die bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen
    schlechter geht als z.B…“

    zumindest was das finanzielle angeht werden sowohl die kinder, als auch die eltern benachteiligt: queer.de/detail.php?article_id=18360

    von fehlender rechtssicherheit z.b. in erbschaftssachen (adoption als einzelperson ja, adoption vom lebenspartner nein) will ich gar nicht erst anfangen, weil ich davon schaum vorm mund bekomme. auf solche kinkerlitzchen setzen gestalten wie die kuby einen enorm großen haufen. dass das so gar nicht zum gebetsmühlenartig runtergeleierten ´es geht uns um das wohl der kinder´ passt, spricht eigentlich bände.

    @dr.arnd: „Es darf dennoch finde ich gefragt werden, ob zB das Ehegattensplitting auch Paaren zugute kommen sollte, die von vorneherein keine (eigenen) Kinder bekommen können.“

    gleiche pflichten, gleiche rechte. so einfach ist das.

    warum ist die ehe von unserer bundesmutti wertvoller, als eine regenbogenfamilie?

    ich möchte nur ein einziges gutes argument hören, das die diskriminierung rechtfertigt. nur ein einziges, das würde mir schon reichen.

  18. 18 el_vizz 24. Januar 2013 um 19:39 Uhr

    blogger gegen romophobie: echoromeo.blogspot.de/2013/01/stellung-beziehen.html

    prangte gestern auch auf kath.net. sind das titten mit gipfelkreuz? :D

  19. 19 Jesus Christus 24. Januar 2013 um 20:35 Uhr

    Hallo @el_vizz!

    Das habe ich auch leider denken müssen, so dass ich mir unter ärztlicher Aufsicht die Schädelplatte aufsägen lassen musste, um mir mein Hirn mit Kernseife auszuwaschen.

    Gibt es eine Alternative zur Kernseife? Ja!
    Siehe unter: www.kreuz-net.org

    Herzlichen Segen,
    Jesulein ♥♥♥

  20. 20 diskordianerpapst 24. Januar 2013 um 21:27 Uhr

    Ich konnte mich auch nicht zurückhalten, leider reichen meine
    künstlerischen Fähigkeiten bei weitem nicht an die des Heiländers
    heran. Aber ich bin ja auch nur Papst.
    http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=1810131#1810131

  21. 21 Dr. Arnd 24. Januar 2013 um 23:46 Uhr

    @discordianerpapst
    zu 1: was sich die eltern des gg dachten, kann man nachlesen.
    es geht auch nicht ums umpolen, sondern, was der staat fördert, wird in anderen bereichen ja auch gemacht, aber natürlich richtig ist es, kinder direkt zu fördern und ja, das problem von familien ist vor allem, dass kinder nicht mehr an erster stelle in den interessen stehen, sondern nach erhebungen tatsächlich nach der arbeit, den hobbys und dem urlaub kommen.
    und in einem wirtschaftsfixierten land wie der brd stellt sich dann die frage, ob man den wohlstand nur durch zuwanderung, die viele gar nicht wollen, erhalten kann. und dann kommen wir wieder zu dem punkt, welche lebensformen der staat fördert.
    zu2: das hätte man auf kath.net auch nicht platter formulieren können.
    zu3: diese unterscheidung macht für mich überhaupt keinen sinn. viel zu nationalstaatlich gedacht.
    zu4: ich möchte das ergebnis von erhebungen auch gar nicht vorwegnehmen. es erstaunt mich nur, dass man sich in einem gutachtenwütigen land hierzu keine einholt.

    @ el_vizz: wer ohren hat zu hören, der höre !
    bin übrigens auch elvisfan seit ich 8 jahre alt war.

  22. 22 el_vizz 25. Januar 2013 um 14:05 Uhr

    „wer ohren hat zu hören, der höre !“

    macht ja nichts, ich hatte eh kein argument pro ungleichbehandlung erwartet.

    „bin übrigens auch elvisfan seit ich 8 jahre alt war.“

    so ists fein! mein alter herr hat den king immer beim autofahren gehört und mich relativ früh damit infiziert.

    du musst dir unbedingt mal bubba ho-tep reinziehen. die story des films ist genial, und ein muss für jeden elvisfan. bubbahotep.com/

  23. 23 D. Arnd 25. Januar 2013 um 14:19 Uhr

    @ el_vizz: Natürlich kann man Argumente immer als „nicht gut“ qualifizieren, daher meine letzte Antwort an Sie.

    Bubbahotep habe ich natürlich gesehen, allerdings ist meine Bewunderung des King so kindlich geprägt und geblieben, dass ich mich des Gefühls, er werde dort auch vera…, nicht ganz erwehren konnte.

  24. 24 Jesus Christus 25. Januar 2013 um 21:45 Uhr

    „Ich konnte mich auch nicht zurückhalten (…) Aber ich bin ja auch nur Papst.

    Lieber diskordianerpapst,

    ich finde ihn sehr amüsant, deinen Nogger, der die libidonösen Vatikankuppeln mit seinen ihm innewohnendem Geschmackserlebnis bedroht – sind doch diese Kuppeln – wie hier schon erwähnt – die grösste Theke des Vatikanstaates.

    Aber ich bin ja auch nur Jesus. ;)

    LG!

  25. 25 el_vizz 25. Januar 2013 um 22:29 Uhr

    @dottore arnoldinho: „Natürlich kann man Argumente immer als „nicht gut“ qualifizieren, daher meine letzte Antwort an Sie.“

    was bedeutet, dass jedes argument wie ein kartenhaus in sich zusammenfällt. egal, das bundesverfassungsgericht wird es richten, da können auch scheinmillionen auf die straße gehen.

    -------

    jetzt sind wir unter uns, und meine frage bleibt: warum ist die ehe von unserer bundesmutti wertvoller, als eine regenbogenfamilie?

    ich möchte nur einen (!!!) grund, der die ungleichbehandlung rechtfertigt…kein „wer ohren hat“, und kein „ist weibsvolk anwesend?“

    kann doch nicht so schwer sein?

  26. 26 diskordianerpapst 26. Januar 2013 um 1:17 Uhr

    Lieber Genagelter,
    (hoffe ich, zumindest ab und zu) ;-)
    Der ganze therapeutische Ansatz beruht auf einer neuen
    Theorie (die ich mir kürzlich aus einer achteraus
    befindlichen Körperöffnug gezogen habe, ganz in der
    Tradition einer bestimmten -Zese verhaftet):

    Homphobie korreliert eng mit Pagophobie und mangelnder
    Restinctio im Säuglingsalter. Was liegt näher
    als Erstere im Rahmen einer Konfrontationstherapie
    bezogen auf Zweitere und Letztere zu behandeln.
    Natürlich kommt dafür nur Milchspeiseeis in Frage.
    Das spezielle Fabrikat wurde nur wegen des griffigen
    Slogans „Nogger Dir Einen“ gewählt.

    In diesem Sinne: Heute schon genoggert?

  27. 27 Jesus Christus 26. Januar 2013 um 21:59 Uhr

    Lieber diskordianerpapst,

    dass dein Therapieansatz Säuglingstraumata mit Milchspeisen begegnen kannst, ist nicht nur hochgradig altersgerecht, sondern – wie soll ichs sagen und nicht hochemotionalinsiert herrausschreien – spricht mich als Freund geschmeidiger Küchenpsychologie unglaublich an. Ich möchte deinen Ansatz auch für den erwachsenen Homophobiker erweitern – und speziell für den zölbatär unterdrückten Charackter in totalitärer Arschkriech-Angststarre mit verinnerlichtem Gehorsamsgebot und anderen Inhabern von Infantilitäten aller art, dem geschundenen Kleriker.

    Daher mein Vorschlag auf www.kreuz-net.org .

    Danke und herzlichen Gruß,
    Dein Heili ♕

  28. 28 Jesus Christus 26. Januar 2013 um 22:06 Uhr

    Es muss natürlich heissen: „dass dein Therapieansatz Säuglingstraumata mit Milchspeisen begegnen kann (nicht kannST)“
    Ich bin zu doof hier zu editieren – wenn der geschätzte Admin …

  29. 29 Administrator 27. Januar 2013 um 13:06 Uhr

    Wieso ändern? Das ist doch ein schönes Zeichen, dass selbst du nicht unfehlbar bist.

  30. 30 Jesus Christus 27. Januar 2013 um 16:38 Uhr

    Ja, aber ich muss doch meine Fehlbarkeit vertuschen, damit meine dämlichen Schafe nicht orientierungslos mit den dummen Köppen gegen Bäume laufen oder ausversehen alles durchpoppen! :(

    Jetzt echt gestresst:
    Jesus Christus

  31. 31 Dr. Arnd 28. Januar 2013 um 12:47 Uhr

    @ el_vizz
    da Sie unbedingt darauf bestehen, ich würde aber sagen, die Argumente sind hinreichend bekannt und zT ja auch schon hier erwähnt:
    Die Frau Bundeskanzlerin ist kinderlos. Das Ehegattensplitting kommt aus einer Zeit, als man Kinder schwerer verhindern konnte als heute und sie daher der Regelfall waren. Beim Splitting (Gesetze können und dürfen nie Einzelfälle regeln, sondern betreffen den Regelfall) ging man davon aus, dass in der Regel Kinder in der Ehe geboren werden. Daher meinte ich auch oben bereits, dass ich zustimme, Kinder sollten direkt gefördert werden und das Ehegattensplitting sollte aufgehoben werden und pro Kind steuerlich gefördert werden. Pfründe in einer Demokratie zu streichen ist aber nicht so einfach und das geht hier an die Adresse gewollt kinderloser Paare.
    Zufrieden ?

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