Die kath.net-Highlights 2012 – Platz 3

Platz 3: Eine Schlammschlacht

Was war passiert?
In einem Bericht des Donaukuriers über rechte katholische Internetportale behauptete Autorin Gabriele Ingenthron, kath.net und kreuz.net teilten sich einen Server. Das war offenkundig unwahr, und so hätte kath.net mit einer simplen Richtigstellung reagieren können, um ein souveräneres Bild abzugeben, als es der Donaukurier-Artikel von der Linzer Seite gezeichnet hatte. Stattdessen entschied sich kath.net für einen komplett unverhältnismäßigen Gegenangriff: Bloggerin Barbara Wenz wurde die Ehre zuteil, zu einem sommerlichen Rundumschlag auszuholen, der wohl ironisch gemeint war, aber selbst unter kath.net-LeserInnen Entsetzen auslöste: Ingenthron, die von Wenz schon in der Überschrift mit dem Titel „Recherchequeen“ bedacht wurde, sei da ein „sensationeller Artikel“ namens ‚Anonyme Hetze im Netz‘ gelungen: „Herzlichen Glückwunsch, wir in Italien sagen „Complimenti!“, zu dieser Überschrift, Frau Ingenthron – anonym ist Ihre Hetze ja wenigstens nicht.“

Der mit einem Foto von im Schlamm spielenden Kindern eingeleitete Artikel scheiterte einerseits an der Wortwahl, die streckenweise an PI-Chefwutbürger ‚kewil‘ erinnerte. Andererseits führte Wenz einen aussichtslosen Kampf mit der Fallhöhe, was spätestens in der zweiten Artikelhälfte zu ihren Ungunsten ausging, wo sie als kath.net-Autorin dem Donaukurier schlampigen Journalismus vorwarf.
Neben Ingenthron, der Wenz gönnerhaft „den Henri-Nannen-Preis“ zusprechen wollte, waren ihr auch BDKJ-Sprecher Dominik Schäfer und der damalige Augsburger Bistumssprecher Markus Kremser negativ aufgefallen. Während Kremser dafür gerügt wurde, die Existenz rechtsradikaler kath.net-Kommentatoren angesprochen zu haben, schimpfte Wenz über Schäfers Ausführungen, kath.net verletze die 10 Gebote und verbreite Unwahrheiten und Hass. Dem hielt Wenz entgegen, dass sich kath.net lediglich von „Witzprojektchen und Luftwürstchen“ des BDKJ und seiner „Gesinnungsgenossen“ distanziere, während Hass auf Salafisten begrenzt sei.

Unter den Artikel setzte kath.net den Hinweis, gegen Ingenthron, Schäfer und Kremser würden rechtliche Schritte geprüft. Schöner hätten Roland Noé und Co. den omnipräsenten Zwiespalt nicht illustrieren können, der sich auf kath.net seit jeher offenbart: Während man gern und heftig austeilt, sind die Nehmerqualitäten selbst bei fundierter, sachlicher Kritik – hier von Schäfer und Kremser vorgetragen – äußerst beschränkt. Letztlich kamen alle Beteiligten mit einem blauen Auge davon, allein der Donaukurier musste eine kurze Richtigstellung drucken, in der betont wurde, dass kath.net nicht in einem Boot mit kreuz.net sitze.

Exemplarische Autorenmeinung:

Sehr geehrter Herr Bloginhaber,

Sie haben ein furchtbar wichtiges, grundstürzendes Blog, das habe ich schon mitbekommen und Sie sind jenseits von jeglichem Sarkasmus, sei es auch nur ein schlechter, das ist augenfällig und hierfür darf ich Sie in der Gemeinschaft derjenigen begrüßen, die ich heute schon mehrfach beglückwünscht habe.
Die Anzahl der Kommentare auf Ihrem wesentlichen Blog spricht für sich selbst – ich schenke Ihnen jetzt auch noch einen.
Wenn Sie den Eindruck vermitteln wollen, völlig unpolemische und wahnsinnig wertvolle journalistische Arbeit mit Ihrem Blog zu leisten, dann zitieren Sie mich gefälligst richtig,Sie Amateur, bitteschön, wenn Sie mich schon zitieren müssen.
Da steht nicht: „dass es in den Kommentarspalten dieser Welt nur so wimmle vor lauter „extremen bis extrem dämlichen“ Meinungen. Da steht: „dass im Internet durchaus extreme bis extrem lächerliche Meinungen vorgetragen werden“.
Copy and Paste kann doch selbst für jemanden wie SIE nicht zu schwer sein?

Herzlichst!
Barbara Wenz

(Barbara Wenz hier)

Nach- und weiterlesen:
- Eine Schlammschlacht zum Ausdrucken
- Eine Schlammschlacht zum Ausdrucken ii
- I‘ll sue ya!


8 Antworten auf „Die kath.net-Highlights 2012 – Platz 3“


  1. 1 suennerklaas 29. Dezember 2012 um 12:45 Uhr

    „Nehmerqualitäten“ sind deshalb nicht vorhanden, weil man Kritik als „Majestätsbeleidigung“ versteht.

  2. 2 diskordianerpapst 29. Dezember 2012 um 16:50 Uhr

    Was will man erwarten von einer Ex-Esoterikerin, die solche
    Sprüche ablässt:
    „Die Reformation fing mal zunächst mit Jan Hus an, der
    praktischerweise gleich verbrannt wurde, nachdem man ihm
    goldene Brücken gebaut hatte, über die er durchaus zur katholischen Kirche hätte zurückfinden können. “
    http://elsalaska.twoday.net/stories/232602150/

    Wieviel ihr Anmahnen von journalistischer Qualität wert ist
    kann man ja oft genug auf ihrem Blog nachlesen.
    Aktuell interessant ist auch folgender Artikel:
    http://elsalaska.twoday.net/stories/232602522/
    „…sonst könnte ich, als Steuerzahler, ja auch zu Frau Merkel
    sagen: „Ausziehen! Das Kostüm gehört mir!““

    Ich bin ja mal gespannt ob sie sich nach ein paar Jahren
    Geschreibe für den Fundikatholizismus, mehr oder weniger
    gelangweilt, wieder mal einer anderen Ideologie zuwendet.

  3. 3 suennerklaas 29. Dezember 2012 um 18:27 Uhr

    „Ich bin ja mal gespannt ob sie sich nach ein paar Jahren
    Geschreibe für den Fundikatholizismus, mehr oder weniger
    gelangweilt, wieder mal einer anderen Ideologie zuwendet.“

    …spätestens wenn sich die Radikalinskis hoffnungslos zerstritten haben. Einen Sack voller selbsternannter Propheten, Gotteskrieger ud Jesusse zu hüten, ist schwieriger, als einen Sack voller Flöhe!

    Nach meiner Beobachtung handelt es sich bei den Esos, aber auch bei vielen anderen relgiösen Radikalen um psychisch labile Menschen, die nach Führung suchen und die sich dann um irgendwelche „Führer“ aka „Gurus“ scharen und die sie dann für ihre eigenen Ziele manipulativ missbrauchen.

    Im Grunde geht es dabei nur um Geld – und um Macht. Und im Zweifelsfall „kennen“ die „Gurus“ und „Führer“ ihre Jünger nicht und wollen auch nie etwas mit ihnen zu tun gehabt haben wollen. Man sei „falsch verstanden“ worden – diese zweifelhafte Argumentation geisterte ja nach den Verbrechen des Anders Breivik überall herum. War schon bemerkenswert, wie die Agitatoren – u.a. auf PI – fluchtartig das Weite suchten und sich in dröhnendes Schweigen hüllten.

  4. 4 Administrator 29. Dezember 2012 um 19:31 Uhr

    Vorsorglich: Bitte nicht über den Geisteszustand einzelner Menschen spekulieren, das halte ich nicht für angebracht und auch für unnötig. Mir ist klar, dass du, suennerklaas, dich auf eine Gruppe beziehst, aber ich möchte gerne prophylaktisch verhindern, dass das auf einzelne Personen ausgeweitet wird. [/mysterium fidei-Modus]

  5. 5 prinzkeks 29. Dezember 2012 um 20:58 Uhr

    barbara wenz über episodenfisch.blogsport.de:
    „ein furchtbar wichtiges, grundstürzendes blog“

    möchtest du das nicht vielleicht in den header packen?

  6. 6 Administrator 30. Dezember 2012 um 1:05 Uhr

    Wär einen Gedanken wert… ;)

  7. 7 Dr.Arnd 31. Dezember 2012 um 0:15 Uhr

    frau wenz versinnbildlicht die art von katholizismus, der auf kath.net so stört und viele von außen kommende so abstößt. sie meinen, katholisch sei man, wenn man allem was der papst äußert ohne reflexion zustimmt (wobei ich eine zustimmung nach reflexion weder ausschließe noch für a priori falsch hielte) und ansonsten können sie sich verhalten wie das letzte sie wissen schon. es ist eine große schande aber leider wahr, dass sich katholiken, die nicht nur „herr ! herr !“. rufen sich nicht an prominenter stelle im netz engagieren.

  8. 8 Roland 31. Dezember 2012 um 11:44 Uhr

    Gott schütze uns vor den Konvertiten :-)

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