Das Höchste der menschlichen Kultur

Es ist nicht das erste Mal, dass kath.net einen Artikel veröffentlicht, in dem der Nationalsozialismus verharmlost wird. Osservatore Romano-Autorin Lucetta Scaraffia übt sich auf dem Linzer Portal heute im Geschichtsrevisionismus und lobt den Kampf gegen die Homo-Ehe, den Papst Benedikt führe, „um die Menschheit vor sich selbst zu retten, vor den Gefahren die sie läuft, wenn sie unvernünftigen und gefährlichen Utopien nachjagt“:

Es ist nicht das erste Mal, daß ein Papst die Zeitgenossen vor den Gefahren der von ihnen übernommenen Ideologien warnt, deren Gefahren sie nicht sehen. Es mag genügen an die anprangernden Hinweise Pius XI.’ gegenüber der Eugenik zu denken, die in jener Zeit von fast allen, auch den katholischen Wissenschaftlern vertreten wurde: Warnungen, die bestätigt wurden von den schrecklichen Formen der Selektion, die nicht nur von seiten des Naziregimes praktiziert wurden.

Und wie könnte man die Worte des Bischofs von Galen gegen die von Hitler gewollte Aktion T4 vergessen, mit der die psychisch Kranken ausgerottet werden sollten, unter dem Schweigen aller anderen Länder?
[…]
Es handelt sich um eine Verteidigung der menschlichen Kultur, dessen, was sie an Höchstem hervorgebracht hat – häufig, nicht immer, inspiriert von der Religion.

Die Homo-Ehe als neue Aktion T4, die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen auf einer Stufe mit der rechtlichen Gleichstellung von Homosexuellen.
Die Veröffentlichung eines solchen Artikels ist, auch unabhängig von der jüngst verstummten kreuz.net-Propaganda („Homo-Gestapo“, „Homo-Nazis“), mindestens dumm beschämend traurig jämmerlich verräterisch absurd mutig.


2 Antworten auf „Das Höchste der menschlichen Kultur“


  1. 1 suennerklaas 23. Dezember 2012 um 18:54 Uhr

    Die Frage nach den eigentlichen Gründen, warum der Kirche die Menschen in Scharen davon laufen, wird natürlich nicht gestellt. Man vermutet es bei den Homos, bei den Linksgrünen, bei den „Jakobinern“, der KPdSU etc..

    Ob’s vielleicht am mangelnden Bezug zur Lebenswirklichkeit liegt? Was weiß ein Priester, der für tausende von Gemeindegliedern zuständig ist, eigentlich, was bei ihm in der Gemeinde los ist? Er kann nicht einmal jedes einzelne Glied seiner Herde kennen – das ist rein physisch nicht machbar. Geschweige denn kann er beim Sakrament der Beichte keine wirklich hilfreichen Handreichungen geben – er kennt den Beichtenden ja gar nicht, weiß nichts von seinem Umfeld und den dort imanenten Problemen – und kann den Betreffenden auch nur zum Psychotherapeuten schicken – der dann, auf Kosten der Krankenkassen – die Seelsorgearbeit macht.

    Und wehe – ein Priester, Prälat oder Bischof spricht tatsächlich ein schweres Problem direkt an – dann gibbet richtigen Ärger. Im Landkreis Vechta wurde z.B. ein Prälat massiv bedroht, als er in einer Predigt auf die schweren sozialen Probleme von bulgarischen und rumänischen Werkvertragsarbeitern hinwies, die nicht nur Hungerlöhne bekommen, sondern von den lieben katholischen Gliedern seiner Gemeinde mit Mietwucher ausgenommen werden: kurze Zeit später erhielt der Prälat ein blutiges Kaninchenfell als „letzte Warnung“.

    http://www.nwzonline.de/leserbriefe/praelat-kossen-verdient-anerkennung_a_1,0,2872410762.html

  2. 2 suennerklaas 23. Dezember 2012 um 19:12 Uhr

    Achso – eh ich es vergesse:

    Zur Unverfrorenheit von Bundesinnenminister Friedrich findet man natürlich kein Wort…

    http://www.morgenpost.de/politik/inland/article112207578/Friedrich-fordert-von-Kirchen-Zurueckhaltung-in-der-Politik.html

    Man hat so viel Schaum vorm Mund wegen anderer Dinge, dass man eigentliche schwere Angriffe gar nicht bemerkt…

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