Für nichts zu schade ii

Alexander Kissler findet David Berger doof. Das ist nichts Neues, schon vor einigen Tagen verlinkte kath.net einen entsprechenden Artikel und stellte Berger in kreuz.net-Duktus als Strichmännchen dar. Kissler bezeichnet Berger nun in seinem neuen Rundumschlag als „Renegat“, also Abtrünnigen, der einen „öffentliche[n] Exorzismus am Selbst“ praktiziere. Berger führe „einen Ein-Mann-Feldzug gegen das Milieu, dem er entstammt“, gegen „alles Kirchliche […] im Namen des Zeitgeists und wider das Lehramt, unter Schmähung des Papstes“.

Berger führe den besagten Feldzug „wütend, blind und mit einer großen Dosis Vernichtungsenergie gegen sein Herkommen“ und seine frühere Identität. Er richte sich gegen „das Wissen von einst, den Ehrgeiz von einst, gegen die Menschen von einst, die sich in ihm täuschten und in denen vielleicht auch er sich täuschte“. Berger, der „Traditionalist mit Kalkül“, sei ein „trauriger, ein bezeichnender Fall“, so ganz ohne Liebe und angefüllt mit Hass.

Es spricht wohl für sich, dass kath.net noch immer lieber die kreuz.net-Privatfehde mit David Berger fortführt, statt sich öffentlich bei ihm und dem Bruno Gmünder Verlag für den Kampf gegen das anonyme Portal zu bedanken. In diesem Artikel wird Berger auf martialische Art und Weise zum Aggressor umgedeutet, der einen „Feldzug“ führe, voll „Wut“ und „Vernichtungsenergie“ und überdies noch gegen die vermeintlichen alten Freunde, die sich im „ehemalige[n] Thomist[en], ehemalige[n] Traditionalist[en] und ehemalige[n] Religionslehrer“ getäuscht hätten. Kissler verliert kein Wort über kreuz.net, reißt Bergers Engagement so absichtlich völlig aus dem Kontext und versucht sich an einer Schuldumkehr: So wird Berger zum Hassprediger stilisiert, gegen den selbst kreuz.net blass aussieht.

kath.net beweist mit diesem Artikel erneut, dass man an keiner sachlichen Auseinandersetzung über die zahlreichen Überschneidungen zu kreuz.net interessiert ist, sondern auch weiterhin nur die Gegner der rechtsradikalen Katholiken anzugreifen gedenkt. So hält sich kath.net alle Optionen offen und signalisiert den zahlreichen kreuz.net-Fans: ‚Kommt doch zu uns, wir bedienen euren Hass im Rahmen unserer Möglichkeiten.‘


3 Antworten auf „Für nichts zu schade ii“


  1. 1 Dr. Arnd 19. Dezember 2012 um 12:29 Uhr

    Ohne Zweifel tritt kath.net bei David Berger in einer Tour nach (Alexander Kissler ebenfalls), ohne den Fall Berger und kreuz.net einmal einer selbstkritischen Prüfung zu unterziehen. Über dem Banner von kath.net könnte zweifellos „Der Heilige Schein“ stehen in dem Sinne, dass man dort ständig „Herr, Herr !“ ruft und meint damit den Willen Gottes bereits getan zu haben.

    Andererseits ist die Kehrtwende vom Traditionalisten Berger zum Kirchenaustreter, der auf einmal eine vollkommen entgegengesetzte Theologie, Liturgie und Sexualmoral öffentlich vertritt, natürlich schon interessant. Ich habe mich mal vor 2010 sehr über einen Artikel von ihm geärgert, in dem er den von mir sehr geschätzten Karl Rahner und seinen Schüler Vorgrimmler in kath.net-Manier zu demontieren und diffamieren versucht. Wenn man nun seine Interviews liest, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich sein Stil allenfalls graduell geändert hat. Manchmal glaube ich, man ist als Mensch doch ab einem gewissen Alter charakterlich ziemlich fertiggestellt und dann schafft es auch die Religion nicht, einen noch zu ändern.

  2. 2 diskordianerpapst 19. Dezember 2012 um 15:46 Uhr

    Möglicherweise gehört Berger ja auch zu der Gruppe der Elche.

    Aber halten wir uns doch an Fakten und Inhalte:
    Da ist einerseits ein Berger der seine Motivation in einigen
    Interviews (aus meiner Sicht) nachvollziehbar geschildert hat.
    Mir ist bisher auch nichts Hasserfülltes von Berger zu Augen oder Ohren gekommen. Nun geht ein Kissler hin und schreibt ihm
    das aber zu, ohne Beweis, und stellt Spekulationen an woher
    dieser -unterstellte- Hass kommt.

    Ein Kissler, der regelmässig auf einem Portal veröffentlicht, dessen täglich geübte Praxis es ist, bevorzugt solche
    Leserkommentare freizuschalten die vor Hass und sonstigen
    Irrationalitäten nur so triefen.

    Ein Portal das regelmässig Kampagnen gegen missliebige Personen oder Organisationen fährt und seine Leser dazu aufruft die Angeprangerten oder deren Vorgesetzte mit Beschwerden
    zuzuscheissen.
    Denn anders kann man die regelmässig unter solchen Artikeln
    veröffentlichten Adressen zur Beschwerde kaum deuten.

    Das sind die Fakten, Vielleicht sollte man auf deren Grundlage
    im Rahmen einer psychologische Ferndiagnose auch mal Kisslers
    Motive und Charakter analysieren. Ich bin sicher das er das
    begrüssen wird, er ist ja Experte in solchen.

  3. 3 Anonymous 19. Dezember 2012 um 16:44 Uhr

    „Ein Portal das regelmässig Kampagnen gegen missliebige Personen oder Organisationen fährt und seine Leser dazu aufruft die Angeprangerten oder deren Vorgesetzte mit Beschwerden
    zuzuscheissen.
    Denn anders kann man die regelmässig unter solchen Artikeln
    veröffentlichten Adressen zur Beschwerde kaum deuten.“

    Das kann man durchaus auch als Aufruf zur Begehung von Straftaten werten – Nötigung und dazu gehört auch das Zumüllen von Emailpostfächern sind eben Straftaten. „Sauberer Journalismus“, dessen Fehlen in anderen Medien ja anderenorts so lautstark beklagt wird, sieht eben anders aus.

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