Selbst schuld

Was trieb Katholiken dazu, ein menschenverachtendes Portal wie kreuz.net zu eröffnen? Wieso unterstützten zahlreiche Geistliche und Laien eine Seite, auf der wüste Beschimpfungen und Morddrohungen gegen Homosexuelle ebenso an der Tagesordnung waren wie antisemitische Hetztiraden und/oder Holocaustleugnung?

In einem aktuellen Artikel bietet kath.net neben allerlei Distanzierungen einen charmanten Erklärungsansatz:

Künftige Überlegungen zum Umgang mit Beschwerden und Kontaktwünschen, auch aus ungeliebten Kreisen, sollten immer die jederzeit mögliche Auferstehung einer neuen Kreuznatter vor Augen haben. Der Nährboden für ein solches Portal bildet sich auch(!) auf verschlossenen bischöflichen Türen, unbeantworteten Briefen und Mails und auf dem Gefühl von den eigenen Hirten und ihren Mitarbeitern öffentlich im Stich gelassen zu werden. Er bildet sich auch(!) auf dem Boden einer allzu schwammigen Sprache in der Verkündigung und im Umgang miteinander. Solcherart fruchtbar gemachter Boden läßt die Saat des Übels nur zu leicht aufgehen.

Mit anderen Worten: Die liberalen Kräfte innerhalb der Kirche tragen eine Mitschuld an kreuz.net. Das ist eine interessante Ansicht. Wäre mit den hasserfüllten kreuz.net-Verantwortlichen gesprochen worden, gäbe es also keine Probleme.

Glückwunsch kath.net, ihr habt immer noch nichts aus der ‚causa kreuz.net‘ gelernt.


8 Antworten auf „Selbst schuld“


  1. 1 suennerklaas 03. Dezember 2012 um 14:13 Uhr

    Ich glaube, dass man das hier:

    „Der Nährboden für ein solches Portal bildet sich auch(!) auf verschlossenen bischöflichen Türen, unbeantworteten Briefen und Mails und auf dem Gefühl von den eigenen Hirten und ihren Mitarbeitern öffentlich im Stich gelassen zu werden.“

    …als Drohung verstehen soll. Diese Drohung geht m.E.n. in Richtung von Leuten, wie den Abt Martin Werlen, der die aus Sicht R. Noes riesengroße Unverfrorenheit besaß, kath.net ein Interview zu verweigern (http://kath.net/detail.php?id=39091 ). Stimmt diese Interpretation, dann ist die Botschaft eindeutig: entweder begeben sich alle auf „Linientreue“ – oder es finden sich Leute, die +net einfach mal wieder auferstehen lassen.

  2. 2 Nike 03. Dezember 2012 um 16:33 Uhr

    Wenn Winnemoeller in seinem Kommentar damit auch andeuten möchte, dass sich auch das bislang oftmals zu bürokratische oder hierarchisch geprägte bischöfliche Amtsverständnis ändern sollte, es mehr gemeinschaftlichen Dialog bräuchte ohne vorab auszugrenzen, dann kann ich dem nur zustimmen.

  3. 3 diskordianerpapst 03. Dezember 2012 um 16:47 Uhr

    Kann ja sein das Winnemoeller das andeuten möchte.
    Dem gegnüber steht aber die permanente Diffamierung des sog. Dialogprozesses auf kath.net indem man ihn, oder das Wort Dialog konsequent in Anführungszeichen setzt.
    Im Kommentarbereich hagelts es dann beim gruppendynamischen Nachtreten die weitere Diffamierung als „Dialüg“.

  4. 4 Henry M. 03. Dezember 2012 um 16:52 Uhr

    Genial ist Winnemoellers Aussage: „Zensur im Internet darf nicht sein!“ Und das auf kath.net, der Zensurhochburg unter den katholischen Portalen! Unschlagbar!

  5. 5 Nike 03. Dezember 2012 um 17:41 Uhr

    Ja,ich sehe das auch als paradox an.

  6. 6 suennerklaas 03. Dezember 2012 um 17:54 Uhr

    @Hanry M&Nike

    Aber, Aber! Zensur ist doch nur dann Zensur, wenn das, was Noé&Co. für Kritiker als selbstverständlich ansehen, auf sie angewandt wird! Und mehr noch: das ist dann „Christenverfolgung“…

    Prosit Neujahr, Paranoia!

  7. 7 Nike 03. Dezember 2012 um 18:03 Uhr

    Es wirft aber auch aus dieser Sicht ein bezeichnendes Licht auf wesentliche innere Konflikte der KrK, mit einer Ausrichtung in Richtung eines hierarchisch-restaurativen Kirchenverständnisses und andererseits einem Kirchenverständnis nach dem II. Vatikanischen Konzils als Gemeinschaft aller Gläubigen auf dem Weg des Dialogs. Das bedingt – nicht nur aber doch auch – derzeitige Umbrüche und Verwerfungen.

  8. 8 Nike 03. Dezember 2012 um 18:32 Uhr

    Und @suennerklaas: es wird dabei oftmals in knallharten Grabenkämpfen und den „wahren Glauben“, die „reine Lehre“, die „unverfälschte Liturgie“ gekämpft…, was freilich nichts von all dem, was ich selber hier oftmals kritisiert habe, entschuldigt.

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