Expertenmeinung zu kreuz.net

Das rechtsradikale katholische Portal kreuz.net ist seit den gestrigen Abendstunden offline. In diversen Medien wird über Usenet-Aussagen von „Insidern“ berichtet, denen zufolge die kreuz.net-Redaktion damit beschäftigt sei, alle Spuren zu verwischen und einen Relaunch unter anderem Namen vorzubereiten.

Auch kath.net veröffentlichte heute einen weiteren Artikel über kreuz.net. In der Agenturmeldung wird ein ORF-Bericht zitiert, der sich mit kreuz.net beschäftigt und bekannt gibt, dass ein hoher österreichischer Geistlicher bereit sei, „über die aus Österreich stammenden mutmaßlichen Zuarbeiter von „kreuz.net“" auszusagen. Außerdem kommt Nikolaus Krasa, Generalvikar der Erzdiözese Wien, zu Wort. Er verkündet, dass kreuz.net-Autoren oder -Verantwortliche aus dem Bistum Wien mit „ernsthaften dienstrechtlichen Konsequenzen zu rechnen“ hätten.

kath.net-LeserIn „dalet“ gefällt das gar nicht. In wenigen Zeilen veranschaulicht „dalet“ die rechtskatholische Traumwelt, in der liberale, „ungehorsame“ Gruppen für mindestens genauso problematisch befunden werden wie homophobe Antisemiten:

Aha
Es gibt in Wien also doch auch mal dienstrechtliche Folgen… Aufruf zum Ungehorsam ist allerdings kein hinreichender Grund, da muss es schon Mitarbeit bei kreuz.net sein.

Mit dieser Haltung ist „dalet“ freilich nicht allein, auch unter den anderen kath.net-Artikeln zum Thema finden sich viele derartige Rechtfertigungsversuche. Beispielhaft sei Leser „willibald reichert“ erwähnt, der am 29.11. anregte,

es wäre aus Gründen der Gleichbehandlung auch angebracht, wenn die Bischöfe sich einmal mit dem Spektrum von Wir sind „Kirche“, und ähnlicher angeblicher Basisorganisationen befassen würden und die Verhältnisse in bezug auf auf den originären katholischen
Glauben zurechtrücken würden. Aber dazu fehlt der überwiegenden Mehrheit
leider das nötige Rückgrat.


1 Antwort auf „Expertenmeinung zu kreuz.net“


  1. 1 Dr. Arnd 02. Dezember 2012 um 22:25 Uhr

    FR 2.2.2012

    02. Dezember 2012
    Hass-Portal Kreuz.net ist offline
    Von Joachim Frank
    Die Seite kreuz.net wird vom Verfassungsschutz beobachtet.


    Auch österreichisches Portal im Visier

    Nach Informationen dieser Zeitung ist unterdessen auch der Betreiber des extrem konservativen österreichischen Portals „kath.net“, Roland Noé, im Visier der Staatsanwaltschaft. Seine Internetplattform wurde seit der Gründung 2001 bis 2005 von den österreichischen Bischöfen unterstützt. Danach bekam es unter anderem eine Finanzspritze von jährlich 20 000 Euro von der Organisation „Kirche in Not“.

    Ließe sich eine Verbindung Noés zu kath.net erhärten, wäre dies ein weiterer Beleg für die geistige Verwandtschaft beider Angebote. Berger wollte sich auf Anfrage nicht zu Erkenntnissen über eine Verbindung Noés zu kreuz.net äußern.

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