Expertenmeinung zu ‚Stoppt kreuz.net‘

kath.net-Fan „Antonius Bacci“ gibt, stellvertretend für viele weitere kath.net-LeserInnen, einen Überblick auf das rechtskatholische Gefühlsleben: kreuz.net schreibt das Richtige, drückt es nur ungeschickt aus; David Berger ist blöd und auf Rache aus; die Suche nach Unterstützern einer menschenverachtenden Website ist in Wahrheit ein Kampf der „Homolobby“, deren Protagonisten sich genauso unreif verhalten wie rechtsradikale Katholiken, die den Holocaust leugnen und Andersdenkende verunglimpfen:

Zickenkrieg als Realsatire
Einig sollte man sich darin sein, dass der Tonfall und die Art der Präsentation auf Kreuz-net so nicht akzeptabel ist. Die Auseinandersetzung von Herrn Berger mit Kreuz-Net zeigt aber auch etwas anderes, nämlich seinen Hass. Wenn zB. Herr Beck glaubt, sich mit der Forderung, die Akte Jolie nicht zu sclhießen, in kirchliche Angelegenheiten einmischen zu müssen, ist dies schon ein sehr grenzwertiges Verhalten. Irgendwie erinnert mich der Streit der „Homolobby“ mit „Kreuz-net“ auf beiden Seiten an einen Zickenkrieg, der von ein wenig unreifen und narzistischen Persönlichkeiten hüben wie drüben geführt wird. Es nimmt hier wie dort groteske und unfreiwillig komische Züge an. Dass sich die Initiatoren der Kampagne unter Federführung eines einschlägigen Verlages dann wundern, dass die DBK sie nicht unterstützt oder mit ihnen zusammenarbeitet, bzw. so etwas andenken, ist nahezu eine Realsatire. Denn an postpubertären verbalen Schlägereien sollte nicht nur die DBK nicht teilnehmen…

Da kath.net in den letzten Tagen fast ausschließlich derartige Kommentare freischaltete und Artikel veröffentlichte, die – minimal zugespitzter formuliert – auch auf kreuz.net hätten erscheinen können, darf man wohl annehmen, dass „Antonius Bacci“ mit seiner Meinung nicht allzu weit von der Redaktionslinie abweicht.


30 Antworten auf „Expertenmeinung zu ‚Stoppt kreuz.net‘“


  1. 1 suennerklaas 29. November 2012 um 11:32 Uhr

    Interessant finde ich, dass man sich wieder einmal „Verfolgt“ fühlt. Und natürlich „lässt“ man die „Leser“ das ganze „bewerten“. Ob es diese „kommentierenden Leser“ dann auch tatsächlich gibt, oder ob man seine Kommentare selber schreibt und diese als „Leserkommentare“ ausgibt, lasse ich einmal dahingestellt. Nach dem deutschen Pressekodex wäre die Angelegenheit klar: eine moderierte Kommentarfunktion unterliegt dem deutschen Presserecht. Wenn dort zu sehr geholzt wird, kann es richtig Ärger geben.

    Inwiefern das auch für Österreich gilt, müsste man einmal recherchieren.

    Bemerkenswert ist auch die Schmallippigkeit von kath.net – nach Bekanntwerden der Pressemitteilung des Bistums Mainz kam auf kath.net erst einmal NICHTS – außer dröhnendes Schweigen. Entweder musste man erst einmal – wie es diskordianerpapst vermutete – eine Krisensitzung abgehalten werden, oder man war so von Schnappatmung befallen, dass es einem die Sprache verschlagen hat.

  2. 2 diskordianerpapst 29. November 2012 um 13:49 Uhr

    Jetzt gibt es ja einen Artikel, mit der schönene Formulierung:
    „Der Mainzer Geistliche hatte zuvor im Gespräch mit Bistumsverantwortlichen offengelegt, dass er in irriger Meinung dem wegen seiner extremen Positionen strafverfolgten Internetportal „kreuz.net“ Texte zu kirchenpolitischen Sachverhalten geliefert hatte, kath.net hat berichtet.“

    Zwei Dinge fallen auf:
    1. Jolies früheres, falsches Dementi und späteres Eingeständnis wird mit „in irriger Meinung“ verschleiert, damit Raum für die Legendenbildung vom armen, unschuldig verfolgtem Jolie bleibt.
    Über die von Jolie gebrauchten Schimpfwörter gegenüber Kollegen und höhergestellten Geistlichen hat kath.net ja gar nicht erst berichtet, dagegen wurde alles Entlastende thematisiert.

    2. „… dem wegen seiner extremen Positionen strafverfolgten Internetportal „kreuz.net“…“ wieselt sich in altbekannter Manier um eine Positionierung von Kath.net herum. Wenn kath.net sonst auch so hyperneutral wäre gäbe es nichts zu bemängeln.

    Auch etwas seltsam:
    Während der Artikel zu Schüller aktuell schon 15 Kommentare erhielt, sind es beim Jolie-Artikel gerade mal 3, 2 davon begrüssen Jolies Schritt, einer ist (noch) voll grün.
    Spekulation: Da wird gerade sehr moderiert, man will da jetzt nicht das übliche Gegeifer. Mal sehen wie sich das weiter entwickelt.

    Vielleicht sollte man kath.net auch mal einen Fragenkatalog zu ihrer Berichterstattung (gerade auch bezgl. +net) und Moderationspraxis zusenden. Bei Nichtbeantwortung innerhalb 24h gibts dann eine öffentliche Anprangerung. Natürlich mit Nennung der Beschwerdeadresse.

  3. 3 suennerklaas 29. November 2012 um 14:33 Uhr

    Es ist im Moment wohl nicht mehr sehr opportun, sich all zu sehr pro Jolie zu positionieren. Da man die Parteigänger Jolies allerdings nicht allzu sehr verärgern will, macht man dies sehr vorsichtig – und „lässt“ „Volkes Mund“ in Form von „Leserkommentaren“ sprechen. Irgendwie sind sie doch sehr unterhaltsam und ein schönes Beispiel, wie Opportunismus und das Drehen des Mäntelchens nach der jeweiligen Windrichtung funktioniert. :D

    Was die Anwendung des „Fragenkatalogs“ angeht, wird man vermutlich eine „Verschwörung“ und eine „Hetze“ des Antichristen wittern. So funktioniert das System halt :D Ein Facharzt für Psychiatrie würde meiner Meinung nach vermutlich einen Verdacht hinsichtlich einer ganz bestimmten Erkrankung aussprechen.

  4. 4 diskordianerpapst 29. November 2012 um 14:41 Uhr

    F60.0 oder eher aus dem Bereich F2x.y? ;-)

  5. 5 Nike 29. November 2012 um 20:11 Uhr

    Eine Krähe hackt doch der anderen kein Auge aus und was die Redaktion in dieser Hinsicht tun kann sind Vermeidungsstrategien zu fahren, um Jolie nicht weiter als unbedingt angebracht in die Öffentlichkeit zu bringen. Das Palaver der Kommantatoren ist dafür nur nützlich.Auf seiner Homepage,bei Dialog, auch ein Beitrag von kah net (zufällig angeklickt) – zwei, die´s offensichtlich miteinander können!
    Jetzt der reuige Sünder, er bittet um Vergebung (wen eigentlich??),der Vorgesetzte verzeiht ihm (in wessen Namen und warum eigentlich?) und alles wieder gut, oder?

  6. 6 Administrator 29. November 2012 um 21:33 Uhr

    Man muss eben auch bedenken, dass Jolie vermutlich nur ein kleiner EpisodenFisch und kein kreuz.net-Hintermann ist (auch wenn er auf seiner Facebookseite durchaus Gegenteiliges von sich gab). Ich fürchte fast, dass eine harte Bestrafung – Ende seiner Pfarrertätigkeit, Exkommunikation o. Ä. – zwar viele BeobachterInnen beruhigt hätte. Aber damit wäre das Thema unter Umständen auch wieder aus den Medien, die Zeitungen hätten ihren Sündenbock.

    So scheint ja immer mehr Bewegung in die Sache zu kommen. Die Schweizer Kirche z.B. will mit ‚Stoppt Kreuz.net‘ zusammenarbeiten: http://www.queer.de/detail.php?article_id=17978

    Wenn das mal keinen wütenden Beitrag auf kath.net zur Folge hat ;)

  7. 7 Nike 30. November 2012 um 22:22 Uhr

    Wo ein Fisch ist, ist in der Regel auch der Schwarm nicht weit. Und wird es der RkK nicht zugeschrieben: alle Wege führen nach Rom? :-)

  8. 8 Antonius Bacci 01. Dezember 2012 um 14:21 Uhr

    Dass ich in der Meinung sei, Kreuz-net schreibe das Richtige, ist eine Unterstellung und möchte ich so zurückweisen. Aus meiner Perspektive sind die Verantwortlichen von Kreuz-net auf das Thema (außerhalb von Kreuz-net ein absolutes Randthema) „Homosexualität“ geradezu fixiert und verwenden in ihren Tiraden ein Vokabular, was wirklich an Pubertierende erinnert und stark beleidigend ist. Das ist mitnichten im Sinne der katholischen Kirche; ein Blick in den für die katholische Kirche verbindlichen Weltkatechismus reicht völlig aus, um dies zu erkennen. Diese rabiate Vorgehensweise von Kreuz-net ruft nun Leute auf den Plan, die ebenso stark fixiert auf dieses Thema sind, wenn auch aus anderer Perspektive, da ihre Homosexualität für manche Vertreter nahezu ihr Identitätsmerkmal Nr. 1 zu sein scheint. Und so entsteht ein regelrechter „Zickenkrieg“: Trittst Du mir vor das Schienenbein, trete ich Dir auch davor. Diesen „Zickenkrieg“ wirklich ernstzunehmen, fällt schwer, wie es schwer fällt, „Kreuz-net“ als ganzes in irgendeiner Weise ernst zu nehmen und nicht als skurile Exotenseite zu erkennen. Was Pf. Jolie angeht, so wird man sehen müssen: Wenn er Dinge dort fabriziert hat, die strafrechtlich relevant sind, wird dies den Gesetzen entsprechend zu ahnden sein. Wenn es sich auf Begrifflichkeiten wie „Gehirngnome“ u. ä. beschränkt, ist dies sehr unschön, aber noch lange kein Grund, etwa die Absetzung eines Klerikers zu fordern. Ähnliche unschönen Kosenamen findet man doch auch in „Freigeisterforen“, wenn man dort Begrifflichkeiten wie „Religioten“ u. ä. liest. Der rabiate Tonfall (im Internet) scheint hüben wie drüben zu herrschen, was übrigens auch ein Blick in die zum größten Teil unsäglichen Lesermeinungen auf „Kreuz-net“ zeigt. Die radikalen „Linken“ sind dort in ihren Statements keineswegs urbaner als die radikalen „Rechten“.

  9. 9 Gerd Ruge 01. Dezember 2012 um 16:00 Uhr

    Herr Bacci, die Kirche macht das Geschlecht zum Identitätsmerkmal Nr 1, wenn Sie Frauen den geweihten Dienst verwehrt und homosexuell veranlagten Menschen im Namen Gottes eine Partnerschaft verwehren möchte. Wenn dann ein so veranlagter Religionslehrer sein Missio verliert, während ein Pfarrer, der tatsächlich Menschen verletzt und beleidigt hat und auf einer rechtsradikalen Seite postet, gestreichelt wird, dann frage ich mich, wo die wahren Zicken sitzen?! Die Kirche ist offenbar kaum noch in der Lage zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, sie macht sich zunehmend lächerlich.

  10. 10 Antonius Bacci 01. Dezember 2012 um 17:44 Uhr

    Herr Ruge, die katholische Kirche verwehrt homosexuellen Menschen doch keine Partnerschaft. Wir leben in einer Demokratie und jeder kann mit wem er will zusammenleben. In einer Demokratie besitzt die Kirche aber auch das Recht, ihren Standpunkt zu vertreten, auch wenn er dem „gesellschaftlichen Mainstream“ entgegensteht, was an sich irrelevant ist. Keiner ist gezwungen, sich die kirchliche Sichtweise zu eigen zu machen. Herr Berger hat m. E. seine Missio nicht aufgrund seiner Homosexualität verloren, sondern deshalb, weil er zunehmend in Talkshows und einer diversen Buchpublikation gegen die Kirche Stellung bezogen hat und sich gleichsam als „Nachwuchskirchenkritiker“ versucht hat. Auch dies darf er in einer Demokratie, nur ist es dann auch von Seiten Herrn Bergers schwierig, das Fach Katholische Religion zu unterrichten, da er sich selbst in expliziter Opposition zu Standpunkten der Kirche sieht und dies auch offen bekundigt hat. Dann ist es doch einfach ehrlicher – von seiten der Kirche wie von seiten Herrn Bergers, dieses Fach nicht mehr zu unterrichten. Dies ist für seinen Beamtenstatus übrigens irrelevant, er kann selbstverständlich Lehrer bleiben. Und ob Herr Berger in seinem Buch nicht vielleicht auch den ein oder anderen, der ihn früher vielleicht gefördert hat, verletzt oder in unziemlicher Weise vor den Kopf gestoßen haben könnte, mag dahingestellt sein. Das sollen andere beurteilen. Die „Unterscheidung von Gut und Böse“ ist indes sehr viel komplexer: Für die „Linken“ scheint Herr Berger eine Lichtgestalt zu sein und Pf. Jolie der „bad boy“, für die andere Fraktion ist es exakt andersherum. Vielleicht wäre es auf beiden Seiten hilfreich, einmal zu differenzieren. Denn auch außerhalb religiöser Kontexte gilt keineswegs die Formel: progressiv = immer gut; konservativ = immer schlecht oder ungekehrt. Bewusst habe ich nicht von „Links“ oder „Rechts“ gesprochen, weil dies die Assoziation radikaler Gruppen weckt, die beide in der Geschichte schon sehr viel Schreckliches und Abscheuliches angerichtet haben, egal ob die Protagonisten Hitler, Stalin oder Mao hießen!

  11. 11 Gerd Ruge 01. Dezember 2012 um 18:07 Uhr

    Warum immer gleich dieser Reflex, die Hitlerverbrechen relativieren zu wollen?! Verstehen Sie das unter Differenzierung? Dann differenzieren wir einmal: Ein Katholik spürt seine homosexuelle Veranlagung. Warum auch immer, so genau wissen wir es nicht, ob es mehr Veranlagung oder mehr das Umfeld ist, wahrscheinlich spilet beides eine Rolle. Nun hat dieser gläubige Mann welche Wahl? Sie empfehlen ihm den Kirchenaustritt, wenn er denn nicht enthalsam leben kann. Sie haben offensichtlich keinen Schimmer davon, was einem die Religion, in der man aufgewachsen ist, bedeuten kann. Was, wenn dieser Mensch nicht enthaltsam leben kann, weil er das Charisma, wie der Apostel Paulus es nennt, dafür nicht hat? Also Gott hat ihn nicht dazu bestimmt, enthaltsam zu leben. Was macht er dann nur? Vielleicht Priester werden und den Trieb sublimieren? Das scheint in der Vergangenheit dramatisch schief gelaufen zu sein, wie die Missbrauchsfälle zeigen. Herr Berger hat die Missio verloren, weil er dieses scheinheilige System aufgedeckt hat. Es ist unchristlich und menschenverachtend. Ihre Formulierung „da er sich selbst in expliziter Opposition zu Standpunkten der Kirche sieht und dies auch offen bekundigt hat“ ist übrigens verräterisch. Hätte er weiter den Schein gewahrt, hätte man ihm in Rom weiter goldene Brücken gebaut. Wie verlogen ist diese Politik? Da würde ich doch glatt den Begriff „Böse“ verwenden!

  12. 12 Administrator 01. Dezember 2012 um 18:21 Uhr

    @Antonius Bacci:

    Dass ich in der Meinung sei, Kreuz-net schreibe das Richtige, ist eine Unterstellung und möchte ich so zurückweisen.

    Sie schrieben, dass Ihnen Tonfall und Art der Präsentation von kreuz.net missfallen. Da Sie den Inhalt ausklammerten, nahm ich an, Sie würden, wie viele andere kath.net-LeserInnen, der kreuz.net-Redaktion inhaltlich mehrheitlich zustimmen. Falls das nicht der Fall sein sollte: Sorry.

    Diese rabiate Vorgehensweise von Kreuz-net ruft nun Leute auf den Plan, die ebenso stark fixiert auf dieses Thema sind, wenn auch aus anderer Perspektive, da ihre Homosexualität für manche Vertreter nahezu ihr Identitätsmerkmal Nr. 1 zu sein scheint.

    Folgte man Ihrer Argumentation, könnte man ebenso gut sagen: Migranten, die sich über rassistische NPD-Plakate beschweren, sollen sich mal nicht so anstellen und so tun, als sei ihre (vermeintliche) „Fremdheit“ ihr „Identitätsmerkmal Nr. 1″.

    Diesen „Zickenkrieg“ wirklich ernstzunehmen, fällt schwer, wie es schwer fällt, „Kreuz-net“ als ganzes in irgendeiner Weise ernst zu nehmen und nicht als skurile Exotenseite zu erkennen.

    Herr Jolie schien kreuz.net sehr ernst zu nehmen, sonst hätte er dort wohl kaum jahrelang kommentiert, Artikel veröffentlicht und sein Priesternetzwerk loben lassen.

    Wenn es sich auf Begrifflichkeiten wie „Gehirngnome“ u. ä. beschränkt, ist dies sehr unschön, aber noch lange kein Grund, etwa die Absetzung eines Klerikers zu fordern. Ähnliche unschönen Kosenamen findet man doch auch in „Freigeisterforen“, wenn man dort Begrifflichkeiten wie „Religioten“ u. ä. liest.

    Sie erkennen aber schon den Unterschied zwischen einem namhaften Pfarrer, der andere Geistliche wüst beschimpfte und dabei wie diese im Dienst der Katholischen Kirche steht und anonymen Atheisten, die nichts mit der Kirche zu tun haben, oder?
    Insofern ist auch ihr reflexhafter Verweis auf vermeintliche Ähnlichkeiten zwischen Links und Rechts unsinnig (abgesehen davon, dass man gerade bei der kreuz.net-Kommentarspalte zwischen Aktion und Reaktion unterscheiden sollte). Es ist völlig unerheblich, ob sich einige kreuz.net-Gegner im Ton vertun, weil das nichts an der Verwerflichkeit von kreuz.net ändert.

    Wir leben in einer Demokratie und jeder kann mit wem er will zusammenleben.

    Und genau das wollen Fundamentalisten wie kreuz.net ändern. Allein das sollte auch für Sie Ansporn genug sein, über Ihren Schatten zu springen und an der Aufklärung mitzuarbeiten.

  13. 13 Roland 01. Dezember 2012 um 18:22 Uhr

    Und wenn die Kirche die Demokratie so respektieren würde, dann fragt man sich doch, weshalb sie sich so in die politischen Belange einmischt und gegen die Ehe Homosexueller vorgeht. Diese Menschen sind doch, wie Sie richtig sagen, Herr Bacci, keine Katholiken, was stört sich die Kirche daran, wie die Menschen außerhalb, in der demokratischen Gesellschaft zusammen leben. Die Kirche sollte, so wie sie andeuten, in ihrem Innern regeln, was sie für richtig hält, in einer freien Gesellschaft hat sie die demokratischen Entscheidungen zu respektieren.

  14. 14 Antonius Bacci 01. Dezember 2012 um 18:28 Uhr

    Herr Ruge, wo erkennen Sie den Reflex, die Hitlerverbrechen zu relativieren? Das ist mir schleierhaft, jedenfalls von mir nicht intendiert. Die abscheulichen Verbrechen des 20. Jh. sollte man aber nicht versuchen, gegeneinander aufzurechnen. Das kommt mir wie eine Verhöhnung der Opfer vor. Auch wenn es Splittergruppen gibt, die Stalin vielleicht für einen Wohltäter der Menschheit halten, war er dies mit Sicherheit nicht, sondern ein Schlächter. Und exakt dieser wenig sympathischen Klientel gehört auch Hitler an. Menschenleben spielen keine Rolle für solche Leute! Zu klären, wer denn nun der schlimmste der Disktatoren war, scheint mir eine skurile Fragestellung zu sein, ein Hohn für die Millionen Opfer braunen oder roten Terrors!!
    Für den Fall, den Sie schildern, gibt es durchaus eine andere Lösung als die von Ihnen vorgeschlagene: Er kann sehr wohl katholisch bleiben und zum Gottesdienst gehen, sollte dann aber auf den Empfang der Kommunion verzichten. Dies entspricht der katholischen Praxis und ist gleichsam ein Mittelweg.
    Wenn Sie Mitarbeiter in ein großen Firma sind und andauernd ihre Firma in der Öffentlichkeit kritisieren und angreifen, werden Sie wahrscheinlich nicht mehr lange Mitgleid dieser Firma sein. Wenn man sich mit der Kirche nicht mehr identifizieren kann, was ja passieren kann, sollte man so ehrlich sein und die Konsequenzen ziehen und nicht versuchen, nachzutreten. Man kann von seinen Funktionen zurücktreten und sein Privatleben führen, wie man es möchte. Das finde ich völlig legitim.

  15. 15 Gerd Ruge 01. Dezember 2012 um 18:56 Uhr

    Nun, Sie tun es schon wieder, indem Sie andere mordende Diktotoren mit Hitler auf eine Stufe stellen. Nehmen wir doch Franko gleich dazu, was fürdas Image der Kirche sicherlich nicht von Vorteil wäre.

    Bitte vergleichen Sie die Kirche nicht mit einer Firma, in eine Kirche und einen Glauben wird man hinein geboren. Und gläubige Menschen vom wichtigsten Sakrament zu trennen ist eine Bestrafung sondergleichen, kaum mit der Art wie Jesus mit Sündern umging, zu vereinbaren. Vor allem: Warum sollte sich der homosexuelle Katholik als in schwerer Sünde lebende begreifen, wenn er zu einem Priester in die Messe geht, der auf einer rechtsradikalen Seite geschrieben hat? Das steht in keinem Verhältnis zueinander. Da hat die Kirche wohl die Orientierung verloren.

  16. 16 Jesus Christus 01. Dezember 2012 um 20:24 Uhr

    Hallo zusammen ♥

    Kreuz.net behauptet ja von sich selbst, eine von Gott persönlich geschützte Webseite zu sein, ja sein persönliches Bollwerk gegen den Ungeist der Gottlosigkeit. Das, so weit ich weiss, steht so nicht in der Bibel, dem Buch der Bücher.

    Daher behaupte ich, ebenfalls ohne Rückhalt aus der heiligen Schrift, dass Gott persönlich seinen Sohn Jesus Christus von oben herab anfeuerte, als Er, Jesus Christus, Maria von Magdala durchpimperte, bis die Wüste qualmte.

    So, abwischen. ♥ ♥ ♥

    LG!

  17. 17 Volker 01. Dezember 2012 um 20:49 Uhr

    Da hat sich wohl jemand von kreuz.net hierher verklickt ;-)

  18. 18 Administrator 01. Dezember 2012 um 21:26 Uhr

    @den Heiland: Ich lasse den Kommentar mal stehen, aber nur wegen der schönen Herzchen. Ansonsten bitte ich aber um einen etwas sachlicheren Ton, das gilt selbst für den Sohn Gottes.

  19. 19 Antonius Bacci 01. Dezember 2012 um 23:09 Uhr

    Gerd Ruge, eine Relativierung von Hitlers Verbrechen wäre so etwas, was Bischof Williamson in seinem unsäglichen Interview von sich gegeben hat. Hitler in den historischen Kontext zu setzen und ihn in einem Atemzug mit anderen Diktatoren zu nennen, relativiert und entschuldigt nichts, aber auch überhaupt nichts, es sei denn, man würde die Meinung vertreten, dass Stalin und Mao ja gar nicht soo schlimm gewesen sein. Und hier kann Sie ein Historiker leicht über das Gegenteil aufklären.
    Dass jemand nicht zur Kommunion gehen darf, ist eigentlich nichts besonderes. Die Kirche selbst empfiehlt, dass die Gläubigen sich vor dem Kommuniongang prüfen sollen, was bereits auf Paulus zurückgeht. Und die Ausübung von Homosexualität ist ja nun bei weitem nicht die einzige Sünde, die es gibt, auch wenn man auf Kreuz-net den gegenteiligen EIndruck gewinnen muss. Jesus hätte übrigens bestimmt nicht den Tonfall von Kreuz-net „gepflegt“; er hätte vermutlich gegenüber einem Homosexuellen ähnlich gehandelt wie gegenüber der Ehebrecherin: Er hätte ihn nicht verurteilt, aber ihn aufgefordert, fortan nicht mehr zu sündigen. Wir haben von Jesus keine überlieferten Stellungnahmen zur Homosexualität; dass er diese aber toleriert hätte, scheint aus dem historischen Kontext des zeitgenössischen Judentums heraus extrem unwahrscheinlich zu sein und wäre wohl überliefert worden, da es ein gewaltiger Affront gegenüber dem mosaischen Gesetz gewesen wäre, der als überlieferungswürdig betrachtet worden wäre wie andere diesbezügliche Stellungnahmen Jesu.
    Was Pf. Jolie angeht, so müsste man genau hinschauen, was er geschrieben hat und wie. Das Wort „rechtsradikal“ wird schnell in den Mund genommen, aber ob es auf Pf. Jolie anzuwenden ist, scheint mir zweifelhaft zu sein. Ich glaube nicht, dass er die Taten eines Hitlers gutheißt und nationalsozialistisches Gedankengut propagiert und verbreitet. Ich vermute nicht, dass er dies getan hat. Wenn man allerdings gewisse Positionen der katholischen Kirche zur Frage der Homosexualität u. a. als „rechtsradikal“ einstufen wollte, dann muss man konsequent auch den Weltkatechismus als „rechtsradikal“ ansehen. Und das wäre doch wirklich absurd!

  20. 20 Gerd Ruge 01. Dezember 2012 um 23:52 Uhr

    Sie kehren die Beweislast um. Jesus hat sich nicht zur Homosexualität geäußert! Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Hätte sie die Bedeutung, die die Kirche ihr gibt (Gesetz Gottes), hätte Jesus sich sicherlich dazu geäußert.

    Bei Pfarrer Jolie steht fest, dass er sich mit den Machern eingelassen hat, mit ihnen sympathisiert, was braucht man mehr? Dass er sich, wenn er unter seinem Namen schreibt, nicht der dort üblichen Fäkalsprache bedient, liegt wohl auf der Hand. Ich zitiere mal die SZ: „Den österreichischen Pfarrer S., der Zölibatsgegner auf eine Stufe mit Hitler stellte, lobt er mit den Worten „guter mann, dieser s.“ und im Oktober 2010 korrigiert er einen anderen Kommentator: „muss es nicht ‚pimpern‘ heißen und nicht ‚pimbern‘ fragt sich der in diesen dingen nicht sehr bewanderte aber weiterhin freche jolie.“ Die Auslassung von Jesus Christus oben könnte glatt von diesem Jolie sein, das Vokabular ähnelt sich doch stark ;-) Und der soll weiter am Altar stehen? Und Berger bekommt die Missio entzogen? Jetzt weiß ich, was mit Entweltlichung gemeint ist, das ist wirklich nicht von dieser Welt.

  21. 21 Antonius Bacci 02. Dezember 2012 um 12:35 Uhr

    Herr Ruge, mitnichten kehre ich die Beweislast um. Die kirchliche Haltung zur Homosexualität geht historisch aus den entsprechenden Weisungen des Buches Levitikus hervor, die Jesus im Unterschied zu anderen Bereichen wie etwa die Frage der Reinheit von Speisen oder dem Sabbatgesetz nicht thematisiert. Wenn wir ernst nehmen, dass Jesus ein Jude war, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass er die Ablehnung der Homosexualität geteilt hat, da anderes mit Sicherheit überliefert worden wäre, weil es für das damalige Judentum eine ähnliche Revolution gewesen wäre, wie die Nichtbeachtung der jüdischen Speisegesetze durch die frühen Christen etc.
    Die Kirche gibt ihr im übrigen keine besondere Bedeutung, sondern homosexuelle Handlungen (übrigens nicht die Veranlagung!) sind eine Sünde, wie es viele andere sexueller und nicht sexueller Natur gibt, aber keineswegs die schlimmste Sünde überhaupt. Wir alle sind Sünder und bedürfen der göttlichen Barmherzigkeit, mitnichten nur Homosexuelle. Von daher lehne ich die selbstgerechte Art und den verletztenden Ton vieler Kreuz-net Artikel zu diesem Thema entschieden ab. Denn diejenigen, die sich so über die Homosexuellen erheben, sind genauso so sündige Menschen.
    Wenn Herr Berger sich in Stille von seinen Funktionen in der römischen Thomasakademie zurückgezogen hätte, weil er diese als nicht mehr vereinbar mit seinen Überzeugungen erachtet hat, und sich ganz auf seinen Unterricht beschränkt hätte und diesen im Sinne der Kirche erteilt hätte, wäre ihm die Missio nicht entzogen worden. Für den Entzug der Missio müssen klare Rechtsgründe vorliegen und diese liegen offenkundig darin, dass Herr Berger zum Aktivisten der Homosexuellenbewegung und Kirchenkritiker geworden ist, was nur schwer mit der Aufgabe als kath. Religionslehrer vereinbar ist. Sie werden dies als Heuchelei auffassen. Andererseits wird wohl keiner wollen, dass die Kirche das Privatleben aller ihrer Mitarbeiter überwacht. Das Kirchenrecht kann immer erst dann aktiv werden, wenn Dinge evident geworden sind. Und dies war vorher offenbar nicht der Fall, so dass eine Reaktion von seiten der Kirche nicht erfolgen konnte.

  22. 22 Gerd Ruge 02. Dezember 2012 um 14:21 Uhr

    Sie widersprechen sich, wenn sie nun so tun, als sei die Homosexualität eine Sünde wie andere auch. Warum aber dürfen die anderen Sünder die Kommunion empfangen, gar Priester bleiben, der Homosexuelle, der in einer Partnerschaft lebt aber nicht?? Levitikus spielt im Übrigen für Christen keine Rolle mehr. Nach Paulus sind Christen durch die Taufe vom Gesetz befreit! Es ist vor diesem Hintergrund schon traurig, dass man hier mit alttestamentlichen Gesetzestexten argumentiert, so als ob es das Evangelium nie gegeben hätte.

  23. 23 Antonius Bacci 02. Dezember 2012 um 14:44 Uhr

    Herr Ruge, theologisch unterscheidet man natürlich zwischen verschiedenen Graden von Sünde, regelrechten Sündenhierarchien. So wird zB. ein Ehebruch stärker gewichtet als bsp. eine verbale Beleidung. In der christlichen Tradition gibt es eine Trias von Hauptsünden: Mord, Unzucht, Götzendienst. Homosexuelle Handlungen werden hier in der christlichen Tradition der Unzucht zugerechnet. Es gilt gemeinhin als sehr schwere, aber nicht als einzige oder schwerste Sünde an sich. Das wollte ich sagen: Nicht allein homosexuelle Handlungen schließen vom Kommunionempfang aus, sondern natürlich auch andere Sünden. Dass sich Herr Jolie im Tonfall vergriffen hat, ist sehr unschön, keine Frage, aber kirchenrechtlich kein Grund, ihn aus dem Klerus auszuschließen, zumal wenn er bereut und Besserung gelobt. Das Christentum ist die Religion der Vergebung, die Umkehr voraussetzt. Das gilt für alle Christen, nicht nur für Kleriker.
    Die christliche Sichtweise von Levitikus ist recht komplex. Im Verbot homosexueller Handlungen erblickt man in der christlichen Tradition einen Aspekt des göttlichen Naturrechts, das für alle Menschen bindend ist. Die Frage, welche Weisungen aus Levitikus von den Christen übernommen werden und welche nicht, ist schwierig, und man muss hier auf den Einzelfall sehen. Wenn Sie sich en detail damit beschäftigen, werden Sie sehen, dass die Christen mehr aus dem AT übernommen haben als man so gemeinhin denkt. Nicht übernommen hat man viele Aspekte des Zeremonialgesetzes, wie zB. Speisevorschriften u. ä. Auch bei Paulus findet sich eine zugegebenermaßen beiläufige Zurückweisung von gelebter Homosexualität. Wahrscheinlich ist dies im zeitgenössischen Judentum kein so weit verbreitetes Phänomen gewesen, so dass aus dem frühen Christentum nur randläufige Bemerkungen erhalten sind. Eine Billigung kann man daraus aber nicht ableiten.

  24. 24 Gerd Ruge 02. Dezember 2012 um 15:08 Uhr

    Und schon sind wir beim Kern des Problems. Die Liebe zwischen zwei Menschen wird auf eine Stufe mit Mord und Götzendienst gestellt. Danke für die Beweisführung.

  25. 25 Nome 02. Dezember 2012 um 22:42 Uhr

    Na, aber bitte jetzt keine Pauschalisierung auf „die“ Christen. Ich bin selbst relidiöser Sozialist und kenne einige Gemeinschaften, in denen explizit ein „schwuler Gottesdienst“ gefeiert wird. Theologisch gesehen ist es NATÜRLICH blanker Unfug sich die Gesetzmäßigkeiten wahllos auszupicken. Dass mit Jesus Kreuzigung nicht nur der Tempel per se, sondern alle Reinheitsgebote gefallen sind, sollte doch schon darauf hinweisen, dass mit der Vergebung der „Schuld“ (es sei dahingestellt, dass Gott möchte, dass wir uns anmaßen dies zu definieren -->Garten Eden/Baum der Erkenntnis) auch das alte Testament in seiner Clan-Bestimmung ein Paradigmenwechsel unterzogen wird,…
    Außerdem sollte man sich mal SEHR genau ansehen, inwiefern Homosexualität im AT überhaupt als alltägliches zur Kenntnis genommen wurde und ob nicht unter „Homosex“ durchaus menschenunwürdige Zustände, u.a. Zwangsprositution etc. verstanden wurde.

  26. 26 Antonius Bacci 02. Dezember 2012 um 23:16 Uhr

    Herr Ruge, ich denke, diese für viele Zeitgenossen heute nicht nicht immer ganz leicht nach zu vollziehende Wertung, die das christliche Denken bis heute prägt, hängt mit einer völlig anderen Sichtweise von Sexualität zusammen. Die Vorstellung einer sexuell konnotierten Liebe zwischen Partnern gleichen Geschlechts ist sowohl für das Judentum zur Zeit Jesu wie auch das antike Christentum eine wohl unmögliche Vorstellung. Ebenso wird in den frühchristlichen Quellen auch jede sexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau außerhalb der Ehe als schwere Sünde aufgefasst. In unserer Gesellschaft prallt nun die christliche Vorstellung auf die Vorstellungswelt der säkularen Gesellschaft, die in ihrer Sichtweise von Sexualität von der „68er Bewegung“ im weitesten Sinn geprägt ist, die ein ganz anderes Verhalten und Einstellungen, eine Liberalisierung mit sich brachte. Sexualität wird jeweils unterschiedlich gewertet und gesehen. Im traditionell christlichen Verständnis ist sie nur in der Ehe möglich, als Ausdruck der Gattenliebe sowie zur Zeugung der Nachkommenschaft.

  27. 27 Uboot 03. Dezember 2012 um 8:32 Uhr

    schön den Kommentar vpon „Jesus Christus“ hier zu lesen.
    zur Doku mal eine hardcopy, ihr seid einfach wunderbar liberal, freiheitsliebed (vor allem die Religionsfreiheit…) und gute Menschen.
    kathnet bleibt, hakenkreuznet geht.
    (das ist mal eine Prophezeihung :-) )

  28. 28 Administrator 03. Dezember 2012 um 10:56 Uhr

    Ich habe ein vergleichsweise gutes Gewissen, den Kommentar stehen zu lassen. Immerhin enthält er, im Gegensatz zu einem Beitrag auf einem gewissen Portal für katholische Nachrichten, keinen Link zu einem holocaustleugnenden Blog. Von den ganzen Kommentaren, die über nicht göttliche Personen herziehen, mal ganz abgesehen. Und auch Aufrufe zum Mord lese ich nur in der Kommentarspalte von kath.net. ;)

  29. 29 uboot 03. Dezember 2012 um 12:24 Uhr

    paßt scho.
    trotzdem jagt ihr die falschen.
    man lese mal in Ruhe
    http://de.gloria.tv/?media=366303
    3x soviel Zugriffe, Server in Moldavien ;-)

  30. 30 diskordianerpapst 03. Dezember 2012 um 16:54 Uhr

    Wer war dat denn? Isnogud „Ich will Siteclick-Kalif werden anstelle des Siteclick-Kalifen“ ;-)

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