Expertenmeinung zum religiösen Miteinander

kath.net-Leser „daniel9876″ pflegt gewisse Vorurteile gegen Anhänger fremder Religionen. Die Nachricht eines geschändeten christlichen Klosters in Israel nutzt er, um seinen Tunnelblick zu artikulieren:

Mich wundert es nicht,
Jesus hat doch selbst gesagt, das wer nicht mit Ihm ist, gegen Ihn ist und das die Welt Ihn nicht kennt und hasst.Und die die Jesus nachfolgen genau das auch passieren wird. Wer als Christ denkt das Juden oder Moslems freunde von Christen seinen, der wird noch in Zukunft eines besseren belehrt werden.


3 Antworten auf „Expertenmeinung zum religiösen Miteinander“


  1. 1 diskordianerpapst 04. Oktober 2012 um 11:25 Uhr

    Kath.net erweist sich mal wieder als Propagandaplattform:
    Über gleichartige Vorfälle, z.B. gegen jüdiche Einrichtungen in Deutschland (seit 1947 im Schnitt wöchentlich eine Friedhofsschändung) schreibt kath.net natürlich nichts. Das würde ja auch nicht den sorgsam gepflegten Mythos von der „Christenverfolgung“ unterstützen.

    Wie unglaublich verschoben die Masstäbe der kath.net Redaktion sind, zeigen folgende Zahlen.
    Würde kath.net über diese Vorfälle in gleichem Masse und über alle betroffenen Gruppen allein für Deutschland
    berichten, gäbe es jeden Tag wohl mehr als 5 Artikel zu dem Thema.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Anschlägen_auf_Juden_und_jüdische_Einrichtungen_nach_1945
    Daraus:

    „Das auf Deutschland bezogene Ergebnis zeigte, dass es im Jahr 2000 einen erheblichen Anstieg an antisemitisch motivierten Handlungen gab.[2] Ab dem Jahr 2001 gilt die Zahl als relativ konstant auf dem hohen Niveau von durchschnittlich 1690, also täglich vier bis fünf antisemitischen Delikten.“

    „Im ersten Halbjahr 2012 wurden demnach, unter Vorbehalt der endgültigen Werte, insgesamt 436 Straftaten gemeldet, darunter waren dreizehn Gewalttaten. 425 dieser Taten, davon elf Gewalttaten, werden dem rechtsextremen Milieu zugeordnet, drei dem linksextremen und dreizehn Tätern mit Migrationshintergrund, davon zwei Gewalttaten. Acht Delikte sind unter sonstige politisch motivierte Kriminalität eingetragen.“

    Zum Problem der Erfassung bei muslimischen Einrichtungen:
    http://www.heise.de/tp/artikel/37/37300/1.html

    Wie weit diese extrem verzerrte Wahrnehmung bei bestimmten „christlichen“ Gruppen geht kann man auch an folgenden Zahlen sehen: In Europa sind 75% der Bevölkerung Christen, nicht nur in Deutschland gibt es eine durchdringende verflechtung der Kirchen mit der Gesellschaft, sie sitzen in allen möglichen Gremien und Räten (oft im Gegensatz zu anderen gesellschaftlich relevanten Gruppen) und kontrollieren so z.B. die Programme der öffentlich rechtlichen Sender in Deutschland, siehe Rundfunkräte.

    Das hält bestimmte Gruppen nicht davon ab solche Seiten wie „Christophobie in Europa“ http://www.christophobie.de/ zu betreiben, oder auch darüber zu jammern das „die Christen“ ja keine Lobby hätten:
    „Lobby für die Christen in der Gesellschaft …wer vertritt heute unsere Interessen (Sammelthread)“
    http://www.kathnews.com/index.php?page=Thread&threadID=6736

    Diese Gruppen stehen also offensichtlich nicht für die Mehrheit der Christen sondern für einen kleinen, aber relativ lauten Teil mit randständiger Agenda.

    Eine andere Erklärungsmöglichkeit wäre dass es diesen Leuten gar nicht um eine Vermeintliche „Christenverfolgung“ geht, sondern darum jeder Missetat von Angehörigen anderer Religionen oder Völkern besonders herauszustellen um diesen eine generelle Bosheit zuzuschreiben. Diese Tendenz taucht ja auch oft in den Kommentaren auf kath.net im Rahmen von „islamkritischen“ Artikeln auf.
    Die Logik dahinter ist immer die gleiche: Ein christlicher Täter ist natürlich automatisch kein Christ, während bei einem muslimischen Täter, natürlich immer der Islam als solcher dahintersteckt.

    Auf kreuz.net kann man seit einiger Zeit eine solche Kampagne, dort mit Homosexuellen als Ziel, beobachten:
    Zu jeder Straftat mit Beteiligung von Homosexuellen gibt es einen Artikel der die Ursache oder Motivation allein der Homosexualität zuschreibt. Das ist ziemlich billig und dermassen lächerlich und einfach zu durchschauen das man beinahe darüber lachen könnte.
    Bei kath.net ist aber das Prinzip gleich, wenn auch die Form anders ist: Die Artikel selbst sind wesentlich gemässigter, aber die Attributierung zu Herkunft, anderer Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung oder sonstigem „Anderssein“ überlässt man dann den passend zurechtzensierten Kommentaren.

  2. 2 Administrator 04. Oktober 2012 um 17:06 Uhr

    Ich gebe dir weitgehend Recht, allerdings ist kath.net ja immerhin eine katholische Seite, insofern halte ich es für ok, wenn vor allem über Vandalismus gegen christliche Einrichtungen berichtet wird (vor einigen Monaten kam auch was über den jüdischen Friedhof in Wien, wenn ich mich recht erinnere).

    Ansonsten stimme ich natürlich zu: In erster Linie geht es kath.net wohl nicht um die persönlichen Schicksale der betroffenen Christen, sondern darum, eine Drohkulisse zu erzeugen: ‚Passt auf, dass hier keine Islamisierung stattfindet, sonst geht es uns wie denen.‘

  3. 3 Nike 08. Oktober 2012 um 19:42 Uhr

    Sicher, kath.net ist im katholischen Spektrum die (massgebliche) römisch-katholische Seite. Und somit werden oftmals deren Interessen auch redaktionell so vertreten, dass keine Rückbindung an unsere demokratische Verfassung und unsere Grundrechte erkennbar ist oder vermittelt ist. So entsteht für mich der Eindruck, dass hier beispielsweise Religionsfreiheit primar als christliche bzw. katholische Religionsfreiheit definiert ist, aber in keiner Weise als sog. negative Religionsfreiheit, d.h. dass lt. unserer Verfassung jeder Mensch das Recht hat, sich frei in der Angelegenheit zu entscheiden und diese Freiheit zu leben. Also im Klartext: Oftmals Toleranz ja für die Römisch-Katholischen -(Interessen) und nach dieser Maßgabe dann die Anderen oder die Nichtse, sprich Atheisten.

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