Lieber Doppelmoral als gar keine iii

kath.net beschwert sich heute, dass das neue Buch über die Vatileaks-Affäre nicht bei Weltbild verkauft würde: Immerhin wird das Linzer Portal dort, wie es vor einigen Tagen atemlos selbst bekannt gab, doch erwähnt! Eine Weltbild-Sprecherin begründete den Verkaufsstopp damit, dass sich das Buch Seine Heiligkeit gegen die eigenen Gesellschafter wende und einen Vertrauensbruch darstelle.
Im Umkehrschluss hält kath.net es für einen Skandal, dass der „Sadomaso-Bestseller“ Shades of Grey, den man für pornografisch hält, „hingegen weiter im Angebot“ von Weltbild.de stehe. Zum Beweis wird ein Screenshot angefügt, der das vermeintliche Vergehen des Versandhauses für die Nachwelt festhalten soll.

Dass der „kathshop“, mit dem kath.net laut Impressum kooperiert und dessen Werbebanner die Seite des Portals zieren, fragwürdige Bücher verkauft, ist kath.net hingegen offenbar egal: Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun hatte im Juli eine „Warnung vor der ‚Warnung‘“ veröffentlicht. In dem Artikel rief er zur Vorsicht auf gegenüber den angeblich göttlichen Botschaften einer anonymen Frau: Sie sei „nicht vom Himmel beglaubigt“ und publiziere in ihren Warnungen Dinge, die nicht im Einklang mit „der Lehre der Kirche“ stünden.

Die Bücher der „Die Warnung“-Reihe werden auf kathshop.at weiterhin vertrieben und mit unkritischen Pressetexten beworben. Weltbild übrigens hat sie hingegen nicht im Angebot.


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