kath.net-Autoren anderswo ii

Nachtrag zum gestrigen Beitrag über Andreas Unterberger, der die österreichische Zeitschrift Zur Zeit verteidigte, die das Wort ‚Neger‘ in einem Artikel über Asylbewerber verwendete:

Auch der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, dessen KLARTEXT-Kolumne auf kath.net gleichsam berühmt wie berüchtigt ist, kam der der FPÖ nahestehenden Zur Zeit bedrohlich nahe: Er veröffentlichte dort einen Gastkommentar.

Die nicht ganz korrekte Datumsangabe weist darauf hin, dass der Artikel wohl aus der Frühzeit von kath.net stammen muss – dafür sprechen auch einige Andeutungen im Text selbst.
Nur um noch einmal deutlich zu machen, mit was für Menschen sich Andreas Laun da in ein Boot gesetzt hat, und was in Zur Zeit in diesen Jahren so geschrieben wurde:

- Im Dezember 1997 wurde von dem Autor und Engelwerk-Mitglied Robert Prantner ein Artikel publiziert, der angebliche Verbrechen, sogenannte Ritualmorde von Juden an Christen anprangert. Für das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) war dieser Artikel geeignet, „antijüdische Ressentiments in der Öffentlichkeit zu mobilisieren.“
- Im Jahr 1999 schrieb die Zeitung von Adolf Hitler als „großem Sozialrevolutionär“, der am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs keine Schuld hätte, Winston Churchill sei der Schuldige. Der Autor des Artikels wurde verurteilt, Mölzer jedoch konnte glaubhaft nachweisen, dass er als Chefredakteur vor Drucklegung nichts vom Inhalt des Artikels gewusst hatte. Das Medienecho war enorm.
- Im Jahr 2000 wurde unter dem Pseudonym Norbert Niemann ein Ende der Vergangenheitsbewältigung gefordert und etwa dem österreichische Nachrichtenmagazin Profil der Eindruck vermittelt, dass die Juden für den Antisemitismus verantwortlich seien.
- Im September 2004 erstattete der DÖW Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz. Der Anzeige zufolge enthielt ein mit „E.B.“ gezeichneter Artikel antisemitische Formulierungen und endete mit der NS-Parole: „Deutschland erwache!“. Die Staatsanwaltschaft Wien konnte jedoch keine Verhetzung erkennen, allerdings verurteilte der Österreichische Presserat den Artikel.


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