kath.net-Autoren anderswo

Andreas Unterberger ist ein vielbeschäftigter kath.net-Gastkommentator und wird in der Rubrik „Anderswo“ oft und gerne verlinkt. Er setzt sich für all jene ein, die in dieser kalten Gesellschaft über keine Lobby verfügen: Für Kellner, die keine homosexuellen Gäste bedienen möchten; für arme Männer, die der mehrfachen Vergewaltigung bezichtigt werden („In jeder normalen Umgebung würde diese Frau […] ausgelacht werden“); oder für all jene, die das Christentum „in einem Kulturkampf“ wähnen, „der an den Kampf der Nationalsozialisten gegen die katholische Kirche“ erinnere.

Nun hat Andreas Unterberger eine neue unterdrückte Gruppierung ausfindig gemacht: Die von zwei der FPÖ nahestehenden Journalisten geführte Zeitschrift Zur Zeit. Die wurde kürzlich vom österreichischen Presserat gerügt, weil in einem Artikel über Asylbewerber mehrfach das Wort „Neger“ fiel.

Unterberger versteht nun, wie er in seinem Blog offenbart, die Welt nicht mehr: Es sei „unfassbar, wie rasch die Diktatur der Politischen Korrektheit“ voranschreite; und überhaupt komme so etwas eben heraus, „wenn Gewerkschafter und Herausgeber sich zu Hütern der Pressefreiheit aufschwingen.“ Hysterisch schlägt er verbal um sich und meckert über „Peter Pilz und Konsorten“, „lügnerisch manipulierte Auflagen-Meldungen“ und den „von Desinformation und Korruption durchfressenen Medienfilz“. Am beanstandeten Wort kann Unterberger hingegen nichts Problematisches erkennen, in seinem Duden würde es schließlich nicht als umgangssprachlich bezeichnet.

Die Verteidigungsschrift Andreas Unterbergers, dessen Blog noch vor wenigen Tagen erneut durch kath.net verlinkt wurde, ist nicht nur wegen der offenkundigen Sympathie zu ‚Neger‘-Sagern problematisch: Die Zeitschrift Zur Zeit, die er in Schutz nimmt, fiel nämlich schon in der Vergangenheit durch gewisse Probleme mit dem Presserat auf. 1999 beispielsweise wurde Adolf Hitler dort als „großer Sozialrevolutionär“ angepriesen, der im Gegensatz zu Winston Churchill unschuldig gewesen sei am Ausbruch des 2. Weltkrieges. Und 2004 endete ein Artikel mit dem NS-Wahlspruch „Deutschland erwache!“


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