Das gute Vorbild

Nachdem die italienische Nationalmannschaft bereits gestern als Vorbild in Sachen Hymnensingen auf kath.net angepriesen wurde (und ich darlegte, wieso das im Zweifelsfall keine besonders gute Idee war), wird heute tatsächlich ein Beitrag veröffentlicht, der sich ausschließlich Gianluigi Buffon widmet. Der Torhüter des Nationalteams sei im „bekannten Marienwallfahrtsort“ Medjugorje aufgetaucht, um eine Wallfahrt zu unternehmen. Er wolle bis Donnerstag bleiben und sei damit dem „italienische[n] Meistertrainer Roberto Mancini“ gefolgt, der bereits einige Tage zuvor dort gewesen sei.

Was kath.net freilich auch hier verschweigt: Zu einem Vorbild taugt Buffon nur sehr bedingt. Die Tageszeitung Österreich zählt auf:

Auch Gianluigi Buffon, Torhüter-Idol Italiens und Alexander Manningers Kollege bei Juventus Turin, ist wegen angeblicher rechtsextremistischer Sympathien unter Beschuss geraten. Als er 2000 bei AC Parma spielte, zeigte er ein T-Shirt mit dem faschistischen Spruch „Gehenkt sei, wer aufgibt.“ Dafür landete er vor der Disziplinarkommission des Sportverbands. Nach dem WM-Titel 2006 zeigte er den Spruchband eines Tifoso, auf dem ein keltisches Kreuz und die Schrift stand: „Stolz Italiener zu sein.“

Und die Schweizer Boulevardzeitung Blick weiß zu berichten:

Nationalgoalie Gianluigi Buffon spielte einst mit der Nummer 88 auf dem Rücken. Im deutschnationalen Umfeld ein beliebtes Synonym für den doppelten achten Buchstaben im Alphabet. HH wie Heil Hitler!

Aus dem Dilemma mit der 88 wusste sich Buffon übrigens unnachahmlich geschickt herauszuwinden:

Buffon, der zu seiner Zeit in Parma bereits mit einem T-Shirt mit dem faschistischen Spruch „Boia chi molla“ (Gehenkt sei, wer aufgibt) auflief, sagte dazu der „Wiener Zeitung“: „Die 88 habe ich genommen, weil sie vier Eier hat. Und beim Fußball braucht man Eier.“


3 Antworten auf „Das gute Vorbild“


  1. 1 diskordianerpapst 04. Juli 2012 um 16:47 Uhr

    Mag sein dass man beim Fussball vier Eier braucht, als Führer scheint man mit deutlich weniger auszukommen:
    http://www.bild.de/news/vermischtes/hoden/sanitaeter-bestaetigung-aussage-6510998.bild.html
    (allein die URL ist schon einen Lacher wert: „vermischtes/hoden“, im Zusammenhang dann doppelt)

    Rezeption der Meldung:
    http://video.google.com/videoplay?docid=-1656481120276069801

    ;-)

  2. 2 Stephan 05. Juli 2012 um 9:54 Uhr

    Das Video… Lol… Zum Totlachen. War glaube ich aus den „Freitag-Nacht-News“, damals auf RTL. Sehr lustig.

  1. 1 Was ein Tweet so alles anrichten kann… | Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 Pingback am 31. Juli 2012 um 17:39 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


drei × sechs =