Mimimi

Man kennt das: Da will man sich einmal gegenüber der großen „KATH.NET-Redaktion“ per Mail nicht erklären, weil man sie grundsätzlich nicht mit Informationen versorgen möchte – schon bricht der Shitstorm los. So geschieht es aktuell dem Pressesprecher des Bistums Augsburg, Markus Kremser.

Kremser war in einem Artikel des Donaukuriers mit den Worten zitiert worden, bei kath.net kommentierten regelmäßig Personen, die dem rechtsradikalen Spektrum nahe stünden. Weil Roland Noé die Lesermeinungen aber offenbar mit verbundenen Augen und per Münzwurf durch die Zensur gleiten lässt, erwog man rechtliche Schritte; schließlich entspreche das doch überhaupt nicht der Wahrheit.

Nun also auch noch der unverzeihliche Fehler, nicht mit kath.net kooperieren zu wollen, und noch schlimmer: „bereit“ zu sein, „über seine Behauptung in einer öffentlichen Gerichtsverhandlung Auskunft zu geben.“

Vielleicht hat sich kath.net mittlerweile eingestanden, wie aussichtslos ein Gerichtsverfahren zum Thema wohl ausfiele (ganz abgesehen davon, wie rufschädigend eine nicht unwahrscheinliche Entscheidung pro Kremser für das Portal wäre). Heute wird jedenfalls der Auftakt zu einer gewohnt solide recherchierten, verhältnismäßigen und seriösen Kampagne über Kremsers ‚Pressearbeit‘ angekündigt: „Mehrere prominente katholische Journalisten, die Papst Benedikt nahe stehen“ hätten ebenso wie „einige Priester aus dem Bistum“ dem Augsburger Bischof Zdarsa ihren Unmut über Kremser und dessen „Verleumdung von katholischen Medien wie KATH.NET“ kundgetan. In der ebenfalls von kath.net angetriebenen Kampagne für einen Pfarrer, der bei der Zeitschrift Junge Freiheit geschrieben hatte, „dürfte Kremser selbst eine nicht ganz unbedeutende Rolle gespielt und Bischof Zdarsa mit gefilterten Informationen versorgt haben“, wie kath.net „aus Augsburger Kirchenkreisen erfahren“ konnte.

Die Vorwürfe werden immer härter: Nach dem Rücktritt des Bischofs Mixa wurde kath.net, immerhin „die größte katholische Internetzeitung des deutschen Sprachraumes“, aus Augsburg nicht mehr mit Informationen versorgt. Weil auch Nachfragen über den Grund nicht beantwortet worden seien, kann es für kath.net nur einen Schuldigen geben: Markus Kremser.
Außerdem soll er in einem Newsletter auf einen Film mit David Berger aufmerksam gemacht haben. Das sorgte „bistumsintern“ „für Kopfschütteln“!!1

Aber „a propos Fernsehtipps“: Im Newsletter werden dann auch noch „viele weltliche Fernsehsender“ beworben. Unfassbar. Zum Glück ist kath.net immerhin so freundlich, den zu recht wütenden und völlig verstörten Lesern die Kontaktdaten des Bistums zu notieren. Es wäre schließlich eine Schande, wenn so fundierte Lesermeinungen wie die von „Dismas“ („Solche schlimmen „Geisterfahrer“ und unloyale Schmarotzer am Kirchenvermögen rausschmeißen!“) nicht auch in einem sachlichen Telefongespräch beim Namen genannt würden.

Exklusiv schon jetzt die spektakulärsten Enthüllungen, die uns kath.net in den nächsten Wochen präsentieren wird:
- Während des Papstbesuchs in Deutschland soll Kremser, das erfuhr kath.net aus gut unterrichteten Bistumskreisen, einmal kurz die Augen verdreht haben
- im Oktober 1997 verzichtete Kremser auf den Wein beim Abendmahl (Magenverstimmung)
- „Markus“ ist die deutsche Form von „Mark“, einem in den USA beliebten Vornamen. Auf dem amerikanischen Dollarschein sind eindeutige Symbole der Freimaurer zu sehen. Zufall? kath.net meint: Nein!
- vier Collagen mit Bildern seiner Facebook-Freunde
- Kremser hat, wie kath.net von befreundeten Geistlichen in Erfahrung bringen konnte, nichts gegen die dezidiert antichristliche britische ‚Humor‘-Gruppierung ‚Monty Python‘
- er hat den kath.net-Newsletter nicht abonniert


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