Zeichensetzungsfehler

Völlig sinnfrei genutzte Anführungszeichen haben auf kath.net eine stolze Tradition: So wird beispielsweise immer wieder von einer „Homo-Ehe“ bzw. Homo-“Ehe“ gesprochen, um den Homosexuellen einerseits tiefe Verachtung zu signalisieren und andererseits auzudrücken, dass ihre Ehen in den Augen traditionalistischer Katholiken null und nichtig sind.
Nicht genehme Kunst wurde auf kath.net ebenfalls per Gänsefüßchen gekennzeichnet; so war vor einigen Monaten wiederholt von „Kunst“ respektive „Kunstwerk“ die Rede. kath.net fühlte sich u. a. von einer neuen Interpretation des letzten Abendmahls nicht gut unterhalten, schließlich wurde dort eine Frau mit nacktem Oberkörper dargestellt.

Heute wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Wolfgang Ockenfels, bei kath.net bereits auf einem Werbebanner der Jungen Freiheit in Erscheinung getreten, verteidigt in einem aktuellen Artikel die Bemühungen des Papstes, die Piusbruderschaft wieder in die Katholische Kirche zu integrieren. Er berichtet von der Aufhebung der Exkommunikation der Pius-Bischöfe, was damals

einen Sturm der Entrüstung entfachte, weil einer von ihnen sich als „Holocaustleugner“ offenbarte.

Dabei bezieht er sich allem Anschein nach auf Richard Williamson, der bereits 1989 die Vergasung von Juden in Auschwitz leugnete und den Holocaust im Gegenzug als jüdische Erfindung deklarierte. 2000 pries er die antisemitische Fälschung der Protokolle der Weisen von Zion als authentisch.
Im Frühjahr 2009 kam er erneut in die Schlagzeilen, als er in einem TV-Interview die Existenz von Gaskammern in deutschen Konzentrationslagern leugnete und von 200.000-300.000 jüdischen Todesopfern sprach.

Das wirft nun die Frage auf, was Williamson noch hätte tun müssen, um in den Augen von Ockenfels nicht nur als „Holocaustleugner“, sondern als Holocaustleugner zu gelten.
Dabei kann es sich eigentlich nur um einen Flüchtigkeitsfehler handeln, schließlich distanzierte sich kath.net noch im Februar 2012 von einem den Piusbrüdern nahestehenden Autor, der Williamsons Aussagen nicht nachdrücklich genug kritisiert hatte.


3 Antworten auf „Zeichensetzungsfehler“


  1. 1 Nike 15. Juni 2012 um 7:06 Uhr

    Ach ja, diese Flüchtigkeitsfehler ala „Pater“ Ockenfels:

    Man nehme 1 Prise Ökumene mit den Protestanten, 1 Prise kirchenfeindliche Massenmedien, die Priesterbruderschaft Pius und deren Bischof Williamson als Holocaustleugner mit Gänsefüßchen,1 antirömische Verfestigung der Anderen,1 mal
    Neudefinition der Schismatiker, 1mal Küng als den stellvertretendenKopf einer theologisch-zeitgeist abhängigen Zunft, spiele dann ein bischen Küng und Genossen mit den Piusbrüdern gegeneinander aus, um dann das Machtwort Roms einzufordern, das kirchlich-autoritative Amt als wahren Leuchtturm. Das Ganze abgerundet mit dem Heiligen Rock. Irgendwie.
    „Denn die Dinge verwirren sich weiter“. Bei mir auch, weil ich jetzt nicht mehr weiß, was der „Pater“ als Pater „eigentlich“ damit eventuell auch zwischen den Zeilen sagen wollte: Hast du die Rechtschreibkorrektur auf deinem Laptop auch zugeschaltet? Könnte es das sein?

    Übersieht deshalb die kath net Redaktion da schon mal großzügig Ockenfels Zeichensetzungsfehler?

  2. 2 Stephan 15. Juni 2012 um 8:19 Uhr

    Diese Anführungszeichen beim Wort Holocaustleugner in Verbindung mit Williamson sind ganz sicher kein Versehen, sondern pure Absicht. Hier geht es darum, das Offensichtliche zu relativieren, zu hinterfragen, anzuzweifeln. Und genau das passt zu kath.net und seinen Kommentatoren.

  3. 3 Nike 15. Juni 2012 um 16:07 Uhr

    Ja klar,@Stephan, Sie bringen es nochmal auf den Punkt, geht es dem Herrn „Professor“ Ockenfels dabei um die Auswirkung und seine Einflussnahme durch diese öffentliche Sprach-Inszenierung Holocaustleugner in Anführungszeichen. Ich hab mich gefragt, wie wir dann das tatsächlich stimmlich ausdrücken würden, müßten wir das laut lesen. „Holocaustleugner“ versus Holocaustleugner.

    Und einem Kuratoriumsmitglied des Vereins Fourm deutscher Katholiken dürfte die kath net Redaktion sehr verbunden sein.

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