Eine Schlammschlacht zum Ausdrucken ii

Die Liste der Personen, gegen die kath.net im Zuge des Donaukurier-Artikels rechtliche Schritte prüfen lässt, wächst und wächst: Neben dem Sprecher des Augsburger Bistums und dem Freiburger BDKJ-Sprecher scheint kath.net nun auch gegen die Autorin des Artikels vorgehen zu wollen.

Einer der Hauptgründe für das Unbehagen scheint darin zu liegen, dass kath.net die eigenen Kommentatoren nicht im rechtsextremistischen Bereich verortet sehen möchte. Unter dem kath.net-Artikel drücken viele Leser ihre Freude über die angekündigten Schritte aus. „Matthäus 5″ etwa fühlt sich vom Beitrag im Donaukurier „verleumdet bzw diskriminiert“ und „Tisserant“ fragt: „Wo leben wir eigentlich? Muß ich mich von jedem dahergelaufenen Zweitklassigen Schreiberling denunzieren und beleidigen lassen?

Während die Einordnung der kath.net-Autoren in den rechtsradikalen Bereich tatsächlich fragwürdig erscheint und nur im Falle Marcus B. zweifelsfrei feststeht, sei mindestens an Stefan Ullrich erinnert, der nicht nur auf kath.net einen Gastkommentar veröffentlichte, sondern auch auf dem rassistischen Blog PI-News.

Bei den Lesern, die ihre Kommentare auf kath.net hinterlassen, ist die Sache schon eindeutiger: Neben vielen gemäßigten und rechter Umtriebe unverdächtigen Personen schreiben dort, in der Regel unter Pseudonym, viele Anhänger rechten Gedankenguts. Beispielhaft sei auf die Kommentarspalte zu einem Artikel aus dem Mai hingewiesen, als mehrere User die rechte Partei Pro NRW in Schutz nahmen. Pro NRW ist laut Verfassungsbericht eine rechtsextreme und verfassungsfeindliche Partei, die aus der Bürgerbewegung Pro Köln hervorging, deren Wurzeln wiederum bei der laut Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern rechtsextremistischen Partei Deutsche Liga für Volk und Heimat liegen.

Unter dem fraglichen Artikel verteidigen einige User die Partei vehement. „Marcus“ beispielsweise schreibt:

Noch einmal: PRO NRW ist NICHT „rechtsextrem“!
Es handelt sich um eine Bürgerbewegung, die gegen die Schariatisierung Deutschlands und für Bürgerrechte eintritt!

Das sollte jetzt echt bekannt sein.

„BergKarmel“ stimmt zu:

Schließe mich…
…Marcus und Bastet an: ProNRW ist nicht rechtsextrem!
Ich bitte in diesen Dingen um einen sorgfältigen Sprachgebrauch. In vielen Medien sind gewalttätige Nazischläger auf einmal „Rechte“, dafür sind demokratische antiislamistische Bürgerbewegungen wie „ProNRW“ auf einmal „rechtsextrem“. Da wird durcheinandergeworfen, was absolut nicht zusammengehört.

„Dismas“ ergänzt:

Ich wehre mich auch dagegen „Pro NRW“
als „rechtsextrem“ einzustufen. Es ist immer wieder ärgerlich zu sehen, welche Macht die SPD, Linke. GRÜNE mit Ihrer Ideologie haben. Sie bestimmen den Mainstream und jeder der Ihnen nicht folgen will, der den Islam kritisch sieht, ist gleich „rechtsextrem“ oder „rechtspopulistisch“. Schlimm, das auch Kath.Net hier mitmacht.

Preisfrage: Wie soll man Personen – oder zumindest ihre virtuellen Abbilder, die auf kath.net vermutlich (/hoffentlich) weiter gehen als im analogen Leben – bezeichnen, die eine laut Verfassungsbericht rechtsextreme Partei verteidigen und deren Standpunkte ganz offensichtlich teilen?

Weder die Augsburger Pressesprecher noch die Autorin des Artikels im Donaukurier-Artikel behaupteten, dass alle kath.net-Autoren und -Kommentatoren eindeutig rechts stehen. Ihnen ist bestenfalls mangelnde Differenzierung vorzuwerfen, die allerdings verständlicherweise schwer fällt, wenn unter einzelnen kath.net-Berichten wie dem eben verlinkten der rechte Mob dominiert.

(Den verlinkten Artikel habe ich im kreuts.net-Forum gefunden, weitere schöne Belege gibt es u.a. hier)


4 Antworten auf „Eine Schlammschlacht zum Ausdrucken ii“


  1. 1 Franziska 08. Juni 2012 um 13:11 Uhr

    Ich glaube, dass der Augsburger Bischofs-Pressesprecher sehr gelassen einer Verhandlung entgegensehen kann. Und das auch tun wird. Die Kommentare, die er bemängelt hat, sind presserechtlich eindeutig Teil der Redaktion, weil freigeschaltet. Es gibt genügend Beispiele von Autoren, die wegen Artikeln, die nicht unbedingt der Meinung von kath.net entsprechen, gesperrt wurden. Heißt: Die, die dabei sind, sind von der Redaktion abgesegnet.
    Das ist völlig anders als in einem anderen Forum. Und es wird auch, wenn die entsprechenden Themen bei einem Prozess auf den Tisch kommen, so manch anderer in der katholischen Welt auf Distanz zu kath.net gehen. Im Bistum München ist es schon heute so, dass man bei einem Engagement für kreuz.net mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen hat.

  2. 2 Fischotter 09. Juni 2012 um 16:05 Uhr

    was für ein jämmerlicher blog ist das denn- abgeschaut bei sueddeutsche-watch, nur mit umgekehrten Vorzeichen? Und immer auf der Jagd nach Rechtsextremen, Rechtsradikalen, Rechtsfahrern- und per Beißkrampf festgebissen in kathnet? Na, dann ist ja alles gerettet- die Welt der zeitgeistkompatiblen PRGs wird nicht untergehen, weil Episodenfische die Wacht am Rhein oder an der Donau halten und sich durch selbstreferentielle posts selbst Mut zusprechen.Das ist ganz ganz tapfer!

  3. 3 Administrator 09. Juni 2012 um 16:27 Uhr

    Sie halten suedwatch für die Mutter aller Watchblogs? Nunja. Immerhin haben Sie sich nicht Riesenotter genannt.

  4. 4 diskordianerpapst 09. Juni 2012 um 16:42 Uhr

    Lieber zeitgeistkompatibel als ewiggestrig.
    Im Vergleich mit z.B. ganzen Religionen ist die Selbstreferenzialität hier übrigens recht gering ;-)

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