Archiv für April 2012

Im Gleichschritt

Anlässlich des aktuellen kath.net-Artikels über den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kommt hier ein besonderer Service: Die jeweiligen kath.net-Passagen werden übersetzt in die Worte, die kath.net eigentlich verwenden möchte – die man aus Gründen der Seriosität aber leider vermeiden muss.

kath.net ereifert sich über ein Positionspapier des Freiburger BDKJ namens „Unsere Kirche“. Dort wird das von den Mitgliedern vertretene Kirchenbild festgehalten, was kath.net – hierfür brauchen wir keine Übersetzung – für eine „Bankrotterklärung der Zollitsch-Jugend“ hält.

Was kath.net schreibt:

In einem „Projekt Samuel“ wird festgestellt, dass die „Kinder und Jugendlichen“ eine „eigene Meinung“ dazu haben, was sie von der Kirche erwarten und wie sie sie mitgestalten wollen. Dabei komme es zunächst nicht auf eine „ausgefeilte theologische Begründung“ an. Unter Berufung auf einen „Geist des II. Vatikanischen Konzils“ wird dann die Frage gestellt, wie die Kirche heute ihren Dienst an den Menschen wahrnehmen könne.

Was kath.net meinen könnte:

Am letzten Wochenende verabschiedete der ‘Bund deutscher katholischer Jugend’ der Erzdiözese Freiburg ein Skandal-Positionspapier. Darin wird das antiquierte Kirchenbild des Vereins ausgebreitet. Der Witz-Text ist auf der Webseite des Bundes veröffentlicht.

Was kath.net schreibt:

Wörtlich schreibt der BDKJ dann: „In unserer Kirche arbeiten Priester und Laien, junge und alte Menschen partnerschaftlich zusammen. In unserer Kirche können alle Menschen ihre Berufung leben: Männer und Frauen, als Laie, als Priester, als Priesterin“, und: „Für Kinder und Jugendliche ist es unverständlich, warum Gleichberechtigung und Demokratie so wenig Platz in der Kirche haben. Verweise auf die Tradition, mit denen Frauen und Laien allgemein von Leitungsverantwortung ausgeschlossen werden, überzeugen sie nicht. Darüber hinaus verstehen sie nicht, warum der Zölibat zwingende Voraussetzung für das Priesteramt ist“.

Was kath.net meinen könnte:

Für die Funktionäre des ‘Bundes deutscher katholischer Jugend’ der Erzdiözese Freiburg ist die Kirche ein besseres Bordell. Alles andere wäre nicht zeitgemäß. […] Wortreich ideologisiert der Bund von einer Kirche, die angeblich „offen, tolerant, einladend und heimisch“ sei. Doch in Wahrheit geht es um den bekannten, intoleranten Sex-Wahn der Altliberalen.

Was kath.net schreibt:

Dann wird pauschal behauptet, dass junge Menschen mit der Sexualmoral der Kirche nichts anfangen können. „Sie wird als weltfremd und von Angst und Enge beherrscht empfunden. Verhütung ist für junge Menschen nicht Sünde, sondern Verantwortung für den Partner oder die Partnerin. Einvernehmlicher, verantwortungsvoller Sex vor der Ehe und Homosexualität ist für sie nicht Sünde, sondern Liebe. Die Kirche stellt sich mit ihrer Sexuallehre selbst ins Aus: Was sie Gutes, Wahres und Hilfreiches zu sagen hat, geht unter in weltfremden Verboten, die nichts mit der Lebenswelt junger Menschen zu tun haben“, heißt es wörtlich.

Was kath.net meinen könnte:

Natürlich wendet sich das Papier gegen das Sechste Gebot Gottes: „Mit der Sexualmoral der Kirche können junge Menschen nichts anfangen“ – schließen die sexuell dekadenten Jugendfunktionäre von sich auf andere. Das Papier diffamiert die katholische Moral als „weltfremd und von Angst und Enge beherrscht“. Jeder Bordell-Gänger würde das gleiche sagen. Unzucht wird als „Liebe“ bezeichnet. Verhütung ist für das Papier „nicht Sünde, sondern Verantwortung für den Partner“. Unkeuschheit vor der Ehe und Homo-Unzucht wird als „Liebe“ bezeichnet. Die Kirche stelle sich mit ihrer Sexuallehre „selbst ins Aus“ – stellen sich die dekadenten Funktionäre außerhalb der Kirche Jesu Christi.

Die „Was kath.net meinen könnte„-Passagen stammen übrigens vom kreuz.net-Artikel zum Thema und verdeutlichen, wie fragwürdig die Distanzierungsversuche doch sind – der Ton mag sich unterscheiden, der Inhalt ähnelt sich. kath.net arbeitet hier ausschließlich mit suggestiven Elementen wie Ironie und vielen aneinandergereihten Zitaten, die Mühe für eine Gegenposition macht man sich nicht. Eine inhaltliche Diskussion findet weder bei kath.net, noch bei kreuz.net statt.

Stattdessen kündigt man über der obligatorischen Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit Bischof Zollitsch an:

KATH.NET hat das Erzbistum Freiburg um eine Stellungnahme ersucht und wird weiter berichten.

Fragen, die gestellt werden müssen

Es gibt sie, die berechtigten Fragen von kath.net-Rechtsaußen. Unbequeme Fragen, denen man sich auch als Betreiber eines kath.net-Watchblogs nicht verschließen darf. Fragen, die gestellt werden dürfen, ja: müssen.
kath.net-Leser „Bodmann“ ist so eine Frage gelungen, unter einem Artikel über drei katholische Priester, die auf der Titanic das Angebot, in Rettungsbooten zu flüchten, ausschlugen und stattdessen Seelsorge an Bord betrieben:

Meine Frage : hätten so Atheisten gehandelt oder Zeitgeist infiltrierte Gutmenschen????

Expertenmeinung zu Homosexualität

In dem eigens zum „Skandal“ um ein schwules Pfarrgemeinderatsmitglied (vgl. hier, hier und hier) eröffneten Thread im kath.net-Forum findet sich mit „Gipsy“ eine wahre Expertin zum Thema Homosexualität.
Die ihrem Avatar zufolge freundlich lächelnde ältere Frau versucht, ihre Homophobie halbwegs rational zu begründen:

Wennn man die Bibel einmal zur Seite legt, so wird doch niemand ernsthaft behaupten wollen, dass eine Lebensform, die sich nicht fortpflanzen kann und auf Kuckucksnester (die es nicht gibt)angewiesen ist , DAS …Non plus Ultra sein soll, was unsere Zukunft gewährleistet?

Sie geht offenbar tatsächlich davon aus, dass die Legalisierung von Homosexualität zum Aussterben der Menschheit führt – jedenfalls antwortet sie das der Userin „tweety“, die das nicht so recht glauben mag:

Jahhh, das mache ich , denn wenn die geringe Zahl sich multipliziert, dann…aber ich denke dass du das nicht hören willst.

Auf den Hinweis, dass die Erde sowieso bereits überbevölkert sei, entgegnet „Gipsy“:

Wer verbreitet denn solche Horrorgeschichten ?

Damit will ich sagen, dass auf unserem Planeten noch sehr viel Platz ist , mehr wie wir bedürfen.

Es ist nur so, dass die Menschen sich nicht verteilen,sondern zusammenballen und dann entsteht der Eindruck einer Überbevölkerung.

Aber echt! Siedlungen in Arktis und Antarktis aufbauen, Ballungszentren in Wüsten errichten, Großstädte im Hochgebirge in die Felswände hauen. Eigentlich alles ganz einfach.
Wenn es allerdings nach „Gipsy“ geht, dann sollte eine Gruppe in den neuen Metropolen besser fehlen: homosexuelle „Menschen“:

Ich habe viele deiner „Menschen“ in meinem Freundeskreis und sie kennen meine Position und wir kommen gut miteinander klar,ja sogar von Herzen.

Das müssen tolle Freundschaften sein.

Mit Dank für den Hinweis an diskordianerpapst

Noch eine vielversprechende Feindschaft

Es ist eine Binsenweisheit, dass diejenigen, die am schärfsten austeilen und andere Menschen mit Vorliebe verurteilen, gleichzeitig bei der leisesten Kritik besonders laut aufkreischen. Das Schönste: Sie bewahrheitet sich heute einmal mehr.

Passiert war Folgendes: In der gestrigen Printausgabe der österreichischen Tageszeitung Der Standard erschien ein Interview mit den Theologen David Berger und Paul Zulehner. Darin sprechen die beiden Theologen über den rechten Rand der Katholischen Kirche, christliche Homophobie und die Pfarrerinitiative. Auch kath.net wird thematisiert, was dort nicht ganz so begeistert aufgenommen wird.

kath.net beschwert sich nämlich heute über eine „Schlammschlacht“, listet allerlei angebliche Lügen Bergers und Zulehners auf und mokiert sich:

Besonders absurd und diffamierend ist die Unterstellung des emeritierten Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner, dass KATH.NET politisch und kirchlich am “rechten Flügel” stehe:
[…]
“Die sind überall, die sind ja manchmal auch zugleich in der FPÖ und zugleich bei kath.net. Es gibt keinen inneren kirchlichen Grund, sondern diese Leute nehmen sich aus der Religion das, was ihnen entspricht. Und das sind Moral und Ordnung”, urteilte Zulehner dann über Katholiken, die täglich versuchen, den Glauben in der Praxis zu leben. Auf die Standard-Frage, wie er denn die Leute charakterisiere, die hinter kath.net stehen, meinte Zulehner wörtlich: “Wir gehen mit Sicherheit davon aus, dass diese Gruppen politisch und kirchlich am rechten Flügel stehen. Nach allen Untersuchungen sind diese Personen mit dem Persönlichkeitsmerkmal Autoritarismus hoch ausgestattet. Sie setzen auf eine sehr rigide Moral. Nach außen zeigt es sich durch verbale Gewalttätigkeit. Wenn sie könnten, würden sie die Leute am Scheiterhaufen verbrennen. Die Scheiterhaufen werden jetzt aber medial errichtet, und zwar durch eine hochaggressive Sprache. Sie sind völlig intolerant: antisemitisch, antimuslimisch und fremdenfeindlich“.

kath.net muss einen nicht ganz unwesentlichen Teil der Frage überlesen haben: Zulehner wird nicht nur nach den Menschen hinter kath.net, sondern auch und vor allem nach den Betreibern von kreuz.net befragt. Und dass sich kreuz.net (oder wie es auf kath.net mitunter auch geschrieben wird: kreuznet) in einem christlichen Gottesstaat mit Freude ans Zündeln machen würde, ist weder eine besonders aufregende Spekulation, noch eine Beleidigung für kath.net. Für eine Klage müsste man Zulehner also erst einmal nachweisen, dass er die Wendung explizit auf kath.net bezog.

Vielleicht stört sich kath.net aber auch gar nicht so sehr an den Scheiterhaufen, als vielmehr an der Einstufung als „völlig intolerant, antisemitisch, antimuslimisch und fremdenfeindlich“. Auch hier gilt freilich: kreuz.net ist, anders als kath.net, offen antisemitisch und fremdenfeindlich. Dass kath.net aber nicht dem „rechten Flügel“, was ja übrigens eine vergleichsweise neutrale Formulierung ist und auch auf die CDU anwendbar wäre, angehören möchte, ist lächerlich. Es sei nur an den rechtsextremen Gastkommentator erinnert, dessen Texte kath.net wohl nur aufgrund der negativen Außenwirkung deaktivierte. Dem ORF zufolge teilte kath.net-Chef Roland Noé mit, an den Artikeln selber „allerdings nichts Bedenkliches“ gefunden zu haben. Gut, der Autor nannte Nicht-Rassisten auch bloß „geistige Brandstifter, Multikulti-Ideologen, Utopisten, Schönredner, Verharmloser, Dialogverweigerer und Ausgrenzer „unkorrekter“ Gegenmeinungen“ und arbeitete sich an Migranten ab, aber: Das hat doch überhaupt nichts mit den Attributen „antimuslimisch“ und „fremdenfeindlich“ zu tun!!

Jedenfalls stellt kath.net dann zu Zulehners „paranoia-ähnlichen Aussagen“ (kath.net) nüchtern fest:

Aufgrund dieser Aussagen lässt KATH.NET rechtliche Schritte gegen Paul Zulehner überprüfen. Zusätzlich wird auch eine kirchenrechtliche Anzeige gegen den Priester der Erzdiözese Wien derzeit von Anwälten überprüft.

Das von Roland Noé – oder wie wichtige österreichische Katholiken meinen: Roland? Nö! – geführte Linzer Portal kann sich eine weitere Spitze nicht verkneifen:

Wie meinte doch einmal ein wichtiger österreichischer Diözesanbischof im Gespräch mit Vertrauten: „Bei Zulehner werde ich zum Ablehner“.

Abschließend die Bitte an die Leser:

In eigener Sache: KATH.NET rüstet sich auch finanziell für die Anzeige gegen Paul Zulehner. Bitte helfen Sie uns durch eine Spende! Vergelt’s Gott

Als kath.net vor einigen Wochen bekannt gab, einen Rechtsstreit mit der Autonomen Antifa Freiburg führen zu wollen, freute ich mich hier über eine vielversprechende Feindschaft, bei der es nur Gewinner geben könne.

Das ist in diesem Fall anders: Falls es tatsächlich zu einer Klage gegen einen einflussreichen Intellektuellen wie Paul Zulehner kommen sollte, dürfte kath.net öffentlich vorgeführt und bloßgestellt werden. Schon aus diesem Grund handelt es sich beim aktuellen Artikel um kaum mehr als einen Bluff: Entschuldigt sich Zulehner, kann man sich öffentlich über die Genugtuung auslassen. Verläuft die Sache im Sande, kann sich kath.net als Underdog darstellen, der gegen das herbeihalluzinierte liberale katholische Establishment keine Chance habe.

Kein flammendes Plädoyer

Dass Inzest zwischen Verwandten ersten Grades in vielen Staaten, darunter Frankreich, Belgien, Niederlande, Schweden, Russland, Japan, Brasilien, Portugal und Spanien, nicht verboten ist: Kann man wissen, muss man nicht.
Dass Inzest zwischen Verwandten ersten Grades in Deutschland zwar per Gesetz verboten ist, pro Jahr aber durchschnittlich nur drei bis vier mal sanktioniert wird: Kann man wissen, muss man aber ebenfalls nicht.
Postuliert man, dass Staaten wie Frankreich, Belgien, Niederlande, Schweden, Russland, Japan, Brasilien, Portugal und Spanien trotz fehlender Verbote keine moralisch brachliegenden Areale sind, darf man feststellen: Weder hat gesetzlich nicht sanktionierter Inzest negative Auswirkungen auf die jeweiligen Gesellschaften, noch lässt sich dort ein signifikanter Anstieg von Behinderungen unter Kleinkindern beobachten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Achselzucken der jeweiligen Gesetzgebung nichts daran ändert, dass Inzest gesellschaftlich nicht akzeptiert ist.

Was der grüne Politiker Hans-Christian Ströbele, der seit Tagen stellvertretend für die aktuelle Diskussion herumgereicht wird, zum Thema sagte: Auch das kann man wissen, muss man aber nicht.
Wenn man seine Position allerdings zum Gegenstand eines Artikels macht, könnte man durchaus auf seine Argumentation eingehen und auch die oben genannten Fakten einfließen lassen. kath.net verzichtet heute auf beides, was zu allerlei Missverständnissen führt. Statt wenigstens in einem Nebensatz zu erwähnen, was Ströbele zum Thema sagte, beschränkt sich kath.net auf vier schmale Zeilen:

Mit seiner Forderung nach Straffreiheit für Sexualkontakte unter Blutsverwandten stößt der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele auf scharfen Widerspruch in der Union.

Daran schließen sich direkt die Widerworte von Unions-Politikern an. Wieso Ströbele die Straffreiheit fordert? Darauf will kath.net dann lieber doch nicht eingehen.
Groteskerweise verwenden die Fürsprecher eines Verbots, die stattdessen im Artikel zu Wort kommen, ein Argument (und eben nur das eine), das kath.net in anderen Zusammenhängen niemals gelten lassen würde:

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) pochte in der „BILD“-Zeitung (Freitag) entschieden auf die Beibehaltung des Inzest-Verbotes. „Wir müssen die Gesundheit unserer Bevölkerung schützen“, sagte er. Der Staat müsse „die Chance auf ein körperlich und vor allem seelisch unversehrtes Leben ermöglichen“. Der CSU-Politiker wies darauf hin, dass Kinder aus Inzest-Beziehungen „überdurchschnittlich viele gesundheitliche Störungen“ hätten. Sexuelle Selbstbestimmung könne deshalb „inzestuöse Beziehungen“ nicht rechtfertigen.

Abtreibungen von Föten, bei denen per Präimplantationsdiagnostik (PID) beispielsweise Erbkrankheiten festgestellt werden können, werden unter vielen konservativen Christen hingegen ablegehnt. Neben dem generellen Verbot eines Schwangerschaftsabbruchs wird dabei immer wieder angeführt, dass alle Menschen gleich viel wert seien und eine „Selektion“ wieder zu einer Unterscheidung zwischen wertvollem und „wertlosem“ Leben führen könnte.
Dass sich Herrmann auf den ohnehin fragwürdigen Volksgesundheitsaspekt stützt und darin offenbar von kath.net unterstützt wird, wirft eine Frage auf: Sind die aus inzestuösen Beziehungen hervorgegangenen behinderten Kinder weniger wert als solche von „normalen“ Eltern? Wieso wird auf einmal hier um die Gesundheit der Kinder gefürchtet, während schwere Krankheiten der Neugeborenen bei der ablehnenden Haltung gegenüber der PID in Kauf genommen werden? Ist nicht, um ähnlich pathetisch zu werden wie es sonst nur Pro Life-Aktivisten vermögen, jedes Kind ein Geschenk Gottes?

Problematisch, weil irrational und ungenügend für die Diskussion in einem säkularen Staat, wäre auch ein anderes Argument, das kath.net zu dieser Thematik anführen könnte: Inzest wird in der Bibel verboten. Zwar nicht durchgehend (was sich angesichts der Kinder Adam und Evas auch negativ auf die Geschichte der Menschheit ausgewirkt hätte), aber z. B. im 3. Buch Mose findet sich ein entsprechendes Verbot. Nun wäre es, wie erwähnt, problematisch, hätte kath.net Ströbele mithilfe von Sätzen wie „Niemand von euch darf sich einer Blutsverwandten nähern, um ihre Scham zu entblößen. Ich bin der Herr.“ zu widerlegen versucht. Aber es wäre zweifellos ehrlicher gewesen, als den bayrischen Innenminister vorzuschieben.

Der völlig faktenfreie Artikel führt jedenfalls zum gewünschten Ziel: Orientierungslos schlagen die kath.net-Leser verbal um sich – „frajo“ etwa stellt behende Zusammenhänge her, die es gar nicht gibt:

Grüne nur konsequent!
Vor Jahren haben Sie öffentlich Sexualkontakte mit Jugendlichen propagiert. Jetzt tun sie es wieder mit einer Personengruppe von oft bzw. weitgehend Abhängigen. Sie meinen wohl, dies sei ein Schritt in Richtung „altes Ziel“. Auch von anderen Tätern sagt man, sie kehren wieder zum „Tatort“ zurück. Sie können eben nicht aus ihrer Haut heraus. Es zeigt sich, welche „Mißbraucher“ in der Führung der Grünen sitzen!

„Cosinus“ unkt und phantasiert eine Islamisierung herbei:

Die Grünen müssen ja den Weg freischießen
für die Heirat unter Verwandten…………… .
Das ist bald ihre einzige Klientel.

Er irrt: Unter Muslimen ist Inzest zwischen Verwandten 1. Grades ebenfalls verboten, die verbreiteten Cousine-Cousin-Hochzeiten sind ohnehin bereits in Deutschland erlaubt. „Gimli Gloinsohn“ zielt mal eben unter die Gürtellinie:

Ja, auch Ströberle möchte den Hintergrund seiner Zeugung und Geburt vor dem Gesetz gerechtfertigt sehen.

Lustig. „medpilger89″ stellt klar:

von Herrn Ströbele
war doch nichts anderes zu erwarten. Er und seine Partei hat in einer kultivierten Gesellschaft nichts zu suchen. Man muss sich schämen, dass ein Mensch soetwas unter sich lassen kann.

„Bastet“:

Ströbele spricht nur das aus, was die Grünen schon seit Jahrzehnten mehr od. weniger offen, fordern. Da zeigt sich wieder einmal der moralische Sumpf und Morast dieser Partei!

„Waldi“ lästert:

Vom geistigen Inzest…
sind die Grünen schon seit ihrer Gründung infiziert.

„kaiserin“ ist sich sicher:

Pfui, einfach abstoßend!
Dieser Mann (und dieser „leider- Politiker“!) geht damit über alle Grenzen der Moral, der göttlichen Ordnung und des guten Geschmackes! …Und er stellt – durch diese Aussage- den Menschen auf dasselbe Niveau des Tieres… Da hat man wirklich keine Wort, die Erde bebt ständig unter unseren Füßen! ! Was soll NOCH kommen,das nicht schon da is? Europa hat sich auf die letze Stufe gestellt !.. .O MEIN JESUS, BARMHERZIGKEIT !

Mit „A.S. vom Bodensee“ wird es dann besonders wirr:

Nicht nur die Grünen
sondern auch die Piraten sind inzwischen auf den Zug aufgesprungen. Volker Beck, der sich sonst um die Weichmacher in Dildos kümmert, und seine Genossen haben sich nun die Sodomie in allen Formen auf die bunten Fahnen geschrieben.
Die Ideen gehen klar gegen christliche Normen, oder hat schon mal jemand beobachtet, dass Beck und Co. ihre Aktionen für gleichgeschlechtliche Liebe und neuerdings auch Inzest vor Moscheen abhielten?

Noch toller ist allerdings die Meinung von „Gipsy“, der/die ein paar Dinge durcheinander bringt:

Das muss
man sich einmal vorstellen.Dieser Mensch fordert im Ernst eine Inzest-Beziehung.Die bedeutet u.a. dass vor allem Kinder und sehr junge Leute von alten Verwandten ,Väter oder Brüder zu einem Verhalten genötigt werden, das Körper und Seele kaputtmacht.Eine solche Gesellschaft geht mit Mann und Maus unter oder wird zu einem abgegrenzen Kollektiv,was auch nicht besser ist.

Stoppt Ströbele bevor er noch weitere abartigen Forderungen als Politiker von sich gibt.

Die Lesart, Ströbele fordere (!) „eine Inzest-Beziehung“, hat „Gipsy“ wohl weltexklusiv. Aber solche Missverständnisse entstehen eben auf einem Portal, das sich „katholischen Nachrichten“ verschreibt, Fakten aber lieber verschweigt und das darauf baut, dass viele Leser keine eigenen Recherchen unternehmen. Es funktioniert.