Archiv für März 2012

The KKK took his schlimme Abirrung away

Es ist immer wieder bemerkenswert, wie viel Zeit, Gedanken und vor allem Interesse fundamentalistische Christen dem Untenrum anderer Menschen widmen. Kriege, Hunger, Armut, Rassismus? Im Zweifelsfall sind es dann doch eher die kleineren Probleme, die kath.net-Leser auf die Palme bringen. Zum Beispiel die Wahl eines Homosexuellen in den Pfarrgemeinderat der niederösterreichischen Gemeinde Stützenhofen. Der 26-jährige Florian Stangl war mit 90% der Stimmen gewählt worden.

Seit dem 21. März sind auf kath.net ganze sieben Artikel zu diesem Thema erschienen: Am ersten Tag berichtete man von einem „Konflikt“, schließlich habe ein Pfarrgemeinderatsmitglied die Glaubenslehre der Kirche anzuerkennen, was Homosexuellen angeblich unmöglich sei. Einen Tag später dann die Entwarnung: Die Erzdiöse Wien prüfe den Vorfall und weise darauf hin, dass Homophobie von der Kirche abgesegnet sei. Am 23. März wird darüber berichtet, dass der Wiener Kardinal Schönborn das neugewählte Pfarrgemeinderatsmitglied zu einem persönlichen Gespräch treffen werde; als sich am Tag des Gesprächs eine Lösung andeutet, die „die Würde aller Beteiligten“ wahre, mokiert sich kath.net provisorisch über ein „(Mediales) Kasperltheater um schwulen Pfarrgemeinderat“ und darüber, dass „ua. [der] ORF“ über das Thema berichtete.
Es folgten einige Tage des Schweigens, bis am 29. März das Unfassliche ausgesprochen wurde: „Erlaubt Kardinal Schönborn homosexuellen Pfarrgemeinderat?“ fragt kath.net schockiert und zitiert vorsichtshalber aus dem Katechismus der Katholischen Kirche zum Thema Homosexualität. Dummerweise steht dort aber, „auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen“, was man durchaus als grünes Licht für Stangls Karriere im Pfarrgemeinderat werten könnte. kath.net-Leser indes dürften sich besonders an den Zeilen ergötzen, Homosexuelle seien „zur Keuschheit gerufen“ und sollten „durch die Tugenden der Selbstbeherrschung“ ihre bösen Triebe unterdrücken.
Schließlich bestätigte sich am gestrigen 30. März die böse Vorahnung: Fassungslos muss kath.net feststellen, dass Schönborn von Stangls „gläubigen Haltung, seiner Bescheidenheit und seiner gelebten Dienstbereitschaft“ sehr beeindruckt gewesen sei und das Ergebnis der Wahl daher nicht anfechten werde. Gleichzeitig kündigt er aber auch an, die Pfarrgemeinderatsverordnung dahingehend zu ändern, dass „präzisere“ Regeln zur Kandidatur getroffen werden müssten.
Vorsichtshalber fügt kath.net dem Artikel erneut die Auszüge aus dem Katechismus hinzu.
Heute schließlich wird dem regelmäßig auf kath.net veröffentlichenden Pfarrer Christian Sieberer das Wort erteilt, der den damals noch als Kardinal wirkenden Joseph Ratzinger zitiert, wie dieser über die alten unverheirateten Männern bestens bekannte Institution Ehe sinniert und Homosexuelle von ebendieser ausschließt. Deshalb fordert Sieberer Stangl auf:

Zur friedlichen Beilegung dieses Konflikts vor dem Osterfest bitte ich daher Florian Stangl, seine Pflichten als Kandidat für die Pfarrgemeinderatswahl im Nachhinein zu erfüllen und ein klares Bekenntnis zur oben zitierten Glaubenslehre und Ordnung der Kirche abzulegen.

Sollte dies nicht möglich sein, ist eine Anfechtung der Wahl in Rom unvermeidlich.

Es ist, wie erwähnt, bemerkenswert sowie lustig und traurig zugleich, mit wieviel Wonne Katholiken auf Grundlage einiger dämlicher Bibelstellen immer wieder gegen Homosexuelle hetzen, ihnen Gleichberechtigung verwehren wollen und sie zugleich zur Lüge zwingen: Hätte Florian Stangl seine Homosexualität heimlich gelebt, hätten die rechten Christen nicht gemeckert. Andererseits ist ein Pfarrgemeinderat aber auch eine unfassbar mächtige Institution, die zwar keine unverrückbaren Dogmen und Glaubensregeln aufstellt, aber z. B. immerhin regionale Feste organisiert oder sich in der Jugendarbeit engagiert. Wer kann da schon aufgeschlossene Menschen gebrauchen?

Wie intensiv sich rechte Katholiken mit homosexuellen Pfarrgemeinderäten im Allgemeinen und Florian Stangl im Speziellen auseinandersetzen, zeigt sich in den jeweiligen Kommentarspalten der letzten anderthalb Wochen. Allein der gestrige Artikel zum Schönbornschen Ok brachte es nach 24 Stunden auf 186 Lesermeinungen, der heutige immerhin schon auf 48. Neben einigen User_innen, die die Entscheidung des Kardinals verteidigen und kein Problem erkennen, tobt der Mob aufrechter Christen. Stellvertretend nur einige wenige Stimmen, z. B. von „Leo Christi“:

Duldung von Sünde
Was für homosexuell praktizierende Menschen gilt, gilt auch für solche, die die außereheliche Unzucht leben, oder in einer anderen schweren Sünde leben: Um des Heils dieser Menschen willen kann die Kirche nicht so tun, als würde sie die Sünde irgendwie dulden. Das schwächt gleichzeitig die Moral der Mitchristen, die auf den Gedanken kommen könnten, es sei alles gar nicht so schlimm. Ist es aber: denn Unzüchtige können nach Paulus nicht in das Himmelreich gelangen.

Oder von „a.t.m“:

Ist in meinen Augen nichts anderes als Aufruf zur Unterstützung der Sünde.
Eure Eminenz und Bischofsrat schon einmal von diesen Sünden gehört und gelesen:

Die neun Fremden Sünden:
1.Zur Sünde raten
2.andere sündigen heißen
3.in die Sünde anderer einwilligen
4.andere zur Sünde reizen
5.die Sünde anderer loben
6.zur Sünde stillschweigen
7.die Sünde nicht strafen
8.zur Sünde helfen
9.die Sünde anderer verteidigen.

Gott zum Gruße

„Siebtel“ kündigt an:

Ich trete aus der Kirchenvermögensholding aus!

„romanpoc“ fragt:

Eine Propaganda der Todsünde am Vortag der Karwoche
Warum tun Sie es dem Herrn Jesus, Ihrer und meiner Kirche an, Herr Kardinal?

„Marie Madeleine“ kriegt sich kaum mehr ein:

FEIGLING!
Jetzt lassen die Wölfe den Schafspelz fallen…

Interessante Parallele zu Martinis Aussage….

„Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen, aber weh dem, der sie verschuldet (LK 17,2)

Für mich ist Schönborn kein DOMINIKANER mehr, der sich eigentlich um das Heil der Seelen kümmern sollte, anstatt um das Heil seines öffentlichen Ansehens.
Feigling!!! Woanders werden Bischöfe gefoltert, hier würde er nur sein Ansehen in den liberalen Medien verlieren, wenn er Christus wahrhaft nachfolgen wollte. Feigling!!!.

Und Roland Noé alias „Gandalf“ ringt mit einer Userin:

Du behauptest: „Die Tatsache, dass der Gemeinderat homosexuell ist interessiert in dessen Tätigkeit nämlich ohnehin nicht.“ Das stimmt allerdings nicht ganz. Wenn jmd. in der Kirche sich engagiert, sollte er auch mit der kirchlichen Lehre übereinstimmen und bei jmd., der eine homosexuelle Partnerschaft, eine schlimme Abirrung (KKK) offensichtlich auslebt, dürfte dies allerdings nicht der Fall sein.

The KKK took my Baby away, hihi.

Eine unerwartete Wendung iii

Die bereits mehrfach/mehrfach festgestellte Wendung kath.nets zu einem vermeintlich seriösen konservativen Medium geht weiter. Heute wird über Dieter Graumann berichtet, den Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er kritisiert den ZDF-Nachrichtensprecher Claus Kleber für dessen in mehrfacher Hinsicht äußerst peinliches Interview mit dem „Irren von Teheran“ (BILD), Mahmud Ahmadinedschad. Dieser durfte im deutschen Fernsehen den Holocaust leugnen – Kleber widersprach nicht, was Graumann „enttäuscht“. Zudem werden ein im Iran geborener Grünen-Politiker und ein „Iran-Experte“ zitiert, beide stimmen Graumann zu und nennen das Interview „fahrlässig“ und „einen unglaublichen Prestigewinn für Ahmadinedschad“.
kath.net-Chef Roland Noé kommentiert unter seinem Community-Nicknamen „Gandalf“:

Solchen Hetzern wie Mahmud Ahmadinedschad sollte man definitiv kein Forum geben!

Blöd nur, wenn die Leser bei der Imagekampagne nicht mitspielen. In diesem Fall ist es „Klosterschüler“, der den iranischen Präsidenten zwar pflichtschuldig einen „Despoten“ nennt, ansonsten aber in schönster Tradition den Zentralrat der Juden (und vermutlich noch die Grünen) schwammig als „gewisse Kreise“ bezeichnet. Ahmadinedschad nimmt derweil die Opferrolle ein, er habe „ihren“ Krieg zu erdulden:

Mitnichten ein Fehler
Es wäre ja auch ein Wunder gewesen, wenn gewisse Kreise hier kein Haar in der Suppe fänden. Herrn Klebers souveränes Schweigen verdient Respekt. Hätte er widersprochen, der Despot hätte das Interview abgebrochen. So hat Ahmadineschad sich angenehm weit aus dem Fenster lehnen können und brauchte sich nicht verstellen. Dieselben, die ihn dafür verdammen – und den Reporter, der es ermöglichte gleich mit – werden genau dieses Interview mit zum Vorwand für Ihren Krieg benutzen

Noch deutlicher wird „WoNe“ der/die sich über ein misslungenes „Propagandastück zur Legitimation eines Angriffskrieges“ freut und Ahmadinedschad „klug“ nennt:

Liebe „Journalisten“! Ihr kocht nur mit einem ganz lauwarmen Süppchen!
Da kommt in typisch journalistischer Schnöseligkeit ein Medien-Star (das bekannteste Gesicht des ZDF) und glaubt, ohne jedes journalistisches Handwerk anwenden zu müssen, allein durch seine Präsenz einem zwielichtigen Staatspräsidenten dessen Defizite vorzuhalten und ihm die Leviten zu lesen. Dabei hinterließ Kleber den Eindruck, als sei er im bezahlten Auftrag der EU, der USA und der Regierung um Netanjahu unterwegs. Das ging dann wohl in die Hose! Anstatt ein mediales Propagandastück zur Legitimation eines Angriffkriegs gegen den Iran abzuliefern, wurde er von Ahmadinedschad wie ein Schulbub vorgeführt.

Mit dieser blasierten journalistischen Kompetenz kann man in Deutschland einen verdienstvollen Bischof erfolgreich wegmobben oder auch gegen den ach so mächtigen Vatikan und die katholische Religion hetzen. Sobald der Angegriffene sich aber klug wehrt, fliegt der geworfene Stein auf den Werfer zurück. Das stimmt mich positiv!

Nein, da hat Noé schon Recht: Hetzern sollte man definitiv kein Forum geben.

kath.net-Leserinnen anderswo

Felizitas Küble, kath.net-Leserin der ersten Generation und mittlerweile leider viel zu selten in der Kommentarspalte aktiv, darf sich heute mal so richtig beim Muslimenhasser-Portal PI-News austoben. Sie wird als Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster eingeführt und kritisiert die Antrittsrede des frischvereidigten Bundespräsidenten Joachim Gauck aus „unserer“ Perspektive. Mit diesem ominösen Kollektiv meint sie allerdings kaum die Allianz aus Union/FDP/SPD/Grüne, PI-typisch setzt die Kritik ein wenig weiter rechts an:

Zunächst zeichnet der Bundespräsident ein Zerrbild jener Zeit v o r 1968, die insgesamt gesehen sehr wohl von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Last der NS-Vergangenheit geprägt war.

Diese „ernsthafte Auseinandersetzung“, die vor allem darin bestand, Nazis in hohen Ämtern zu belassen oder die Oder-Neiße-Grenze nicht anzuerkennen, war wirklich stark.
Dass Küble hier aber die Auseinandersetzung mit der „Last“ der NS-Vergangenheit hervorhebt und nicht die offene Diskussion über die NS-Vergangenheit, ist verräterisch. Schließlich waren es nicht die vielen Millionen Juden, Homosexuelle, Linke oder alliierte Soldaten, die am meisten unter dem Nazi-Regime litten, wie Küble zu wissen glaubt:

Es fällt auch unangenehm auf, daß der Bundespräsident tendenziell eine Kollektivschuld der “Erlebnisgeneration” unterstellt, zumindest suggeriert, wenn er in seiner Rede etwa davon spricht, “die Generation unserer Eltern” habe sich “mit Hybris, Mord und Krieg gegen unsere Nachbarn im Inneren und im Äußeren” vergangen.
Warum redet er nicht korrekt von “nationalsozialistischen Tätern” bzw. von den “Verantwortlichen der nationalsozialistischen Diktatur”?
Wie kommt unser Staatsoberhaupt dazu, das ganze damalige Volk in eine Art “Schuldhaft” zu stecken?! – Kann und will er nicht unterscheiden zwischen einer Tyrannei und dem Volke, das größtenteils selber unter der Diktatur zu leiden hatte?!

Ebenfalls schön ist Kübles Versuch, der 68er-Bewegung Blindheit auf dem linken Auge vorzuwerfen. Die Forderung nach einer Gleichsetzung von links und rechts angesichts des Nationalsozialismus ist ein wenig verfehlt:

Es fehlte dieser Bewegung gerade jener rechtsstaatlich geprägte „anti-totalitäre Konsens“, wonach beide Extreme – also der Nationalsozialismus und der Internationalsozialismus – gleichermaßen abzulehnen sind.

Die Verfolgung von Kommunisten durch die Nazis legitimiert Küble durch einen SPD-Politiker:

Hatte nicht schon der große SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher – ein wahrhaft aufrechter Sozialdemokrat –, der selbst während der Nazi-Diktatur ins KZ eingesperrt war, Kommunisten zu Recht mehrfach als „rotlackierte Nazis“ bezeichnet?!

Der aber vermutlich schlimmste Vorwurf, den Küble den Linken machen kann, ist ein etwas anderer. Die christliche Rechte und der Sex – keine Liebesgeschichte:

Auch in allgemein moralischer Hinsicht kann von „Werte-Orientierung“ bei den 68er Rebellen keine Rede sein; man denke beispielsweise nur an deren ausufernde, hedonistische Sexualunmoral nach der damals geläufigen Devise: „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment.“

Eine alle Ethik und Sittlichkeit überbordende „Sexwelle“ kam ins Rollen, die noch in den 70er Jahren die Republik prägte und unserem Land z.B. infolge der Strafrechts-Liberalisierung auch einen massiven Ansturm pornografischer Schundliteratur besorgte.

Auf Joachim Gaucks Forderung, arme, alte und behinderte Menschen dürften sich nicht ausgegrenzt fühlen (nicht: dürften nicht ausgegrenzt werden), entgegnet Felizitas Küble mit einem absurden Hinweis darauf, dass nicht etwa rechtlose Migranten oder obdachlose Rentner die schwächsten Glieder der Gesellschaft wären. Stattdessen spricht sie einmal mehr unreflektiert von einem „Volk“, dessen „ungeborene Kinder“ die „wehrlosesten, schwächsten Menschen“ seien.

Gaucks Feststellung, „neben die ganz selbstverständliche deutschsprachige und christliche Tradition“ sei mittlerweile auch der Islam getreten, findet Küble nicht ganz so lustig:

Abgesehen von der sprachlichen Dürftigkeit dieser Sätze wird hier der Islam „neben“ die „christliche Tradition” gestellt, so daß leicht der Eindruck entsteht, als ob es sich hier um gleichwertige „Traditionen“ handeln würde.

Enttäuscht stellt sie fest:

Kein Wunder, daß die „Türkische Gemeinde“ Gaucks Antrittsrede schon am ersten Tag als „wegweisend“ gewürdigt hat.

Nicht ganz überraschend outet sich Küble dann als Patriotin, „für die Vaterlandsliebe kein leerer Begriff ist“:

Zudem läßt es jeden Patrioten, für den Vaterlandsliebe kein leerer Begriff ist, aufhorchen, wenn Gauck schon in seiner Antrittsrede den Abschied vom Nationalstaat andeutet, indem er erklärt, der Staat „definiere“ sich „immer weniger“ durch die „nationale Zugehörigkeit seiner Bürger“, sondern durch „ihre Zugehörigkeit zu einer politischen und ethischen Wertegemeinschaft“.

Weiter:

Es fällt auf, daß Gauck den Linksextremismus nicht beim Namen nennt, den Rechtsextremismus aber sehr wohl. Wodurch rechtfertigt sich diese sprachliche Einseitigkeit?

Hm, vielleicht hat Gauck explizit den Rechtsextremismus erwähnt, weil dieser in Deutschland in der Vergangenheit ein wenig aktiver war? Weil, ganz abgesehen von den Jahren 1933-45, allein seit der Wiedervereinigung mindestens 180 Menschen durch rechte Gewalt starben, niemand durch Linke?

Dementsprechend sammelt sich unter Kübles übersichtlich gelungenen Artikel der braune PI-Mob – stellvertretend „janeaustin“:

Es ist ja eigentlich unglaublich, ja unerträglich, dass es in einer Demokratie möglich ist, Millionen Menschen einer demokratiefeindlichen Gesellschaftsform aufzunehmen, die ganz offen die demokratischen Werte wie: Gewaltenteilung, Gleichberechtigung, Religions- und Meinungsfreiheit, Zivilgesellschaft, also Trennung von Kirche und staat, und besonders die weltliche Gesetzgebung vollkommen ablehnen, ja ignorieren müssen, stehen diese Werte doch konträr zum Islam/Koran.
Aber max nix, sie sind ja eine Bereicherung, füllen unsere Gefängnisse, senken jedes Schulklassenniveau, igeln sich in ihre Apartheitsvierteln ein, verachten ihre “ungläubigen” Unterstützer, die Milliarden für ihre demokratiefeindliche Lebensweise Aber – wer die Wahrheit sagt – ist ein Rassist, und Lady Ashton scheint schon an einem "Islamophobia-Codex" zu arbeiten.
Langsam dämmert es den dümmsten Kartoffeln. Wir – werden in Brüssel "verbraten" aber wie!
Aber vielleicht kennt Gauck den Islam, die Muslime überhaupt nicht.
Es gilt ja seit neuestem überall die "Unschuldsvermutung" (ausser bei den Doppel-Uwe's)

Die „Doppel-Uwe’s“, für die „janeaustin“ die Unschuldsvermutung im Gegensatz zu mutmaßlichen muslimischen Tätern angewandt sehen will, sind übrigens die beiden NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos.

Trottelmoral

Es wäre mal einen Versuch wert, kath.net zwei (gut bezahlte) Werbeanzeigen vorzuschlagen: Der eine Banner bestünde aus dem Schriftzug „Die Giordano-Bruno-Stiftung ist blöd“ auf ca. hellgrünem Hintergrund; der andere riefe mit „Russisch-Orthodoxe Christen sind doof und haben in Europa nichts zu suchen!!!!1″ zur etwas gepflegteren Intoleranz auf. Einer der beiden Slogans wird es arg schwer haben, grünes Licht zu bekommen.

Einen ähnlichen Fall in der US-Zeitung New York Times bläst kath.net nun zu einem Skandal auf: „Doppelmoral“ will man gewittert haben, weil das eher linksliberale Blatt eine Anzeige für den Austritt aus der Katholischen Kirche abgedruckt habe, Werbung für das „Verlassen des islamischen Glaubens“ aber verweigerte:

Am 9. März erschien in der New York Times eine Einschaltung der „Freedom from Religion Foundation“ (dt. Stiftung Freiheit von der Religion), das Katholiken dazu aufruft, die Kirche zu verlassen. Die Kirche habe nach den Sexskandalen der letzten zwei Jahrzehnte und der dazugehörigen Vertuschung keine Loyalität mehr verdient, heißt es unter anderem in dem Inserat.

Pamela Geller, Vorsitzende der Organisation „Stop Islamization of America“ (dt. Stoppt die Islamisierung Amerikas) wollte bei der New York Times ein ähnliches Inserat schalten, das zum Verlassen des islamischen Glaubens aufruft. Doch die Zeitung lehnte eine Veröffentlichung „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ ab.

Die NY Times begründete die Ablehnung damit, die Sicherheit amerikanischer Soldaten in Afghanistan nicht gefährden zu wollen. Bill Donohue, Vorsitzender der Catholic League und Befehlshaber über katholische Ninjas, ist damit nicht ganz einverstanden, wie kath.net feststellt:

Donohue ist der Ansicht, die Entscheidung der New York Times beruhe entweder auf antikatholischer Borniertheit oder auf Angst vor islamischer Gewalt. Die Entscheidung, Gellers Inserat nicht zu veröffentlichen, sei ein Zeichen, dass die Zeitung bestimmte Ziele verfolge, sagte Donohue gegenüber FOXNews.

Ja, das Nichtabdrucken dürfte auf „bestimmte Ziele“ zurückzuführen sein, schließlich bestehen zwischen dem propagierten Austritt aus der Katholischen Kirche und dem Abschwören eines Glaubens gewisse Unterschiede: Der Wunsch nach einem Zeichen des Protests gegen vermeintlich problematische Strukturen ist kaum gleichzusetzen mit der Forderung, einer nicht (in dem Maße) institutionalisierten Religion abzuschwören.

Ferner stecken hinter der „Stop Islamization of America“ mit PI vergleichbare Wirrköpfe, die ihren Hass auf Migranten wie die europäischen Vorbilder auf den Faktor Religion reduzieren, um positiver wahrgenommen zu werden. Welcher aufrechte Fox News-Zuschauer will angesichts der 9/11-Anschläge schon der Aussage widersprechen, der Islam sei gefährlich? Gut, mit ca. 2,6 Mio. Gläubigen stellen Muslime zwar nur 0,8% der US-Bevölkerung, weshalb die Gefahr einer „Islamisierung“ nicht unbedingt direkt bevorsteht. Aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

Findet zumindest „Noemi“:

Man kann den Macher_innen des Journals sicher , ohne ihnen Unrecht zu tun, einen Haß auf die Katholische Kirche attestieren- ansonsten brüstet man sich seines Relativismus allem und jedem gegenüber.

Schützenhilfe

Die rechtsradikale katholische Seite kreuz.net springt heute kath.net bei und leistet Unterstützung im Streit mit der Journalistin Angelika Strube. Die hatte sich bereits im Januar in der liberalen Zeitschrift Publik-Forum mit kath.net beschäftigt und kam zu dem Schluss:

Indem sich katholisch nennende Medien wie kath.net positiv auf neurechte und rechtspopulistische Scharnierorgane beziehen, machen sie sich selbst zu einem Scharnierorgan. Sie verhelfen neurechtem Gedankengut und neurechten Medien zu Leserinnen und Lesern in der »Mitte der Kirche«. Und umgekehrt erteilen sie neurechten Medien und Ideologien gewissermaßen einen »kirchlichen Segen« und lassen sie dadurch gesellschaftlich salonfähig erscheinen.

kreuz.net schmeißt nun mit Dreck um sich und bezeichnet Strube als Teil ominöser „Antifa-Neonazis“, die „Dämonisierungstaktik“ betreibe. Dabei wird freundlicherweise fast andächtig auf Hitlers Todesjahr hingewiesen („(† 1945)“), Rechtsextremismusforschung als Arbeit „linksextremer Freiheitsfeinde“ bezeichnet und erklärt:

Mit dem Begriff „Rechtsextremismus“ bezeichnen linken Menschenverächter Kritiker der linken Abtreibungsgewalt, Verteidiger der Familie oder generell religiöse Menschen.

Strubes Artikel wird bewusst falsch interpretiert und so gedeutet, dass sie kath.net Rechtsextremismus vorwerfe – diese unsinnige Rhetorik lässt immerhin Stilblüten wie „rechtsextremes Schanierorgan“ entstehen. Abschätzig wird sie als „Fräulein“ tituliert, ihre kritische Analyse „mit anderen Worten“ erklärt:

Die menschenverachtende linke Kindermörder- und Aids-Clique fürchtet um ihre Macht im Staat. Gut so.

Dass nun ausgerechnet kreuz.net dem zahmeren Linzer Portal beispringt, ist angesichts der immer wieder inszenierten Feindschaft beider Auftritte kurios: Während kreuz.net kath.net in der Regel als „Kommerzseite“ oder als „Spendensammler-Seite“ zu verunglimpfen versucht, spielt kath.net gern auf den schlechten Ruf der rechtsradikalen Konkurrenz an. Andererseits gelten beide Portale als im Geiste verwandt – viele Ansichten decken sich, nur der auf kath.net gepflegte Ton ist seriöser und weniger angreifbar.