Arbeitspolitisch inkorrekt

Rufen wir uns kurz das Folgende ins Gedächtnis: Eine über 13 Jahre lang bei der Caritas angestellte Frau tritt aus der Katholischen Kirche aus und in die Evangelische Kirche ein. Daraufhin wird sie gefeuert. kath.net berichtete vor etwa einem Jahr sogar über diesen Fall, zitierte den zuständigen Geschäftsführer mit „Wir hatten keinen Ermessensspielraum“ und ließ viele Kommentare zu, in denen Verständnis für den katholischen Wohlfahrtsverband geäußert wurde: „SCHLEGL“ etwa fand die Entscheidung ‚völlig klar‘, „Mario“ kann ‚nicht verstehen wie sie so einen Schritt machen konnte….‘, „Gipsy“ hält das Vorgehen für ‚normal‘ und „Karolina“ findet es „traurig genug daß auch Nichtkatholiken bei Caritas und Kolping arbeiten dürfen bis in höhere Ämter hinein“.

Nun kursiert in der britischen Presse und islamophoben Bloggerszene seit einigen Tagen eine – zumindest – teilweise vergleichbare Geschichte. kath.net erzählt sie so:

Ein schottisches Elite-College in Trägerschaft Dubais hat seinen langjährigen Direktor entlassen. Grund sei, dass er kein Araber und kein Muslim sei, sondern Brite und Christ, sagte Professor Malory Nye der Tageszeitung «Daily Telegraph» (Freitag). Er habe das Al-Maktoum-College in Dundee nun vor einem Arbeitsgericht verklagt, weil er seit Juni kein volles Gehalt mehr erhalten habe.

Nach Nyes Darstellung wurden er und seine Frau im Juni vom Gelände der Hochschule abgeführt und ohne Angabe von Gründen vom Dienst suspendiert. Nyes Frau war als Fachleiterin für Englisch ebenfalls an dem College angestellt. Sie erklärte, offenbar zu viele weiße Studenten an die Schule gebracht zu haben.

Auch hier verschweigt kath.net allerdings einen wichtigen, möglicherweise gar entscheidenden Vorfall, den die nicht im Verdacht antichristlicher Propaganda stehende Christian Post online immerhin erwähnt:

Although the college claims to promote multiculturalism, Nye felt as though changes were needed.

In one instance, Nye changed the name of the college, formerly known as “Al-Maktoum Institute for Arabic and Islamic studies,” to a more cosmopolitan alternative.

The professor, 47, claims that he was dismissed partially as a result of the change that he implemented, but mainly because he is a white Christian, as is his wife.

Malory Nye hatte den Namen der Schule von Al-Maktoum Institute for Arabic and Islamic studies in Al-Maktoum College of Higher Education geändert, The Telegraph zitiert ihn zudem folgendermaßen:

He said his suspension also came just days after he changed the college’s name from its former title: Al-Maktoum Institute for Arabic and Islamic studies.

Unklar bleibt, ob er diese Namensänderung mit den Dubaiern abgesprochen hatte. Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, und das lässt die plötzliche Entlassung vermuten, ist die Entlassung durchaus verständlich.
Anlass zur katholischen Hyperventilation aber gibt es selbst dann nicht, wenn man diese nicht uninteressanten Fakten, die kath.net nicht für erwähnenswert hält, außer Acht lässt: Ein Christ wäre dann von seinen muslimischen Arbeitgebern aufgrund seiner Religion gefeuert worden. Das wäre natürlich zu kritisieren, aber auch, wie oben dargestellt, kein Einzelfall und erst recht nicht auf den Islam begrenzt.

Der zeitliche Zusammenhang von der Namensänderung des Colleges und der Kündigung lassen, gepaart mit der auffällig redundanten „I‘m white and Christian“-Rede, jedenfalls eher darauf schließen, dass Nyes Religion und Aussehen keine große Rolle beim Verlust der Arbeit spielten. Der Rassismus-Vorwurf wird zudem nicht eben wahrscheinlicher, wenn man sich an die Beantwortung der Frage machen möchte, wie ein Christ bei angeblich christenfeindlichen Arbeitgebern überhaupt zum Chef einer islamischen Hochschule ernannt werden konnte.

Die zugelassenen kath.net-Kommentatoren sehen das naturgemäß anders. „Cosinus“ etwa empört sich:

So sieht Religionsrassismus aus!

//

Ein gutes Beispiel für Dialog!
Interessant, dass das von rückständigen Gutmenschen für gut befunden wird.

„Christiane-Marianne“ rezitiert rassistische Vorurteile vom dummen Moslem:

Ist diesen hochintellgenten moslemischen Arabern dann aber sehr schnell aufgefallen, dass der Mann nicht ins Hauskonzept passt. Sie brauchten nur einige Jahre. Eine Meisterleistung!

„Kajo“ schreibt:

so sieht
also bei den Arabern „ein größeres Verständnis für verschiedene Religionen und Kulturen“ aus. Mal sehen was aus dem Saudi-Arabischen-Kulturzentrum in Österreich wird. Man holt den Feind ins Land und lässt sich dann vertreiben.

Wieder „Cosinus“:

Gutmenschen, ab zum Kirchenbau in Mekka!

„ulmi“ zeigt, wie echte Toleranz auszusehen hat:

Immer diese ewige Gleichmacherei
von einigen Kommentatoren. Immer muss alles überall für jeden gleichbedingt sein. Nein, muss es nicht. Es gibt gesellschaftlich/ kulturelle Grundstrukturen und die gibt es nicht umsonst, diese haben sich in Jahrhunderten herausgebildet und sind zu respektieren. Dass in einem christlichen Land ein Elite-College in mehrheitlich muslimischer Hand besteht, berechtigt im Umkehrfall nicht die muslimischen Eigner einen christlichen Lehrer in diesem christlichen Land vor die Tür zu setzen, da er kein Moslem ist.
Umgekehrt sollte eine christliche Schule sehr wohl das Recht haben, in einem christlich dominierten Land religionsspezifische Prämisse bezüglich ihrer Lehrerschaft zu setzen.
Wenn die Gesetze hier etwas anderes vorgeben, ist das traurig genug. Dann stimmen die Gesetze nicht mit der kulturellen Integrität des Landes überein und sollten schnellstens geändert werden. Ansonsten stirbt die eigene Kultur an ihrer Intoleranz gegenüber der Toleranz.

„Prophylaxe“ lacht:

Hahahahaha
Ich kann mich nicht mehr vor Lachen ( als Zeichen des Zorns ) angesichts der Banalität unserer politischen klasse:
Jahrelang multikulti predigen, alles öffnen, alles Toll-erant, alles heimische niedermachen, schlecht reden, stets die Rassismus- und Nazi- Keule schwingen, stets mit europäischer Menschenrechtskonvention am Drücker- zur Not eben klagen;
ausländische Geldgeber als Bereicherung und Offenheit empfehlen, fördern, begünstigen, welche hier gerne ihr Ölmilliarden anlegen ( warum Bildung nicht in ihrer Heimat ? ), den Islam als Teil Deutschland erklären usw.
Man kann sich wirklich nicht mehr vor Lachen über diesen Haufen, der uns abwickelt und die behaupteten Werte gleich mit.
P.S. Es ist klar, dass hier keine Moralkeule, Religionskeule, Rassismuskeule, Nazikeule, Menschenrechtskeule geschwungen wird, denn die Friedensreligion darf das: Ja gehört nicht nur zur EU, sondern weil genau: In Brüssel hat sie schon die Mehrheit ( der Bevölkerung ) und das Sagen ohnehin.

„ElCid“ schließt sich an:

Auch Taquiya (absichtliches Belügen der Ungläubigen, laut Koran) hilft nicht..
..die Wahrheit kommt trotzdem ans Licht. Interreligiöser Dialog wird von mohammedanischer Seite immer nur als Bekehrung Richtung Mekka verstanden und praktiziert. Nicht umsonst werden überall in Europa „interreligiöse Zentren“ oder auch weniger elegant „Islamisierungsbrutstätten“ mit arabischem Geld gesponsert. Auch in Wien hat man sich über die Einrichtung eines solchen Dialogszentrum von kirchlicher Seite wahnsinnig gefreut.

Aber: die Volksseele kocht schon ziemlich und die von manchem Kameltreiber geplante Islamisierung Europas wird -trotz der Knieweichheit von offiziell staatlicher und kirchlicher Seite- nicht so einfach gelingen.

Selten hat sich- quer über alle Parteigrenzen- jemals ein so einhelliges Verständnis entwickelt, wie das gerechtfertigte momentane Misstrauen gegenüber der mohammedanischen Hassreligion.
C´est la vie!

Ein Lichtblick ist hingegen wieder einmal „Wolfgang63″, der es mit (/trotz) seiner sachlichen Gegenargumentation erfreulicherweise immer wieder durch die Zensur schafft. Dazu kommt „Ekklesiastes“ mit einem sehr schönen und versöhnlichen Statement:

@Cosinus
a propos: ich bin lieber ein Gutmensch als ein Schlechtmensch!


4 Antworten auf „Arbeitspolitisch inkorrekt“


  1. 1 welser 03. Januar 2012 um 20:50 Uhr

    Dazu passend ein Leckerbissen von kath.net aus dem Jahre 2010.
    Beachtenswert (?) die Kommentare zu „Entlassung eines Kirchenmitarbeiters ist ‚menschenrechtswidrig‘“.

  2. 2 welser 03. Januar 2012 um 20:52 Uhr
  3. 3 welser 03. Januar 2012 um 20:57 Uhr
  4. 4 Administrator 04. Januar 2012 um 0:57 Uhr

    Danke für den Hinweis. Es ließen sich viele Artikel anführen, um die seltsamen Sichtweisen von kath.net zu diesem Thema zu illustrieren. Ich habe den der 29-jährigen Caritas-Mitarbeiterin ehrlich gesagt deswegen gewählt, weil es das erste Google-Ergebnis war ;)

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