Die kath.net-Highlights 2011 – Platz 2

Platz 2: Andreas Unterbergers Hasstiraden

Was war passiert?
Dass Andreas Unterberger, ehemals Chefredakteur der Wiener Zeitung und der Presse, ein eher unangenehmer Zeitgenosse ist, war eigentlich schon vor dem 4. Juli dieses Jahres bekannt: Er lügt und verdreht Fakten gegen Abtreibungskliniken, findet schlechte Bildung für Migranten toll, verteidigt Kellner, die keine Homosexuellen bedienen möchten und fürchtet wie diverse andere rechte Hampelmänner eine Islamisierung. Seine Blogeinträge wurden immer wieder auch bei kath.net publiziert.
Da diese Haltungen allerdings den offiziellen kath.net-Leitlinien entsprechen, fiele Unterberger dort neben Polter-Bischof Andreas Laun, Harry Potter-Gegnerin Gabriele Kuby und Geschichtsprofi Michael Hesemann nicht weiter auf. Am besagten 4. Juli aber zeigte Unterberger sein, sofern möglich, noch hässlicheres Gesicht: als Tingeltangel Bob der österreichischen Presselandschaft, als Eric Cartman von kath.net, als Wil Wheaton des Katholizismus. In einem an Niedertracht und Menschenverachtung nicht zu überbietenden Artikel ließ sich Andreas Unterberger über eine 45-jährige Frau aus, die behauptete, von zwei katholischen Würdenträgern, darunter der prominente Leo Maasburg, missbraucht worden zu sein. Weil sich die Vorfälle vor über 20 Jahren ereignet haben sollen, gibt es für Unterberger nur zwei mögliche Erklärungen: „Entweder sie hat psychische Probleme oder kriminelle Energie.“
Da sich der Autor keinerlei Mühe macht, Empathie aufzubringen oder Recherche über (Spät-)Folgen missbrauchter Menschen zu betreiben, sind die Sätze seines Berichts verheerend und empörend. Allen Ernstes will er die mutmaßlichen Täter etwa durch den Umstand entlasten, dass ein rechtskatholicher Arzt der Frau eine Borderline-Erkrankung unterstellt – wohlgemerkt ohne sie untersucht zu haben oder darauf hinzuweisen, dass Borderline eine häufige Folge traumatischer Ereignisse wie sexuellem Missbrauch ist. Unterberger nennt die Erinnerungen des mutmaßlichen Opfers „krankhafte Phantasie“ und spannt dann (denn: „So weit so irrelevant für den Rest der Menschheit.“) den großen Bogen: Den ORF, der über die Anschuldigungen gegen die beiden Katholiken berichtete, nennt er die „wirkmächtigste Speerspitze der Linksmedien“ und wundert sich, wieso die Affären eines SPÖ-Politikers keinen ähnlichen Skandal ausgelöst hätten.
So wird das tragische Schicksal einer Frau munter zum Agitieren gegen die verhassten Medien genutzt, die es doch tatsächlich wagen, über den Missbrauch in der katholischen Kirche zu berichten. Unterbergers Erguss ist einer der wenigen Texte auf kath.net, der nicht nur eine inhaltliche, sondern auch sprachliche Nähe zu kreuz.net besitzt.

Exemplarische Lesermeinung:

Für eine Rufmörderin kann ich weder Verständnis noch Respekt haben.

Was Herr Unterberger sagt, war dringend fällig und ist genau richtig.

(„Morwen“ am 4.7. hier)

Nachlesen:
- Nächstenliebe.


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