Die kath.net-Highlights 2011 – Platz 3

Platz 3: Die neue Lieblingsdiktatur

Was war passiert?
Bei der ungarischen Parlamentswahl 2010 gewann die rechtskonservative Partei Fidesz mit 52% der Stimmen die absolute Mehrheit, die rechtsradikale Jobbik wurde mit knapp 17% drittstärkste Kraft. Mit einer soliden Zweidrittelmehrheit und Unterstützung der oppositionellen Jobbik wird das Land seitdem richtung faschistischer Diktatur regiert – Minderheiten wie Sinti und Roma müssen um ihr Leben fürchten, liberale Medien werden zensiert, TV-Berichte manipuliert, rechtsradikale Personen in einflussreiche Ämter gehievt.
Darüber hat kath.net in den vergangenen Monaten nicht berichtet. Stattdessen begeisterte man sich für den Plan, die Präambel der ungarischen Verfassung um den Zusatz „Gott segne die Ungarn“ erweitern. Dass dies weniger aus christlicher Überzeugung geschah und vielmehr ein Zeichen gegen alle Juden, Muslime und andere Nichtchristen war, wollte kath.net nicht verstehen; Kritik am besorgniserregenden Weg Ungarns wurde als „Wettern“ diffarmiert. Als es eine SPD-Europaabgeordnete dennoch wagte, die Ziele und Werte der neuen Präambel in Zweifel zu ziehen, wurde das von kath.net als „SPD-Angriffe auf christliche Verfassung von Ungarn“ bezeichnet.
Diese offensichtliche Ignoranz gegenüber den schrecklichen Entwicklungen, gepaart mit den selektiven Begeisterungsstürmen rechtfertigen den dritten Rang bei den Highlights des Jahres 2011.

Exemplarische Lesermeinung:

Gott segne Ungarn!

(In minimalen Variationen von u.a. „Smaragdos“, „Heimkehrerin“, „JohannBaptist“ und „St.Gabriel“ am 1.8 hier)

Weiter-/ nachlesen:
- Der Extremismus der Mitte
- Diktatur, yeah!
- Warum kath.net Diktaturen feiert
-> Stargarten (Blog über die aktuellen Entwicklungen in Ungarn)


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