Fundstück ii

Ich erwähnte vor einigen Monaten zehn wirre Argumente gegen Harry Potter, vorgetragen von Gabriele Kuby, und stellte in Aussicht, fortan des Öfteren auf Texte von mit kath.net verbundenen Autoren hinzuweisen.

Heute gibt es einen würdigen Nachfolger, auf den ich durch einen Tweet von @zeitrafferin stieß: Diese stritt sich nämlich in der auf ZDFinfo ausgetrahlten Sendung log in mit, Überraschung, Gabriele Kuby, und informierte sich zuvor über ihre Mitdiskutantin.
Julia Seeliger, wie @zeitrafferin eigentlich heißt, verweist in dem Tweet auf einen weiteren Beleg für die Unbedarftheit Kubys: den Text „Vergiftung durch Bilder“. Dieser auf aktion-leben.de veröffentlichte Artikel arbeitet sich an der Pornographie („geistige Umweltverschmutzung“) ab und wäre eigentlich nicht weiter nennenswert. Wenn sich da nicht ein weiteres Beispiel für christlich-fundamentalistische Holocaustverharmlosung finden ließe:

Wenn spätere Generationen, die wieder zu einer Kultur des Lebens zurückgefunden haben, auf diese Zivilisation zurückblicken und die Gründe beleuchten, warum sie untergegangen ist, dann werden sie in ihren Schulbüchern lesen:

- Frauen wollten keine Kinder mehr bekommen. Sie nahmen eine Pille ein, die Kinder „verhütete“.

- Millionen Mütter töteten die Babys in ihrem Bauch.

- Aus Embryos wurden Medikamente und Kosmetika gemacht.

- Homosexuelle Paare durften heiraten und Kinder adoptieren.

- Alte Menschen wurden getötet, wenn sie nicht mehr arbeiten konnten, weil es viel mehr alte als junge Menschen gab.

Jene Kinder, die in einer Familie mit Vater, Mutter und Geschwistern aufwachsen, in einer Gesellschaft, in der Gott die Ehre gegeben wird, die Gesetze der Natur geachtet werden und die Wirtschaft den Bedürfnissen des Menschen dient, werden fassungslos fragen: „Wie konnte das geschehen?“

Es wird darauf so wenig eine Antwort geben wie angesichts der Leichenberge von Auschwitz, solange man nicht erkennt, dass der Mensch, der sich von seinem Schöpfer lossagt, wie ein steuerloser Kahn von der Strömung dieser Welt mitgerissen wird. Je tiefer er sich im Bösen verstrickt, um so blinder wird er für das, was er tut. Er sieht nicht mehr, dass er zum Werkzeug des Bösen geworden ist und fragt nicht mehr nach seinem ewigen Heil oder Unheil.

(Hervorhebung von mir)

Herrje: Ehen von Homosexuellen, die „Leichenberge von Auschwitz“ der Zukunft. Bei kath.net schreiben also wirklich keine Autoren, die rechtsradikale Ansichten verharmlosen.

An dieser Stelle sei allerdings auch noch sanfte Kritik am ZDF geübt: Wie kann man einer Frau, die derartigen Unfug publiziert, eine Bühne im (zumal) öffentlich-rechtlichen Fernsehen bieten? Hatte Arnulf Baring gerade keine Zeit?


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