Ein ziemlicher guter Vergleich

Fällt es mir derzeit nur besonders auf, oder reden sich kath.net-Leser und -Chefs aktuell tatsächlich immer wieder und immer mehr mit absurden und gefährlichen Judenvergleichen um Kopf und Kragen? Eine Facebook-Unterhaltung jedenfalls ist das nächste Zeugnis der seltsamen Mode:

Papst Benedikt hatte in einem Brief mehr oder weniger offen zum sog. „Sexskandal“ um Weltbild Position bezogen, was kath.net zu einem freudigen Bericht hinriss. Auf der offiziellen kath.net-Facebookseite verlinkte man den Artikel und ließ sich durch einen offenbar mittlerweile gelöschten Kommentar zu einem dämlichen Vergleich verleiten:

Wenn eine christliche Buchhandlung keine menschen und frauenveracht. Literatur bringt, ist dies keine Zensur sondern ein Dienst am Menschen. Mit der selben „Logik“ könnte man auch jüdischen Buchhandlungen „Zensur“ vorwerfen, wenn sie keine holocaustverherrlichenden Bücher verkaufen.

Ja, das könnte man wohl mit der selben „Logik“. Jedenfalls wenn man, wie die neuerdings also als Frauenrechtler engagierten österreichischen Katholiken, annimmt, dass Erotikbücher genauso schlimm sind wie Printerzeugnisse, die den Holocaust relativieren.
Zugegeben: Vermutlich ist der Facebook-Account unter der Redaktion aufgeteilt, so dass dieser Kommentar nicht der kath.net-Linie entsprechen muss. Dennoch ist das schon ein bemerkenswert schlechter und unangebrachter Vergleich, der einmal mehr mangelnde Sensibilität entlarvt.


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