Nachdem ich vor einem Monat recherchierte, dass kath.net-Autor Marcus Bauer eine Vergangenheit in der Neonazi-Szene hat und sich von dieser nie so wirklich lossagen konnte, hat bekanntermaßen heute der ORF reagiert und davon berichtet. Es folgten weitere österreichische Medien.
Wie man die eigenen Fehler am besten behandelt, demonstriert kath.net deshalb selber – in einem mit kath.net und ein lokales Medientheater überschriebenen Artikel geht man sehr offen damit um, dass ein Neonazi für das Portal um Roland Noé schrieb und verspricht: „Die Fakten dazu jetzt auf KATH.NET“.
Kath.net geht sogar so offen damit um, dass man den Namen des Beteiligten konsequent abkürzt:
„Mein Name ist M.B. (Name Kath.Net bekannt), Jahrgang 1966, im Chiemgau/Bayern wohnend, von Beruf selbständiger EDVler (Hauptkunde Allianz). Studiert hatte ich nach dem Abi Geschichte mit dem Nebenfächern Politik und Mediävistik. Während des Studiums begann auch das Interesse am Katholizismus. So suchte ich mir für die Magisterarbeit (Uni Bochum) wie für meine Promotion (Katholische Uni Eichstätt 1999) kirchengeschichtliche Themen (politischer Katholizismus, katholische Publizistik, Josef Görres).“
So stellte sich vor einigen Monaten bei KATH.NET ein Autor vor, der einen Gastkommentar anbot, der in der Folge auch publiziert wurde. Themen waren u. a. der Dialog in der deutschen Kirche. KATH.NET bekommt täglich Angebote für Gastkommentare; diese werden nicht finanziell abgegolten.
Am 6. Oktober wurde in mehreren Medien behauptet, M. B. sei Autor in rechtsradikalen Organen und sei früher in der rechtsradikalen Szene gewesen. KATH.NET recherchierte umgehend und fragte bei M. B. nach. Dieser schickte eine Stellungnahme, in der er die aktuellen medialen Berichte teilweise bestätigte. KATH.NET publiziert keine Kommentare aus dem rechtsradikalen Bereich; die Redaktion deaktivierte die Gastkommentare von M. B.
Und immer wieder rechtes Gedankengut auf Kath.net:
Im Forum von Kath.net wurde einmal unter dem Nick Alumne folgender Eintrag gepostet:
Die Juden sollen, so lautet die Formulierung von Alumne, sie sollen schweigen, und gleichzeitig droht er, „sonst könnten aus einer gewissen Frustration heraus braune Gedanken schnell wieder Ernst werden“, um, wie bei einer Abstimmung noch hinzuzufügen „ich wäre nicht dafür“. Um gleichzeitig anzumerken, dass „das Thema Holocaust, ihm zum Hals heraushängt.“
Auch damals wurde abgewiegelt und behauptet es gäbe keine Rechtslastigkeit auf Kath.net.
Erst geraume Zeit nach meiner Intervention wurde dieses Posting gelöscht.
Übrigens ist Alumne unter seinem bürgerlichen Namen ebenfalls als Gastskommentator bei Kath.net tätig!!!
Es bleibt zu hoffen, dass seitens der Erzdiözese nunmehr gegen die rechtslastige Plattform endlich etwas unternommen wird.
Wie heißt „Alumne“ denn bürgerlich?
Michael Gurtner alias Alumne
Zum erwähnten Kath.net-Artikel „kath.net und ein lokales Medientheater“, wo versucht wurde die Beschäftigung des Gastschreibers aus der rechtsradikalen Szene Marcus Bauer zu verharmlosen, findet sich ein Kommentar von Wawamann:
„eigentlich Gut – Sicher ist rechtsradikales Gedankengut vollkommen unvereinbar mit der katholischen Sache. Dennoch glaube ich, dass auch ein ehemals verlorenes Schaf bei entsprechender Umkehr wieder zurück in die Herde kommen darf.“
Das hatte man schon mal bei Kath.net, als der geistliche Moderator des Forums bei einem Neonazi der monatelang dort posten durfte, nach seinen Worten da bloß einem verlorenen Schaf nachging.
Eigenartig, bei kritischen Postern war man ansonsten nie so „seelsorgerisch bemüht“, sondern hat sie immer alsbald aus dem Forum geschmissen.
Herr Noé hat im besagten Artikel vom 6. Oktober „kath.net und ein lokales Medientheater“ von einer weiteren Prüfung der Sachlage geschrieben. Bis heute, nach mehr als 10 Tagen, weiß man nichts davon. Noé hüllt sich in Schweigen ….. weil es nichts zu prüfen gibt. Die Sachlage, dass Marcus Bauer aus der rechtsradikalen Szene kommt ist feststehend und war Noé bekannt. Die angekündigte Prüfung diente offensichtlich nur zur Ablenkung und um Gras über die Sachlage wachsen zu lassen.
Genau das denke ich auch, @Xavi. Ein bisschen Aktionismus vortäuschen, gut ist.