Hier darf jeder machen, was er will…

….im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, versteht sich. Das meinte Franz Josef Degenhardt 1972 in seiner „Befragung eines Kriegsdienstverweigers“ noch ironisch, es passt in diesem Fall aber dennoch:

Das Unschöne ist geschehen: Katholische Kirche und Piusbruderschaft stehen wohl vor einer Einigung, um Letztere wieder in Erstere zurückzuholen. Das gefällt, wie kath.net nun feststellen muss, nicht allen – Volker Beck von den Grünen beispielsweise ist kein Fan der aktuellen Entwicklungen.

Das könnte man als katholisches Nachrichtenportal eigentlich auch nur am Rande notieren – ist er schließlich nicht der Einzige, der sich zu Wort meldete. Volker Beck allerdings ist für rechte Christen aus mindestens drei Gründen noch doofer als alle Anderen: Er ist 1.) grün, 2.) daher automatisch links (oder sozialistisch/kommunistisch), und 3.) ist er homosexuell.

Und so schafft es Volker Beck auf gleich zwei Artikel, die kath.net ihm heute widmet.
Im ersten steht:

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hat die Gespräch zwischen Vatikan und der traditionalistischen Priesterbruderschaft «St. Pius X.» scharf kritisiert. Es sei ein «Skandal, dass ein deutscher Papst derart geschichtsvergessen den Schulterschluss mit einer hardcore-antisemitischen und antidemokratischen Sekte sucht», sagte Beck am Mittwoch in Berlin. Am Umgang mit der Piusbruderschaft müsse sich der Papst messen lassen.

Er forderte eine «Trennung ohne wenn und aber». Mit der Duldung der Piusbrüder dulde der Papst auch eine «Ideologie der Ungleichwertigkeit innerhalb der katholischen Kirche, die Juden, Muslime, Homosexuelle und emanzipierte Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradiert», so Beck.

Bezeichnend, dass kath.net sich inhaltlich nicht mit den Sätzen Becks beschäftigt – sondern an der guten alten Tradition festhält, Artikel zu grünen Politikern mit einem grünen Bild zu illustrieren. Diesmal ist es eine Kuh. Hihi.

Der zweite Bericht ließ nur achteinhalb Stunden auf sich warten, diesmal kommen die Piusbrüder mit einer Antwort auf Becks Vorwürfe zu Wort:

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. lässt gegen gegen den GRÜNEN-Politiker Volker Beck rechtliche Schritte prüfen. Dies teilte die Bruderschaft am Donnerstag am Nachmittag mit. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion hatte am Mittwoch die Gespräche zwischen dem Vatikan und der traditionalistischen Priesterbruderschaft scharf kritisiert und dabei von einer „hardcore-antisemitischen und antidemokratischen Sekte“ gesprochen.

Man darf allerdings getrost bezweifeln, dass sich die Piusbruderschaft jemals zu einer Klage entscheiden wird – soviel Realitätssinn sollten selbst sie noch besitzen um zu merken, dass die Vorwürfe Becks komplett richtig sind.

Diesen Bezug zur Realität lassen indes die kath.net-Leser immer wieder vermissen, und auch heute zeigen sie sich wieder von ihrer besten Seite.
„Bastet“ etwa stellt gleich die (gute) Frage:

Wer ist Herr Beck, dass er den heil. Vater kritisieren darf.

Nur um sie dann selbst zu beantworten:

Die Selbstüberschätzung mancher Menschen schreit zum Himmel!

„Siebtel“ lässt sich nicht irritieren und beantwortet die Antisemitismus-Vorwürfe auf seine/ihre eigene Art recht offensiv:

geschichtsvergessen?
Die Grünen liefern die gewalttätigsten Politiker der Gegenwart: Straßenschlachten mit der Polizei (Joschka Fischer), Verherrlichung des Kindesmissbrauchs (Daniel Cohn-Bendit) und sie verraten ihre Prinzipien am eklatantesten – so arbeitet Herr Joschka Fischer als Lobbyist für die Energieversorger RWE und OMV. Derselbe Herr führte als Bundesaußenminister Deutschland erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in einen Kriegseinsatz.

Die Grünen stehen der gottlosen Politik eines Mao und Stalin am nächsten.

Für den grünen Homo sapiens ist Opium Religion.

„Durmelich“ fordert:

Längst überfällig…
Linke und Grünen Verbot jetzt!

„medpilger89″ wundert sich:

Antisemitismus
Wo er das nur wieder her hat? Das muss er mal konstruieren. Herr Beck ist ein Demagoge, ein Volksverhetzer, weil er angreift, verleumdet und die Massen aufwiegelt. Herr Beck verhält sich wie ein Diktator, der eine demokratische Gesellschaft gar nicht will sondern eine grüne Welt, und die ist undemokratisch. Die Natur ist von Gott erschaffen, daher hat Herr Beck nichts mit grünen Ideen zu tun.

„daniel9876″:

Herr Beck, da haben Sie was verdreht,
Kinder töten (Abtreibung) und Homos sind Hardcore aber nicht die Piusbrüder.

„sttn“ fällt ein toller Vergleich ein:

So sind halt linksliberaler Populisten
Beck ist ein linksliberaler Populist, dem die Hintergründe egal sind. Ich denke man kann ihn ohne Übertreibung als linken Jörg Haider bezeichnen.

„Fröhlich“ findet:

Beck ist ein Hetzer
Seine Hetzparolen gegen die Kirche sind langsam ausufernd und müßen ein Ende haben

„Markus-NRW“ verblüfft mit einer exakten Diagnose:

Grüne akzeptieren nur ihre eigene Meinung und leben ausschließlich in ihrem eigenen Welt- und selbstgezimmerten Wertegebäude. Akzeptanz und Toleranz erwarten die von anderen für sich und ihre Ideen, selber jedoch sind sie absolut toleranzlos. Wenn die Piusbruderschaft den Kampf gegen diese Volksverhetzer aufnimmt, dann ist ihnen da Glück bei zu wünschen, denn sie kämpfen dann für alle Christen in Deutschland. Katholiken und Protestanten gleichermassen stehen dunkele Zeiten bevor, wenn die Grünen zusammen mit den Roten in Deutschland regieren!

Mit „JungeChristin“ benutzt immerhin endlich auch mal jemand das K-Wort:

Oremus
Beten wir für die Piusbruderschaft, daß sie dem Feind in Form der Grün-Kommunisten tapfer und siegreich entgegensteht ! Heiliger Erzengel Michael, beschütze unser Volk und Vaterland vor dem Feind !

Kommen wir aber zu den 3 wundervollsten Kommentaren zum Thema.
Auf Rang 3 findet sich „St.Gabriel“ ein:

Verräter
Studienabbrecher Volker Beck sollte sich besser um seine linksgrünen Genossen kümmern:
- J. Trittin, ein Altkommunist, Terroristensympathisant und Häuserbesetzer.
- H.-C. Ströbele, vorbestrafter Terroristenanwalt und –sympathisant.
- J. Fischer, vorbestrafter Polizistenprügler und berufsloser Steinewerfer.
- C. Roth, berufslose Studienabbrecherin der Theaterwissenschaften.
- D. Cohn-Bendit, Alt-68er und „Kinderversteher“.
- R. Künast, Mitglied in der antichristlichen Humanistischen Union.
- W. Kretschmann, ehemaliges Mitglied im Kommunistischen Bund Westdeutschlands (Maoisten und Verehrer Pol Pots), aus dem auch Baader und Meinhof stammten. All diese Antikapitalisten, Antisemiten und Abtreibungsbefürworter leben gut im verhassten Deutschland.

Nur Platz 2 für „Noemi“ – das mag angesichts der folgenden Sätze verblüffen, wird aber tatsächlich noch übertroffen:

wer Herr Beck ist? Gute Frage.
Der sexbesessene Berufsdiskriminierte bei den Grünen und wie nemrod sagt eine Kanaille.
Einer, der die Pädophilie legalisieren wollte und sich als Zwangsempörter darstellt. Daß er mangels Intelligenz und mangels irgendeines Argumentes die Nazikeule schwingt, dieses archaische Instrument aller mental zu Kurzgekommenen, paßt da nur ins Bild.
Was er zum Hl. Vater zu sagen hat, das ist an Unerheblichkeit wohl nur schwer zu überbieten und nur durch einen akuten Ausbruch narzistisch-infantiler Hybris zu erklären.
Die These von der Homosexualität als einer Reifungsstörung hat durch Becks Verhalten sehr an Plausibilität gewonnen. Er hat durch permanentes Auslösen von Brechreiz der Sache der Homosexuellen bei vielen mehr geschadet als je einer.

Und zwar von: „M.Schn-Fl“! Kritik an Antisemitismus mit Antisemitismus kontern, das können nicht viele:

Volker Beck ist ein fanatischer Brunnenvergifter!
Ich gehöre wirklich nicht zu den Anhängern der Piusbruderschaft. Aber wo sie recht hat, hat sie recht. Und hier hat sie vollkommen recht. Da unterschreibe ich jedes Wort, das hier angeführt wird.


3 Antworten auf „Hier darf jeder machen, was er will…“


  1. 1 Barkai 18. September 2011 um 23:25 Uhr

    den Konter der Pius-Brüder muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

    Aber andere könnten diese Erwiderung als gutes Formular für eigene Stellungnahmen nutzen. Bsplw.:

    „Die Al Qaida meinte am Donnerstag, dass XX einmal mehr beweise, dass „er die Reife für eine pluralistische Gesellschaft wie (Name einer demokratischen Nation)“ noch nicht erlangt habe. „Wer anderen Fundamentalismus vorwirft, läuft Gefahr, selber fundamentalistische Thesen zu vertreten. Das scheint bei dem überzeugten Islamophobie-Ideologen X der Fall zu sein. Ohne jede islamisch-theologische Vorbildung ist seine jüngste Wortmeldung zu den Gesprächen der Al-Qaida mit (Name des Gesprächpartners) ein undifferenziertes Gemenge von Verteufelungen.“

  2. 2 Administrator 19. September 2011 um 14:36 Uhr

    Ja, eine selten dämliche Argumentation. Aber auch nicht wirklich überraschend, dass die kath.net-Macher und -Leser darauf reinfallen…

  1. 1 Wahnsinn « Episodenfisch Pingback am 19. September 2011 um 22:48 Uhr

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