Dauerwerbesendung i

Zugegeben: Ich habe keine höhere Ahnung von der Finanzierung einer Internetseite, und so mag es sein, dass Roland Noé auf jeden Werbepartner angewiesen ist. Entsprechend wirr mutet jedenfalls die Auswahl der Werbebanner an – da wird etwa das Buch eines „Fußballpatrons“ angepriesen, zu einer Reise nach Rom zum „Deutschen Orden“ (wtf?) geraten, oder es fällt einem auf der rechten Seite der folgende Banner ins Auge:

Formschön hervorgehoben / Screenshot: (c) www.kath.net

Der Link führt dann auf eine Seite namens originality-of-species.net – eine vergleichsweise dilettantisch aufgebaute Homepage, die sich offenbar mit den Vorzügen des Kreationismus beschäftigt:

Natural species are virtually stable since their origin.

The data of observation from molecular genetics, embryology, anatomy, paleontology and population genetics do not reveal traces of an evolutionary process. These consistent results of independent scientific disciplines reflect the originality of species: Within the framework of their limited natural variability, species have always been the same since their origin. They are not conneted by common descent. New constructions and functions did not and can not evolve, as proven by the most basic natural law, the absence of evolving organs and logic.

Neben diesem witzigen Textchen wird auch eine pdf-Datei verlinkt, die eine „wissenschaftliche Kritik an der Evolution“ verspricht, in Wirklichkeit aber eine ähnlich ärmliche Präsentation im Stil von Power Point-Impulsreferaten bietet.

Wäre ich nun so impulsiv wie Noé, ich würde meinen Leser_innen hier die Kontaktdaten von kath.net geben und sie zu wütenden Nachfragen anstiften. Denn Papst Johannes Paul II. erkannte die Evolutionstheorie einst immerhin als „mehr als eine Hypothese“ an und nickte sie damit zumindest implizit ab.
Spätestens mit Benedikt endete diese gemäßigte Phase, so dass auch kath.net immer wieder mit nicht ganz so intellektuellen Evolutionskritiken um sich wirft.

Wie genau es das ach so romtreue Portal kath.net bereits 2002, also noch unter Johannes Paul II., mit der römischen Linie nahm, lässt sich etwa an einem begeisterten Artikel über einen Schulbuchpreis für einen kreationistischen Autor nachlesen. Oder an einem über Mel Gibson, der es mit der Bibel hält. Oder, am schönsten: Man lese ein kath.net-Interview mit dem Kreationistenpapst Werner Gitt.


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