Archiv für Februar 2011

Guttis letzte Freunde

Ja, es mag einige Menschen tatsächlich beeindrucken, wenn man sie mit Bibelzitaten konfrontiert, und seien wir ehrlich: Einige Sätze sind ziemlich ok. Der Spruch mit dem Hinhalten der anderen Backe befriedigt beispielsweise den Pazifisten, die Rede von David und Goliath kann trotz fragwürdigem Realitätsgehalt Mut machen.
Was aber immer, wirklich immer hinderlich für Diskussionen ist: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“. Das mag im Kontext der Steinigung Sinn ergeben, als Verteidigung in einem vermeintlich zivilisierten Deutschland aber ist dieser Satz Unfug.

Die graue Theorie wollen wir einmal veranschaulichen, und wie es der Zufall will, eignet sich ein aktueller Artikel von kath.net dafür recht hervorragend. Und noch zufälligerweise ist dieser Text sogar mit „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ überschrieben. Durchaus erwartbar versucht kath.net (bzw. idea) einmal mehr, Verteidigungsminister Guttenberg gewissermaßen rein zu waschen; seinen Diebstahl geistigen Eigentums zu bagatellisieren und die Lügen danach herunter zu spielen:

Hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) eine zweite Chance verdient? Über diese Frage fand eine Podiumsdiskussion beim Kongress christlicher Führungskräfte am 24. Februar in Nürnberg statt. Albrecht Fürst zu Castell-Castell (Castell/Unterfranken) sagte, es sei für ihn eine „wahnsinnige Enttäuschung“ gewesen, als er von den Plagiatsvorwürfen gegen zu Guttenberg gehört habe: „Ich habe mich richtig geärgert. Hat er das denn nötig?“ Zu Guttenberg habe bisher in der Politik eine sehr gute Figur gemacht und gute Arbeit geleistet. Es sei bedauerlich, dass er die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zunächst abgewehrt und erst später zu seinen Fehlern gestanden habe.
[…]
Christen sollten daher Barmherzigkeit üben. Es gelte: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ (Johannes 8,7).

Zurück zum Stein-Spruch: Mit demselben Argument könnte man jeden anderen Fehler auch rechtfertigen und den stramm konservativen Politiker im Amt belassen: betrunken gefahren? Kein Ding! Körperverletzung? Geschieht diesen kritischen Journalisten recht! Kriegsgrund war erschwindelt? Kann schon man vorkommen angesichts der enormen Belastung als Familienvater!
Was an dieser „Debatte“ wirklich eine doppelte Moral aufweist, ist der Umstand, wie in konservativen Kreisen damit umgegangen wird. Man muss nicht einmal Abgeordnete der Linkspartei bemühen; stellen wir uns vor, Guido Westerwelles Doktorarbeit wäre als Plagiat entlarvt worden und er hätte sich wie Guttenberg tagelange geweigert, das Offenbare zu gestehen. Nicht bloß SPIEGEL, Süddeutsche oder ZEIT würden den FDP-Politiker attackieren – vermutlich auch die Union würde seinen Rücktritt fordern, die BILDzeitung auf seine vielen Patzer seit Bestehen der Koalition hinweisen.
Und bei kath.net stünde nicht „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe der ersten Stein“, sondern vermutlich ein Leitartikel Andreas Launs – ‚Haben Homosexuelle keine Moral?‘ z.B.

Die zweifelhafte Überschrift

Gut, wir haben zweierlei begriffen: kath.net mag weder Barack Obama, noch Homosexuelle. Und gleiche Rechte für Schwule/Lesben? Brrrr, sagt der aufrechte rechte Katholik. Da trifft es sich traditionell gut, wenn die beiden Themenfelder, die kath.net am meisten Verdruss bereiten, aufeinander treffen. Wunderbar kann man auf die bösen „Liberalen“ einprügeln, die Angst vor dem „Anderen“ zelebrieren, bzw. durch Hass überdecken. Und man kann ein wenig Panik schüren, die einer Prüfung nicht statthält.
Die aktuelle kath.net-Überschrift „Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau – Obama ist dagegen“ ist so ein Fall für die dritte Kategorie.

Das klingt beim ersten Lesen so, als wollte Obama die Ehe ganz abschaffen. Beim zweiten Hinschauen mutmaßt man dann, Obama wolle nur noch Homosexuellen die Ehe zugestehen.
Was war passiert? Die Nachrichtenagentur AFP fasst zusammen:

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama hat sich gegen das geltende Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen im US-Bundesrecht ausgesprochen. Der Präsident sei „nach sorgfältiger Abwägung“ zu dem Schluss gekommen, dass die seit 1996 geltende gesetzliche Einschränkung der Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau „verfassungswidrig“ sei, erklärte Justizminister Eric Holder in Washington.

Also: Keine Unterhöhlung der Ehe, bestehende Ungerechtigkeiten sollen abgeschafft oder zumindest vorerst minimiert werden. Juhu! Eigentlich. Denn bei kath.net schreibt man stattdessen:

Der Präsident der USA, Barack Obama, hat das Justizministerium der Vereinigten Staaten angewiesen, die Definition von „Ehe“ als einer Beziehung, welche zwischen einem Mann und einer Frau möglich sei, nicht weiter zu unterstützen. Dies berichtet CNN unter Berufung auf den Justizminister Eric Holder.

Der interessierte Leser muss sich also erst einmal erschließen, dass es um Homosexuelle geht – mit keinem Wort wird darauf eingegangen, dass Obama nichts gegen die heterosexuelle Ehe hat, sondern den Status der Ehe bloß auch Schwulen/Lesben genehmigen möchte.

Die Sorgen der kath.net-Leser drehen sich allerdings weniger um Satzzeichen und noch weniger um die Realität: Es werden – einmal mehr – wahnwitzige Schreckensvisionen an die Wand gemalt.
„krzyzak1099″ etwa lässt sich folgende gut durchdachte Zeilen entlocken:

Igitt!
Und Osama Obama nennt sich selber einen gläubigen Christen, der seine Kraft aus täglichem Beten zu Gott schöpft.
Einfach nur lachhaft und widerlich.

„Cosinus“ schreibt etwas, dessen innerster Kern wild zwischen Licht und Dunkel oszilliert:

Es gibt politisch korrekte Dumpfbacken,
die nie irgendewas kapieren.

„Siebtel“ findet Obamas Ideen ’staatszersetzend‘ und führt aus:

staatszersetzend
Das Merkmal gegenwärtiger, moderner Politiker ist, dass sie staatszersetzend und sittenwidrig sind. Das gilt für alle Couleurs. Ist ein Politiker einmal nicht unmoralisch und staatsfeindlich, dann wird er gleich entfernt. Auch dienen unsere Politiker nicht mehr, sondern schreiben uns per Gesetz die Sittenwidrigkeit einfach vor.

„Tina 13″ schreibt, nachdem der Artikel sie offenbar zusätzlich verwirrte:

Oh ha, das Licht ist aus ich geht nach Haus, nur es ist kein „nach Haus“ mehr da
„US-Präsident möchte die gesetzliche Definition von Ehe als Beziehung zwischen Mann und Frau nicht länger unterstützen“

dunkel, dunkler am dunkelsten …

O Herr strahle Licht in diese Welt!

Wenn der Mensch meint er ist sich selbst genug so wird er am eigenen Leibe spüren was Sache ist.

„willibald reichert“ schließlich glaubt, Obamas Worte seien gar „Anschläge“ und findet, dass jedes Land letztlich die Politiker habe, die es verdiene:

Obama – Drama
Schon wieder ein Drama, von dem Mann, der es kann, dem Zeitgeist hörig und an nichts gebunden. Schon
fatal, bei der jetzigen Weltlage die Zeit für solche An-
schläge auf ein gottgewolltes und harmonisches menschliches Zusammenleben zu verschwenden.
Denk ich an Obama und Amerika in der Nacht,
dann bin ich um den Schlaf gebracht. Aber jedes
Volk hat halt die Politiker, die es verdient!

Schön zu sehen an Deutschland mit z.B. Lügenbaron Guttenberg.

Kath.net schafft Guttenberg nicht ab

Die Lüge ist ein schreckliches Drama“ überschrieb kath.net noch 2010 einen Artikel. Mittlerweile dürfte es eher heißen: „Die Lüge eines konservativen katholischen Katholiken ist eigentlich gar kein so schreckliches Drama“.
Klar, es wurde in den letzten Tagen eigentlich alles gesagt und geschrieben; Verteidigungsminsiter Karl-Theodor zu Guttenberg erdete sich auf die denkbar erbärmlichste Art und Weise: Waren die Vorwürfe, seine Doktorarbeit sei teilweises Plagiat, am letzten Mittwoch erst „abstrus“, fielen Guttenberg am Freitag Fehler auf. Am Wochenende las er sein Werk mutmaßlich zum ersten mal selbst und musste feststellen, dass nicht so ganz sauber gearbeitet worden war. Dabei muss er mindestens einmal gelogen haben: Entweder war ihm natürlich klar, dass die Arbeit inakzeptabel war – dann log er das gemeine Wahlvolk an und legte keine sonderlich gute Basis für weiteres Vertrauen.
Oder er schrieb die Arbeit nicht selbst, was die vielen Plagiate und Guttis Unsicherheit über diese erklären würde – dann hätte er aber auch das Volk und die anderen Parlamentarier nicht mit der Wahrheit gefüttert.
Dass seine Dissertation zudem kein Plagiat sein soll, wie er in der Fragestunde vom Mittwoch Jürgen Trittin erklärte und ihm indirekt gar mit einer Verleumdungsklage drohte, das ist ganz großes Kino und zeugt von unfassbarer Überheblichkeit.

Was ich zu sagen versuche: Es ist alles gesagt worden und im Folgenden werde ich mich nicht mehr damit beschäftigen, ob Gutti log oder nicht – es soll sich vielmehr um das ziemlich einzige Medium drehen, das Guttenberg weiterhin ziemlich blind folgt: kath.net.
Dort schrieb man bereits am Samstag von idea eine kleine Verteidigungskampfschrift ab.
Gestern dann folgte ein noch seltsamerer, ebenfalls von idea verfasster Artikel:

Jetzt wird in Medien über den – wie es heißt – „größten deutschen Wertekongress“ vom 24. bis 26. Februar in Nürnberg berichtet. Es geht um den Kongress christlicher Führungskräfte unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“. Hier geht es um eindeutig christliche, von Jesus im Neuen Testament geforderte Werte. Sie sind teilweise aus den alttestamentlichen Zehn Geboten bekannt: Wir sollen nicht lügen, betrügen, ehebrechen, sondern den Feiertag halten und allem voran Gott allein die Ehre geben. Jesus hat diesem noch hinzugesetzt: die Feindesliebe und die Vergebungsbereitschaft.

Können angesichts solch klarer Wertevorstellungen nur fehlerlose Referenten bei dem Kongress mit 3.500 Teilnehmern auftreten? Die Frage wird an uns Verantwortliche gestellt, ist doch seit langem als bekanntester Redner Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vorgesehen. Auch bei anderen Mitwirkenden wurden wir aufgefordert, sie wieder auszuladen, weil man bei ihnen Fehler oder theologische Irrtümer sieht.
[…]
Es kann unter uns Christen nicht darum gehen, dass vermeintlich Sündlose über Sünder richten. Nach Jesu eigenen Worten ist es immer so, dass Sünder Sünder ermahnen, die Sünde zu meiden – egal ob es sich nun um ethisches oder theologisches Fehlverhalten handelt. Und vergessen wir nicht: Es gibt Sünden, die bekannt werden, so dass der Sünder am Pranger steht. Aber um die ganz große Mehrheit von Sünden weiß eben nur Gott allein – und ihm sollten wir das endgültige Urteil im Jüngsten Gericht überlassen.

Das ist schon daher putzig, weil Guttenbergs Lügen auf „Fehler“ reduziert werden, das bewusste Betrügen der Universität Bayreuth um einen Doktortitel für das eigene Ego als Kleinigkeit abgetan wird. Das funktioniert bei der BILDzeitung (siehe unten) hervorragend, das kann man also auch mal in christlichen Kreisen versuchen.
Ein anderer Grund, wieso der kath.net-Artikel schön ist, ist folgender:

Jetzt wird in Medien über den – wie es heißt – „größten deutschen Wertekongress“ vom 24. bis 26. Februar in Nürnberg berichtet. Es geht um den Kongress christlicher Führungskräfte unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“.

Das ist, wenn man streng sein möchte, schon wieder eine Lüge: Medienecho auf den besagten „Wertekongress“ blieb bislang völlig aus. Bevor der idea-Artikel verfasst wurde, existierte bei Google News gerade ein einziger Eintrag über die Veranstaltung – von eann.de, der „Unabhängigen Zeitung für Religion, Kirche und Gesellschaft“. Vom 2. Februar.
Es scheint fast so, als wollte man die aktuelle Debatte für ein wenig Werbung nutzen.

Heute dann bereicherte kath.net das Internet um eine weitere Knallermeldung: Guttenberg sagte trotz der Rechtfertigungsversuche vom Vortag seine Teilnahme am Kongress ab. Das wird mit der Trauerfeier für drei dt. Soldaten begründet – und am Ende des Artikels kann man sich einen kleinen Seitenhieb auf Gegner Guttenbergs nicht verkneifen:

Ein klares Meinungsbild hat eine Umfrage der „Bild“-Zeitung ausgelöst. Bei der Umfrage „Soll Guttenberg im Amt bleiben? Oder soll der Minister zurücktreten?“ haben sich 87 Prozent der „Bild“-Leser für den Verbleib ausgesprochen. Nur 13 Prozent wollen seinen Rücktritt.

Zu diesen drei Sätzen ist unendlich viel anzumerken. Stichwortartig:
- Wie der Bildblog großartig verglich, war diese Umfrage ungefähr so sinnvoll und ergebnisoffen, als würde ein Justin Bieber-Fanmagazin über ein Karrieende des jungen Sängers abstimmen lassen
- Die Teilnahme an der Umfrage kostete, da nur per Anruf, Fax oder Brief möglich: Geld. Und das dürfte Guttenberg-Gegnern zu blöd gewesen sein
- Die Junge Union schickte panikartig Emails an die eigenen Mitglieder, um sie an ihre gute Pflicht als KT-Fan hinzuweisen
- Zuvor gab es bei bild.de eine Onlineumfrage, an der über 600.000 Menschen teilnahmen, und bei der eine Mehrheit (56% gegenüber 35%) Guttenbergs Rücktritt forderte. Diese Umfrage verschwand allerdings schnell in den Archiven, da sie augenscheinlich nicht das gewünschte Ergebnis lieferte
- Das Argument, besagte Onlineumfrage sei manipulierbar, ist lustig angesichts über 200.000 Menschen in der Pro-Guttenberg-Facebookgruppe. Offenbar schienen diese Personen eher abstimmungsfaul zu sein
- Tobias Huch, „Porno-Unternehmer“ und Initiator der Pro-Guttenberg-Facebookgruppe, verbindet mit der BILD zarte Bande. Er wirb auf seiner Seite für die BILD, das BILD-Profil rief die Leser auf, seine Gruppe zu „liken“

Dass die Meinung der Mehrheit (zumal in diesem Fall der BILDLeser, nicht der Bevölkerung) im Übrigen nichts mit dem Wahrheitsgehalt zu tun hat, dürfte kath.net als tapferem Gegner des „Zeitgeistes“ doch eigentlich klar sein.

Als Beispiel für die Vernebelungsversuche der Fans Guttenbergs sei stellvertretend der Kommentar von „Anna Katherina“ vom heutigen Artikel gegeben:

Verzeihen wir zu Guttenberg
Hätte der mutige Minister zu Guttenberg das Lager „OP North“ in der Provinz Baghlan nur einen Tag früher besucht, hätte vielleicht auch er sein junges Leben verloren.
Der mutwillige linke Bremer Professor Dr. Andreas Fischer-Lescano, der derzeit, ausgerechnet vor den vielen Wahlen 2011, seine Vorwürfe gegen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg hinausposaunt, ist wie die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti Gründungsmitglied des “Instituts Solidarische Moderne“. Dort halten SPDler, Grüne und DIE LINKE zusammen. Vorstandssprecherin ist Frau Kipping von der Kommunisten-SED…PDS…Linkspartei…DIE LINKE.
Ypsilanti hat v o r der hessischen Landtagswahl 2008 versprochen, nach der Wahl nicht mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten. Doch nach der Wahl wollte sie die Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Ypsilanti wurde deshalb der Lüge bezichtigt.

Fischer-Lescano behauptet ausgerechnet zu Beginn des Superwahljahres 2011, dass er bei einer Routineuntersuchung auf die Doktorarbeit zu Guttenbergs aus dem Jahr 2006 gestoßen sei. Diese Behauptung ist nicht glaubwürdig.
Glaubwürdig ist, dass es keine Routineuntersuchung war, sondern dass der linke Professor aus Bremen eine gezielte Untersuchung vornahm, in der Hoffnung, Schlechtes über zu Guttenberg zu finden.

Die sozialistische Tagesschau vom 23.02.2011 brachte an erster Stelle mit Polemik durchsetzte 4 Minuten weit überwiegend gegen zu Guttenberg.
An zweiter Stelle, also zweitrangig, kamen die vielen unschuldig ermordeten Demonstranten in Libyen.
Offensichtlich war für die ARD die Hetze gegen den beliebten christlichen Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg wichtiger und das Wichtigste.

Anders als die christenunfreundliche Tagesschau, anders als den ersten Stein werfende Genossen wie der im Bundestag vor Hass glühende frühere Kommunist Trittin (Nach dem „Kruzifix-Urteil“ forderte er: „Zum Teufel mit dem Schulkruzifix…!“) sollten wir dem jungen Politiker Karl-Theodor verzeihen, denn er hat seine Doktor-Fehler nicht in böser Absicht gemacht, sie vorbildlich zugegeben und bereut – vor vielen Millionen.

Beten wir für die Soldaten, die ihr Leben gaben.

Abschweifen

Ok, das mit der Wahrheit ist nicht immer ganz einfach. Manchmal erkennt man sie dank meterdicken Schleiern vor den Augen nicht, manchmal ist sie aber auch einfach zu unspektakulär und ungeeignet, um eine schön schmutzige Kampagne für die eigenen Zwecke zu starten.
Schwer zu sagen, welches Problem Edith Breburda hatte, als sie für kath.net einen Artikel zu Demonstrationen in Wisconsins Hauptstadt Madison schrieb. Mit dem realen Geschehen jedenfalls haben ihre Zeilen nicht besonders viele Gemeinsamkeiten; das beginnt schon bei der Überschrift „Wisconsin: Aufstand gegen Pro-Life Gouverneur“, die dem Protest unterstellt, sich besonders mit dem leidigen Thema Abtreibung zu beschäftigen. Breburda führt dann aus:

Der neue Gouverneur des US-Bundesstaates wendet sich gegen Abtreibung und embryonale Stammzellenforschung – und erntet dafür Demos randalierender junger Demonstranten.

Das ist Quatsch; der Hinweis auf vermeintlich „radalierende junge Demonstranten“ versucht zudem gleich zu Beginn unnötigerweise zu emotionalisieren. Immerhin wird nach dieser Einleitung kurz auf die Realität Bezug genommen – um freilich wieder abzuschweifen:

Der neue republikanische Pro-Life Gouverneur von Wisconsin/USA muss sparen, insgesamt 137 Millionen Dollar, doch die Demokratischen Abgeordneten boykottieren das Spargesetz und erschienen nicht zur Sitzung in der das Gesetz verabschiedet werden sollte. An ihrer Stelle besetzten Tausende von Demonstranten das Kapitol von Madison. Der neue Gouverneur ist den Demonstranten ein Dorn im Auge, da er strikt gegen Abtreibung und Stammzellforschung ist.

Mag sein, dass tendenziell linke Demonstranten republikanische Gouverneure auch wegen deren Ansichten zu Abtreibung und Stammzellenforschung nicht besonders schätzen. Das ist aber für die aktuellen Proteste völlig unerheblich; sie richten sich gegen Einsparungen, die besonders die sozial Schwächeren treffen – die Republikaner und Tea Party aber schon aus Prinzip übergehen.
Breburda lässt sich davon aber nicht einschüchtern und fährt stattdessen fort:

Die Polizei rief die Mitarbeiter im Kapitol auf, ihre Türen abzusperren, laut grölende und randalierende junge Demonstranten zogen durch die langen Gänge des Kapitols. Die Toiletten waren unzugänglich, die Lifte des Gebäudes standen still. Ärgerliche Demonstranten klopften an die Scheiben der einzelnen Büros. […]
Verängstigte Bürger, die zufällig an diesem Tag in der Innenstadt zu tun hatten, waren geschockt. „Es sei kein Durchkommen gewesen“, berichtet eine Mitarbeiterin von Pro-Life-Wisconsin, die zu einem Treffen der Lebensbewegung wollte.

Nur purer Hass und randalierende junge Leute. Der Gouverneur hat keinen leichten Stand.

Das klingt wohl nur zufällig so, als sollten die Proteste mithilfe eines Verweises auf angebliche Gewalt diskreditiert werden. Es funktioniert nicht so recht, weil zu offenbar ist, dass Breburda die wahren Verhältnisse verschweigt. Unfreiwillig komisch scheinen ihre Versuche, das Thema „Pro-Life“ zwangsweise in ihrem Artikel unterzubringen:

Walkers Ansichten, Abtreibung, auch nach Vergewaltigung, zu verbieten, scheint den Demonstranten ein Grund zu sein, noch lauter gegen den neuen Gouverneur zu grölen. Walker möchte die Personenwürde Ungeborenen zukommen lassen und zwar ab dem Zeitpunkt der Befruchtung, berichtet man auf der Webseite von Pro-Life Wisconsin. Mit so einem Gesetz hätten die Ungeborenen das unbestrittene Recht auf Leben. Zu guter Letzt ist Walker auch noch gegen humane embryonale Stammzellforschung. Das allein erklärt, warum so viele (außerstaatliche) Demonstranten von weit her angereist kamen, und das knappe 6 Wochen, seitdem Walker im Amt ist.

Auch der Abschluss ihres Pamphlets ist kurios: Mehrere Absätze widmet sie wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Stammzelltherapien – was freilich überhaupt nichts mehr mit den Protesten in Wisconsin zu tun hat.

Zeit Online‘ bietet einen etwas seriöseren Überblick auf das, was sich in Madison ereignet:

Nicht nur in Wisconsin, auch in Ohio und in Indiana gehen die Leute auf die Straße. In den kommenden Tagen rechnet man mit Demonstrationen an vielen Orten Amerikas. Die Menschen wehren sich gegen radikale Kürzungen in den Landeshaushalten. Sie wehren sich dagegen, dass der Rotstift in erster Linie die Armen und Kranken ins Visier nimmt, die staatlichen Sozial- und Krankenprogramme. Und dass man überdies die Staatsdiener zur Kasse bittet, dass man ihre Stellen streicht und ihre Gehälter kürzt. Und Zehntausende von Lehrern, Bibliothekaren, Postlern wehren sich gegen den Plan des neuen republikanischen Gouverneurs von Wisconsin, die Gewerkschaften der Staatsbediensteten zu entmachten. Scott Walker will ihr Tarifrecht weitgehend abschaffen.

Nach seinem Willen sollen die Gewerkschaften künftig nur noch über Mindestlöhne verhandeln dürfen, aber nicht mehr über all die vielen Dinge, die in Amerika ebenfalls zum Gehaltspaket gehören – und oft wichtiger sind als der Grundlohn: Pensionsansprüche zum Beispiel, die Krankenversicherung für die gesamte Familie, Urlaub, Krankentage und so weiter. Experten sagen, dies sei seit Jahrzehnten der größte Angriff gegen Gewerkschaften. Andere republikanische Gouverneure wollen Walker nacheifern. Im Angesicht des gewaltigen Schuldenbergs und der gigantischen Finanzkrise wollen sie gleich mit allem aufräumen, was sie stört.

Und sogar der rechte US-Nachrichtensender Fox News weiß auf der Homepage nichts von einem Zusammenhang von Demonstrationen und dem Thema Abtreibung.

Auch die kath.net-Leser wissen nicht viel – ein wenig Gewimmer und Hass auf Linke geht aber immer, wie „Herbert Klupp“ demonstriert:

Amerika du hast es besser ?
Nachdem die USA jede Menge Ideen / Moden / Sprache usw nach Europa exportiert haben, gibt es jetzt anscheinend eine Gegenbewegung: jetzt bekommen sie nach und nach die großkotzige linke Besserwisserei aus Europa, verbunden mit Unduldsamkeit und Gewaltbereitschaft !

Siehe gestern in Dresden ! 50 verletzte Polizisten durch „antifaschistische“ Demonstranten ! ( die eigentlich jedesmal beweisen, daß sie selber „faschistisch ticken“ ) !

Und „willibald reichert“ merkt ähnlich klug an:

Herbert Klupp
Und diese „Anti“-Faschisten unterstützen die deut-
schen Regierungen bis heute mit vielen Millionen an
Steuergeldern für ihren angeblichen Kampf gegen
Rechts, der als Alibihaltung und Daueralimentierung
für ihre ungesetzlichen und demokratiefeindlichen
Handlungen herhalten muß. Warum wohl wehren sich diese an der linkssozialitischen Brust genährten Nattern so vehement gegen eine Gleich-
behandlung mit den Rechtsextremen? Dann wäre
die Aussage des ehemaligen SPD-Vorsitzenden
Kurt Schumacher bestätigt, daß es sich bei ihnen
um rotlackierte Faschisten handelt, die einst in der
Weimarer Republik auch nicht davor zurückschreck-
ten, gemeinsam mit den Nazis und ihren Verbünde-
ten gegen die damalige Regierung zu kämpfen.

Dieser Post ist ein Plagiat.

Es sind ziemlich erfreuliche Tage: Erstmals werden selbst BILDleser mit der unbequemen Wahrheit konfrontiert, der Popstar der Bundesregierung könnte ein Blender sein, ein Hochstapler, zumindest kein besserer Politiker als bspw. Guido Westerwelle.
Karl-Theodor von und zu und überhaupt Guttenberg jedenfalls hat ziemlich offensichtlich eine Doktorarbeit abgeliefert, die er aus vielen einzelnen Texten zusammengestückelt hat.
Das hat auch der evangelische Nachrichtendienst ‚idea‘ mitbekommen und einen Text dazu verfasst, der dann an kath.net gelangte. Dort wird der Sunnyboy der deutschen Rechtskonservativen unterstützt, man sammelte flugs wahllos Zitate von CSU-Politikern und Geistlichen. Die Intention ist recht eindeutig: Wo man keine Sachargumente hat, versucht man zu emotionalisieren:

Evangelische Politiker, Theologen und Ethiker warnen davor, den Stab über Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zu brechen. Bei der moralischen und geistlichen Bewertung seiner Doktorarbeit mit fehlenden Zitatquellen seien zahlreiche Aspekte zu beachten, zum Beispiel: Hat er wissentlich gehandelt oder sind ihm Fehler unterlaufen? Und: Von welchen Motiven lassen sich die Aufklärer leiten? Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (Nürnberg) hält die möglicherweise mangelhafte Zitierung für einen „Flüchtigkeitsfehler“, dem man dem Minister nicht so „massiv ankreiden“ dürfe. Zwar müsse er sich möglicherweise mangelnde wissenschaftliche Sorgfalt eingestehen, es handele sich aber keinesfalls um ein „Plagiat“, sagte Beckstein der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Ja, „ein Flüchtigkeitsfehler“. Das ist eine nette Umschreibung für, Stand 18.02., 22:18 Uhr, 118 von 475 Seiten, auf denen plump abgeschrieben wird – freilich ohne Quellenangabe oder zumindest Anführungszeichen. Dass dies Versehen sind, darf man mit einiger Sicherheit ausschließen: Teilweise werden einzelne Worte weggelassen oder minimal umformuliert.

Er amtiert auch als Vizepräses der EKD-Synode. Rücktrittsforderungen hält er für „absurd“. Es sei offensichtlich, dass eine Kampagne gegen den beliebten CSU-Politiker laufe. Er halte es auch für „übertrieben“, bis zur Klärung der Vorwürfe durch die Universität Bayreuth vorübergehend auf den Doktortitel zu verzichten. Das hatte der Verteidigungsminister am 18. Februar erklärt. Er räumte zwar Fehler in seiner Dissertation ein; zu keinem Zeitpunkt habe er aber bewusst getäuscht. Er habe die 2006 vorgelegte Arbeit in sieben Jahren neben seiner Tätigkeit als Politiker und seinen Verpflichtungen als junger Familienvater angefertigt.

Das ist drollig: Der arme Gutti verdient eigentlich unser aller Mitleid, weil er ja eigentlich so hart arbeiten muss und nebenbei, ein Zuckerle für die Konservativen, auch noch eine vorbildliche Familie hat (Kinder, Frau, die sich irgendwie gegen Sex engagiert). Dass er wirklich 7 Jahre für seine Doktorarbeit gebraucht hat, erscheint angesichts der vielen „Flüchtigkeitsfehler“ zudem relativ unwahrscheinlich.
Am problematischsten indes ist wohl ein Punkt, der in der aktuellen Diskussion völlig untergeht: Die vielen ungekennzeichneten Zitate Guttenbergs stammen größtenteils aus Tageszeitungen – und haben somit mit wissenschaftlichen Standards absolut gar nichts am Hut. Sogar die Einleitung ist zum überwiegenden Teil nicht von Guttenberg selbst verfasst, was umso erbärmlicher für die Uni Bayreuth ist, soll in der Einleitung der Autor doch eigene Konzepte entwickeln und darlegen und nicht alte Zeitungsartikel zitieren.
Was uns zum interessantesten Teil des Artikels bringt:

Holthaus: Welche Motive haben die Aufklärer?

Ja, welche bloß? Handelt es sich um eine zionistische Verschwörung von ehemaligen SED-Funktionären mit Alt-68ern?

So sei zu fragen, ob hinter fehlenden Quellenangaben eine bewusste Täuschungsabsicht stehe oder ob es „unabsichtliche Schlamperei“ gewesen sei. Holthaus: „Darauf kann man bei einigen Textpassagen schließen, die zwar nicht in den Fußnoten, aber in der Bibliografie belegt werden.“ Man müsse auch die Zusicherung des Ministers hören, dass er nicht willentlich getäuscht habe. Für ethisch bedenklich hält Holthaus „die offensichtliche Jagd der Guttenberg-Gegner, einen erfolgreichen und beliebten Minister zu Fall bringen zu wollen.“ Da müsse man fragen: „Welche Motive stecken dahinter?“

Stephan Holthaus, Ethiker an der Uni Giessen, ehrt immerhin, dass er keine Vermutungen zu den Motiven vom Stapel ließ. Anders als freilich kath.net-User, was folgt, liest sich wie ein Best of der wildesten Paranoiaphantasien.
„Noemi“ lässt sich nicht lange bitten und eröffnet den ziemlich vergnüglichen Reigen:

das Motiv der
Guttenbergjäger – der gesammelten Linken in Medien und Politik ist ja nun allzu offensichtlich. Demontage um jeden Presi -wie ethisch bedenklich er auch immer sei. Das fängt bei dem aufdeckenden Jungprofessor Fischer-Lescano an der Uni Bremen (!) , der ein ausgewiesener Vertreter des extrem-linken Spektrums ist und einen sozialistischen Staat in D herbeisehnt an und hört bei den desolaten Figuren der Grünen , die nie eine Uni von innen gesehen haben , jetzt aber die Dissertationsexperten schlechthin darstellen, nicht auf. Es ist einfach zu durchsichtig. Und man darf sicher sein, daß so manche Dissertation im Bundestag ihren Urhebern schlaflose Nächte bereiten wird, sobald man anfängt sie flächendeckend auf Plagiate, Fehler & Co-autoren zu überprüfen. Und die wenigsten , die jetzt so laut schreien, sind moralisch in der Position dazu.

„Gandalf“ alias Roland Noé weist darauf hin, dass es sich bei Guttenberg entgegen anderslautender Berichte immer noch um einen Menschen handle – und liegt immerhin mit dem Hinweis, dass auch Andere so wie Gutti verfahren sein mögen, mutmaßlich nicht ganz falsch. Was genau das aber damit zu tun haben soll, dass Guttenberg heute vor den Kameras offensichtlich gelogen hat, erschließt sich nicht sofort:

Guttenberg ist ein Mensch :-)
Aus seiner heutigen Erklärung: „Sie ist über etwa 7 Jahre neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. Und über jeden einzelnen dieser Fehler bin ich selbst am unglücklichsten.“

Ich wette, dass man beim Großteil der Diplom- und Doktorarbeiten, die ja primär für die Ausfüllung von Bibliotheken „produziert“ werden und sowieso kein Mensch liest, ähnliches finden wird. Das weiß doch jeder, der so etwas schreiben musste/durfte.. Die ganze Diskussion ist schon super heuchlerisch.

„camino ignis“ zieht Parallelen:

Wie bei Exzellenz Mixa!
Dieser orgiastische Blutrausch, in den sich die Journaille und die öffentlichen Meinungsmacher immer öfter, immer umfassender und aus immer nichtigeren Anlässen hineinsteigern, trägt schon pathologische Züge. An dieser völlig maßlosen, unverhältnismäßigen Zerstörungslust offenbaren sich die tiefen Verwerfungen unserer kranken Gesellschaft. Noch sind es einzelne, die man lustvoll zerfleischt, weil sie irgendwie aus der Masse herausragen. Wenn alles nivelliert und banal geworden ist, wird sich die Gesellschaft gegen sich selbst wenden und endgültig zerstören.

Mit „st.georg“ immerhin schleicht sich eine Stimme der Vernunft ein:

vorsicht!
mittlerweile sind über 80 (!) textpassagen in dieser dissertation als nicht gekennzeichnetes plagiat nachgewiesen …in koalitionskreisen wird seit dem abend darüber gesprochen ( hinter „vorgehaltener hand“ wie es so schön heißt…), dass ein ghostwriter diese „wissenschaftliche“ arbeit verfasst hat…aber auch bei über 80 nicht gekennzeichneten übernahmen, stellt sich die frage nach der seriösen, wissenschaftlichen arbeit…hier hat jemand, der als verteidigungsminister vorbildfunktion zu erfüllen hat, versucht sich akademische titel zu erschleichen / erschwindeln…unhaltbar!

„kurti“ haut in dieselbe Kerbe:

Wenn es zutrifft, dass von seinen 475 Seiten bereits 70 abgeschrieben wurden ohne das zu kennzeichnen, ist das schon makaber. Wobei ich aber nicht weiß, wie das im Durchschntt bei andern ähnlichen Dr.-Arbeiten ist. Jedenfalls lässt das die Promotionsordnung nicht zu.

Derartige Äußerungen allerdings lässt Noé / „Gandalf“ aber nicht durchgehen, so dass er interveniert:

@Kurti
Du schreibst: „Wenn es zutrifft, dass von seinen 475 Seiten bereits 70 abgeschrieben wurden ohne das zu kennzeichnen, ist das schon makaber.“

Also, sorry, aber hier schreibt jmd. der keine Ahnung von Arbeiten hat… Wie stellst Du Dir das vor. Ich schreib mal 70 von 475 Seiten einfach so ab und hoffe, dass es dem Prof. und den Assistenten, die das event. mitbetreuen, nicht auffällt… Sorry, aber für blöd hältst Du hier Guttenberg? Wie macht man denn dies? Und wie verkauft man dies seinem Prof., der möglicherweise sogar „ein wenig“ Ahnung von der Materie hat und event. sogar and. Arbeiten zu dem Thema kennt. Tja, wie macht man dies, ohne dass es auffällt. Wenn Du schon so einen Unsinn hier in die Welt setzt, dann klär uns bitte darüber auf… Ich bräuchte hier wirklich brauchbare Tipps bei meiner nächsten Arbeit ;-)

Man wünschte sich, Noé hätte sich einmal über die Verdachtsfälle informiert. Ja, offenbar hat Guttenberg 70 Seiten (bzw. noch mehr) abgeschrieben und abgegeben. Oder, wie vermutet wird, hat es ein Ghostwriter für ihn erledigt. So oder so: keine gute Ausgangslage.
„anninici“ hingegen schreibt fromm und frei, was auf der rechten Seele brennt:

Wer steckt denn wirklich dahinter, Leute aus der eigenen
Reihe,( Futterneid), verärgerte Homo und Abtreibungslobby, die verkorkste Schmierenpresse ?
Wer auch immer, der sollte bedenken das die Sonne es an den Tag bringt. Aber auch dies Beispiel zeigt einmal mehr, wohin wir uns bewegen. Menschen sind durch die Erbsünde belastet, aber die schrecklichsten Sünder sind begiert , Fehler der anderen zu entdecken um von ihren eigenen ab zu lenken da diese sonst untragbar für sie sind.

Auch „Anna Katherina“ geht erfreulich erfrischend und unverkrampft an die Sache ran und scheut sich nicht, Klartext zu schreiben:

Anna Katharina vor einer Stunde
Der sozialistischen ARD ist die Hexenjagd gegen den beim Volk beliebtesten Politiker
Karl Theodor zu Guttenberg wichtiger als die erst an zweiter Stelle gebrachte traurige Nachricht, dass von den deutschen Soldaten heute zwei ihr Leben verloren haben und sieben verwundet wurden („Tagesschau“ vom 18.02.2011).

Pünklich zum Wahljahr aus Mücken gemacht, trampeln ARD-Elefanten auf einem jungen, mutigen, christlichen Hoffnungsträger unseres Landes herum.

Arrogante Kamera-Despoten regen sich auf, weil zu Guttenberg nicht – wie von ihnen befohlen – vor ihnen zum Verhörtwerden erschienen ist.

Wozu brauchen wir deren Nachrichten+Kommentar-Gemisch aus ihrem kommunikativen Second-Hand-Shop noch, wenn wir uns per Internet aus erster Hand informieren können?

„Gandalf“ bzw. Noé wendet sich daraufhin erneut gegen „Kurti“, der sich erdreistete, Guttenberg (der völlig sinnvoll und ohne Hintergedanken mit ACDC kokettiert und auf dem Time Square posierte) „eitel“ zu nennen. Ein Unding!

@Kurti
Wieso weißt Du, dass Guttenberg eitel ist? Bist Du der liebe Gott, der in sein Herz sieht? Solche unchristlichen Verurteilungen finde ich schon armselig. Ich weiß nur, dass Guttenberg ein gläubiger Mensch ist und dies auch umzusetzen versucht, etwas, was natürlich die linken Eiferer von hier bis Texas auf den Plan ruft. Und jeder weiß, dass guttenberg bei den Menschen sehr gut ankommt und Umfragen bei BILD und NTV usw. zeigen ja schon jetzt ganz klar, dass die Menschen dieses heuchlerisches Spielchen durchaus durchschaun.

CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber bei BILD: „Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein! Ein Minister sollte vor allem nach seinen politischen Leistungen und Fähigkeiten beurteilt werden. Viele erfolgreiche Politiker in Deutschland mussten schon schwierige Situationen bestehen.“

Auch „Noemi“ hat dazu eine Meinung:

Und Kurti – Sie scheinen ja ein Mensch ohne jeden Fehler zu sein und unterstützen die von Ethikern und Theologen für bedenklich erklärte Hetzjagd augenscheinlich gern und mit viel Haß und Neid auf den Baron. Sind Sie zu kurz gekommen im Leben? Wenn ja, tut mir das leid- aber der Herr zu Guttenberg kann mit Sicherheit nichts dafür. Eines steht mal fest- wir werden es dem Jägerkombinat aus Alt-SED-Seilschaften und politischen Neidern nicht leicht machen, ihr als Ziel der Treibjagd ( war schon sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne eine Lieblingsbeschäftigung von Honecker & co) erkorenes Opfer zur Strecke zu bringen. Einige promovierte Teilnehmer der Jagdgesellschaft sollten sich vor Kollateralschäden an ihren eigenen akademischen Werken in Acht nehmen. Es möchte da zu einem ungeahnten Schwund an Titeln kommen.

Man stelle sich an dieser Stelle einmal vor, einem SPD-Minister würde ein ähnliches Fehlverhalten nachgewiesen (eingedenk der enormen Fallhöhe eines Saubermanns a‘la Gutti) – kath.net und alle Rechtskonservativen des Planeten würden sich erbarmungslos auf ihn stürzen.

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