Archiv für Januar 2011

Tolerant sein dann und wann

Gut und Böse waren einmal so leicht zu unterscheiden. Die Guten waren Katholiken; die Bösen waren keine Katholiken und durften ergo von den Guten verabscheut werden. Heute aber – ach! – gibt es homosexuelle Katholiken, die man als guter rechter Christ trotzdem hassen muss; es gibt linke Katholiken. Und es gibt Protestanten, die man aus Prinzip schon blöd finden muss.
Noch blöder aber findet man Hans-Gerd Spörkel. Der nämlich ist evangelischer Pfarrer und entschied sich nun, sich zur Frau umoperieren zu lassen. Kath.net notiert atemlos:

Der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Haldern (Rees am Niederrhein) will eine Frau werden. Hans-Gerd Spörkel teilte der Gemeinde nach einem jahrelangen Prozess der Identitätsfindung seine transsexuelle Entwicklung mit und berichtete am 19. Januar in einem Pressegespräch darüber. Sein Aussehen sei weiblicher geworden, heißt es in den Berichten lokaler Medien.
[…] Spörkel ist verheiratet und Vater von sieben Kindern aus zwei Ehen. Der Gemeindepfarrer ist zugleich mit einer halben Stelle als Krankenhausseelsorger tätig.

Man könnte Spörkel nun viel Glück wünschen, bedauern, dass die Situation weder für ihn, noch für Kinder und Frau leicht ist.
Als kath.net-Leser allerdings bringt man eher Satan himself ins Spiel, verteufelt Spörkel und die „Gender-Ideologie“ und äußert sich generell nicht so, wie es das Gebot der Nächstenliebe verlangen würde.
„dominique“:

Schlimmer kimmts nimmer
tat i amol sogn.

„Mario“ kleidet seine Intoleranz in weniger schöne mundartliche Sätze:

Ach du meine Güte
Wie kommt ein Mensch, der nicht psychisch Krank ist, auf die Idee, seine Familie förmlich links liegen zu lassen, um eine Frau zu werden? Und das noch als Pfarrer? Und dann unterstützt die selbsternannte „Kirche“ das ganze auch noch?

Lächerlich.

Oder traurig.

Weil beide Parteien, sowohl Pfarrer als auch „Kirche“, Gottes Wort nicht verstehen oder besser gesagt, nicht verstehen wollen.

„confrater-stefan“ fragt: ‚Ist denn jetzt bei der EKD alles erlaubt?‘, was „Rick“ wie folgt ergänzt:

röchel würg

„M.Schn-Fl“ probiert es mit der Ideologie-Keule:

Ein Ergebnis der Genderideologie
Daß alle einverstanden sind und diesen Prozess mittragen, glaube ich einfach nicht. Vielmehr wird hier sich niemand trauen gegen den perversen Zeitgeist öffentlich anzugehen. Wie furchtbar muß das für die 7 (sic!) Kinder und die Ehefrau sein. Und die Gemeinde wird sich nach außen fortschrittlich geben und hintenherum ihre bösen Bemerkungen machen.
Jeder ein wenig gebildete und informierte Mensch weiß doch, daß es eine Umwandlung vom Mann zur Frau nicht gibt. Der Mann wird immer seinen männlichen Chromosomensatz behalten. Der Hormonhaushalt und der Stoffwechsel wird grotesk vergewaltigt mit unübersehbaren Spätfolgen und die chirurgische „Umwandlung“ ist nichts weiter als eine furchtbare Verstümmelung, die dazu noch in der Hälfte der Fälle nicht gelingt. Einer der berühmtesten Umwandlungschirurgen Europas , ein Frankfurter Professor, hat sich mit Grausen von diesem Tun seinerzeit abgewandt.
Man sieht diese pervertierte „Weiblichkeit“ diesen verstümmelten Menschen schon auf 300 m Entfernung an.
Wann wird der Mensch bei all dem „grünen“ Theater um die Natur endlich lernen, daß man die Natur nicht auf den Kopf stellen kann ohne schreckliche Folgen.
Wenn das die nicht lernen, die sich Christen nennen, wer soll es denn dann lernen?
Wieder einmal zeigt sich, dass die EKD im freien Fall ist.

„LeoBeo“ akzeptiert die Geschlechtsumwandlung nicht „grossartig“:

Und das mit 54
Ein Pfarrer nach 2 Ehen und jetzt einer Geschlechtumwandlung. Unglaublich die Anbiederung der Evangelischen Kirche an den Mainstream, aber die Folgen sieht man ja schon und damit den Beweis wie gut es doch ist, dass die Röm Kat Kirche an ihrem Festhält und sich nicht Verbiegen lässt.

Ich galube auch nicht, dass die Gemeinde es grossartig akzeptiert. Es gibt bestimmt die Geistig verwirrten die meinen sie seien super tolerant wenn sie da mitmachen, aber die meisten werden sich das bestimmt nicht antuen.

„mystic“ weiß:

Er kann keine Frau werden, nur juristisch und gegen die Natur. Er bleibt ein Mann, eben
ein kasterierter Mann halt. Sowas hat früher auch gegeben und man nannte sie damals Eunuchen.

„Waldi“ verliert die Nerven:

In der evangelischen Kirche…
scheinen nun auch die letzten Hemmungen zu fallen. Alle Perversitäten werden annektiert und abgesegnet. Aber bedenkt: Wer sich einmal so tief in den Dreck begeben hat, kann sich nur mehr im Dreck bewegen!!!

„Karolina“ zeigt, wie Empathie in Zeiten der Ignoranz am Besten funktioniert: gar nicht.

Gott hat ihn als Mann vorgesehen…
warum daran gewaltsam was ändern wollen, nur weil sich eine Verwirrtheit einstellt(e)? Leben ist eben nicht immer einfach und klar! Aber gerade daraus entwickelten sich oft große Geister und geniale Erfinder. Wie auch bei Menschen mit anderen Behinderungen die dadurch eine Antriebsfeder hatten, in ihrer Andersartigkeit erkannten Außergewöhnliches leisten zu wollen und zu können.
Ein pathologisches Kreisen um den eigenen Bauchnabel: „Wer bin ich, warum bin sich so und nicht anders oder jmd. anderes?“, führt in eine Sackgasse ist aber heutzutage moderner denn je. Ich denke auch nicht, daß der ev. Pastor einen Psychologen braucht, er braucht einen guten katholischen Pfarrer… mit Gottes Hilfe!

„Magdalena77″ hört gar ‚höllisches Gelächter‘:

Höllisches Gelächter?
Höre ich da etwa hämisches Gelächter aus der Tiefe? Mir war doch so.. Ja, Grund zu lachen hätte der diabolus. Immerhin führt er Menschen, die sich „Christen“ nennen, völlig offensichtlich und ungehindert in den Abgrund, unter dem naiv- toleranten Beifall der übrigen Verblendeten…

„tokyo“ scheitert am Humor:

Sehr gut
Das naechste Mal kann er sich in einen Esel operieren lassen – das wuerde seiner wahren Identitaet wenigstens entsprechen!

„El Cid“ merkt an:

schlimmer wirds nimma
zumindest ist damit gewährleistet, daß er sich nicht an irgendwelchen Chorknaben vergreifen kann, wie so manch katholischer Pfarrer.

Was „Mario“ zu folgender, hochintelligenter Frage verleitet:

@El Cid
Als ob sich dieses…ja wie nennt man das denn? Transe? Monster? sich nicht an Kindern vergreifen könnte…

„Mykrokosh“ hat auch so seine Probleme mit der Akzeptanz:

Eine neue Phase in der geistigen Degeneration der EKD
ZItat: „Er wisse auch um die grundsätzliche Unterstützung seiner Familie und stehe zu ihr in einem guten Kontakt.“
Der Zeitgeistwahnsinn erfaßt bereits ganze evangelische Familien. Wenn seine Kinder und sogar seine Frau das „unterstützen“, dann ist das eine neue Qualität des Wahnsinns – seine Verkollektivierung. Den Standpunkt seiner Kinder könnte man mit genetischer Krankheitsübertragung noch irgendwie begründen, aber wie kommt eine Ehefrau dazu, die „Geschlechtsumwandlung“ ihres eigenen Gatten zu unterstützen ? Oder haben alle zusammen von einem BSE-Rind gegessen ?

„siebenstern“ hingegen hat ganz andere Sorgen:

Bitte auf eigene Kosten
Was kostet denn die Umwandlung a la Frankenstein. Will er ne operative Geschlechtsumwandlung, dann bitte nicht als Kassenleistung.

„Mario“ meldet sich noch einmal zu Wort:

[…]
Aber zum Thema Monster. Der Teufel / Satan ist in meinen Augen ein Monster. Warum? Weil er Mist in die Welt sprüht und so Seelen zu sich reißt. Der Mann der sich umoperieren will u.a. die EKD sind für mich Monster – Monster die Mist und Unfug in die Welt sprühen und so Seelen ins Verderben reißen, denn der oben genannte Pfarrer der EKD wird sicherlich nicht der erste sein der sowas tut.

Poeta Laudatus

Es gibt gute Nachrichten für die homophobe Szene: Ein Prominenter hat sich gegen Homosexualität in der Öffentlichkeit geäußert. Keine besonders ernstzunehmende, seriöse oder gar interessante Person, aber immerhin der frühere Formel1-Fahrer und heutige RTL-Imwegrumsteher Niki Lauda.
Kath.net notiert:

Der ehemalige österreichische Formel-1-Pilot und Fluglinienbetreiber Niki Lauda hat scharfe Kritik am ORF geübt, weil dieser in der Serie „Dancing Star“ den bekennenden Homosexuellen Alfons Haider mit einem Mann als Partner zum Wett-Tanzen antreten lässt. Schwere Kritik übt Lauda am ORF-Chef Alexander Wrabetz in der Zeitung „Österreich“: „Es ist ein Skandal, dass der ORF der Jugend einen schwulen Tanzstil ‚Mann tanzt mit Mann‘ unter die Nase reibt, den es in Wahrheit nirgends gibt. Diese quotengeile Schwulennummer vom Herrn Haider muss sofort gestoppt werden.“

Wörtlich sagte Lauda: „Das ist mein voller Ernst. Ich bin empört, dass sich der öffentlich-rechtliche ORF, der ja von unser aller Gebühren finanziert wird, aus reiner Quotengeilheit dafür hergibt, schwules Tanzen zu propagieren. Es gibt so was wie gute Traditionen in unserer Kultur – dazu gehört, dass Männer mit Frauen tanzen. Bald kommt die Zeit, da werden wir uns noch alle öffentlich dafür entschuldigen, dass wir heterosexuell sind.“

Nach der sorgfältigen Lektüre dieser Zeilen tut sich eine Frage auf: Wo beginnen mit Kritik an der unfassbaren Argumentation?
Also: Natürlich gibt es den Tanzstil „Mann tanzt mit Mann“. Punkt. Von der offensichtlichen, sprichwörtlichen Angst Laudas vor dem „Anderen“ abgesehen, ist es auch unterhaltsam, mit der „Tradition“ zu argumentieren. Jahrhundertelang wurden Juden verfolgt, die Glaubensfreiheit beschränkt, Frauen rechtlich nicht mit Männern gleichgestellt, „Hexen“ verbrannt oder Meinungen verboten (nicht: kritisiert). Es wäre ziemlich interessant zu erfahren, inwiefern die Tradition, Männern das Tanzen mit anderen Männern zu verbieten, sinnvoller sein sollte. Der schönste Satz aber ist mit großen Abstand:

Bald kommt die Zeit, da werden wir uns noch alle öffentlich dafür entschuldigen, dass wir heterosexuell sind.

Ähnlich der unter Neonazis verbreiteten Aussage, die „heterosexuell“ mit „deutsch“ ersetzt, wird hier die Verteilung von Mehrheit und Minderheit auf groteske Weise getauscht. Zudem offenbart sich eben die panische Angst vor Homosexuellen, was zu der lustigen Annahme führt, dass jeder Mensch homosexuell werden würde, wenn es denn erst einmal vorgelebt und erlaubt wird.
Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass Lauda in einem Interview mit oe24.at Folgendes erklärte:

Ich habe überhaupt nichts gegen Homosexuelle. Im Gegenteil. Ich habe jede Menge Schwule in meiner Fly Niki angestellt, sogar als Ausbildner. Ich will nur nicht, dass Kindern und jungen Leuten ein völlig falsches Rollenbild beim Tanzen vermittelt wird. Das Schöne am Tanzen ist doch, dass Männer mit Frauen tanzen. Und deshalb gehört diese quotengeile Schwulen-Nummer vom Herrn 
Haider sofort gestoppt. 90 Prozent der Zuseher werden empört sein.

Was das Ganze nicht wirklich durchschaubarer macht.

Durchschauen allerdings ist das Hobby von kath.net-Lesern, und natürlich blicken sie auch beim Thema Homosexualität durch.
„Conde_Barroco“ etwa weiß zu berichten:

Es geht wohl eher darum, dass unsere Gesellschaft schleichend homosexualisiert wird. Dagegen muss man ein Wort einlegen. Denn wie Herr Lauda zu recht bemerkt, sind gerade Kinder diesem „Weltbild“ schutzlos ausgeliefert. Das darf nicht sein!

„dominique“ ergänzt:

@Conde_Barroco
Homosexualisierung ist vielleicht nur ein Teilaspekt der herrschenden Entgrenzungsideologie, die das Ausleben einer “polymorph-perversen Sexualität” im Schilde führt.
Der gerade den Homosexuellen „auf den Leib geschneiderte“ promiske Lifestyle hat da sicher eine gesellschaftliche Vorreiter-Funktion.

„Rick“ plaudert gar über eine „Diktatur“:

Diktatur
Und schon hat er sich öffentlich entschuldigen müssen nachdem die Gutmenschen aufgeschrien haben: „Ich habe überhaupt nichts gegen Schwule und Lesben. Das ist für mich ganz normal“, versichert Lauda dem „Kurier“. Die „political correctness“-Diktatur hat wieder zugeschlagen!

„mundkommunion“ schreibt ziemlich sachlich:

Römer 1, 27
Römer 1,27: ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.
Dies ist das Gebot Gottes und wenn wir seine Gebote halten, dann werden wir Heil empfangen.
Die TV und Medienwelt versucht uns vorzugaukeln, dass Mann mit Mann und Frau mit Frau etwas ganz völlig normales ist.
Das ist es nicht!!!
Das ist ausserhalb der Ordnung Gottes!
Wacht auf und erkennt, denn das Böse will Euch in eine tiefe Sünde stürzen.
Möge das Erbarmen Gottes uns ganz ergreifen, Amen
PS: bitte nicht falsch verstehe, mir tun die Schwulen und lesben leid, denn in Ihrem Körper ist etwas entbrannt das nicht normal ist. Sie haben es viel schwerer als wir normale, denn sie haben dagegen zu kämpfen. Sie sind genau wie wir geliebte Kinder Gottes

„Waldi“ packt seine/ihre wirren Gedanken in Reimform:

Es wird immer „besser“.
Wer heut nicht schwul ist allzumal,
ist nicht normal – auf jeden Fall.
Denn heute zählt der Homo nur,
zur „ehrenwerten Leitkultur“.

„rosengarten1997″ fragt ziemlich ergebnisoffen „Sind denn alle verückt geworden?“, und ergänzt:

Mittlerweile hat man den Eindruck jeder der sich öffentlich gegen das Hoffieren von Schwulen ausspricht ist nicht normal, ist intolerant, ist nicht auf der Höhe der Zeit. Man hat fast den Eindruck, schwule sind bessere Menschen, weil sie sich zu dem bekennen was sie sind, gegen eine intolerante ewig gestrige Kultur. Angefangen hat es mit schwulen Politikern die sich öffentlich und sichtbar, stolz auf ihr Schwulsein brüsteten und erklärten, das was sie sind und tun sei gut. Eine skandalöse zur Schau Stellung, die normalerweise einen Aufschrei hätte hervorrufen sollen, stattdessen, Beifall und Zustimmung.
Die Zulassung der Segnung von schwulen Paaren war auf einmal das Thema bzw. keines mehr. Besonders in der evangelischen Kirche konnte es nicht weit und schnell genug gehen. Mittlerweile scheint es auch selbstverständlich zu sein dass schwule Paare ein grundsätzliches Elternrecht erhalten, wie gerade gestern im Fernsehen propagandistisch in Szene gesetzt, der schwule Sänger Elton John.
Schwule und lesbische Paare ins Pfarrhaus, „Ihr seit uns herzlich willkommen“.
Nicht die Spur von Scham, nicht der geringste Zweifel am eigenen Tun und schon gar nicht die Frage, was Gott von solchen Treiben hält. Man klammert Gott einfach aus, so als ob es Ihn nicht gäbe bzw. Er das jetzt zu tolerieren habe, nach dem Motto, „Lieber Gott Du musst halt mit der Zeit gehen.“
Ein Aufschrei wie jetzt von Niki Lauda ist zwar richtig, kommt aber viel zu spät. Die Medien lassen sich dadurch nicht erschüttern. Gezeigt wird was gefällt und was gefällt bringt Geld, so einfach ist das.
Werte sind keine mehr vorhanden, wir lassen der Spaßgesellschaft ihren Lauf und klatschen Beifall auch wenn sie unsere Kinder verderben. Wir werden ernten was wir sähen !

Eine tolerante Gesellschaft ernten? Das wär schick.
„Karolina“ beglückt uns mit einer neuen persönlichen Anekdote:

Es sollen 5% der Bevölkerung homosexuell sein,
liest man da und dort. Die Homolobby drängt sich aber jeden Tag zigfach in den Vordergrund, als ob es 95% seien.
[…]
Schon Mitte der 1970er Jahre versuchte mich ein lesbisches Paar, Arbeitskolleginnen, davon zu überzeugen, nur weil jeder Mensch weibliche und männliche Chromosomen hätte, man daher auch ein gleichgeschlechtlich sexuelles Verlangen hätte. Ich merkte zum Glück davon nichts! Bis dahin mochte ich diese beide Kolleginnen gerne. Aber ihre Missionsversuche für ihre sexuellen Abenteuer stießen mich ab. Nie werde ich das Gefühl los, Homosexuelle wollen Heterosexuelle umdrehen, um mehr Geschlechtspartnerauswahl für ihr meist promiskes Leben zu haben. Geschickt geben sie einem dabei das Gefühl, als heterosexueller Mensch der anormale zu sein…

„Conde_Barroco“ meldet sich noch einmal zu Wort und zeigt „Alternativen“ auf:

[…] Mein Gott, unsere Gesellschaft hat nicht nur ungeborenes Leben auf dem Gewissen sondern zudem muss sie die innere Leere dieser Menschen hinnehmen, die gänzlich Sklaven ihrer Gelüste werden. Das haben Homosexuelle nicht verdient.
Man muss ihnen einen adäquaten Weg aufzeigen. Das macht unsere Gesellschaft nämlich nicht!

„norab“ weiß:

schwule Haider-Nummer
nur mehr peinlich und abscheulich
perfekter Anlass
NICHT einzuschalten
und in Erwägung zu ziehen
die Glotzkiste zu entsorgen
MÜLL zu MÜLL
der ORF hofiert der Todeskultur
„geschmacklos“ ist eine Schmeichelei für diese Entgleisung im Programm… Quotengeilheit um jeden Preis!
Österreich ADE!
Schrecklich!

Deutschunterricht für unsere „Kulturbereicherer“! – das wäre angebracht!

Inwiefern sog. „Kulturbereicherer“ Deutschunterricht nötiger als User „norab“ („der ORF hofiert der Todeskultur“) haben sollten – eines der letzten ungelösten Rätsel.
„Karolina“ legt nach – und erklärt, worin sie Homosexualität und sowieso alles Böse begründet sieht (und ach: sie scheint wirklich viel persönlich zu erleben):

Machen wir uns nichts vor,
Homosexualität ist nicht angeboren, sondern überwiegend durch eine frühkindliche psychische Fehlentwicklung entstanden, aber auch in gewissem Maße anerziehbar. In dem Moment, wo eine Gesellschaft den Tabubruch erlaubt, wird es eine Menge Mitläufer, Nachahmer und Verwirrte geben, die Homosexuelles ausprobieren. Genau wie nach der 1968er Kulturrevolution, sich bis dahin anständig benehmende, Elternpaare anfingen, an ihren Kindern herumzufummeln. Als mich einer aus unserem Bekanntenkreis darauf ansprach, daß seine damals 5jährige Tochter beim gemeinsamen Baden gewisse Gefühle bei ihm erregen würde, sagte ich ihm klipp und klar, dann solle er das Kind gefälligst nicht mehr mit in die Badewanne nehmen. Damals aber erschienen in gewissen linken Verlagen auch Bücher pro Pädophilie und das Gewäsch eines Daniel Cohn-Bendit(Ex-Odenwaldschule-Schüler), Oswald Kolle und Beate Uhse(Ex-Reformschülerin) kennt jeder. Wenn ich mich recht erinnere, kam aus dem protestantischen Schweden eine Anleitung in deutsche Pädagogenkreise, Erzieher sollten Behinderten zeigen, wie Sexualität ginge, da sie geistig zu schwach seien, selbst darauf zu kommen. Ich war Erzieherin an einer damaligen Ersatzsonderschule. Daher legte man auch mir solch Pamphlet vor. Ich war strickt dagegen, Behinderte zu manipulieren, in ihnen etwas zu wecken, was sie gar nicht begehrten und über die Hintertür des Lehrens jene auch noch zu befummeln. Hier ging es wohl mehr darum, daß gewisse Pädagogen an ihre eigene perverse Lustbefriedigung dachten. Damals verstand ich zwar noch nicht, was damit bezweckt werden sollte, aber immerhin hatte ich soviel Anstand und Schamgefühl, daß ich wußte, daß man sowas nicht tut. Aber genau Anstand und Schamgefühle sollen einem seit der 68er-Kulturrevolution aberzogen werden, die Bürger sollen lernen, sowas tue man. Was Oma noch häufig sagte: „Das gehört sich nicht!“, wurde seit daher unentwegt als spießig und verklemmt lächerlich gemacht.
Übrigens wurde an der Odenwaldschule die homosexuelle Theorie und Praxis der alten Griechen verherrlicht. In diese, wie in andere Reformschulen ist die deutsche Ev. Kirche verstrickt, durch den ev. Ex-Vorzeigetheologen Gerold Becker und seinen Lebensgefährten Hartmut von Hentig mit Beziehungen zu Ex-Bundespräsident von Weizsäcker, dessen Sohn auch Odenwaldschüler war, aber auch durch Promiparties und politsche-pädagogische Kulturtveranstaltungen usw., wo man sich freundschaftlich traf, referierte, dozierte und schmeichelte…

„Chris2″ wendet sich mal wieder dem Text zu:

Herrlich!
Gott sei Dank gibt es noch Leute, die es sich erlauben können (und wollen), ihre Meinung ideologisch ungefiltert zu äußern. Leider sind aber die Wenigsten Zeitgenossen unabhängig von Meinung (jawoll: Einzahl), Geldern oder Stimmen aus unserer mittlerweile unübersehbar homo-genisierten Gesellschaft…

„Cosinus“ ist sich nicht zu schade, Untergangsszenarien an die Wand zu zaubern:

In 30 Jahren wird das in Österreich
ohnehin nicht mehr gehen – da werden die zukünftigen Biermermenschen Augen machen.
Aber alle anderen Freiheiten werden dann auch weg sein.

Und zu guter Letzt noch einmal „Karolina“, die etwas beweisen möchte. Das klappt zwar nicht, ist aber einerseits komisch zu lesen. Andererseits beängstigend, dass tatsächlich Menschen mit derartigen Meinungen draußen rumlaufen:

Vorchristliche Keltenstämme übten zum Teil
excessiv die Homosexualität in ihren kriegerischen Männerlagern. Daneben gab es auch noch Frühlingsrituale mit der weißen „Pferdegöttin“ Ebona, also mit einer weißen Stute, das möchte ich hier nicht näher beschreiben, denn aus unserer heutigen Sicht ist dies extrem abstoßender Götzendienst. Da ich mich für Kelten und andere „Vorfahren“ interessiere bin ich zwangsläuifig darauf gestoßen. Ob die Kelten, die in der Bibel als Galater auftauchen ebenfalls solchem nachgingen, weiß ich jetzt gerade nicht, doch auch andere Völker pflegten aus christlicher Sicht abartige Götzendienste. Nur mal so, weil allzu oft, wenn auch nicht hier, naiv gejammert wird, das Christentum hätte leider die ach so heile Welt antiker Religionen verdrängt.
Es gibt immernoch einfache Völker, die gezielt bestimmte Knaben zu Homosexuellen erziehen, die dann bestimmte Stammesaufgaben zu erledigen haben.
Das kann man sich alles ergoogeln, wer´s nicht glaubt oder in der Bibliothek in Büchern nachschlagen.
Letztendlich will ich damit aber beweisen, daß Homosexualität anerziehbar sei, daher es so durchtrieben ist, wenn unsere Kinder von der Homolobby und ihren Helfern bei Film und TV, von Pro Familia, schwulen Politikern, Lehrern und anderen Aufklärern eingeseift werden.
Daher sollten Homosexuelle auch keine Kinder adoptieren, schon gar nicht über Leihmütter sich welche kaufen(!) dürfen.

Bemerkenswert

Man darf sich Roland Noé wohl als fröhlichen Menschen vorstellen: Gibt es Skandälchen um seine Kirche, kann er beruhigt mit erhobenem Zeigefinger auf die „Mainstreammedien“ zeigen und alle Fakten ignorieren. Gibt es z.B. Missbrauchsfälle in anderen Lagern, kann Noé lospoltern, „das haben wir doch immer schon gewusst“ schreien und genüsslich Fakten aufzählen, die er ansonsten verschweigen oder schönreden würde.
Beispiel gefällig?

Die Artikelauswahl für den heutigen Montag dürfte reichlich Freude gemacht haben, kann man doch gleich zwei Feinde in die Pfanne hauen: Die Linken und Muslime! Auch von diesen beiden „Gruppen“ sollen Missbrauchsfälle ausgegangen sein, und das verwundert wenig, dürften Vergewaltigungen nun mal leider Teil menschlicher Verhaltensweisen sein. Und dass sich kath.net überhaupt damit beschäftigt, zeigt, wie wenig man gelernt hat. Aber von Anfang an:

An der hessischen Odenwaldschule wurden seit 1966 mindestens 132 Kinder missbraucht. Nun stellte sich heraus, dass einer der Täter, Dietrich W., bei der taz arbeitete – wie die tageszeitung am Wochenende selbst bekannt gab.
Kath.net schreibt dazu:

Die von der Odenwaldschule (Heppenheim/Hessen) eingesetzte Sonderermittlerin Brigitte Tilmann bestätigte Medienberichte, wonach ein früherer Lehrer und „TAZ“-Mitbegründer mehrfach Missbrauch begangen haben soll. Der inzwischen verstorbene Lehrer werde mit sexuellen Übergriffen an mindestens 9 Jungen in Verbindung gebracht. Dies berichtete die Augsburger Allgemeine.

Tja. Die taz räumte, wie oben im Link angegeben, alles selber ein. Das mag – möglicherweise – nicht ganz freiwillig geschehen sein; ist aber dennoch bedeutend offener als alles, was kath.net bis dato zu kirchlichen Missbrauchsfällen schrieb.
Außerdem bleibt offen, wieso man überhaupt darüber berichtet, dass ein taz-Redakteur sich an Kindern vergriff. Möchte man zeigen, dass auch „die Anderen“ Leichen im Keller haben? Falls dies der Fall sein sollte (was nicht unwahrscheinlich ist), so beweist es mindestens Eines:
Kath.net hat schlicht nicht begriffen, wieso sich die Öffentlichkeit so sehr über die Menge der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche echauffierte. Natürlich werden überall in der Gesellschaft Kinder missbraucht, das steht überhaupt nicht zur Diskussion. Würde die Kirche aber nicht so selbstherrlich mit den eigenen Fällen umgehen, sie nicht systematisch verschleiern, sich selbst nicht zur Hüterin der Moral stilisieren und im Gegenteil offen zu Fehlern stehen: Dann sähen die Reaktionen anders aus. Stattdessen reagiert man wie ein Kleinkind und brüllt „Die Andern ham aber auch was gemacht, menno!“.

Apropos: Wie oben erwähnt, fand noch ein anderer Artikel Eingang auf kath.net; diesmal versuchte man, katholische Missetaten durch muslimische zu relativieren:

Aus Angst vor Rassismus-Vorwürfen und Islamfeindlichkeit sind in England schwere sexuelle Vergehen an minderjährigen Mädchen jahrelang der Öffentlichkeit vorenthalten worden. Eine Untersuchung der Londoner Tageszeitung „Times“ hat jetzt zu Reaktionen der Regierung geführt. Das Innenministerium ordnete eine Untersuchung durch die Nationale Kinderschutz-Einheit an.

Auch hier glänzt man mit Detailinformationen, die man in katholischen Fällen wohl immer verschweigen würde, und auch hier funktioniert die Intention nicht: So wie es schlechte und kriminelle Katholiken gibt, gibt es auch schlechte und kriminelle Muslime. Das verbessert den eigenen Dreck nicht.

Roland Noé dürfte das nicht verstanden haben. Seine User mutmaßlich auch nicht. Im Folgenden Leserkommentare zu beiden Artikeln:
Zur taz:

„Bastet“: TAZ – „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!“

„goegy“: Dies alles sind ja nur Gentlemens Delikte, Bagatellen, verzeihlich und der Mann wollte ja nichts Böses; Weh aber, wenn ein Pfäfflein einem Buben über den Kopf streichelt oder eine Ohrfeige verpasst. Dann wird`s eine Headline in der „Süddeutschen“.

Herbert Klupp: Sinnlose Forderungen
Ich möchte mal einen (!) Journalisten sehen, der jetzt fordert, die taz müsse „ihr Verhältnis zur Sexualität überprüfen“, müsse „ihre sexuellen Mißbrauch begünstigenden Strukturen verändern“ usw usf – aber bei der katholischen Kirche machen sie das – jedesmal – und immer wieder – und bis heute erheben sie diese sinnlosen Forderungen.

„EinChrist“:Natuerlich muss die katholische Kirche sich den Vorwurf gefallen lassen (ob gerechtfertigt oder nicht), dass sie selbst auf hohem moralischem Ross sitzt, aber in ihren Reihen schlimmste Vergehen begangen hat.
Die taz muss sich das auch gefallen lassen, aber natuerlich wiegt das weniger, da der moralische Anspruch nicht so hoch ist, wie bei der katholische Kirche.

Trtozdem: Ich glaube, der Herr hat diese schlimme Vergehen auch genutzt, um zu reinigen. Gefuehlsmaessig meine ich zu spueren, dass die katholische Kirche wieder mehr gereinigt wurde… und in sich wieder reiner geworden ist, nachdem alles so oeffentlich wurde.
Viele sind abgesprungen…was ok und vielleicht genau richtig ist…denn da lodert dann schon vieles vorher.

Herbert Klupp: Reinigung vs Wahrheit
@EinChrist – Reinigung der Kirche

Auch mir ist der Gedanke wertvoll und sympatisch, daß dieser ganze „sexuelle Aufruhr“ zu einer Reinigung geführt hat.

Ich mache mir allerdings Sorgen über die bleibende Darstellung: obwohl „katholische Fälle“ weit unterproportional vorhanden waren und sind, ist in der deutschen / europäischen / weltweiten Öffentlichkeit der umgekehrte Eindruck erweckt worden: die kath Kirche als Hort von Sexualstraftätern.

Und ich mache mir Sorgen um die spätere Geschichtsschreibung: werden „Fakten“ aus dem Jahr 2010 in der allgemeinen Geschichtsschreibung „beweisen“, daß Kindesmißbrauch TYPISCH für die katholische Kirche ist ?

Ferner: ist dieses extreme Verleumden der Kirche vielleicht gar nicht so neu „heute“ – und sind so manche allgemein geglaubten „Gräueltaten der Kirche“ in früheren Jahrhunderten nicht eher Verdrehungen von Anbeginn an ?

„Dismas“: EinChrist
sorry, ihre Argumentattion ist schlicht Unfug.
Die Kirche KANN gar nicht sündigen! Alle Vorfälle sind schlimme Veratöße gegen kirchliche Lehre und Vorschriften. Dies haben einzelne unwürdige Diener der Kirche missachtet. So ist auch die Kirche CHRISTI selbst Opfer, diese Menschen haben CHRISTUS Wunden zugefügt.
Die Kirche hat ganz anders als die Medien und gerade die Linksgrünen Missbrauch Pädophilie NIE gerechtfetigt. Z.B. Ein Volker Beck forderte die Freigabe des Missbrauchs, er ist nach wie vor „Volksvertreter! Und die GRÜNEN haben sich moralisch doch selber auf ein sehr „hohes Ross“ gesetzt. Nur ist deren Moral sehr verquast.

„Morwen“: angebliche „Kirchengräuel“ vergangener Jahrhunderte
@ Herbert Klupp
Ein sehr interessanter Gedanke, den Sie da ansprechen.
Sie liegen mit Ihrer Vermutung ganz sicher richtig. Antikatholische Propaganda wurde nicht erst im 20. Jh. erfunden.
ZB bei der Darstellung der Hexenverfolgungen oder der Kreuzzüge wird viel verdreht und falsch dargestellt, vor allem in populärwissenschaftlichen (Mach)werken.

Zu den Muslimen:

„V. Colonna“: Es ist unglaublich, was alles aus Furcht vor der politisch korrekten Keule vertuscht wird – aber wundert das wirklich noch jemanden?
Das zeigt doch nur, in was für einer schein-heiligen Welt wir leben, wenn man sich nicht mehr traut, die Wahrheit laut auszusprechen – die eben auch gerade beinhaltet, dass – welch unaussprechliche Tatsache! – mittlerweile eine aggressive Christenfeindlichkeit unter Mißachtung sämtlicher „Menschenrechte“ und auch ein gewisser Rassismus gegen Weiße stattfindet. So etwas darf man nicht aussprechen, denn wir weißen Christen sind ja auf immer die bösen.

Man neigt dazu, zu fordern, dass Leute, die anderen jegliche Würde absprechen, selber dieser Rechte verlustig gehen (sollten).

Hoffentlich hat solches Tun ENDLICH Konsequenzen!

„Dismas“: Diese sogenannte „Political Correctness“
ist ein Werkzeug zur Desinformation, Heuchelei, Täuschung, Vertuschung von Verbrechen….kurzum ein Mittel des Totalitarismus und der Diktatur.
Wann kapieren das endlich alle im „Westen“??

„goegy“: Schuld trägt auch die westliche Gesellschaft, die jungen Menschen keine Ethik, keine Werte und auch keine Würde mit auf den Weg gibt. So werden junge Mädchen leicht Opfer; oft sind sie provokant in Kleidung und Körpersprache und suchen sogar die Abenteuer. Junge Muslims sind nicht die Alleinschuldigen!

„tokyo“: Gut so
Dafuer dreschen die Medien und die Politiker noch staerker auf die katholische Kirche ein, wenn drei Psychopfarrer sich vor 45 Jahren an kleine Jungs heranmachten.
Diese Heuchler haben Angst vor dem Islam, und projizieren ihre Feigheit auf die Kirche.
Diese „differenzierten“ Aussagen gegenueber dem Islam moechte ich mal ueber die katholische Kirche hoeren! Aber nein.

Die Heuchelei in dieser sogenannten aufgeklaerten, demokratischen Gesellschaft ist einfach zum Erbrechen.

„Walache“: […] Bevölkerungswissenschaftler gehen davon aus dass in 20-40 Jahren Europa mehrheitlich islamisch ist.

„Karolina“: Was meinte der bayr. ev. „Bischof“ Friedrich jüngst?
Islamophobie mache sich breit?
Mit solchen Totschlagargumenten wird Wahrheit geleugnet. Es gibt noch so ein Unwort: Homophobie…

„kryzak1099″: @goegy
Ich empfinde Ihr Statement doch recht hart, aber im Grunde richtig.
Sie meinen, der Sittenverfall der „westlichen Welt“ spielt eine große Rolle in diesem Zusammenhang und kann es nur bestätigen. Mädchen, die sich für „Alkohol, Drogen und Sex“ kaufen lassen, sind ein Produkt dieses zivilisatorischen Verfalls.
Menschen mit einer klaren Werten und Würde, würde sich niemals für solche „Güter“ kaufen lassen, halbnackt durch die Gegend laufen und (hoffetlich) mit solchen Individuen abgeben.
Ich will die Taten dieser Barbaren nicht rechtfertigen, aber wenn man denen so eine Vorlage und Plattform zum ausleben bietet, sollte sich nicht beschweren, wenn man die Konsequenzen tragen muss.
Falls es hier heißt, der höchste Wert unserer Kultur ist Freiheit ohne Konsequenzen, kann ich nur entgegnen: It’s not my civilisation!

„kryzak1099″: […]Um ein weiteres drastisches Beispiel zu nennen: wenn ein Mann bei einem Fußballspiel nackt übers Fußballspielfeld läuft, vor tausenden Zuschauern, wollen Sie mir ernsthaft weißmachen, dieser habe eine Würde? […]

Gute Idee

Man kommt seit gestern an einem Thema nicht mehr vorbei: Jay und Indira haben sich im Dschungelcamp geküsst. Wider Erwarten löste das aber bei kath.net keine Diskussion aus; vielmehr erregte man sich über einen anderen Sachverhalt: Katholische CDU-Politiker schrieben einen Brief an die deutsche Bischofskonferenz – kath.net fasst zusammen:

Einige prominente „katholische Aushängeschilder“ der CDU haben am Freitag zum Halali auf den Zölibat geblasen und eine Änderung bei den Zulassungsbedingungen für katholische Priester gefordert. Der Aufruf wurde unter anderem von der deutschen Bundesbildungsministerin Annette Schavan, Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie die früheren Ministerpräsidenten Bernhard Vogel, Erwin Teufel und Dieter Althaus unterzeichnet.

Tja, das gute alte Zölibat steht seit Längerem in der Diskussion – es ist biblisch nicht wirklich zu rechtfertigen und nach Ansicht vieler Kritiker für viele Fälle von Kindesmissbrauch verantwortlich. Kath.net-Leser sehen das natürlich anders – und „Karolina“ ist für das wohl gelungenste Plädoyer für das Zölibat zuständig:

Also zu meinem Freundeskreis gehört eine kath. Witwe
ihr Mann war evangelisch. So wurde er vor rund 6 Jahren auch von einem ev.Pastoren beerdigt.
Dieser ist verheiratet, alle Kinder erwachsen, nicht alle aus dem Haus. Plötzlich sprach meine Bekannte nur noch positiv von der Ev.Kirche, man würde sich so um sie bemühen. Tatsächlich Mann(!) bemühte sich um sie. Der ev .Pastor fing ein Verhältnis mit der einsamen Trauernden an. Er schnorrt Tausende Euro, ihr Erspartes, bei ihr, obwohl sie nur 800 Euro Rente hat. Er läßt sich von ihr üppig beschenken, leiht dauerhaft ihren Kleinwagen, seine Protzkiste sei kaputt. Dafür putzt er sie herunter, verleugnet sie. Sie ist dem gebildeten „frommen“ Mann hörig geworden, weil sie sich klein und dumm fühlt. Genannter Pastor ist inzwischen in Pension, arbeitet immernoch im Bereich ev. Kinderbetreuung. Gerne kleidet er sich in Boss und Armani.
Und nun sage mir einer, der Zölibat sei nicht gut.

Das ist tatsächlich überzeugend.

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Man könnte zynisch sein und behaupten, dass die Anschläge auf koptische Christen in Ägypten kath.net und den befreundeten Medien nicht gerade ungelegen kommen: Seit besagten Verbrechen am Neujahrstag 2011 überschlägt man sich mit immer banaleren Artikeln zum Thema. Entweder mahnt der Papst, dass Kreuze in der Schule hängen bleiben sollen und alles Andere furchtbar wäre; dann gab es den schrecklicken Kalendervorfall, als EU-Schülerkalender keine christlichen Feiertage enthielten.
Dass sich aber nicht nur Deutschland laut Bundes-Thilo und kath.net-Lesern abschafft, nicht nur Europas „christlich-jüdische Leitkultur“ von der Scharia bedroht sein soll, das will Franklin Graham zeigen. Er ist Sohn des us-amerikanischen Evangelikalen Billy Graham und es ist wohl angemessen, ihm ähnlich seltsame Standpunkte nachzusagen.
Franklin Graham jedenfalls hat auf kath.net ungeheuer Wichtiges über die Situation von Christen in den USA vorzutragen:

„Der Geist des Antichristen ist überall.“ Mit diesen Worten hat der US-amerikanische „Evangelist“ Franklin Graham (Charlotte/Bundesstaat North Carolina) evangelikale Theologiestudenten auf Widerstände eingestimmt, denen sie nach seiner Ansicht im Dienst als Pastoren und Missionare begegnen werden. Die Verspottung und Verfolgung von Nachfolgern Jesu Christi nähmen zu, sagte der 58-jährige Sohn des „Evangelisten“ Billy Graham (92) bei einem Besuch der privaten christlichen John-Brown-Universität in Siloam Springs (Bundesstaat Arkansas). Franklin Graham steht der Billy-Graham-Gesellschaft und dem evangelikalen Hilfswerk Samaritan’s Purse (Geldbeutel des Samariters) vor.

Er wies darauf hin, dass der Name Jesus Christus in zunehmendem Maße aus dem öffentlichen Leben in den USA verdrängt werde: „Wir werden so schnell säkularisiert.“ So könne man zwar öffentlich zu „einem Gott“ oder zu Buddha und Mohammed beten, aber nicht zu Jesus Christus. Kritisch erwähnte Graham, dass im Gedenkgottesdienst für die Opfer des Attentats in Tucson (Bundesstaat Arizona) vom 8. Januar ein Indianer „Vater Himmel und Mutter Erde“ angerufen habe.

Wahrlich eine Ungeheuerlichkeit, dass sich besagter „Indianer“ nicht nach Graham richtete und offenbar eigene Götter anbetete – wo kämen wir bloß hin, das zu akzeptieren?
Richtig, wir kämen einen Schritt voran in Sachen Toleranz und Religionsfreiheit. Das gefällt fundamtalistischen Christen aber gewohnheitsmäßig eher so mittel, so bald es Andersgläubige betrifft; und so dient eine recht dreiste Lüge als Argumentationsstütze:
Dass man öffentlich nicht zu „Jesus Christus“ beten könne, ist mindestens übertrieben. Eher ist es eine Lüge, bedenkt man, dass Republikaner und Tea Party-People in jeder Rede ihren Glauben bezeugen, und dass auch Obama andauernd beteuern muss, Christ zu sein. Was man ruhig so interpretieren darf, dass die USA ein unfassbar christliches Land ist. Zumal Statistiken zufolge rund 80% der Amerikaner Christen sind & sich 82% der Bevölkerung als „religiös“ bezeichnen.

Aber Graham hat noch eine gute Idee:

Mit Nachdruck appellierte Graham an die Studenten, der Verkündigung der christlichen Botschaft auch bei humanitären Hilfsaktionen Vorrang zu geben: „Egal, wie viel Gutes Sie tun – wenn Sie Menschen nicht darauf vorbereiten, vor dem ewigen Gott zu stehen, dann vergeuden Sie Ihre Zeit.“
Im Einsatz seines Hilfswerks unter Erdbebenopfern in Haiti stehe die Botschaft des Evangeliums immer im Mittelpunkt. Mit jedem Patienten werde vor einer Operation gebetet, und jeder Behandelte erhalte eine Bibel.

Eben, Beten ist wichtiger als Heilen. Man möchte sich nicht vorstellen, was besagte „evangelikale Studenten“ bei „humanitären Hilfsaktionen“ tun würden, wären sie nicht durch den Glauben daran gebunden, helfen zu müssen.