Archiv für November 2010

Advent, Advent.

Auch wenn den rechten Katholiken mit kath.net ein Internetportal regelmäßig aus der Seele sprechen mag – begibt sich das Team um Roland Noé selbst in den Themenkreis Internet, wird es stets ein wenig problematisch. Denn so richtig vertraut mit den dem Internet eigenen ungeschriebenen Regeln und Gesetzen ist man nicht so wirklich. -
In diesem Fall geht es um eine App für das Iphone – um die sogenannte Manhattan Declaration. Wikipedia klärt auf:

Die Manhattan-Erklärung: Ein Aufruf des christlichen Gewissens ist ein Manifest von evangelischen, römisch-katholischen und orthodoxen christlichen Leitern zur Unterstützung der Lebensrechtsbewegung, für das Recht auf Religionsfreiheit (insbesondere der Duldung des zivilen Ungehorsams gegen Gesetze im Widerspruch zu ihrem Grundverständnis des Lebens und der Ehe) sowie ihre Gegnerschaft zu anderen Verständnissen der Ehe außer rein heterosexuelle Paarbeziehungen (zur Zeit äußert sich dies stärker im Gegensatz zur gleichgeschlechtlichen Ehe, da hier eine schnellere rechtliche Entwicklung zu verzeichnen ist als bei der Vielehe, die sich derzeit kaum politischer Unterstützung erfreut). Sie wurde am 20. Oktober 2009 verfasst und am 20. November 2009 veröffentlicht, nachdem sie von mehr als 150 amerikanischen religiösen Führern unterzeichnet worden war.

Im (übersetzten) Wortlaut heißt es etwa:

Wir räumen ein, dass manche Menschen eine Neigung zu homosexuellen und wechselnden
Beziehungen und Praktiken haben, so wie es andere Menschen gibt, die zu anderen Formen
unsittlichen Verhaltens neigen. Wir verspüren Mitgefühl für solche Menschen. Wir respektieren
ihre gleiche, tiefe, angeborene Menschenwürde. Unsere Hochachtung gilt Männern und Frauen, die
oft ohne viel Unterstützung darum kämpfen, der Versuchung zu Neigungen zu widerstehen, die sie,
nicht weniger als wir, für irregeleitet halten.

Diese Erklärung war nun in Apples App-Store erhältlich, bis sich Protest regte, wie kath.net atemlos protokolliert:

Mitte Oktober hatte Apple die Applikation „Manhattan Declaration“ (Manhattan Erklärung) freigeschaltet und mit der niedrigsten Alterseinstufung versehen. In der Erklärung rufen Protestanten, Katholiken und orthodoxe Kirchenmitglieder dazu auf, sich für die Unverletzlichkeit ungeborenen Lebens, der Ehe von Mann und Frau sowie der freien Religionsausübung einzusetzen.
[…]
Dagegen protestierten Schwulen- und Lesbenverbände. Sie werfen Apple ferner vor, dass der Konzern keine einheitlichen und verlässlichen Richtlinien anwende. So seien auch Anwendungen gesperrt worden, die das Wort „gay“ (schwul) enthielten.

Ziemlich ungeheuerlich, für Gleichberechtigung einzutreten, oder? Zumal dabei auf ein generelles Problem aufmerksam gemacht wurde: Apple kann zensieren, was der Konzern für streichenswert hält – seien es nun homosexuelle Inhalte, oder weibliche Brustwarzen.

Umso erwartbarer, dass die kath.net-Leser eine etwas andere Meinung als die „Homo-Aktivisten“ haben.
„romanpoc“ etwa hat eine recht praxisbezogene Idee:

Gut zu wissen…
Somit kaufe ich ab sofort keine APPLE Produkte mehr. Ich werde diese auch nicht weiter empfehlen.

Wie wäre es mit einer Protest-Website gegen diese klare Gehirn-Wäsche??

„ivanka“ schließt sich an, ohne preiszugeben, wogegen man denn nun genau protestieren möchte:

Haben Proteste Sinn?
Offensichtlich JA!

„Dagegen protestierten Schwulen- und Lesbenverbände. Sie werfen Apple ferner vor, dass der Konzern keine einheitlichen und verlässlichen Richtlinien anwende. So seien auch Anwendungen gesperrt worden, die das Wort „gay“ (schwul) enthielten“

Also , gegenprotestieren!
Und das GELD hat bei den Konzernen und Fehrnsehn die Macht!

Wenn man denkt das man Geld verlieren wird,dann wird man auch Firmenpolitik / TV-Sendungen andern. Das ist die Praxis!

„confrater-stefan“ stellt klar, dass es hierbei um nichts weniger als die Religionsfreiheit geht:

Boykott – Wenn es Christus nicht gäbe, hättet Ihr kein Weihnachtsgeschäft
iPray statt iPad!
Was bitte kann man anderes von einem Konzern erwarten, der das Ego des Konsumenten an den Anfang der eigenen Produkte stellt. iPhone, iPad, iPod, iTunes… steht i für internet oder nicht vielmehr für „I“, also „ich“?
Gerade jetzt

Vielleicht kann Apple es sich leisten, dass ich keine Apple-Produkte kaufe, aber wenn Millionen Christen auf der ganzen Welt bei der Konkurrenz einkaufen gehen, dass sollte das schon etwas weh tun. Ich schlage vor, dass wir alle mal eine Rundmail an gläubige Bekannte schreiben, in der wir auf diese Meldung hinweisen und darum bitten, dieses Verhalten bei einer etwaigen Kaufentscheidung vor Weihnachten zu beachten. Motto: „Ohne Christus gibt es keine Weihnachten“. Im Grunde genommen verdient Apple im Weihnachtsgeschäft ja nur, weil es den christlichen Glauben gibt. Das muss ja nicht sein.
Apple schränkt die Benutzerfreiheit ja durch die „Apps“ ohnehin schon ein – jetzt also auch noch die Religionsfreiheit. Na ja, es wäre ja nicht das erste Mal, dass uns ein Apfel Ärger eingebracht hat – wenngleich auch dieser Apfel ganz besonders faul schmeckt.

Und schließlich wird doch tatsächlich Unmut über die Artikelauswahl laut. „ivanka“ artikuliert das:

Lieber kath.net!
Es ist ADVENTSZEIT = die Zeit der Vorbereitung auf das Jesus kommen,
es ware schon noch viel mehr Informationen zu bekommen uber:

- JESUS (was die Bibel und die Heiligen uber Jesus und Weihnachten sagen)
- das GEBET, EXERZITIEN
- ADVENTSMESSEN = Fruhmessen morgens um 6 Uhr, nur in der Adventszeit
- ADVENTSZEIT in der Familie
- WEIHNACHTEN in der Familie
- Katholische Weihnachts-Traditionen in der Welt
- HUMANITARE AKTIONEN
- ANBETUNGEN des Hlg. Altarsakramentes
- mehr POSITIVE Berichte uber sollche praktische Adventsaktionen…

Ihr seid gut dabei!
Úber das obrige Thema mochten wir auch viel lesen und wissen
aber MEHR von „Betender und Humanitarer Adventszeit“ zu lesen ware nicht schlecht!

„Die Adventszeit“ in Kaufhausern und auf TV ist langsam unertraglich !!!!

Danke!!!

P.S. Der“ Christ-“ wird durch ein „X-“ ersatzt…
und der Kaufrausch und moderne Weihnachts- Werbung, die uns immer uberal serviert wird,
das ist kein Advent!

Danke!!!

Und dem kann man sich kaum verweigern. Mehr Advent, weniger Hass. It’s your turn, Mister Noé.

Die lieben Zahlen iii

Es gibt viele Möglichkeiten, Homosexuelle zu diskreditieren. Man kann es mit Bibelzitaten probieren, sie in Stereotypen gießen und lächerlich machen. Oder man schreibt, dass „18% der homosexuellen Männer von British Columbia HIV-positiv sind“, wie es kath.net nun tut. Das klingt dann so:

Die Studie, welche vom staatlichen „Public Health Agency of Canada“ und einigen Gesundheitsorganisationen aus den Provinzen finanziert worden war, fand heraus, dass sich allein in der Provinz British Columbia jedes Jahr 150-190 homosexuelle Männer neu infizieren. 1.800 homosexuelle Männer haben sich in den letzten zehn Jahren infiziert. Die Autoren der Studie verweisen außerdem darauf, dass der Public Health Service den Anteil homosexueller Männer unter der Gesamtzahl der Aids-Infizierten auf 51% schätzt.
[…]
Ein Drittel der Studienteilnehmer hatten zum Zeitpunkt der Befragung in den letzten sechs Monaten sexuellen Kontakt mit einem oder keinem anderen Mann, ein weiteres Drittel hatte im selben Zeitraum 2-5 Sexualpartner, und das letzte Drittel hatte mehr als fünf Sexualpartner, wobei manche sogar deutlich mehr als 5 Partner hatten.

Abgesehen davon, dass Homosexuelle also in diesem Teil Kanadas offenbar tendenziell gefährdeter sind, sich mit AIDS zu infizieren, sagt die Studie nicht besonders viel aus.
Die Intention kath.nets allerdings ist klar: Homosexuelle erkranken öfter an AIDS, also ist Homosexualität schlecht. Nicht von Gott gewollt. Böse.

Das mag für den gemeinen Homophoben interessant sein, vor allem aber ist diese Statistik irreführend: In Afrika, wo mit etwa 25 Millionen AIDS-Infizierten wesentlich mehr Betroffene leben als in British Columbia, sind es ganz überwiegend Heterosexuelle (oder in Ermangelung von Kondomen deren Kinder), die mit dem HI-Virus infiziert sind.

Was „familiesonne“ nicht davon abhält, zu fordern:

Druckt den Artikel aus…
…und hängt ihn aus in von Homosexuellen besuchten Lokalen und Cafés

Und „Tina 13″ schließt:

Schon bei 18 % steht der Tod auf der Schwelle
„Die Studie fordert deshalb, dass mehr Kondome eingesetzt werden sollen“

Diese können die Sünden aber nicht aufhalten, dies kann nur die Einsicht mit diesem unsäglichen TUN aufzuhören und diese Sünde zu sehen!

Setzt endlich „diese rosarote Brille“ ab und verlasst den breiten Weg, denn dieser führt ins ewige Verderben.

Herr erbarme Dich!

Eben.

Einer weiß mehr

Man fragt sich ja des öfteren, wieso die rechten Meinungsmacher auf kath.net keinen anderen Beruf haben.
Roland Noé beispielsweise könnte Franz-Josef Wagner in der BILDzeitung ablösen, auf die Sexualität Anderer fixierte Bischöfe könnten im Iran als Sittenwächter anfangen.
Und Andreas Laun könnte Wissenschaftler werden.

Denn er schreibt einmal mehr etwas zum Thema „Lebensschutz“ – also über jenen Sammelbegriff, der den Kampf gegen Abtreibung bezeichnet [ironischerweise werden dabei meist im nächsten Satz bereits ausgewachsenen und leidensfähigen Menschen seltsame bis schreckliche Vorschriften gemacht].
Laun also beschäftigt sich mit dem Schutz ungeborenen Lebens – und zwar explizit mit Embryonen und der PID:

Denn verbieten kann man PID doch nur mit der Prämisse, dass der Embryo nicht nur „menschliches Leben“ ist, wie dies auch ein einzelnes Organ ist, sondern Mensch ohne wenn und aber! Wäre er nur ein Zellklumpen, wäre es verrückt zu behaupten, man dürfe den Klumpen nicht untersuchen und gegebenenfalls auch wegwerfen, weil später daraus doch ein krankes Kind wird! Aber eben: „später wird“ oder „jetzt schon ist“? Das ist der alles entscheidende Punkt: Der Embryo verursacht nicht „später“ ein Kind, er ist ein Kind, und darum muss man PID verbieten. […]
Denn wenn schon der Embryo Mensch ist, dann hört dieses Wesen nie mehr auf, Mensch zu sein und ist also auch all die Monate der Schwangerschaft nichts anderes als Mensch! Niemand kann denken: Der Embryo ist Mensch, dann hört er nach einigen Wochen auf, Mensch zu sein, und in dieser Zeit kann man ihn straffrei töten, Mensch wird er erst wieder bei der Geburt und dann wäre Töten wieder Mord! Aber wenn jemand diejenigen, die jetzt mit Mehrheit für ein Verbot von PID stimmten – Gott sei Dank taten sie das! – fragte, ob sie für eine Revision der Abtreibungsgesetze zu Gunsten eines Verbotes eintreten, würde wahrscheinlich dieselbe Mehrheit dies abweisen. […]
Diejenigen, die jetzt bei ihrem Nein zu PID bezeugt haben, dass sie von dem Menschsein des Embryos überzeugt sind, gehen auf dem Weg zur vollen Wahrheit weiter, der sie zum konsequenten Schutz des menschlichen Lebens führt. Dann wäre das Verbot von PID der historische Anfang einer wunderbaren Entwicklung gewesen: von der Kultur des Todes zur Kultur des Lebens!

Nur zum Vergleich: Eine annähernd differenzierte Analyse sieht so aus:

Das derzeitige Embryonenschutzgesetz lehnt sich eng an die katholische Glaubenslehre an. Der Embryo wird nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle geschützt. Offensichtlich deshalb, weil davon ausgegangen wird, dass er von diesem Moment an eine Seele besitzt und damit menschliche Würde. Die katholische Vorstellung, eine Glaubensfrage, wird mit bestimmten Stellen des Alten Testaments begründet. Und hierin liegt das Problem: Für viele Bundesbürger liefert nicht das Alte Testament die Richtschnur des Lebens, ihre Vorstellungen über die Schutzwürdigkeit von Embryonen decken sich nicht mit der katholischen Glaubenslehre. Dies gilt zum Beispiel, wie erwähnt, für die jüdischen Bürger. Von einer Mehrheit der Bevölkerung wäre, wie die Debatte um den §218 gezeigt hat, der Beginn des Schutzes des Embryos mit der dreizehnten Woche nach der Empfängnis akzeptiert worden.
Das Dilemma besteht darin: Darf der Gesetzgeber in einer pluralistischen Gesellschaft die Glaubensvorstellung einer Gruppe mit Hilfe des Strafrechts für alle Bürger verbindlich machen, wie es beim Embryonenschutzgesetz der Fall ist? Dies erscheint in Anbetracht der durch Artikel 4 Grundgesetz garantierten Glaubensfreiheit als fraglich.

Aber als katholischer Hardliner ist man eben an einfachen Lösungen interessiert, und so trieft die Kommentarspalte denn auch vor Lobgesängen.
„eurolan3k“ etwa findet.

Guter Artikel!
Die Klartext- Artikel von Bischof Laun sind immer sehr bereichernd!

„Tina 13″ ist sich sicher:

„Der Embryo verursacht nicht „später“ ein Kind, er ist ein Kind!“
„So leben sie trotz allem mit Lüge und Verdrängung und vergiften ihr Denken durch die Sünde.“

Die Wahrheit bleibt immer die Wahrheit und die Lüge immer eine Lüge, nur die Auslegung der Wahrheit ist oft eine andere.

Und „Bastet“ ist sich nicht zu schade für den obligatorischen Nazivergleich:

Danke Bischof Laun für Ihre klaren Worte!
Es ist schon eine himmelschreiende Sünde wenn sich der Mensch als „Herr“ über Leben und Tod aufspielt, wenn zw.“ wertem “ und „unwertem“ Leben entschieden wird. Dieses finstere Kapitel uns. deutschen Geschichte ist noch nicht so lange her, und dürfte noch im Bewusstsein der heutigen Generation vorhanden sein.

Ein bisschen Krieg

Dass der Spiegel ein eher unseriöses Presseorgan ist, darüber kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben. Wer, wie die Bildzeitung, begeistert über Bundes-Thilo berichtet, hat mit seinen linken Wurzeln natürlich nichts mehr zu tun, und auch der Internetauftritt erinnert mehr und mehr an Boulevardmedien.
kath.net indes sieht im Spiegel ein Medium, das die katholische Kirche und allem voran den Papst stürzen möchte – wobei sich die Wochenzeitung diesbezugs allerdings in der Gesellschaft so ziemlich aller Publikationen außer der jungen freiheit befindet.

Am Samstag sorgte Spiegel Online dann mit einem seltsamen Artikel für Aufsehen: Es wird darüber berichtet, dass der Papst angeblich Kindesmissbrauch gedeckt hätte:

Jetzt könnten den Papst nach SPIEGEL-Informationen aber neue Dokumente belasten. In seinem Amt als Erzbischof von München und Freising war er offenbar stärker mit dem Einsatz des pädophilen Seelsorgers Peter H. befasst als bisher bekannt.

Kaplan H. soll sich, nach Informationen aus seiner früheren Pfarrgemeinde, am 31. Juli 1980 mit einer Bewerbung direkt an Ratzinger gewandt haben, um zum Pfarrer befördert zu werden.

Der Bewerbung soll H. auch Pfarrbriefe beigelegt haben, die seine Verbundenheit mit Kindern in der Münchner Gemeinde St. Johannes Evangelist dokumentieren. In einem Pfarrbrief schrieb H. über eine von ihm organisierte Fußwallfahrt, die er am 4. April 1980 mit „20 oder 25 Mädchen und Buben“ unternommen habe. Im Juni hätten „150 Ministranten aus allen Pfarrgemeinden unseres Dekanats“ ein zentrales Treffen in seiner Gemeinde abgehalten. Vor allem deren „Fingerfertigkeit“ und „Phantasie“ beim Spiel um den „Ministrantenpokal“ seien zu loben.
In einem späteren Pfarrbrief heißt es über den Kaplan, insbesondere seine „intensive Kinderseelsorge“ habe der Kirche genützt, „die Zahl der Messdiener verdreifachte er in zwei Jahren“, im Religionsunterricht habe er „vor allem auch Jugendlichen einen neuen Zugang zur Frohen Botschaft der Kirche“ gebracht.

Wie beiläufig schiebt der Spiegel dann ein:

H. war im Januar 1980 nach München versetzt worden, nachdem er in seinem Heimatbistum Essen offenbar mehrere Jungen sexuell missbraucht hatte. Das Münchner Erzbistum hatte am 15. Januar 1980 unter Ratzingers Leitung H.s Aufnahme ausdrücklich genehmigt. Der Geistliche sollte eine Therapie machen. Tatsächlich sei er bereits „am 1. Februar 1980 zur Seelsorgemithilfe“ aufgefordert worden, heißt es in einem Lebenslauf von H., der sich in den Akten der Erzdiözese befindet.

Das Erzbistum erklärt, es gebe keine neuen Erkenntnisse aus den Kirchenverfahren gegen H.; Ratzinger habe nichts gewusst. Es sei auch kein Brief von H. an Ratzinger in den Akten zu finden.

Tja. Ein offenbar pädophiler Pfarrer wurde im Jahre 1980 nach München versetzt, wo sich Joseph Ratzinger herumtrieb. Ob Ratzinger von den Umtrieben des Pfarrers hatte, geht aus dem kleinen Artikel nicht hervor, und man tut dem anonym gebliebenen Autor wohl kein Unrecht, wenn man die paar Absätze als ziemlich uninteressant und bedeutungslos abtut.

Offenbar aber war dieser Artikel nur ein Appetizer, denn nach kath.net-Informationen soll in der am Montag erscheinenden (Wikileaks-)Ausgabe ein etwas umfangreicherer Bericht zum Thema stehen. Das wiederum ruft den Vatikan auf den Plan:

Vatikansprecher Federico Lombardi hat die Behauptung zurückgewiesen, es gebe neue, den Papst belastende Dokumente im Fall eines pädophilen Geistlichen aus dessen Zeit als Münchener Erzbischof. Es lägen keine neuen Erkenntnisse in dieser Angelegenheit vor, sagte Lombardi am Samstag vor Journalisten in Rom. Er verwies auf eine Stellungnahme des Erzbistums München, sowie auf seine frühere Äußerung zu dem Fall des Münchener Kaplans vom März dieses Jahres.

Nun könnte man als kath.net-Leser abwarten, ob denn noch irgendwelche Belege folgen mögen – oder eben besoffen vor blinder Gefolgschaft auf den Spiegel einprügeln.
Und – nunja.
„Claudia Cecilia“ etwa hat eine großartige Idee:

Widerlich
Es ist einfach nur noch zum K…..
Kann man den „Spiegel“ nicht wegen Verleumdung verklagen?
Vielleicht sollte man solche Dinge aber auch gar nicht mehr beachten.

„H.Kraft“ aber stellt ironischerweise ausgerechnet auf kath.net fest:

Die Zeitschrift ,Spiegel` weitet sich in letzter Zeit immer mehr zu einem Hetzblatt aus. […]

„Miles Christi“ findet, ein etwas zu wenig weitsichtig:

Weihnachten kommt,
Und schon wird die mediale Dreckschleuder wie vor allen katholischen Hochfesten angeworfen. Bezeichnend, daß der Spiegel mit aufgewärmten Uralt – Geschichten aufwarten muß!

„Jonny“ belässt es mit einer Nachricht in der Überschriftzeile:

Wieder mal Drecksjournalismus von Spiegel!

„cwr“ weiß:

Böse Zungen!
Schlechte Nachrichten verkaufen sich eben besser. Ausserdem kann man vom „linken Spiegel“ doch nichts anderes erwarten. Man muss sich nur deren Berichterstatter aus Rom ansehen!?!!!!!

Unser HL. Vater steht meterhoch über dieser Verleumdungskampagne. Gottes Segen für Papst Benedikt.

„Prophylaxes“ unbeholfene Tipps wirken in ihrer Schlichtheit beinahe niedlich:

Abbestellen !!
Was jeder machen muss und soll, ist:
Wo das Hetzblatt gesichtet wird, z.B. auch Arztpraxen, darauf dringen, dass es abbestellt wird.
Die Auflage geht zwar zurück, aber noch nicht weit genug.

„Bastet“ legt nach:

Soll durch diese widerliche Hetzkampagne geg. d. hl Vater die Auflage gesteigert werden, um vielleicht die außerordentl. Aufwendungen d.“ Weihnachtsgeld “ der MA wieder hereingeholt werden?
zum k…. was dieses Schmierenblatt sich alles erlaubt!

„krak des chevaliers“ hat endlich den Mut, das zu nutzen, was seine Mitstreiter nicht anzpacken wagen: einen gepflegten Nazivergleich.

unverständlich
es ist unverständlich, dass deutsche Prälaten diesem Schmierblatt überhaupt noch Interviews geben. Der Spiegel steht in direkter Nachfolge des Hetzblattes „Stürmer“ der braunen Menschenverächter! Hier spricht der offene Hass gegen alles, was katholisch und entschieden christlich ist.

„Noemi“ ist davon offenbar inspiriert:

passenderweise haben die
Spiegelmacher, in dieser Woche ihren großen Lehrmeister Joseph. G. auf´s Titelbild gesetzt , in der nächsten Ausgaben zeigen sie dann gleich , was sie von ihm gelernt haben: sie sind unangfefochten Meister der Schmutzkampagne. Nun und sie können den “ Mediencoup“ wie sie in ihrer beschränkten Auffassungsgabe, das Papstbuch zu bezeichnen belieben, nicht verwinden. Das — und daß sie kein Vorabdrucksrecht ( ja, warum denn bloß nicht ? ) bekommen haben und einfach nur außen vor waren- mußte zu einer weiteren Runde ihrer widerwärtigen und verlogenen Schlammwerferei führen. Ich glaube, bei denen hilft nur noch ein Exorzismus.

„johnboy“ lässt wissen:

Gott sei Dank
habe ich das Zeitschrift der Spiegel noch nie gekauf, und werde in Zukunft auch nicht tun!!!!!!

„voxdesperatus“ hat alles genau durchschaut:

Antikatholische Kriegsführung
Die antikatholische Kriegsführung des SPIEGELs ist nicht neu. Nur hat diese in letzter Zeit an Intensität gewonnen. Dahinter steckt die redaktionelle Direktive, ein Wiedererstarken der kath. Kirche in Deutschland um jeden Preis zu verhindern. Dieser Papst wurde dabei als eine enstprechende Gefahr detektiert. Warum soll die Wiererstarkung der kath. Kirche verhindert werden? Weil sie mit ihren Moralvorstellungen eine ernst zu nehmende Gefahr für den ubiquitären Hedonismus ist. Warum ist dieser Hedonismus, vor allem die grenzenlose sexuelle Freizügigkeit den machthabenden Cliquen so wichtig? Weil sie als Täuschungsschleier und als Ventil für eine Entwicklung benötigt wird, die immer mehr Regulierung in Staat und Gesellschaft vorsieht, letztlich den Entzug der Freiheit des Bürgers. Das plutokratische System ist ohne Hyperregulierung bzw. ohne Freiheitsentzug und ohne Volksvermögensentzug („Rettungschirme“ für fremde Volkswirtschaften) n i c h t zu retten! Um den schleichenden De-Facto-Freiheitsentzug zu verschleiern, braucht man ein Surrogat, eine Illusion von „Freiheit“. Daher der exzessive Sexualismis. Die Sexualtiät hat man per Gesetz und via intensiver Medienpropaganda frei gegeben, um hinter diesem Täuschungsschirm vile andere Freiheiten abbauen zu können. Die Homosexuellenbewegung bot sich dabei als idealer Transmissionsriemen an. Die ganze Schwulenbewegung, originär eigentlich eine Minderheit, geriert sich quasi als Gegenmodel zur Kirche und ist hier auch sehr erfolgreich. Die plutokratischen Kräfte setzen darauf, weil sonst kaumm ein anderes Gegenmodell sichtbar war. Man setzte auf eine schon bestehende bewegung auf. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Die kath. Kirche wurde so zum natürlichen Feind der Plutokratie. Man bekämpft sie, obwohl man weiß, wie unrecht man eigentlich hat, wie man eigentlich auch am eigenen Ast sägt. Doch den plutokratischen Machtcliquen sitzt die Angst im Nacken. Sie haben auch inzwischen ihr antikatholisches Pulver bald verschossen (s. den Ladenhüter, den der SPIEGEL wieder hervorholt).

„M.Schn-Fl“ kennt vielerlei Gründe, ich zitiere nur einen besonders schönen:

Vielerlei Gründe
1. Beim Spiegel herrscht inzwischen ein solches Niveau, dass selbst die Augstein-Tochter erbost ist.
Der Spiegelchef war vorher bei Spiegel-TV. Wer einmal Spiegel-TV gesehen hat, wundert sich nicht mehr. Pu….. und Porno weit unter dem Niveau von Lilo Wanders. Und das kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Übrigens auf demselben Kanal Vox.
Der kleine deutsche journalistische Spiessbürger säuisch.

„Cindarella01″ überrascht erneut mit einer kühlen und kühnen Analyse: Der Süddeutschen laufen die Abonnenten wegen der Papst-Berichterstattung weg, nicht – wie allen anderen Zeitungen – wegen der zunehmenden Bedeutungslosigkeit der Printbranche:

Spiegel nicht überbewerten!
Der Artikel ist gestern auch Online erschienen. Die Resonanz im Forum war sehr gering. Nach mehrmaligen Versuchen, bin ich dann mit diesem Kommentar durch die Zensor gekommen:

„Hat der Spiegel-Psychiater den Redakteuren geraten, die „Advents-Depression mit weiteren Angriffen gegen den Papst zu bekämpfen? Wie durchschaubar! Na, ja, Hauptsache der Mann bekommt sein Geld und kann seiner Familie ein paar teure Weihnachtsgeschenke kaufen, denn das ist ja für die Atheisten der Sinn des Weihnachtsfestes.

Da fällt mir auf, war es nicht die SZ, die mit dieser Geschichte versucht hat, uns Katholiken Ostern zu vermiesen? Und was soll ich sagen: Es ist der SZ nicht gelungen, aber sie hat 21.000 Abonnenten verloren. Und jetzt versuchts der Spiegel kurz vor Weihnachten erneut – mit der gleichen Geschichte und auf die gleiche Tour, mit Papieren, die (nicht) vorliegen bla bla bla …..
Reicht der Verlust von 8000 Abonnenten von Q1 auf Q3 nicht aus? Sollen’s noch ein paar mehr werden?
Oder ist man beim Spiegel einfach nur neidisch, weil, der Focus den Vorabdruck des Papstbuches hatte und die Dinger mit dem Goebbels vorne drauf am Kiosk liegen geblieben sind?“
Mehr ist dazu glaube ich nicht zu sagen. Selbst das Spiegel-Publikum, das sonst jede Spiegel-Papst- und Kirchen-Hetze (insbesondere am Wochenende) dankbar und begierig aufsaugt und sich dementsprechend aggressiv im Forum austobt, hat an diesem Thema nichts Neues finden können. Die Reaktion von Pater Lombardi ist gut – aber ich denke das Thema ist durch und wird nicht weiter aufgegossen.

Gute Quellen

Was macht man eigentlich, wenn man ein Buch geschrieben hat, das aber noch nicht genug Gewinn abwarf? Zumal nun, wo Weihnachten vor der Tür steht?
Ganz einfach: man rufe bei kath.net an und bitte darum, dort etwas veröffentlichen zu dürfen – Schleichwerbung selbstverständlich inbegriffen.

Das veranschaulicht Andreas Püttmann in einem offenen Brief an den Chef jenen Konzerns, der von Leid und einer „sexualisierten Gesellschaft“ wohl am meisten profitiert – Mathias Döpfner, Springer.
Püttmann antwortet in diesem Brief auf einen Leitartikel Döpfners aus der WELT – mit „Die Freiheits-Falle: Der Westen und das höhnische Lachen der Islamisten“ betitelt und mit so großartigen Überschriften a‘la „Islamismus, Kommunismus, Faschismus“ oder „Als das zweite Flugzeug im World Trade Center einschlug“ versehen.
Püttmann also schreibt nun, dass ihm der Artikel durchaus zusage, aber:

Sehr geehrter Herr Döpfner,
in Ihrem großartigen, aufrüttelnden Essay über die Gefahr des Islamismus gibt es leider auch eine Passage, die zum Widerspruch herausfordert: Sie ordnen die Religiosität idealtypisch dem Modell einer „geschlossenen Gesellschaft“ zu und stellen sie in die Reihe: „kollektivistisch, autoritär, religiös, vormodern“. Dagegen respektiere „die individualistische, antiautoritäre, moderne, säkulare, offene Gesellschaft“ den „freien Willen“ des Menschen und traue ihm etwas zu.

Der wird doch nicht…?
Doch, er wird. Lang und breit versucht er nun Döpfner bzw. dem kath.net-Leser klarzumachen, dass das Christentum keinesfalls „autoritär“ oder „vormodern“ sei. Und zu diesem Zweck zitiert er allerlei mehr oder weniger vertrauenswürdige Personen (Adenauer, (Kardinal) Marx, Paulus, Luther und und und), setzt den Kommunismus bei den schlechten Auswüchsen des Säkularismus vor Faschismus und Nationalsozialismus und macht auch sonst nicht den Eindruck, als ginge es ihm um einen differenzierten Diskurs.
Besonders schön wird das ganze aber dort, wo sich Püttmann an wissenschaftliche Belege macht, um die Überlegenheit des Christentums zu untermauern:

Die christliche Affinität zur Freiheit – „Die imago-dei-Lehre enthält den radikalsten Freiheits- und Gleichheitssatz der Rechtsgeschichte“ (Paul Kirchhof) – spiegelt sich inzwischen auch in der Demoskopie: Entgegen manchen Klischees fühlen sich Christen nach einer Allensbacher Umfrage (1996) in ihrem Leben freier als Konfessionslose. Die Frage lautete: „Einige Leute haben das Gefühl, dass sie völlig frei ihr Leben selbst bestimmen, andere meinen, dass sie nur wenig Einfluss darauf haben, wie ihr weiteres Leben abläuft. Bitte sagen Sie es mir nach dieser Leiter hier“ Sich „vollkommen frei“ oder „ziemlich frei“ (Stufen 7-10) zu fühlen, erklärten 63 Prozent der (westdeutschen) Katholiken, 54 Prozent der Protestanten und 47 Prozent der Konfessionslosen. Auch in den östlichen Bundesländern hatten die Christen einen Vorsprung von über 10 Prozent. Von einem angeblich durch kirchliche Gebote und Verbote belasteten Lebensgefühl keine demoskopische Spur. „Möglichst viel Eigenverantwortung, nicht mehr Staat als nötig“ wird von religiösen jungen Deutschen häufiger als „wichtig im Leben“ erachtet als von areligiösen (39:31%; AWA 2007), ihre Toleranz gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Hautfarbe, gegenüber Ausländern und Juden (als Nachbarn) ist sogar etwas größer als bei Menschen ohne Kirchenbindung

Und diese (an sich schon fragwürdigen) Aussagen hat Püttmann – um zur These dieses Blogeintrags zu kommen – woher?

(vgl. A. Püttmann: „Gesellschaft ohne Gott. Risiken und Nebenwirkungen der Entchristlichung Deutschlands, S. 168f).