Die Kraft der Gebete

Dass kath.net-Leser Angst um ihren Papst haben, ist sattsam bekannt. Kath.net legt heute noch einmal nach, und man darf befürchten, dass die Welle der Furcht in den nächsten Tagen nicht abnehmen wird, reist Benedikt doch bereits im nächsten Monat nach Großbritannien.

Aber es gibt natürlich auch die ganz andere Seite der Vorfreude auf Benedikt, wie Radio Vatikan meldet. Viele Menschen in England haben sich einem großen Projekt angeschlossen. Initiiert von „Aid to the Church in Need“ (ACN), dem englischen Ableger von „Kirche in Not“. Eine Kettenreaktion der geistigen Vorbereitung, könnte man sagen. ACN-Sprecher Terry Murphy:
„Es scheint doch einen Gemeinsinn zu geben, dass die Leute beten und große Dinge erwarten. Es wird oft gesagt, dass es viel Antipathie gegen den Besuch des Papstes geben würde. Aber nach meiner Meinung habe ich nicht viel davon gesehen. Ich habe nur große Vorfreude gesehen.“
Das Vorbereitungsprojekt auf den Papstbesuch umfasst unter anderem einen Rosenkranz-„Gebetsmarathon“ und zahlreiche eucharistische Anbetungsstunden.

Einmal abgesehen davon, dass das erneute Schüren von Ängsten vollkommen irrational ist und die Haftdrohungen von Dawkins und Konsorten eher polemischer und populistischer Natur waren, offenbart sich hier ein allgemein christliches Problem:
Statt Dinge anzupacken und eventuell publizistisch oder medienwirksam in Erscheinung zu treten, werden die Hände gefaltet und auf Gott vertraut.
Das mag das Gewissen beruhigen und weniger anstrengend sein, als etwas zu tun. Doch so überlässt man den Lautsprechern wie kath.net das Feld – wobei interessant wäre, ob es nur die „rechten“ Katholiken sind, die Angst um ihren Papst haben, oder ob sich das vermeintliche Problem auch bis zur „normalen“ Basis herumgesprochen hat.

„Marcus“ jedenfalls findet alles ganz ganz schlimm:

Wie man den Papst in England schon behandelt hat, hat apokalyptische Ausmaße.
Atheisten und Moslems wollen demonstrieren, festnehmen will man ihn, dumme Sprüche im Außenamt hat man gegen ihn gemacht.

Ja, natürlich, denn der Papst ist die weltweit letzte große Autorität, die einem gewissen „System“ entgegensteht. Dieses System vereint sogar Berufsatheisten und Moslems miteinander. Sehr aufschlußreich.

„Regina1964″ schlägt in eine ähnliche Kerbe:

Der Unterschied: Unsere Gebete sollen den Papst beschützen
und mit Liebe auf seine beschwerliche Reise begleiten. Was dies jetzt in England sein soll nach den hetzenden und provokanten Wochen inklusive Androhung von Haft, ist für mich daher ohne ernsthaften Hintergrund.

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Meines Erachtens wäre eine Entschuldigung fällig
Wenn Königin Elisabeth II. mit keinem Wort darauf eingehen sollte, sind die Engländer für mich im wahrsten Sinne des Wortes endgültig gestorben. Ich kann nur hoffen und vor allem beten, dass Papst Benedikt XVI. diese extreme Reise unbeschadet übersteht. Vor allem auch ohne Spätfolgen. Was hat er in diesem Jahr nicht schon alles ertragen müssen an Beschimpfungen und Verleumdungen und Hetze. „Ich bitte Dich, oh Herr, unser Gott! Beschütze und behüte ihn in besonderer Weise auf dieser schweren Reise ins Land der Angelsachsen. Unseren geliebten Papst Benedikt XVI., den „Du“ in Deiner göttlichen Weisheit bestimmt hast zum Segen für Deine Kirche. Ich bitte Dich, oh Herr, um ein besonders langes Pontifikat mit „diesem einen“ Papst Benedikt XVI., den Du uns in Deiner göttlichen Weisheit als 265. Nachfolger des hl. Petrus geschenkt hast.


1 Antwort auf „Die Kraft der Gebete“


  1. 1 Der verfolgte Papst « Episodenfisch Pingback am 26. August 2010 um 20:39 Uhr

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