Du bist junge freiheit

Den wohl dreistesten Versuch der letzten Tage, rechtes Gedankengut auf kath.net feilzubieten, unternimmt man mit einem Essay des Autoren Andreas Unterberger, dem seine Meinung ansonsten so viel wert ist, dass sich sein Blog nur mit einem kostenpflichtigen Abo lesen lässt. Der Kommentar Unterbergers beschäftigt sich mit dem „‚Gleichbehandlungsgesetz‘ der österreichischen Frauenministerin zugunsten der neuen Privilegienklasse und -kaste dieser Republik“. Und natürlich schreibt Unterberger hauptsächlich allerlei Unfug, statt sich zu freuen, dass etwa Ausländer und Homosexuelle nicht mehr diskriminiert werden dürfen:

Sie können es einfach nicht lassen. Während im Parlament die massive Attacke auf die Meinungsfreiheit durch Haftandrohungen für jedes Verächtlichmachen bestimmter privilegierter Gruppen noch anhängig ist, bereitet die Frauenministerin schon den nächsten Anschlag auf die Freiheit der Bürger vor.
Sie hat mit offensichtlicher Zustimmung des von allen liberalen Geistern verlassenen Koalitionspartners ein „Gleichbehandlungsgesetz“ eingebracht, das eine ganze Fülle von Einschränkungen im normalen Rechtsverkehr bringt. Und zwar neuerlich nur zugunsten der neuen Privilegienklasse und -kaste dieser Republik. Niemand darf mehr auf Grund seiner Religion, Weltanschauung, sexuellen Orientierung (= Codewort für Schwule) oder seines Alters im Alltagsleben diskriminiert werden. Alle anderen Diskriminierungen sind damit offenbar erlaubt.

So weit, so wahrlich ungeheuerlich. Unterberger dürfte also beispielsweise nicht mehr schreiben, dass Schwuchteln abgeknallt gehören, dass Frauen nackt an den Herd gefesselt werden sollten, oder dass Muslime wertlose Wesen sind (nicht, dass er dies jemals explizit so geschrieben hätte. Seinen tatsächlichen Gedanken hingegen dürfte diese Überspitzung recht nahe kommen). Das ist natürlich ihm gegenüber diskrimierend.
Und weil es so nicht weitergehen kann, schreibt er im weiteren Text von „Türkenfamilie mit Kopftuch“ und ganz offen von einer Wertminderung eines Hauses, sobald Ausländer darin leben:

Das kann unter Umständen eine De-facto-Enteignung bedeuten. Denn aus Gründen, die eine Gabriele Heinisch-Hosek nicht begreift, aber auch die einstige Wirtschaftspartei ÖVP nicht, ziehen – in Österreich genauso wie in anderen Ländern des Westens – sehr rasch andere Mieter aus, wenn einmal zwei türkische (oder afrikanische) Familien eingezogen sind. Dann bekommt man auch kaum noch zahlungsbereite andere Mieter ins Haus, wie man etwa rund um den Wiener Gürtel sehen kann. Auch die von der Frauenministerin so geschützten schwulen Paare werden dort erst recht nicht hinziehen (schon aus Selbstschutz). Und dann ist das schönste und bestrenovierte Haus plötzlich nichts mehr wert.

Und weil derartiger rassistischer Mist nicht reicht, führt er weiter aus, was er als „widerlich“ erachtet:

Noch widerlicher ist der selektive Charakter des Gesetzesvorschlags. Ein Kellner, der ein schwules Paar nicht ordentlich bedient, macht sich strafbar, wie uns die Ministerin ausdrücklich angekündigt hat.

Was hingegen ein „normaler Mensch“ macht, wenn er in einem Lokal nicht vernünftig bedient wird?

Auch ich bin schon in Lokalen schlecht behandelt worden – etwa weil das Personal eine Hochzeitsgesellschaft bediente und nicht normale Gäste. Aber ein normaler Mensch geht dann halt und sucht sich ein anderes Lokal. Freilich: Ein normaler Mensch wird das auch künftig tun. Weil er ja nicht geschützt ist und deswegen gleich die Polizei rufen kann.


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