Laun ohne Limits II

Es muss ein Triumph für Andreas Laun sein. Nachdem er Monat für Monat lediglich kath.net mit seinem erhellenden KLARTEXT fütterte, stieß er endlich mit seinen Betrachtungen zur Loveparade auf jenes Medienecho, das er sich schon seit Jahren erhoffte.
Nach dem Hamburger Abendblatt und der Hamburger Morgenpost erbarmte sich heute nun auch Spiegel Online und berichtete über die ein wenig verqueren Ansichten des österreichischen Bischofs.
Sichtlich erfreut veröffentlichte Laun am gestrigen 07.08. eine „Klarstellung der Klarstellung“ auf kath.net, in der er sein Glück kaum fassen kann:

Liebe Kritiker, es ist mir unmöglich, alle Reaktionen zu lesen und zu beantworten. Aber ein Wort an alle, an vor allem an die Kritiker, die Macher dieses „Aufregungs-Journalismus“, aber auch an diejenigen, die mir zustimmen: Wenn ich einen Fehler mache und auch nur ein Missverständnis nicht „abdichte“ – wie die Techniker die Ölquelle im Golf von Mexiko – tut es mir leid und ich muss mich entschuldigen.

Nur um dann das Unschuldslamm zu geben:

Nur –der vorliegende Text lässt für einen fairen und genauen Leser kein Missverständnis zu! Ich bin enttäuscht, dass der öffentliche Dialog nicht gelingen will: Warum, meine Damen und Herrn, könnt und wollt Ihr mir nicht glauben, was ich deutlich schreibe?
Also nochmals: Auch ich bin überzeugt, dass wir Menschen nicht das Recht haben, über andere Menschen jenes richterliche Urteil zu fällen, das nur Gott zusteht!

Genau! Die Strafphantasien des vorangegangenen KLARTEXTes waren also gar nicht so gemeint. Als hätte man es geahnt!
Und so wird zunächst weiter der Dialog mit den Medien gepflegt, bis sich Laun direkt an die Atheisten wendet:

Den Atheisten unter den Kritikern möchte ich sagen: Warum regt Ihr euch eigentlich auf? Der Gott der Bibel und der Kirche existiert in euren Augen ohnehin nicht, einer wie ich ist in Euren Augen nur ein „Märchen“-Erzähler: Warum die Aufregung über Nicht-Seiendes, fürchtet Ihr Euch vor Gespenstern? Oder könnte es sein, dass Ihr auf die Rede von einem Gott, der straft, deswegen so aggressiv reagiert, weil Ihr euch selbst nicht so sicher seid wie ihr vorgebt es zu sein? […]
Aber seid vorsichtig, Euer Spott könnte auch die Muslime treffen, die zwar anders als die Christen, aber doch auch überzeugt sind, dass Gott straft – und auf Euren Angriff vielleicht anders reagieren als ich es tue!?

Wieso sich also Atheisten aufregen könnten? Nun, vielleicht, weil sie sich durch derart selbstherrliche Aussagen Launs möglicherweise diskriminiert fühlen könnten? Weil es ein wenig seltsam anmutet, im 21. Jahrhundert einen einigermaßen einflussreichen Menschen derart realitätsfremde Aussagen tätigen zu hören? Weil Laun möglicherweise zunächst seine eigene Intoleranz hinterfragen sollte?
Und gerade Atheisten nachzusagen, sich nicht über andere Religionen aufzuregen, mutet auch ein bisschen seltsam an. Der Seitenhieb auf die Muslime zudem ist nicht sehr originell.

So richtig die öffentliche Aufregung über Launs dahingeheuchelte Zeilen auch sein mag, so fatal ist sie hinsichtlich des rechtskatholischen Feindbildes „Zeitgeist-Medien“. Man darf sich also auf die nächsten Wochen freuen, in denen „antikatholische“ und „linke“ Zeitungen wie die Süddeutsche wieder einmal – nunja – „kritisiert“ werden dürften.

Die Kommentare zu den beiden Launschen KLARTEXTEN werde ich übrigens gesondert in einem großen Kommentar-Artikel zusammentragen, was mir die letzten beiden Tage aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich war.


0 Antworten auf „Laun ohne Limits II“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


fünf + acht =