Man hat es geahnt:

Christen sind besser, mitfühlender, toleranter. Das meint zumindest der katholische Autor Andreas Püttmann in einem kath.net-Interview anlässlich seines neuen Buches „Gesellschaft ohne Gott“, Gesprächspartner ist der Journalist Michael Ragg.

Michael Ragg: Herr Dr. Püttmann, „Christen sind nicht moralisch besser als nichtreligiöse Menschen“ sagte der Bischof von Erfurt, Joachim Wanke, Anfang des Jahres im Bundespressehaus. Das klingt sympathisch bescheiden – aber stimmt es auch?

Dr. Andreas Püttmann: Auch Bischöfe können irren, zumal wenn Sie unzureichend informiert sind. Die christliche Moral, die ja sogar eine eigene theologische Disziplin begründet, unterscheidet sich nicht unerheblich von den landläufigen Moralvorstellungen, und zwar nicht nur als Theorie, sondern auch faktisch. Es wäre doch seltsam, wenn die normativen Inhalte einer Religion, die das Innerste des Menschen berührt und, bei entsprechender Erziehung, von Kindesbeinen an prägt, keine Verhaltensrelevanz entwickelten. Wenn das ein Bischof behauptet, ist das nun wirklich eine Bankrotterklärung.

Auch Bischöfe können also irren, das ist doch schon was. Wieso man von seinem Buch allerdings nicht allzu viel Differenziertes erwarten darf, begründet er selbst:

Auch äußern sich kirchennahe Christen gegenüber den meisten Problemgruppen und Minderheiten toleranter als kirchenferne Menschen. Im Vergleich zu diesen hätten sie nur „Leute, die oft betrunken sind“, Vorbestrafte sowie politische Extremisten weniger gern als Nachbarn. Gegenüber Moslems, Hindus, Juden, Ausländern, Menschen mit anderer Hautfarbe, psychisch Kranken, „Leuten mit vielen Kindern“ und Homosexuellen als Nachbarn äußern die religiösen Befragten weniger Vorbehalte.

Das mag das konservative Allensbacher Institut rausgefunden haben, dass sich diese Aussagen allerdings mit der Realität (auf kath.net) decken, darf bezweifelt werden. Ein schönes (rassistisches) Zitat zu dem Unterberg-Artikel veranschaulicht die Diskrepanz zwischen Toleranz-Anspruch und der Realität:

Es ging vielmehr darum, die Hauptschule auf zwei Jahre zu verlängern (von 4 auf 6 Jahre), damit vor allem Ausländerkinder mit ihren häufigen Lernschwierigkeiten noch länger „gefördert“ werden – auf Kosten der Leistungsfähigen natürlich.


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